Thorens TD 160, welcher Tonabnehmer?

  • Hey!


    Das ist mein erster Post hier, und habe gleich ein Anliegen.


    Ich bin knapp einem Jahr dem Thema Analog/Vinyl bzw. einfach wieder „ordentlich“ Musik hören und fühlen, verfallen. Letztes Jahr habe ich mir einem Pro-ject Essential gekauft. Als erstes habe ich die Nadel vom vormontiertem Ortofon OM 10 gegen eine OM 20 getauscht. Ich bin mit dem Spieler damit auch sehr zufrieden, jedoch wuchs recht schnell der Gedanke, mir früher oder später einen Plattenspieler aus den 70ern zu gönnen. Den dann schön herrichten und für die kommenden Jahrzehnte fit zu machen.

    Und das habe ich vor kurzem gemacht, mit einem Thorens TD 160 (mknix), mit dem ganz normalem TP 16 Tonarm.


    Mittlerweile funktioniert der Thorens perfekt, und ich habe einstweilen zum testen das OM 10 montiert. Zu meiner Überraschung klingt der Thorens mit der OM 10 Nadel bereits um einiges besser, definierter und voller als der Pro-ject mit der OM 20 Nadel.


    Und jetzt kommen wir zu meinem Anliegen. Das OM System ist auf dem Thorens natürlich nur provisorisch. Ich suche momentan nach einem geeigneten System, und bin unschlüssig welches ich nehmen soll. Ich habe die letzen Tagen mehrer Foren durchsucht, und habe so einige Kandidaten auswählen können. Aber ich habe in keinem Forum gefunden, welcher nun das am besten geeignete System wäre.


    Zur Auswahl stehen folgende Systeme:

    Ortofon VM Red

    Sumiko Pearl

    Nagaoka MP 110

    Oder doch einfach eine bessere Nadel für den OM? Aber optisch schaut das OM auf der Thorens Headshell halt eher arm aus 😅


    Ich will eher ein MM System als ein MC, da mein Verstärker einen MM Phono Eingang hat, und es mir lieber ist, wenn ich die Nadel bei Bedarf einfach wechseln kann.


    Falls das auch noch wichtig ist, der Verstärker ist ein Denon pma520ae, mit Klipsch RP 160-M


    Bin für jeden Input von euch dankbar! 😉

  • Hallo,


    der TD160 ist ein sehr solider Plattenspieler und sein Tonarm besser als sein Ruf. Die Optik, insbes. der Headshell, wirkt ein wenig altbacken und die Montage der Tonabnehmer ist ein wenig fummelig. Dennoch qualitativ eine andere Hausnummer als der Pro-Ject Essential. Guter technischer Zustand vorausgesetzt.

    Der TP16 ist im Serienzustand mit 16.5g recht schwer und nicht für viele zeitgenössische MM-Tonabnehmer wirklich gut geeignet. Ein High-Output MC wie z.B. der gute, alte Klassiker Denon DL110 oder auch das MC1 Turbo von Ortofon können da Abhilfe schaffen und sind oft die bessere Wahl. Möchte man "weiche" Tonabnehmer wie das OM20 betreiben, muß der Tonarm modifiziert werden um eine geringere eff. Masse zu erhalten. das geht recht problemlos; man braucht aber etwas handwerkliches Geschick und mindestend Grundkenntnisse in der Materie.


    Zu Deiner Auswahl:


    - Ortofon VM Red: Im Prinzip ein OM mit anderem Gehäuse und spürbarem Mehrpreis. Mit einer Compliance von 20µ an der Obergrenze dessen, was am Serien-TP16 praktikabel ist.


    - Sumiko Pearl: passt von der Compliance recht gut zum TP16. Klanglich gut aber auf der tendenziell warmen Seite.


    - Nagaoka MP110: Passt ebenfalls noch gut zum TP16; klanglich eher "neutral" bis kühl abgestimmt.


    Es gibt übrigens eine hervorragende Headshell-Alternative der Schopper AG


    Gruß,

    Marc

  • Kurzer Nachtrag: Gute Erfahrungen habe ich mit dem Klassiker Audio Technica AT-95E im TP16 gemacht. Ich habe immer den Eindruck, daß die tatsächliche Compliance etwas geringer als angegeben ist.

    Audio Technica hat ja kürzlich die Produktpalette erneuert und ergänzt. Gerade das AT-VM95EN scheint mir vom Preis-/Leistungsverhältnis äußerst interessant.


    Gruß,

    Marc

  • Das Nagaoka spielt sehr gut am TP16 Arm.

    Trotz der vielen Masse, würde ich auch ein Grado in Erwägung ziehen.

    Ein "Red" oder "Silver" spielt ebenfalls sehr gut. Nicht so druckvoll, aber noch räumlicher

    als das Nagaoka.

    Ein "2mRed habe ich nicht, dafür aber das Blue". Ebenfalls sehr gut. Das Ortofon löst schön auf, empfinde ich aber am "kühlsten", bzw. analytischsten von den genannten dreien.


    Gruß vom Peter

    TW Raven 1, Trigon Advance, Schiit Mani, SME 3500, Ortofon AS309s, Octave V70, Sonus Faber LS

  • Wow. Vielen Dank für die schnellen Antworten. Dann schneidet das Nagaoka auf die Schnelle ja fast am besten ab. Damit habe ich eigentlich nicht gerechnet.


    Grado habe ich eigentlich nicht mehr weiter verfolgt, nachdem ich einiges gelesen habe, das die Systeme von Grado mit Thorens immer wiede Probleme mit der Erdung haben.


    Hoerer34

    Den Tonarm finde ich persönlich sensationell, und das Design der Headshell war ein Punkt warum ich genau diesen Pattenspieler, mit dem Tonarm wollte. Rein optisch finde ich das einfach nur genial.


    Ich bin echt hin und hergerissen zwischen dem Nagaoka und dem Sumiko. Ich mag einen warmen, aber natürlichen Sound.

    Aber auch das neue AT-VM95EN klingt sehr interessant. Aber ich glaube ich Versuche es mal mit dem Nagaoka MP 110. Wenn mir das wirklich zu kühl sein sollte, kann ich immer noch das Sumiko Pearl versuchen.

  • Hallo,


    das MP110 ist sicher eine gute Wahl. Ich empfand es, bzw. dessen Vorgänger MP11, im meiner damaligen Kette als vergleichsweise eher "kühl", "nüchtern" spielend. In einer anderen Kette mag das anders aussehen und vielleicht würde ich heute zu einem anderen Eindruck gelangen.

    Dennoch würde ich heute, sofern die geringe Eingangskapazität von 100 bis 200pF gewährleistet werden kann, zum AT-VM95EN greifen. Dort bekommt man für 120,-- Euro bereits einen nackten, elliptischen Diamanten.


    Gruß,

    Marc

  • Ja genau, den ersten mit der Gitter Headshell.


    Noch eine kleine Frage hätte ich. Ist es beim Nagaoka gleich wie bei der Ortofon OM Serie, das man auf dem Tonabnehmer einfach die Nadel aufrüsten kann? Sprich, ich kaufe mir jetzt das Nagaoka MP 110 System, und will dieses eventuell in einem Jahr mit der MP 200 Nadel aufrüsten. Geht das?

  • Sprich, ich kaufe mir jetzt das Nagaoka MP 110 System, und will dieses eventuell in einem Jahr mit der MP 200 Nadel aufrüsten. Geht das?

    Theoretisch sollte das schon gehen. Es soll aber gewisse Unterschiede in den Generatoren geben - wie relevant die am Ende des Tages wirklich sind, ist aber eine andere Frage.


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Ich hab an meinem Thorens 166 (Zweitspieler im Büro) aktuell das Goldring E3 drauf, ist wohl mehr oder weniger ein Klon des AT VM 95EN: es klingt wunderschön. Vorher hatte ich das Sumiko Black Pearl probiert: war auch nett, das E3 gefällt mit aber besser.


    Parallel dazu hab ich noch am gleichen Verstärker einen Dual 704 mit dem AT 95VM ML laufen, das System kann nochmals einiges besser. Ich finde das für den aufgerufenen Preis eine absolute Kaufempfehlung.

  • Also, ich hab damals vom alten AT95E auf das MP-110 aufgerüstet, das war ein unglaubliches Upgrade!

    (Naja, man wechselt halt gleich zwei Liegen nach oben.)

    Den Wechsel auf die 200er Nadel habe ich auch gemacht (die Nadel hab ich direkt bei Yodobashi in Osaka für ca. 75€ (!!!) bekommen).


    Laut dem Verkäufer vor Ort wird bei dem 200er der Generator einfach besser selektier.

    (Original Worte "Body of 110 is 95% of 200 Body.".)

    Nochmal ein sehr deutliches Upgrade, und mit ner 200er Nadel ist man dann auch wirklich mit nem ausgewachsenem System Unterwegs.

  • Naja, ausgewachsen vielleicht - das Preis-Leistungsverhältnis finde ich aber dann doch problematisch. Beginnend beim MP150, das z.B. bei Phonophono bereits 379€ kostet. Ich hatte das mal da und war doch recht enttäuscht. 150€ wären imho angemessen, aber 379€?? Nö...

    Beim MP100 oder 110 mag das Preis-Leistungsverhältnis noch okay sein. Wenn es dann aber irgendwann mal "mehr" sein soll und eine der besseren Nadeln nicht für 75€ her geht, dann würde ich gleich was anderes kaufen...


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Leider kennen wir die Eingangskapazität des Denon-Verstärkers nicht; die technischen Daten weisen diese nicht aus. Daher sind konkrete Empfehlungen ohnehin schwierig.

    Ich würde in jedem Fall zu einem diesbezgl. unkritischen Tonabnehmer raten. Somit bekräftige ich meine Empfehlung hin zu einem High Output-MC. Man schlägt somit zwei Fliegen mit einer Klappe. Passende Compliance zum recht schweren Tonarm sowie relative Umempfindlichkeit bezgl. hoher Eingangskapazität.


    Gruß,

    Marc

  • Unfassbar wie unschlüssig ich bin, welches System ich nehmen soll...


    Also laut technischen Daten schaut es beim Verstärker so aus:

    Eingangsempfindlichkeit: MM

    2,5 mV / 47 kOhm


    Kann ich ohne Probleme den Denon DL 110 an dem MM Phono Anschluss vom Verstärker benutzen? Oder brauche ich dann wieder eine extra Phono Vorstufe?


    Ist der Denon DL 110 eher wärmer oder kühler im Klang? Und wie sind die Bässe?


    Von den hier genannten, wäre der Denon mit Abstand das teuerste System. Wenn sich die Mehrkosten aber auszahlen was den Klang und Qualität betrifft, wäre ich natürlich bereit das auszugeben. Wobei ich sagen muss, momentan wäre 250€ meine Schmerzgrenze. Da kämen wir mit dem Denon ziemlich genau hin.

  • Das DL110 ist für den Betrieb am MM-Eingang gemacht.

    Ich persönlich finde es ziemlich gut, auch wenn es kein Baßmonster ist. Es ist tonal eher abgestimmt wie die meisten MM-Systeme. Für eine elliptische Nadel tastet es sehr gut und verzerrungsfrei ab. Da sind scharfe Nadeln auch nicht mehr viel besser.


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Das klingt schon mal alles sehr gut und interessant.


    Mir lässt das Thema momentan keine Ruhe, und kann daher nicht aufhören zu stöbern 😅


    Das DL110 ist glaub ich nichts für mich. Das soll doch ziemlich hell sein, bzw.die Höhen sehr gut auflösen. Ich vermute das die Höhen dann mit meinen Klipsch Lautsprechern „to much“ sein könnten.


    Was wäre wenn man doch direkt eine Stufe weiter geht? Mit zum Beispiel einem Benz Micro Silber oder einem Sumiko Blue Point No. 2?


    Würde so ein System dem Plattenspieler gerecht werden? Und würde das überhaupt passen?


    Eventuell ist auch nich gut zu wissen das ich hauptsächlich Blues, Rock, Hardrock, prog und Metal höre. Ganz selten eventuell noch ein bisschen gemütlichen hiphop..

  • Bei 16,5g effektiver Tonarmmasse, deiner gehörten Musik und deinen Vorlieben (nicht zu hell) würde ich dir aus eigener Erfahrung als HO-MC System ein Ortofon X-5MC vorschlagen.

    No chains around my feet, but I'm not free...
    Concrete jungle - Robert Nesta Marley