China PhonoPre Yaoin MS-23B

  • Moin,


    ich habe mir für 190€ einen Röhren-PhonoPre gegönnt.

    Das was ich über den China-Kracher laß, machte mich neugierig.

    Bestückt ist das gute Stück mit zwei 12AX7 / ECC83.


    Vom Aufbau wirkt die Vorstufe sehr hochwertig.

    Natürlich mußte das Dings aufgeschraubt werden ... Die Platine sieht ordentlich verlötet aus. Um einen besseren Einblick zu nehmen, muß ich das Ding mal richtig zerlegen. Ich denke, da ist noch was klanglich rauszuholen.


    Klanglich gefällt mir der MS-23B auf den ersten Metern sehr gut. Äußerst warm, weich & zart. Höhen & Tiefen sehr ausgewogen.

    Die Räumlichkeit öffnet eine sehr schöne Bühne.


    Mit besseren ECC83 soll dieser PhonoPre besser klingen.


    Vivaldi - Die Vier Jahreszeiten, Intecord - DMM - 1970


    Lenco L 75, Decca Carbo London Tonarm mit Rega Exact.

    Was für eine Ohrenweide! Nektar & Ambrosia! Das Orchester spielt vor mir. Die Berliner Philharmonie in meinen vier Wänden. Äußerst detailreich. Nichts wirkt übertrieben.


    Lenco L 78 SE, Visionic Tonamrm mit Ölbadtonarmlager, Goldring G800 & Unitra MF105 SuperE (Shibata Nadel)

    Hier grummeln die Tiefen wie ein heran nahendes Gewitter. Voller Tatendrang. Die Höhen sehr fein & klar.

    Das eher erdig warme System paßt sehr gut zum Röhren-Pre.


    Söle, jetzt laß ich mal die Röhren gut einbrennen.


    Welche ECC83 / 12AX7 könnt Ihr empfehlen?


    Sonnigst Nadja

  • Hallo Nadja,

    tja welche Röhren???

    ich find dies Thema ein wenig überstrapaziert, da auch ein bißchen Glauben mit dabei...

    Klar sind echte TFK (im Glasboden zwischen den Kontaktstiften ist eine Raute eingeprägt) klanglich kein Fehler. Ich find aber auch Valvo/Philips/DDR/Ami`s gut bis sehr gut. Probiers mal für Dich aus, vielleicht findest Du ja ein paar DDR ECC83 für schmales?

    Die Frage wäre dann noch ob die aufeinander ausgemeßen sein müssen da wäre ein Blick in den Schaltplan oder ins Gerät von Nöten...

    Viele Grüße Tobias.

    Dies ist alles nur mein Senf, ohne Anspruch auf universelle Richtigkeit...

  • Hallo Nadja,

    die Funkwerk, RFT oder Neuhaus die ich habe, klingt alle recht ähnlich in meiner Phono.

    Gehen in Richtung Siemens, präzise. Softer sind Valvos oder Mullards, wobei alles davon abhängt wie der Rest der Kette ist. TFK klingen bei mir zu dünn und bassschwach.

    Viele Grüsse


    Volker


    --black is no colour, it's a philosophy-- 8)
    --you are lucky, if you live twice.....

  • Hallo Nadja


    Wie Tobias schon schrieb, ist der Markt nicht gerade klein. Ich denke aber auch, das man die Röhren im eigen Gerät ausprobieren sollte, da die Schaltung einen nicht unerheblichen Einfluss auf das Ergebnis hat. Die eigenen Hörgewohnheiten spielen da meist auch die größere Rolle als der Hersteller, auch wenn das manch einer gerne anders sieht.


    Bei meinem Vorverstärker (4x ECC82, 2x ECC83) musste ich einige Kolben ausprobieren, bis ich endlich welche fand die mir gefielen und in meiner Schaltung bestens funktionierten. Leider reagierte mein VV manchmal auch recht sensibel auf einige Röhren, was die Suche nicht gerade einfacher machte.


    Zur Zeit werkeln bei mir ein Pärchen E83CC (Zufallsfund beim Trödler) von AEG (Siemens) im Phonoteil, die mir sehr gut gefallen. Aber auch mit Röhren aktueller Produktion konnte ich bereits sehr gute Erfahrungen machen. Muß nicht immer NOS sein ;)


    Gruß

    Max

  • Moin & danke für Eure Winke & Gedanken!


    Ich bin mächtig verzückst von dem "China-Böller.

    Reiner, ja, der isset. Standort Bremen, Rückgaberecht ein Monat. Noch ein Kaufargument. Lieferung innerhalb von zwei Tagen.


    Es trudelt gerade Kool & The Gang - Emergency, Delite Records, 1984, meine Baßtest-Scheibe. Ich bin beeindrückt was für ein warmer druckvoller Baß wummert.


    Laut Beschreibungen sind Metalloxid Widerstände & japanische Nippon Chemi-con-Kondensator-Filter, Leistungstransen mit Liziumstahlblech & sauerstofffreier Kupferdraht verbaut.

    Vielleicht versuch ich nächste Woche das Dingens auseinander zu nehmen.


    Für alle Berliner hier, am Freitag Abend will ich mit nem Freund einige Röhren testen. Wer dazu kommen möchte, schreibe mir ne Nachricht.


    Sonnigst Nadja

  • Moin Nadja,


    laut dem im Netz verfügbaren Schaltplänen arbeiten die ersten beiden Trioden in einem Arbeitspunkt, wo Gitterstrombetrieb stattfinden kann (ist von der Röhre abhängig).

    Gitterstrombetrieb verursacht mehr oder weniger starke Verzerrungen.

    Es können auch Röhren von einem Hersteller und aus einer Serie unterschiedlich auf den kritischen Bereich reagieren, also anders "klingen".


    Gruß,

    Frank

  • Hallo Zusammen,


    schon wieder eine Phono mit drei ECC83 hintereinander ;)

    laut dem im Netz verfügbaren Schaltplänen arbeiten die ersten beiden Trioden in einem Arbeitspunkt, wo Gitterstrombetrieb stattfinden kann (ist von der Röhre abhängig).

    Gitterstrombetrieb verursacht mehr oder weniger starke Verzerrungen.

    Deshalb klingt er wohl auch so schön. Gitterstrom verursacht hauptsächlich k2 Klirr.

    Allerdings ist der Bereich nicht so schlimm wie unterhalb von 0,6V.


    Frank hat da schon recht, die Röhren können in dem Bereich stärker streuen und je nachdem ein anderes Klangbild erzeugen.


    Das ist bei der EAR 834P allerdings nicht anders. Auch hier liegen die Arbeistpunkte in diesem Bereich.


    Viele Grüße,

    Martin

  • Ich habe mit nem befreundeten Elektroniker & Röhrenfetischisten gesprochen. Wir werden im Winter den MS-23B nach einer Modifikationsanleitung umbauen.

    MS-23B Modifikation

    Stephan meinte zu dem Umbau, das da einer mit einer sehr guten Fachkenntniß an die Optimierung gegangen ist. Das die optimierte Schaltung Sinn macht.

    Es gibt sogar eine neue Platine für den Umbau des MS-23B. Soweit wollen wirs nicht treiben.

    Doch erstmal kommen für den Anfang andere Röhren rein & werde erstmal weiter genießen.


    Frank, das ist der modifizierte Schaltplan den Du erwähnst.


    Yaqin MS-23B original


    Sonnigst Nadja

  • Hallo Nadja,


    der von Dir aufgeführet Schaltplan ist, na ja, meiner Meinung nach, recht fragwürdig.

    Der Katodenwiderstand ist zusätzlich mit C1 und R11 überbrückt (das ist der Gegenkopplungszweig)?

    Dazu die zweite Röhre im Gitteranlaufstrombetrieb? Obwohl, dazu ist wiederum der Gitterableitwiderstand zu klein (für halbwegs vernünftigen Gitteranlaufstrombetrieb).


    Gruß,

    Frank


    P.S.: Versuch mit Deinem befreundeten Elektroniker erst mal aus Deinem Gerät den richtigen Schaltplan abzuleiten.

  • Das frage ich mich auch immer. Man kauft ein neues Gerät und als erstes müssen Teile ausgetauscht werden. Am liebsten Röhren austauschen um mehr Bass zu bekommen. Das könnte man allerdings auch mit einem Dreh am Klangregler haben. Dieser Upgrade/Modifikations-Wahn ist mir völlig fremd.


    Ich hatte den Yaqin 22B über mehrere Jahre und bin jetzt auf den 834P Clone umgestiegen. Beide haben ihre Meriten, wobei ich den Yaqin nicht bemerkenswert schwächer finde.


    Cheers, Olli

  • Wenn der so toll klingt, warum dann überhaupt umbauen?


    Grüße von Tom

    Weils Sport ist ... Es mach Laune zu tüfteln.


    Die Eingangsimpendanz habe ich von 47k auf 68k gesetzt. Ein "Standardwert" aus den 1960er & 1970er. Wird u.a. werksseitig beim Goldring G800 angebeben.

    Dem Rega Exakt gefällts.

    Eine Eingangskapazität gibt es nicht. Das wird extern mit dem Kabel & Kondensatoren angepasst.


    C4, C7, C11 & C12 werde ich gegen Wima MKPs tauschen. Bei den originalen stehen keine Wert drauf.


    Jetzt warte ich noch auf andere Röhren ...


    Sonnigst Nadja

  • Ja, Tom,


    was ich bis jetzt an Optimierungen für den MS-23b ausgegraben habe, ist, das die von mir genannten Kondensatoren gegen z.T. sehr hochwertige Kondensatoren getauscht werden. So auch Papierölkondis.

    Ferner werden die Röhren getauscht. Die Audio Kabel werden direkt an der Platine verlötet. Ferner könnten die Röhrensockel gegen Keramiksockel getauscht werden.

    Die LED habe ich abgeklemmt. Die wird oft auch gegen eine dezentere gewechselt.


    Wie gesagt, China-Ware ist Sport.


    Der MS-23B genießt international einen sehr guten audiophilen Ruft & wird oft in einem Atemzug mit Geräten verglichen die um die 1000 Dollar kosten.


    Ich bin selbst von meinen Monos verzückt. Wie gut dieser Phono-Pre Monos spielt.


    Sonnigst Nadja

  • Hallo Zusammen,

    Das frage ich mich auch immer. Man kauft ein neues Gerät und als erstes müssen Teile ausgetauscht werden. Am liebsten Röhren austauschen um mehr Bass zu bekommen. Das könnte man allerdings auch mit einem Dreh am Klangregler haben. Dieser Upgrade/Modifikations-Wahn ist mir völlig fremd.

    Gott sei Dank sind Menschen neugierig und haben den Drang etwas zu probieren. Ansonsten würden wir vermutlich immer noch in Höhlen wohnen.

    Am liebsten Röhren austauschen um mehr Bass zu bekommen. Das könnte man allerdings auch mit einem Dreh am Klangregler haben.

    Eine Möglichkeit die kaum noch jemand hat. Wobei, jeder der Platte hört, hat eigentlich die Möglichkeit. Was ist denn ein Phonovorstufe? Ein Equalizer. Leider gehört ein wenig technisches Verständnis dazu hier etwas einzugreifen. Aber als Selbstbauer hat man die Möglichkeit.

    ... sehr hochwertige Kondensatoren getauscht werden. So auch Papierölkondis.

    Vorsicht. Von vielen werden alte PIO generell als defekt eingestuft, weshalb sich klangliche Veränderungen ergeben. Leider sind sie auch um einiges größer, so das das Nachrüsten auf Platinen schwierig ist.

    Ferner könnten die Röhrensockel gegen Keramiksockel getauscht werden.

    Klangliche Vorteile wird das kaum bringen.


    Wie wäre es denn mit einem kompletten Neubau in Freiverdrahtung mit einem gescheiten Röhrennetzteil, anstatt etwas vorhandenes aufwendig umzurüsten? Vorteil, man kann weiter hören während man an der neuen Version arbeitet.


    Viele Grüße,

    Martin