Alt gegen Neu, Project gegen Dual

  • Hallo zusammen,


    wie bereits geschrieben habe ich vor einiger Zeit einen Project Debut II mit OM 10 System für sehr kleines Geld erworben. Eigentlich hatte ich vor mir für den Dreher eine OM 30 Nadel zu gönnen. Mit dem Project selbst bin ich soweit zufrieden, habe aber auch keinen Vergleich zu anderen Drehern. Jetzt habe ich gesehen, dass in erreichbarer Nähe zu meinem Wohnort ein Dual 621 mit Dual 242 System und zusätzlicher neuer NOS 242 Nadel für 180€ verkauft wird. Der Dual ist wohl in gutem Zustand (würde ich aber eh vor Ort nochmal prüfen). Die üblichen Verdächtigen Steuerpimpel und Knallfrosch wurden bereits getauscht und neue Cinch Stecker wurden auch verbaut.

    Der Dual wäre günstiger als der Nadeltausch. Es wäre aber auch ein Schritt in Richtung Neu zu Vintage. Hättet ihr ein paar Tipps für mich, was ich bei einer solchen Entscheidung beachten sollte?


    Zwei Informationen noch zu mir:

    1. Mir gefällt eigentlich das reduzierte Design des Project ziemlich gut. Den Dual finde ich optisch auch ok, bis auf die Wanne unten. Eventuell kann man das Design mit einer anderen Zarge noch etwas aufhübschen. Ansonsten gäbe es bei dem Dual optisch auch nichts zu meckern.


    2. Ich bin eher der Genießer als der Bastler :-D


    Viele Grüße

    Heiko

  • Hallo guten Tag,

    ich hatte auch mal den Debut II. Jetzt dreht ein Dual 1229 mit Pickering XV15-1200E seine Runden. Und es ist ein großer Unterschied. Der Dual ist um Längen besser. Tue mich schwer mit Klangbeschreibungen. Das Hören ist einfach entspannter, es hört sich detaillierter und präziser an.

    Würde sofort wieder tauschen.

    Ich denke der 621 zeigt dem Project auch ne lange Nase. Obwhl ich den 621 nicht kenne wage ich dies zu schreiben.

    Hier tauchen sicher noch Besitzer dieses Drehers auf und können Dir dessen Vorzüge und Schwächen erklären.



    Gruß

    Andreas


    Dual 1229, Garrard Zero 100S, Pickering XV-15/1200E, TAD Excalibur Black, Trigon Vanguard II,Dr. Fuß Netzteil; Kenwood Receiver KR3600, Röhren-Amp 6B4G, Grundig NF1; Wharfedale Teesdale SP2; NAD C545BEE; Waschmaschine Hannl Micro/Rundbürste

  • 1. Mir gefällt eigentlich das reduzierte Design des Project ziemlich gut. Den Dual finde ich optisch auch ok, bis auf die Wanne unten. Eventuell kann man das Design mit einer anderen Zarge noch etwas aufhübschen.

    Na, da gibt es doch auch was feines von Dual, z.B. den 750. Auch nicht viel teurer.

    Wenn der 621optisch nicht 100% gefällt, lass ihn wo er ist. Technisch ist der 621 dem Pro-ject deutlich überlegen, Vollautomat mit Direktantrieb gegen.....naja, er kann den Teller drehen.


    Gruß Detlef

  • Es ist Geschmackssache. Ich habe meinen Project 1 damals durch einen 505-3 ersetzt, was ich inzwischen manchmal bereue (nur weil ich den Project hergeschenkt habe, nicht weil ich ihn vermisse). Der Dual ist 4.-Dreher und steht neben einem CS5000, der wirklich ein feines Teil ist.

    Was den Klang angeht traue ich mir kein Urteil zu. Der Dual 505 braucht immer wieder mal etwas Liebe, der 5000 läuft einfach und klanglich kommt's viel mehr auf Tonabnehmer / Nadel und den Rest der Kette an. Die Hauptdreher sind bei mir aber Technics DDs und der L75 Umbau.

    schöne Grüße aus Wien


    Stefan

  • Hallo zusammen,


    der 621 ist ein ganz hervorragender Plattenspieler, er war ja seinerzeit unter den 722/704 recht weit oben in der Dual-Hierarchie.


    Technisch halte ich den 621 dem CS 5000 ebenbürtig wenn nicht sogar etwas überlegen. Der 505 und weit abgeschlagen der Project spielen da schon in einer ganz anderen, niedrigeren Liga.


    Inwieweit sich das klangglich auswirkt hängt das natürlich hauptsächlich vom verwendeten System ab. Ein wichtiger Faktor für mich ist immer die Optik und die Haptik - und das ist ja Geschmackssache!


    Gruß Roland

  • Vielen Dank für eure Antworten. Das System des Dual ist noch das Original-System mit neuer Nadel. Das ist aber eh nicht in Stein gemeißelt. Durch den mittelschweren Tonarm hat man da doch einige Möglichkeiten.


    Optisch gefällt mir der Duam auch - bis auf die Wanne. Aber dafür gibt es ja wie vereits gesagt Möglichkeiten (Zargenwechsel).


    Ich denke, ich werde mir den Dual mal anschauen.


    Viele Grüße Heiko

  • Hallo Heiko,

    ich hatte vor kurzem einen Thorens td170 mit omb10 vom Freund meiner Tochter zur Reparatur hier. Der Riemen war ausgeleiert. Als er den Plattenspieler wieder abholte, habe ich ins Regal gegriffen und einen Dual 1228 mit Shure M91 aufgebaut, der seit mindestens fünf Jahren nicht mehr benutzt wurde. Da gab es zuerst ein überraschtes und anschließend ein langes Gesicht. Ergebnis, der Thorens kommt weg, er kriegt den 1228.

    Gruß Frank

  • Hallo Roland, das bin ich bei dir. Ich kenne den Project Debut nicht, aber der TD170, der ja auch kleiner Plastikdual ist, ist wirklich überhaupt kein Vergleich zu Plattenspielern aus dem 70er Jahren. Der Teller ist aus Blech, der Mitteldorn steht und dreht nicht mit, der Tonarm ist mehrheitlich aus Plastik. Was dafür als Neupreis aufgerufen wird ist schon abenteuerlich. Da lobe ich mir wirklich die alten Dual, Thorens, Technics und wie sie alle heißen.

    Gruß Frank

  • Kurzes Feedback: Ich hatte ein sehr nettes Treffen mit dem Verkäufer. Neben dem Vorführen des Drehers gab er mir jede Menge Tips zu Systemen und dem geplanten Zargenumbau. Was soll ich sagen...ich habe gerade meinen „neuen“ Dual 621 aufgebaut und nun lausche ich zum Kaffee „Crash“ von Dave Matthews Band (ebenfalls eine Neuanschaffung). Danke für die allgemeinen Infos 👍

  • Magst Du das weiter ausführen?


    Ich halte den CS5000 und seine Derivate für die besten Duals mit Riehmen, auf Grund er vorhandenen aber nich so direkt wie bei den Direktangetriebenen wirksamen Rückkopplung zur Drehzahlüberwachung.


    Den „Komfort“ des Vollautomaten sehe ich nicht, denn der Tonarm wird am Schluss der Platte angehoben.



    Der 621 soll 0,03 wow and flutter mit -70 dB „Rumpelabstand“ haben

    Der 5000 0,025 wow and flutter mit -80 dB „Rumpelabstand“



    Dazu kommt beim 621 die,in meinen Augen und wie auch schon geschrieben, Headshellkonstruktion, die ich auch für deutlich suboptimal halte.

  • Magst Du das weiter ausführen?


    Ich halte den CS5000 und seine Derivate für die besten Duals mit Riemen, auf Grund er vorhandenen aber nich so direkt wie bei den Direktangetriebenen wirksamen Rückkopplung zur Drehzahlüberwachung.


    Den „Komfort“ des Vollautomaten sehe ich nicht, denn der Tonarm wird am Schluss der Platte angehoben.



    Der 621 soll 0,03 wow and flutter mit -70 dB „Rumpelabstand“ haben

    Der 5000 0,021 wow and Flutter mit -80 dB „Rumpelabstand“

  • Hallo,


    der CS 5000 ist sicherlich ein guter Plattenspieler, ich wollte mit meinem Post lediglich sagen, dass der 621 nicht schlechter ist.


    Der 621 ist dem TOTL 721 sehr ähnlich und hat einen ganz hervorragenden Antrieb - und meiner Meinung (und ich hoffe, dass mich keiner mir Tatsachen eines Besseren belehren will :saint:) ist dieser Antrieb einem Riemenantrieb überlegen. Die Tonarme würde ich dabei als gleichwertig einstufen. Optisch sind die 621/721 nun ja - die muss man eben schon mögen. :)


    Ein weiterer Vorteil des 621 ist, dass man dieses Modell noch für einen sehr überschaubaren Preis bekommt.


    Gruß Roland

  • Zum Antrieb: Hierzu schreibe ich einmal - es kommt darauf an.


    Grundsätzlich halte ich es für eher problematisch den Antriebsmotor auch als Plattenteller einzusetzen, da damit eine Entkopplung der Antriebsruckler durch einen Riemen eben nicht inhärent gegeben ist.


    Den echten und tatsächlichen Vorteil in Direktantrieben sehe ich in dem blitzartigtigen Hochlaufen, der in Rundfunkanstalten wichtig war und im DJ Betrieb es eben immer noch ist. Aber sonst muss man da deutlich mehr Aufwand hineinstecken, um ähnliche Ergebnisse zu erhalten.


    Ich habe ja nicht umsonst das Rumpeln angeführt.


    Aber unbestritten, es gibt bestimmt diverse Möglichkeiten eine runde Platte auf 33, 45 oder auch 78 rpm so gleichmäßig angetrieben zu bekommen, dass dann damit eine Schallplattenwiedergabe möglich ist.


    Wie überall, sollte man eben wissen was man tut und ein Riemenantrieb „verzeiht“ eben auch „unglückliche“ Anordnungen. Ein Direktantrieb ist - IMHO - deutlich komplexer.


    Was viel Duals als Hypothek eben immer mit sich herumschleppen ist die Klickheadshell, da sich dort ein Elektrowurm in Form von Übergangswiderständen und Kontaktproblemen einnisten kann. Aber viele, sehr viele dieser Duals drehen auch ihre Runden und das bestimmt nicht schlecht.


    Habe da eben den Dual meiner Eltern im Kopf, der eben immer merkwürdig funktioniert hat und meine Mutter letztlich dann erst Platten als CD wirklich in Funktion setzten konnte und noch kann. Dazu kam, dass der Grundig/Dual meines Bruders einem Tonabnehmerwechsel deutlich unaufgeschlossener war als mein Grundig/Phillips. Headshell eben und damit bei mir die Hypothek aus der Erfahrung von nun fast 40 Jahren.


    Und weg.


    PS: Bleibe bitte bei den DDs treu.