1ter Mai - Tag der Arbeit - oder der Tag mit der 100€ Erfahrung

  • Fortsetzung ...


    Dann passiert das, was nicht passieren sollte. Beim Putzen bermerkte ich einen Staubfussel unter der Platine vom Schaltnetzteil. Der Verstärker war in Betrieb. OK ... ein kurzes Pusten und die fallende Sicherung legte den gesamten Raum lahm. Das war es jetzt mit dem Schaltnetzteil. Mit einem Stelltrafo zeigte mir die Platine mit aufsteigenden Rauchzeichen wo der Frosch die Locken hat. Oberklasse ... beim Arschkarten vergeben stand ich mal wieder ganz weit vorne. Suuuper !


    Nun ging es an den Aufbau eines "analogen" Netzteils. Passende Teile hatte ich zur Genüge da. Zuerst habe ich mich an die Ua von der orig. Platine gehalten. Eine ordentlichen LCRC-Siebung ist für mich Standard (ist nur meine Meinung!). Ein Röhrengleichrichter kam nicht in Frage. Der Aufbau ging recht zügig voran und das Ergebniss war gut und ich zufrieden. ABER ... ich musste im Netzteil ca. 180VDC über Hochlastwiderstände verbraten um auf die Ua zukommen. Das geht garnicht, zumal die Endröhren normal lt. Herstellerangaben ab 400V aufwärts betrieben wurden. Also nochmal umbauen auf 400V Ua. Das klappte auch prima und dabei habe ich auch den Arbeitspunkt der Endröhre etwas höher gelegt.


    Der nun vorliegen Testaufbau mit nur eine Spg.-Versorgung war schon gut aber für mich noch nicht optimal. Ich wollte eine geteile Spannungversorgung für die Röhrensektionen. Somit änderte ich das Netzteil nochmals. Die Endröhren bekamen jetzt eine eigene Spg.Versorgung inkl. Siebung und die Vorröhren auch. Damit ist die Vorröhensektion etwas stabiler wenn die Endröhren mal ordentlich zulangen sollten.


    IMG_4691.JPG


    Im Zuge meines Testaufbaus habe ich immer wieder die endgültigen Bauteile zusammen gekauft um dann irgendwann nach meinen Testphasen in eine finale Schaltung überzugehen. Das bedeutet bei mir wieder einen weiteren größeren Holzplattenaufbau. Jetzt war die Stufe 4 fertig.


    IMG_4694.JPG


    Das wird die Grundlage für weitere Schaltungänderungen bis zur finalen Schaltung. Das endgültige Finish wird dann irgendwann Einzug halten. Das ist halt was für´s Auge und muss wirklich gut gebaut bzw. sehr gut geplant sein, sonst ist man auf lange Zeit nicht zufrieden. Denn das Auge hört nun mal mit!


    Da ich immer wieder gern Testberichte von Röhrenverstärkern lese, bin ich durch den Test vom RIKE ROMY 20SE auf die Vorröhre ECF80 gestossen. Ich weiß nicht wie die Röhre von RIKE beschaltet ist, aber ich habe eine Schaltungsvariante gefunden die ich für sehr interessant halte. Die Endröhre soll nun niederohmiger angesteuert werden. Mal schauen wie sich das klanglich auswirkt.


    D.h.die Stufe 5 (ECF80) wartet auf den Aufbau, wobei dann auch die Platine verschwinden wird und mein erstes wirkliches Modul gebaut wird. Weiterhin benötigt mein Netzteil auch noch ein paar kleinere Änderungen die ich für wichtig erachte wenn ich andere Module bauen möchte, die dann auch andere Spannungen benötigen.


    Von weiteren Ergebnissen werde ich dann berichten.


    Mein bisheriges Fazit:

    Ich habe nun angefangen mir einen Röhrenverstärker zubauen der mir m.A.n. bisher technisch einiges abverlangt hat und mir techn. Erfahrungen eingebracht hat, die für mich unbezahlbar sind. Diese völlig unterschätzte Röhre macht einen sehr schönen klaren Kang der mit Details in den Mitten und Höhen nicht spart aber auch nicht auf die Nerven geht. Er klingt schon jetzt sehr ausgewogen was natürlich sehr stark von den Lsp`s und räumlichen Verhältnissen abhängt. Der Bass ist kein Monster aber für meinen Raum absolut sauber, transparent und druckvoll und mehr als erwartet. Ergo ... ausreichend für mich. :)

    VG Thorsten





    stst motus / EAR 834P Deluxe / RV mit MIG-Röhren / GW Box

    Mitglied der AAA

  • Heinrich ... das ist gut. Wo ich doch auch auf so ein Film-Genre stehe. :thumbup:Danke :)


    Ich muss dazu sagen das ich mich an dem RV oder an dieser Röhre etwas festgebissen habe. Ob da nun ne 2a3 oder 300b drin wäre, wäre egal. Als Röhrenbastler möchte ich es mal anders angehen und schauen wie weit man kommt, wenn man in Ruhe daran geht und einige Infos nutzt um den eigenen techn. Horizont zu erweitern. Nach wie vor bin ich aber auch der Meinung das ein gutes NT für einen Röhrenverstärker das A und O ist. Und davon bin ich noch etwas entfernt.

    VG Thorsten





    stst motus / EAR 834P Deluxe / RV mit MIG-Röhren / GW Box

    Mitglied der AAA

  • Thorsten!!


    Möge die Macht des Röhrenguru´s mit dir sein!!

    Habe ja nun gestern gehört was der "Röhrige Richard"** alles so von sich gibt!!

    Finde ich guuuut!!:):):)


    Ahoi


    Jürgen

    P.S. Ich habe den Verstärker (mit dem Apfel) mal so getauft!!

    Alles was Spaß macht ist entweder "unmoralisch","macht dick" oder ist "zu teuer!!!"

    (War da etwa Haschisch in dem Schokoladenei)

  • Hallo Thorsten,

    Ist ganz meine Linie, ich werkele gerade an einer SE-Endstufe mit

    6AR6WA/6098 als Endröhre und 12SC7 als Treiber.

    Lieber ungebräuchliche NOS, dafür aber gute Qualität.

    Nach dem Motto "gut und günstig"

    Gruß

    heinrich

  • Gut'n,


    da Thorsten mich ja infiziert hatte und wirklich was ganz tolles gefrickelt hat, habe ich mich auch nochmal inspirieren lassen und auch eine RS-1009 geholt. Ist NOS und von Philips. Läuft seit gestern und ich muß sagen, daß sie zum einen 'lauter' ist und zum anderen nochmals mehr Druck im Bass aufbaut. Richtig gut und günstig.


    Hab mir mal die Kenndaten der RS-1019 und 1009 angeschaut. Richtig angesteuert, sprich bestromt, sollte die 1009 zumindest im Gegentakt ungefähr die 3-4 fache Leistung erzeugen. Für mich reicht es aber auch schon so. Muß ja keinen Konzertsaal beschallen.


    Hab die Ausgangsübertrager noch schwarz lackiert. So gefällt mir die 'Lütte China-Zwetschke' richtig gut und lasse es jetzt einfach so:


    RS-1009_2.jpg


    RS-1009_1.jpg

  • Hallo Frank,

    da hast Du absolut Recht. Bei meinem Projekt wird es irgendwann in einem schönen Gehäuse enden. Die Anodenanschlüsse werden aber wohl trotzdem immer "offen" liegen. Aber auch da bin ich am suchen was da geht. Meine besseren Bakelit-Anodenkappe passen leider nicht auf die RS-10009 wegen dem geringerem Abstand der Anoden. Ungefährlich ist sowas mit Sicherheit nicht, aber momentan bei mir nicht relevant, weil auch mein EIN-Schalter an ganz anderer Position ist.


    @ Chris, auch diese Röhre wird sich noch einspielen. Dann wird es noch etwas besser.

    VG Thorsten





    stst motus / EAR 834P Deluxe / RV mit MIG-Röhren / GW Box

    Mitglied der AAA

  • oh das mit dem Abstand sehe ich erst jetzt.

    Dann bleibe ich bei meinen Roehren.

    Die Bakelite Teile habe ich naemlcih auch verbaut.

    Oder koennte man da etwas abschleifen....

    Wie weit sind die Pins denn auseinander?


    Gruesse Joachim1

  • Hi Chris,

    die Sache mit dem Berührungsschutz würde ich nochmal überdenken.


    Tschau,

    Frank

    Hallo Frank,


    glaub mir, ich weiß, was ich tue. Bin Dipl. Ing. TU und habe als Prüffeldtechniker in der HF-Branche gearbeitet und mit sehr hohen KV zu tun gehabt. Außerdem keine Kinder (mehr) im Haus und neugierige Haustiere.


    Prinzipiell hast Du aber natürlich recht.

  • Schönes Projekt. Könnte mich auch reizen, zumal sich eine gebrauchte und funktionsfähige Valvo RS1009 (aus einer lange ausgemusterten 2m Ameteurfunk-Endstufe) in meinem Besitz befindet, die derzeit keine Aufgabe hat. Vielen Dank für die Beiträge!

  • Hallo Leute,

    ich habe es aus Spaß getan - mir so einen Amp in Bremen bestellt. 8o

    Als erste Tat habe ich die Original-Treiber-Röhren durch Valvo 5654 ersetzt.

    Die Originalehatten stark abweichende Arbeitspunkte und somit auch stark abweichendes

    Klirrverhalten zwischen den Kanälen.

    Nachdem ich den Schaltplan anhand des Layouts aufzeichnete und die wichtigen

    Spannungen gemessen habe, sah ich, daß die Treiberröhren einen ungünstigen AP (voll

    im Kurven-Knick) haben. Also - Lötkolben an und entsprechende Widerstände angepasst.

    Jetzt sieht es deutlich besser aus...8)

    Abschließend kann ich folgendes berichten:

    -Frequenzgang ist bei 20Hz um -4dB unter Nennwert - angesichts der mickrigen AÜ´s kein Wunder.

    -der Amp ist ein kleiner Klirrgenerator - bei 1W/8Ohm sind es im Schnitt 1,5% K2 - K3 unter 0,5%,

    die höheren Harmonischen sind so gut wie nicht mehr da.

    -durch diese Klirrverteilung ist dieser kleine Amp sehr angenehm beim Hören - unser Analogrechner

    mag K2-dominante Amps ohne Harmonische Anteile über K4. :)

    -an meinen Altec´s (604-8G) läuft es Gehörmässig für mich besser, wenn ich diese 8 Ohm-Tröten

    an die 6 Ohm-Klemmen anschließe - wenn man sie an die 4 Ohm-Anschlüsse anklemmt, dominiert

    K3 statt K2 - es klingt etwas unentspannter...


    Ich warte noch auf eine bessere QQE04/20 (Valvo) und erhoffe mir da ein etwas besseres Klirrverhalten.

    Der Betrieb mit einer QQE06/40 ist suboptimal - deutlich mehr Klirr (über 4% K2) - daher die hier attestierte schönere Räumlichkeit...;)


    Ich melde mich, sobald ich mehr rausgefunden/gemessen habe...

    Björn

  • Hallo Björn,

    da hast Du vollkommen Recht. Die große Röhre benötigt wahrscheinlich eine ganz andere Beschaltung. Ich bin momentan auch wieder mit der kleinen unterwegs, was bei meinen Lsp`s völlig ausreichend ist. Wobei ich den AP der Endröhren auf 45mA gelegt habe.

    VG Thorsten





    stst motus / EAR 834P Deluxe / RV mit MIG-Röhren / GW Box

    Mitglied der AAA

  • Melde mich da noch einmal dazu, da seit einigen Stunden in meinem Verstärker 2x qqe03/20 RS1019 ganz fein aufspielen. Die sind gar nur halb so groß wie die RS1009.


    Als RFT gelabelt Baujahr 1975 bei einem bulgarischen Ebay Händler um 7 Euro pro Stück eingekauft.


    Grüße Anton