UKW Empfängertechnik

  • Hallo,


    ich beschäftige mich gerade ein wenig mit Technik die hinter einem UKW-Tuner steckt. Als Versuchsobjekt habe ich einen Technics Tuner ST-G40 geangelt, der recht günstig war. Bestimmt kein Top Tuner, aber viele stärkere Sender bekommt er ziemlich rauschfrei schon über einen Dipol rein. Da das Gerät zuerst keinen Empfang hatte, habe ich ein wenig im Netz gesucht und auch ohne genaue Kenntnis, die Spule gefunden an der gedreht werde musste um den Tuner wieder nach Gehör abzugleichen. Natürlich nicht die Methode um es richtig zu machen, aber für den Anfang erst einmal hilfreich um UKW überhaupt empfangen zu können.


    Jetzt lese ich natürlich ein wenig über die Technik, es ergeben sich zwangsläufig einige Fragezeichen. Das Service Manual zum ST-G40 habe ich mittlerweile gefunden, sodass ich wenigstens weiß wo die Spule im Schaltplan ist, an der ich gedreht habe, auch wenn die Funktionalität des ICs, welches daran hängt, noch nicht so klar ist.


    Um das Ganze ein wenig systematisch aufzudröseln fange ich am Antenneneingang an. Der Technics hat ein zugekauftes Frontend von Mitsumi. Darin befindet sich wahrscheinlich ein Bandpass um Frequenzen außerhalb des UKW-Frequenzbereichs zu dämpfen, den Oszillator und den Mischer. Die Oszillatorfrequenz die aus dem Frontend "raus geht" liegt ca. 10,7 MHz über der Empfangsfrequenz, laut Anzeige, was ja wohl auch völlig korrekt ist, oder? Gemessen habe ich diese mit einem alten Frequenzzähler von Panasonic. Leider erschließt mir jetzt noch nicht was am Mixerausgang anliegen soll. Vielleicht kann mir da jemand weiterhelfen. Im Netz habe ich leider keine Oszillogramme von einem Ausgangssignal gefunden, was für mich hilfreich wäre um es auch zu verstehen. Hängengeblieben bin ich jetzt erst einmal bei den Murata ZF-Filtern. Der Aufdruck der beiden Filter lautet SFE10.7MZ. Laut einer alten PDF-Datei die ich gefunden habe, handelt es sich um ZF-Filter mit einer Bandbreite von 180Khz bei 3db. Liege ich da richtig? Ferner habe ich bei meinem Technics ST-Z450, aus alten "Kindertagen"einen Filter gefunden, der "nur" den Aufdruck E10.7M hat. Es handelt sich dabei um den zweiten ZF-Filter, der erste ZF-Filter hat ebenfalls den Aufdruck SFE10.7MZ, weiß jemand worin der Unterschied besteht?


    Viele Grüße


    Michael

  • Hallo Michael,

    ich kenne den ST-G40 nicht, aber hier einige allgemeine Informationen.

    Die Frequenz des lokalen Oszillators liegt i.d.R. so wie Du schreibst 10,7MHz über der Empfangsfrequenz. Beabsichtigt verlässt die LO-Frequenz das Frontend nicht, zumindest nicht wenn - so wie vermutlich auch bei Deinem Gerät - das LO-Signal nicht einem Frequenzzähler zur Frequenzanzeige zugeführt wird. Eine kleine Menge des LO-Signals leckt allerdings über den Antenneneingang und etwas mehr über den Zwischenfrequenz-Ausgang aus dem Frontend heraus.

    Der Mischer erzeugt aus der Frequenz des lokalen Oszillators Fl und der Empfangsfrequenz Fe gleichzeitig Fl+Fe und Fl-Fe. Letzteres wird als Zwischenfrequenz (ZF) weiter verarbeitet.

    Da zum einen die Bandbreite der abstimmbaren Filter im Frontend recht groß ist (i.d.R. >1MHz) und der ZF-Ausgang wie erwähnt auch unerwünschte Frequenzen transportiert, muss die ZF mit schmalbandigen Filtern auf das Nutzsignal beschränkt werden. Je nach gewünschtem Selektionsverhalten kommen unterschiedliche Filtertypen und Bandbreiten zum Einsatz (große Bandbreite -> weniger Verzerrungen, geringe Bandbreite -> bessere Unterdrückung von Nachbarsendern).

    Laut dem Murata 10.7MHz filter marking guide steht die Markierung E10.7M für

    "Previous Part Number

    SFE10.7MM-A

    Global Part Number

    SFELA10M7GALM-B0"

    Vielleicht hilft das weiter.

    Gruß,

    Peter

    AAA-Mitglied :-)

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  • Der Technics hat ein zugekauftes Frontend von Mitsumi.

    Das haben viele Tuner.


    handelt es sich um ZF-Filter mit einer Bandbreite von 180Khz

    In der Epoche, aus der Dein Tuner stammt, kamen meist ZF-Filter von 150 kHz bis 230 kHz zum Einsatz. Einfacher gestrickte Tuner hatten davon zwei, aufwändigere bis zu 8 ZF-Filter. Damit konnten dann verschiedene Bandbreiten von wide, narrow bis supernarrow realisiert werden.