Welche Features braucht ein PhonoPre für die Wiedergabe von alten Mono LPs?

  • Ich hab mir noch nie viel Gedanken darum gemacht. Ich höre die Mono LPs (die wenigsten sind von vor 1956) am Onkyo TX4500 (alle Tasten gedrückt: Mono, Loudness, High+Lowpass) , CS5000 mit OM D25 mit alten Philips Lautsprechern. Das klingt schon, wenn nicht wie es soll, doch wie erwartet und gewohnt und passt für mich wunderbar. Schätze bei denen es drauf ankäme, habe ich eh keine ;)

    schöne Grüße aus Wien


    Stefan

  • Lassen wir, nachdem ich diese Diskussion begonnen habe, mal die Entzerrungskurven beiseite. Während meiner bisherigen Recherchen ist noch eine weitere Frage aufgekommen. Der Hersteller Graham Sleeve empfiehlt auf seiner Website den Anschluss eines Mono Systems mit nur EINEM Anschluss an der Phono Vorstufe (also nur EIN Stecker in EINEN Eingang). Der andere ist mittels Cinch Widerstandstecker abzuschließen. Die entsprechende Phono Vorstufe (in diesem Fall Jazz Club oder Revelation) ist dann auf Mono zu schalten um an beiden Ausgangsbuchsen das gleiche Signal zu erhalten.


    Ist dies sinnvoller als beide (vom Mono System kommenden) Cinchstecker anzuschließen? Das Signal ist ja eh auf beiden Eingängen identisch, oder? Falls ja, kann ich bei einer anderen Phonostufe OHNE Monoschaltung so verfahren, dass ich nur einen Kanal nutze (die nicht belegten Ein- und Ausgänge per Cinchwiderstand kurzschließe) und am verwendeten Ausgang dann einen Y-Adapter einsetze, um das identische Signal auf zwei Kanälen an den Vollverstärker zu schicken?

  • Hallo Gerd,

    Es gibt ja durchaus auch frühe Stereo-LPs, die nicht nach RIAA entzerrt wurden und es gibt deshalb auch Phonopres, die verschiedene Kurven zur Auswahl anbieten UND für Stereo ausgelegt sind. Damit wärst du in jedem Fall auf der sicheren Seite.


    Gruß

    Rainer

    Hallo Rainer,

    Stereo Platten die nicht nach RIAA verzerrt sind? Noch nie gehört. Welche z.B.?


    Gruß

    Michael

  • Höchstens die 12) Teldec. Die ist aber nahezu identisch mit RIAA. Dass Stereo-Umschnitte nicht nach RIAA verzerrt worden sein sollen höre ich übrigens auch zum ersten Mal.

    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Moin,


    ich habe zwei oder drei Blues- bzw. Klassikplatten, die aus den 60ern und in Stereo sind, aber "seltsam" klingen. Ich hatte die dann mal in Mono abgespielt und mit der variablen Entzerrung habe ich einen ausgewogenen Klang hinbekommen. Davon abgesehen habe ich verschiedentlich davon gelesen.


    Gruß

    Rainer

    AAA - Mitglied ... und das ist auch gut so. :)

  • Hallo,

    ich weiß nicht ob es hilfreich ist, dennoch sei erwähnt das der Röhrenamp Braun CVS nicht nach RIAA entzerrte. Genauer hab ich es jetzt nicht mehr im Kopf...

    Viele Grüße Tobias

    Dies ist alles nur mein Senf, ohne Anspruch auf universelle Richtigkeit...

  • Ja, das tun sie. Allerdings muss man wissen, dass es zwei CCIR-Normen gab.


    Die alte CCIR hatte nur zwei Zeitkonstanten, nämlich 3180/350/0 µs. Umschnitte nach diesem Standard klingen selbst bei korrekter Entzerrung mäßig.


    Die neue CCIR-Norm der Stereo-Ära hingegen, unterscheidet sich nur marginal in der dritten Zeitkonstanten von der RIAA-Norm: CCIR (neu) 3180/318/75 µs vs. RIAA 3180/318/50 µs.


    Die genannten Braun-Verstärker entzerren folglich quasi nach RIAA. Streng genommen könnte man nun sagen, dass Umschnitte nach der neuen CCIR-Norm eben wegen des Unterschieds in der dritten Zeitkonstante theoretisch nicht RIAA sind, praktisch macht es aber keinen Unterschied.


    @Rainer Welche Stereo-Alben sind das denn bei denen Du eine andere als RIAA-Entzerrung vermutest?

    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Hier findet man noch einen hochinformativen Übersichtsartikel von Ingo Schröder, der hier leider nicht mehr aktiv ist. Und hier wurde dieses Thema im Forum schon einmal diskutiert. Vor allem der letzte Beitrag von Albus ist mMn sehr aufschlussreich.

    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Hallo Thomas,

    danke daß Du dies mal aufgeschlüsselt hast.

    Wie würde sich denn, wenn überhaupt, der Unterschied in der dritten Konstante auswirken?

    Etwas OT, dennoch bitte ich um Nachsicht...

    Viele Grüße Tobias.

    Dies ist alles nur mein Senf, ohne Anspruch auf universelle Richtigkeit...

  • Quote

    Wie würde sich denn, wenn überhaupt, der Unterschied in der dritten Konstante auswirken?


    Hallo Tobias,


    gute Frage. Der GSP Jazz Club, den ich zur variablen Entzerrung nutze, macht keinen Unterschied zwischen neuer CCIR und RIAA. Ich denke, dass der Unterschied in der dritten Konstante eher ein patentrechtlicher als ein klanglicher sein könnte.

    Viele Grüße

    Thomas


    „Quod gratis asseritur, gratis negatur.“

  • Moin,


    ein Freund sammelt Jazz Schellacks & nutzt dafür einen sehr wandelbaren, sau teuren Phonopree. Nimmt ein Stereo Elac System mit einer Nadel die er sich speziell in England anfertigen ließ. Gelegentlich auch ein originales Elac Monosystem.


    Selbst komme ich mit meinen Mono Vinylitäten noch mit einem RIAA Entzerrer aus. Im Notfall nutze ich die Klangreglung am Verstärker. Oder spiele mit der Systemkapazität.

    Als System ein Grado Platinum 2 mit 25er Nadel, habe ich mir extra so bestellt. Mit 68k statt 47k. Das bringt mehr Schwung für die Monos.

    Meine Erfahrung ist, das ein gebrücktes Stereosystem nur eine Krücke darstellt.


    Was ich festgestellt habe, ist, das ein Röhren RIAA Phonopre viel besser zu den Monos passt als ein Transistor Phonopre.

    In Benutzung ist ein modifizierter Yaqin MS-23B der Monos sehr detailgetreu & authentisch wiedergibt. Eine Ohrenweide.


    Sonnigst Nadja