Selbstbau eines Western Electric WE 15 Horns

  • Wirklich sehr beeindruckend, Gerhard. Besonders wenn man bedenkt das es von einem Hobby-Heimwerker mit dessen Hausmitteln ausgeführt wird.

    Meine Hochachtung für den Einsatz und die Durchführung :thumbup:


    Besten Gruß,

    Berthold

    Besten Gruß

    Berthold


    "Ich bin froh, einer dieser Menschen zu sein, der problemlos Musik hören kann ohne dabei joggen zu müssen!"

  • Gerhard !

    Wenn ich so sehe, das das ein ""Hobbykeller"" ist, dann zolle ich dir meinen tiefsten Tischlermäßigen Respekt!!!

    Hut ab!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


    Ahoi


    Jürgen

    Alles was Spaß macht ist entweder "unmoralisch","macht dick" oder ist "zu teuer!!!"

    (War da etwa Haschisch in dem Schokoladenei)

  • Ich habe mal einen 180 Grad "Rundbogen" mit Radius 30 cm aus Holz hergestellt.

    Dazu habe ich das Holz in Wasser "eingeweicht" und das feuchte Holz mit einem kräftigen Fön erwärmt und dann zügig in Form gebracht.

    Hat einwandfrei funktioniert.

    High End ist mein Broterwerb, also bin ich nach den Regeln des Forums gewerblicher Teilnehmer - aber auch mein Hobby. Nur darüber schreibe ich hier.


    Und natürlich bin ich AAA-Mitglied

  • Der Wahnsinn. Ich ziehe meinen Hut.

    Wenn man es "perfekt" machen will, muss man die Rundungen mit einzeln und individuell gehobelten Stücken herstellen. Dazu braucht es eine Form zur Kontrolle, viel Geduld und Spucke, die richtigen Zeichnungen und Werkzeuge.

    Das so zu machen nötigt mir wirklich den größten Respekt ab.

    Bin sehr gespannt, wie's weiter geht.
    Viele Grüße
    Chris

  • Einspruch, Chris: gehobelte Leisten werden beim WE 12a verleimt!


    Beim WE 15a wird genau wie hier gezeigt gebogenes Sperrholz verarbeitet.


    Grüße von Doc No

    "Das Volk hasst die Geniessenden wie ein Eunuch die Männer." Georg Büchner

  • An diesem Wochenende waren die Temperaturen schon extrem und ich entsprechend lethargisch, die Neugier hat aber gesiegt und ich habe Segment 2 fertiggestellt!

    Die unteres Schale /Platte (kleine Biegung) habe ich in gewohnter Weise 2 Stunden gewässert und dann über die Biegeform gespannt…Biegevorrichtung Deckel Segment 2.JPG


    Biegevorrichtung Deckel Segment 1.JPG


    … die obere Schale/Platte (große Biegung) ist wie oben beschrieben mit drei Lagen übereinander verklebt. Jetzt muss alles passgenau zueinander verklebt werden, ich habe mit der kürzeren Schale angefangen. Nach etwa 1 Stunden Presszeit, wurde alle ca. 6 cm mit 4 x25 mm Holzschrauben verschraubt.

    Segment 2 Montage.JPG


    Danach habe ich den Rahmen angepasst und verklebt.


    Segment 2 Kleben der Rahmen.JPG


    Jetzt muss alles sorgsam verschliffen werden und so zueinander Angepasst werden, dass eine ebene Fläche entsteht. Wegen der großen Öffnungsfläche und den einfachen Messmöglichkeiten ist das etwas mühselig. Ich habe mir dazu eine stabile und plane Tischpatte genommen und gegen durchscheinendes Licht gearbeitet. Auch ein langes Aluprofiel war recht hilfreich! Vermutlich werde ich die Stoßstellen später mit einer 2mm Korktapete bekleben, umso eine noch bessere „Dichtigkeit“ hinzubekommen.


    Anpassung Segment 1 und 2 .JPG


    Die Anschlussstellen /Stöße sind nicht ganz exakt gearbeitet, hier muss ich auffüttern und verschleifen.


    Segment 1 und 2 montiert.JPG


    So langsam kann man das Horn schon erahnen, leider geht es urlaubsbedingt erst übernächstes Wochenende weiter.

  • Bisheriges Fazit für Nachahmer: Es funktioniert, sogar besser als erwartet! Allerdings benötigt das Biegen und trocknen viel Zeit und wenn die Biegungen nicht zueinander passen muss unbedingt nachgebogen werden. Ich dachte bei einem Teil, das bekommen ich mit der Schraubzwingen schon hingezogen, ja das geht aber wenn die Spannungen zu groß sich, reist euch das fertig gearbeitete Teil auf und ihr macht die Arbeit zwei mal. Also Zeit lassen, Geduld haben und präzise Arbeiten, für mich sind das die größten Herausforderungen!

    Seg 1und 2.JPG

  • Ich bin mit dem Ablesen der Abmessungen, nicht wirklich weiter gekommen und habe daher einen Weg gesucht, dass über Interpolation hin zu bekommen. Hier zunächst die aus der Zeichnung abgelesenen Werte und die grafische Darstellung.


    Werte aus Skizze abgelesen.GIF


    Ich habe die Werte soweit interpoliert, bis ich einen "optisch" schönen Kurvengang hatte, das hier ist das Ergebnis.


    Interpolierte Werte.GIF

    Achtung die beiden ersten Werte sind Annahmen und beschreiben die im original Horn verbauten metallischen Teilstücke. Irgendwo habe ich gelesen das die Öffnung mit 17 mm anfängt, denn folgt gemäß der Zeichnung eine Teilung bei Länge 36 Zoll (91,4 cm) mit Abmessung 45 x 45 mm danach kommt das zweite Metall Stück. Ob das wirklich so ist kann ich nicht sagen.


    Beste Grüße

    Gerhard

  • Ob das wirklich so ist kann ich nicht sagen.

    .... das stimmt. (habe bei mir nachgemessen)

    Auch die Interpolation finde ich gelungen,

    Die Nichtinearität der meisten Kompressionstreiber hat da mess- und hörtechnisch den weit grösseren Einfluss.

    Grüsse Dietmar

  • Übrigens Gerhard:

    ...die 45x45 Öffnung entspricht fast (-5%) der eines 2" Treibers.

    Hier könnte man also einen (modifizierten) JBL 2482 andocken!

    Das funzt.. habs probiert.

    Dietmar

    Hallo Dietmar,

    wow, dann erhöht sich die Auswahl möglicher Treiber! Neben der Frage einer geeigneten Modifikation stellt sich dann die Frage der Vor-/Nachteile bie Verwendung von 1 bzw. 2 Zoll Treibern (nicht ganz korrekt, WE555 ist kein 1 Zoll Treiber, oder doch?) generell und am WE15 welche Auswirkungen das 91 cm längere metallische Anfangsstück bei Verwendung von 1 Zoll Treiber hat.

    Gerhard

  • vielleicht findest Du in dem folgenden Link etwas verwertbares...

    Das ist ja der Hammer! Da gibt es eine gedruckte Veröffentlichung in FM FAN von 1980 in Japan, habe natürlich sofort in Web recherchiert um etwas zu finden wo ich die Zahlen deutlicher erkennen kann, leider nichts. Dennoch ich habe die halbe Nacht mit den Studium der Linkinhalte verbracht und bin begeistert!

    Hier hat jemand sich sehr viel Mühe gemacht und alles sehr gut beschrieben und dokumentiert, leider kaum zu entziffern nicht nur das Japanisch auch die Bildqualität. Jedenfalls werden dort Biegevorrichtungen beschrieben, auch wenn ich nicht alles entziffern konnte, will ich versuchen es mit der oben schon mal beschreibenden Interpolationsmethode einigermaßen nachzustellen.


    Frank, besten Dank dafür, toll!


    Gerhard

  • Moin Gerd!

    Ich denke mal das das "Schalungsnägel" sind, die man danach leichter am Kopf ziehen kann!

    Betonbauer benutzen die



    Ahoi


    JÜRGEN

    Alles was Spaß macht ist entweder "unmoralisch","macht dick" oder ist "zu teuer!!!"

    (War da etwa Haschisch in dem Schokoladenei)

  • WE555 ist kein 1 Zoll Treiber, oder doch?) generell und am WE15 welche Auswirkungendas 91 cm längere metallische Anfangsstück bei Verwendung von 1 Zoll Treiber hat.

    Um das WE15 als Breitbänder zu betreiben musste die Membran (für gute Hochtonwiedergabe) klein genug sein.

    Daher wurde von WE der 3/4" (= ca 2,5 qcm) -Anschluss Treiber entwickelt.

    Damit wurde immerhin ein Frquenzbereich von ca 100Hz bis ca 9 kHz bedient.

    Wenn du nun mit einem 1" (=5qcm) Treiber arbeiten willst ,kannst du das 91cm Stück auf 45,5cm kürzen.

    Bei Verwendung eines 2" (=20qcm) Treibers kannst du auf das 91cm Stück komplett verzichten.

    Wichtig für einen gleichmässigen Ladungswiderstand ist also ,dass Treiberausgang und Horneingang die gleiche Fläche aufweisen.

    Der Übergang von rund auf quadratisch, bei dir im Falle des 2"Treibers , ist unkritisch und macht kleine Störungen erst oberhalb von 10kHz.

    Es spricht absolut nichts dagegen einen 2" Treiber anzuflanschen.

    Die Tonqualität wird ohnehin überwiegend von Frquenzgang und Klirr des Treibers selbst bestimmt.

    Nebenbei: erst oberhalb von ca 1kHz beginnt das WE15 auf seiner Soundachse zunehmend zu beamen.

    Daher würde ich für heutige Bedürfnisse einen Hochtöner "spätestens" ab 2Khz einsetzen.

    VG Dietmar

  • ..Ich denke mal das das "Schalungsnägel" sind...

    Hab mir eben die Spezifikation angesehen, die sind alle zwischen 3,6 und 3,9 mm im Schaftdurchmesser. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das gut für die Holzteile ist. Ich denke irgendwas in Richtung Pin für Korkwände wäre besser geeignet, aber die kannst nicht mit einem Hammer einschlagen, da bröselt das Kunststoff weg.....