Einspielzeit von Abtastnadeln?

  • Im Prinzip hast du Recht, nein, du hast Recht. Allerdings muss man das relativieren. Ich bezweifele, dass bei einem normalen Plattenspieler mit Tangentialtonarm der Tonabnehmer immer absolut tangential eingestellt ist. Ich nehme die geringen Fehler eines Radialarmes in Kauf und versuche den Tonabnehmer so genau wie möglich auszurichten. Die Fehlertoleranz ist bei einem langen Tonarm natürlich geringer, als bei einem kurzen. Das gelingt bei einem Tonabnehmer mit freistehendem Nadelträger wie einem van den Hul Colibri deutlich einfacher, als z.B. bei einem Grado mit Holzbody. Wenn ich viele Singles hören würde, würde ich mich bei der Geometrieeinstellung an diesen orientieren und die Nullpunkte entsprechend wählen. Bei der Vinylengine gibt es einen Rechner, der einem die Verzerrungen, die aus den unterschiedlichen Nullpunkten resultieren grafisch zeiget. Das Antiskating stelle ich (nach Herstellerangabe des Tonabnehmers) auf einen sehr niedrigen Wert ein, mit dem man eigentlich nichts verkehrt machen kann.


    PS: aktuell habe ich rund 1.300 LPs. Bis ich die durch eine minimale Fehljustage zerstört hätte, würden vermutlich mehrere Jahrzehnte ins Land gehen. Da ich derzeit auch sehr viel Musik digital geniesse eher Jahrhunderte. ;)

    Viele Grüße


    Jørg


    Bin AAA-Mitglied und höre damit. Meine kleine Plattensammlung seht ihr im Musiksammler.




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  • Schon klar Jens, allerdings muss die scharfe Nadel exakter justiert sein als eine Rundnadel um die Platten nicht zu schreddern.


    PS: Jens, wir sind hier im Neulingsbereich ;)

    Viele Grüße


    Jørg


    Bin AAA-Mitglied und höre damit. Meine kleine Plattensammlung seht ihr im Musiksammler.




  • Stark fehljustierte VdHs können die Platte beschädigen (muss man sich aber Mühe geben :-) ) MR & Shibata, sowie manche LCs in geringerem Maße auch. Shibatas nutzen sich vergleichsweise schnell auf eine Weise ab, die zumindest die feinen Hochtoninfos angreift. Man sollte also Shibatas vorsichtshalber lieber öfter wechseln.


    Das selbe gilt noch extremer und für alle Frequenzen für Rundnadeln und scharfe Ellipsen (0,2 * 0,7) (mit dem Vorteil ggü. Shibata dass die da nur in einer sehr schmalen Spur kaputt machen, durch anschliessendes Nutzen von LCs, MRs, Shibatas oder Rundnadeln mit anderem Radius kann man die Platte weiternutzen)


    Bei den LC/Finelineschliffen kommt es auf die genaue Schlifform an, ist ne Wissenschaft für sich, inbesondere da viele nur Shibata Derivate sind. Sind aber insgesamt eher unkritisch. Der unproblematischste Schliff ist MR, der verträgt sogar einseitige Abnutzung ohne dass das größeren Einfluss hat klanglich & beschädigungstechnisch (das liegt an der "Ridge").


    MR ist imho einer der flexibelsten, universellsten und unproblematischsten scharfen Schliffe. Klanglich sind VdH und Gyger S, sowie Paroc aber durchaus Kandidaten die bei guter Implementierung + Justierung sogar besser sein können sind...


    Mike

  • Ein scharfer Schliff hat doch deutlich mehr Kontakt zu Rille als eine Rundnadel, dass scharfe Schliffe Platten zerstören können ist eine Mär.

    Mehr Kontakt bedeutet mehr Reibung!

    Also ein telefonischer Gesprächspartner eines namhaften Bottroper Nadelhändlers

    sieht das anders.

    Ebenso berichtete mir ein Stammtischkollege von einem Bekannten der sich

    Platten nach ca. achtmaligem Abspielen zerstört hat.

    Im Ergebnis waren die Höhen gedämpft.


    Ich sehe in der Sache Forschungsbedarf, ob Neulingsbereich oder nicht.


    Zu Testzwecken müßte eine Testplatte (neu) mit einem breiten Klangspektrum

    geopfert werden.

    Im Neuzusatnd wird die Platte digital aufgezeichnet, dann wird sie in

    verschiedenen Versuchen traktiert.

    Während der Prozedur werden immer wieder Aufzeichnungen vorgenommen.

    Am bitteren Ende müssen Ergebnisse verglichen werden.

    Das ganze wird mit weiteren Platten und anderen Nadeln/Auflagekräften

    aussagekräftig durchgeführt werden.

    Scotty beam me up, there is no more AM radio and 4/3-ratio-television in Germany! ;(

  • Mehr Kontakt bedeutet mehr Reibung!

    Nope. Größere Auflagefläche bedeutet niedrigerer Anpressdruck je Fläche, (bei selber Auflagekraft!). Und da Vinyl deformierbar ist weniger starkes Einsinken. Damit weniger Reibung.

    Am bitteren Ende müssen Ergebnisse verglichen werden.

    Hat man zu den Zeiten als die mär mit den Plattenfressenden VdH Schliffen aufkam in den Fachzeitschriften getestet und Fotografiert. Ergebniss: bei einigermaßen "korrekter" Justage bei neuen Nadeln kein Unterschied.


    Mike

  • Ebenso berichtete mir ein Stammtischkollege von einem Bekannten der sich

    Platten nach ca. achtmaligem Abspielen zerstört hat.

    So ein Bekannter von dem Nachbarn seiner Frau ihrer Großmutter kommt öfters mal vor - allerdings habe ich noch nie jemandem Aug in Auge gegenübergestanden, der solches berichten oder gar belegen konnte.

    Sorry, aber nach Jahrzehntelanger Erfahrung tue ich das mittlerweile als Gewäsch ab, daß im Münchhausen-Stil immer dann aufgetischt wird, wenn es darum geht, die eigene Rundnadel schönzureden...



    GRüssle Henner

    Mitglied der AAA


    DON`T PANIC

  • Ebenso berichtete mir ein Stammtischkollege von einem Bekannten der sich

    Platten nach ca. achtmaligem Abspielen zerstört hat.

    Im Ergebnis waren die Höhen gedämpft.

    Dann hat der Bekannte excellente Ohren und/oder ein sehr extremes Setup. Möglicherweise (nicht jedoch notwendigerweise) sogar fehlerhaft (z.b. zu hohe Lagerreibung im Arm, falsche Auflagekraft und / oder Justage) .


    Generell ist es so dass man Messplatten im Hochtonbereich nach ca 10 Durchgängen nicht mehr optimal nutzen kann, da schon erste Abnutzungen da sind. Da gibt es entsprechende Herstellerempfehlungen und Messthreads, z.b. im DIY Audio Forum.


    Also grundsätzlich zumindest denkbar. Allerdings für die absolute Mehrheit der Plattenhörer im vernachlässigbaren Bereich.


    Mike

  • Nope. Größere Auflagefläche bedeutet niedrigerer Anpressdruck je Fläche, (bei selber Auflagekraft!). Und da Vinyl deformierbar ist weniger starkes Einsinken. Damit weniger Reibung.

    Genauso isses.


    Man macht immer einen Fehler in der Assoziation indem man bei scharf sofort an Rasierklinge oder Drehmeisel denkt. Man hat bei scharfen schliffen einfach größere Abtastflächen mit den genannten Vorteilen und das was man vorn und hinten als Schneide sieht, taugt definitiv nicht zum Rasieren. Der abgehobene Vinylspan ist ein Schauermärchen allererster Güte. Wichtig ist der nicht abreisende Kontakt zum Vinyl der scharfen Schliffe, im Gegensatz dazu steht ein mit zu leichter Auflagekraft betriebener Rundschliff, der läuft nicht stabil in der Rille und schlägt immer wieder irgendwo ein. Ein scharfen Schliff müsste man erstmal so deutlich hörbar falsch einbauen damit er so schräg durch die Rille pflügt dass Schäden entstehen (könnten).

    vriendelijke groeten aan de fatbike rijder :)

  • Auch der schärfste Schliff hat einen Verrundungsradius!


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Ich bin Nichtraucher.

    Ich muss aber gar nix hier. Du musst auch nix verstehen.


    Ueber Nadelschliffe kann man hier sowieso nicht diskutieren, jeden zweiten Beitrag weiss es wieder einer besser. Ueber Shibata sowieso.
    Jedes mögliche Problem hier mit ner Shibata gelöst. Auch wenn sie völlig nutzlos ist oder bestenfalls zufallsbedingt brauchbar klingt, weil die Masseverhältnisse nicht wirklich darauf abgestimmt sind.
    Die konnten aber Quadro und über 45 kHz, wenn richtig gemacht, dafür aber weniger Output.
    Mit dem Schliff allein konnte man das nicht erreichen.


    Einer erklärt, nur mit Justage im Mikrobereich und nur mit auf 0,05 Grämmchen eingestelltem Auflagegewicht gehts, der andere hat nen teuren Arm ohne Kröpfung und 15 Grad Fehlwinkel, der klinge aber besser als jeder andere, der eine schraubt tagelang am Antiskating rum bis es perfekt klingt und der andere findet Skating vollkommen bedeutungslos.



    Zu scharf ist sicher eine angebrochene Nadel.
    Oder eine scharfe die falsch justiert ist.


    Und ja, wenn der Abtastwinkel am gekröpften Arm oder die Auflagekraft ändert, dann ändert auch die Skatingkraft.
    Früher hatte man eine Antiskating Skala am Arm für runde und eine für andere Nadeln.

    Bei rund ist die Kompensationskraft immer geringer. Ziemlich sicher weil die Skatingkraft auch geringer ist. :)


    Ich brauch mir nichts schön zureden an meiner Nadel, mit der klingts schön für mich, sie hält schon länger als ich erwartet habe und damit ok. Perfekt klingt sie nicht, aber besser als alles andere was ich je hatte.


    Ganz sicher aber tastet kein einziger TA so ab wie die Platte geschnitten wurde, darum ist es immer eine Annäherung ans Optimum. Mehr nicht. Aber ich merke, ich wiederhole mich mal wieder...


    Gruss

    Robert

    Gewerblicher Teilnehmer

    Mein Stereo ist prinzipiell untauglich für High End, da es sämtlichen Weisheiten des Forums widerspricht. Glücklicherweise ist mir das egal, sobald das Geknister der Einlaufrille zu Ende ist.

  • Genauso isses.


    Man macht immer einen Fehler in der Assoziation indem man bei scharf sofort an Rasierklinge oder Drehmeisel denkt. Man hat bei scharfen schliffen einfach größere Abtastflächen mit den genannten Vorteilen und das was man vorn und hinten als Schneide sieht, taugt definitiv nicht zum Rasieren. Der abgehobene Vinylspan ist ein Schauermärchen allererster Güte. Wichtig ist der nicht abreisende Kontakt zum Vinyl der scharfen Schliffe, im Gegensatz dazu steht ein mit zu leichter Auflagekraft betriebener Rundschliff, der läuft nicht stabil in der Rille und schlägt immer wieder irgendwo ein. Ein scharfen Schliff müsste man erstmal so deutlich hörbar falsch einbauen damit er so schräg durch die Rille pflügt dass Schäden entstehen (könnten).

    Du hast den Vorgang bildlich gut dargestellt. So kann ich Deine Erklärung gut nachvollziehen.

    Scotty beam me up, there is no more AM radio and 4/3-ratio-television in Germany! ;(

  • Ist die zur Unbrauchbarkeit machende Abnutzung einer Testschallplatte nach nicht mal 10 Durchgängen den nun auf den Schliff, die Abnutzung oder beides oder sonst was zurückzuführen? Nur mal so frag....


    Zu geringe Auflagekraft mit nicht rund macht als bei Ellipsen oder scharf oder so nix aus von wegen einschlagen und läuft trotzdem stabil in der Rille oder versteh ich da wieder was falsch?

    Gewerblicher Teilnehmer

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  • Ich sage einfach mal ja.

    Mit anderen Worten, du hast keine Ahnung.

    Ok

    Gewerblicher Teilnehmer

    Mein Stereo ist prinzipiell untauglich für High End, da es sämtlichen Weisheiten des Forums widerspricht. Glücklicherweise ist mir das egal, sobald das Geknister der Einlaufrille zu Ende ist.

  • Ich würde mich ob rund oder elliptisch immer an der oberen Grenze der vom Hersteller empfohlenen Auflagekraft orientieren.

    Und warum? Du hast schön erlärt weshalb eine zu niedrige Auflage schädlich ist,

    Warum soll man aber nicht an der unteren Grenze oder im Mittelbereich fahren?

    Meiner Meinung nach steigt mit dem höheren Auflage gewicht die Reibung an!

    Das bedeutet zunächst einmal höhere Reibung.

    Höhere Reibung bedeutet Verschleiß, und zwar für Nadel und Schallplatte.


    Ultraleichte Tonarme gelten als Fortschrit, sofern sie mit geeigneten Systemen

    betrieben werden.

    Bei vielen sehr alten Plattenspielern (ich hörte alte ELAC) gibt es jedoch Auflagekräfte

    die bei 4 gr liegen.

    Aus meiner Sicht absolut indiskutabel.

    Dennoch werden diese Kisten weltweit gesammelt, nicht als Schellackspieler!

    Die sind doch bauartbedingt total überholt!?


    Gruß,

    Fernseheumel

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