Selbstbau eines Western Electric WE 15 Horns

  • ... habe eine total einfache Schaltung: EF80 und EL84 , beide als Triode, Koppelondensator und Ausgangsübertrager für 400Hz berechnet.....

    Wie ist das Netzteil aufgebaut? Dioden Gleichrichter, Drosselspule oder arbeitest Du mit Gleichrichteröhre, mit oder ohne Längs-Querregler???

  • Habe mal eben eine Superhochtöner Coral H105 integriert, nur mit 2,7uF angeschlossen, das würde schon auch gehen....

    .... das geht sogar hervorragend, Gerhard.

    Um die störenden , bei horizontaler Bewegung des Kopfes , sowieso enstehenden Kammfiltereffekte nicht zu verstärken , sollte der Hochtöner mittig auf der senkrechten "Aschbacken"achse angeordnet sein.

    Ob der Hochtoner über- oder unterhalb eingebaut wird, ist unkritisch, da unser Ohr (ähnlich wie unterhalb von 200Hz) Tonquellen oberhalb von ca 5kHz kaum mehr orten kann.

    VG Dietmar

  • .... Ob der Hochtoner über- oder unterhalb eingebaut wird, ist unkritisch....

    Muss mal sehen wie ich das realisieren kann, denke bei hängendem Einbau an Schnüren von 2344 wird es leichter werden den H105 drunter zu setzen....Hm der müsste ja auch auf vertikaler Achse mit dem Diaphragma von M100 sein, damit es phasenkorrekt wird, das wäre dann leicht zurückversetzt....


    Grüße

    Gerhard

  • das wäre dann leicht zurückversetzt...

    Der mehrfache Wellenlängenversatz des JBL 2344 gegenüber dem WE15 ist später sowieso nur durch einen DSP korrigierbar.

    Damit der Hochtöner nicht zu weit hinten sitzt, kannst du ihn, mit kaum merklichen Tonqualitätsverlust um eine (=7cm bei 5khz ) oder zwei Wellenlängen (=14cm ) nach vorne versetzt, montieren.

    Dietmar

  • Das ist ein tolles Projekt. Ich bin schwer beeindruckt. Jetzt bist Du ja schon mittten im zweiten Teil, sprich Weiche, Anbindung an den Raum usw.

    1. Anbindung an den Raum:

    Du hast schon viele Anregungen bekommen, wie die Hörner hingestellt werden sollten. Ich schätze, dass Du wohl die verschiedenen Möglichkeiten hören musst. (Wahrscheinlich dauert das, denn Du musst Dich ja auch an die Hörner gewöhnen.)

    2. Weiche

    Ich würde die aktiv realisieren und auch noch digital. Da hat man viele Möglichkeiten und nach der Anschaffung des Materials kann man sich richtig austoben, ohne das man neue Bauteile kaufen muss. Das individuelle Anpassen ist auch sehr viel leichter. Gerne per PN wenn Dich das interessiert.

    3. Treiber

    Ich gebe Dietmar völlig recht ein TAD 2001 an der Arschbacke und Du brauchst keinen Superhochtöner mehr. Das ist ein eleganter Aufbau und ich schätze bis ca. 10-12 kHz ist das Bündelungverhalten sehr gleichmässig.

    PS. Ich habe noch ein Paar TAD 2001 hier liegen; bei Interesse gerne PN.

    Dies soll jetzt nicht besserwisserisch sein.

    Zumindest in der Abteilung digitale Weichen habe ich Erfahrung, die ich gerne zur Verfügung stelle.


    VG Heiner

  • Heiner, daß du dich hier einbringen und Gerhard unterstützen möchtest, freut mich sehr!

    Ich möchte deinen Hinweis noch mal unterstreichen, es macht natürlich Sinn die Raumanbindung noch vor der möglichen digitalen Aktivierung, so gut es möglich ist, anzugehen. Ich habe das Anfangs falsch gemacht und so Korrekturen vorgenommen, die eigentlich nicht nötig waren.

    Es ist von großem Vorteil im Direktschall so wenig Raum wie möglich zu korregieren.

    Also die “schönste“ oder günstigste digitale Korrektur wäre eine, die sich möglichst nur auf den Frequenzgang und das Zeitverhalten der Lautsprecher selbst bezieht.

    Arbeitet man im Vorfeld die mechanische Raumanbindung ab, wird es später noch leichter zu erkennen, wo welche Grenzen liegen und wie man am besten eingreift.

    l.G.

    Detlef

  • Hallo Detlef,

    eigentlich meinte ich es noch viel bodenständiger.

    Setup inklusive Weiche aufbauen, hören (ein paar Wochen) und dann das nächste setup aufbauen und auch hören. Die Weichen sollten da schon vorhanden sein, damit man das ganze Spektrum hört.

    Wenn dann eine gute Postion gefunden ist, kann man an den Weichen feilen. So etwas ist auf digitaler Ebene sehr einfach.

    LG Heiner

  • Hallo Zusammen,

    vielen Dank für eure Unterstützung, ich denke mein Weg ist vorgezeichnet und jetzt muss ich es nur noch umsetzen. Aktivierung und DSP kommen bestimmt, aber jetzt noch nicht. Ich habe ja auch schon etwas Erfahrung an einem Behringer DEQ2496 Equalizer an meinen Elektrostaten sowie im Bass mit Hifiakademie DSP machen können. Etwas doof ist derzeit, dass ich die Bass-Absorber nicht mehr stellen kann, die Nachhallzeit ist halt schon recht lang...


    LG

    Gerhard

  • Hallo Heiner,

    super interessant, die Seite kenne ich schon und wollte auch schon mal mit den Nachbau anfangen, ist schon eine Weile her. Irgendwie hat sich das aber verlaufen, als ich mit den passiven Raumtuning Maßnahmen zurechtgekommen bin.

    Messungen hatte ich damals gemacht, ob ich die noch finde ist fraglich. Ich war über die recht hohe Nachhallzeit über 0,8 erstaunt, bin dann auf etwa 0,5 oder sowas runtergekommen.

    Wenn das Horn "läuft" mache ich mich noch mal ran und poste dann die Diagramme. Messtool war REW; ARTA fand ich zu "undurchsichtig" da hätte ich mich tiefer einarbeiten müssen.

    LG

    Heiner

  • Hallo Gerhard

    Also 0,8 bis in den Frequenzkeller?

    Unbearbeitet?

    Das ist schon ein guter Wert. Das dürfte an der Deckenhöhe und der Galerie liegen.

    Und 0,5 ist für einen Wohnraum eigentlich schon toll.

    Ich habe da in meinem Keller ganz andere Extreme. Ab 150 Hz aufwärtz 0,2 ohne viel Aufwand, eigentlich schon zu trocken.

    Das werde ich von nur Absorbtion noch auf Diffusion “umgestalten“, weil ab 150 Hz abwärtz habe ich in dem flachen Betonbunker einen Mount Everest mit der Spitze bei 30 Hz und da, zwei Sekunden, mit einer Überhöhung von fast 20 dB gegenüber den tiesten Punkten im Rest des FG.

    Das ist sehr unausgewogen und ohne die FIR Filterung, unerträglich.

    Also, du hast da schon recht gute Grunvorraussetzungen die ich mir nur wünschen kann.

    l.G.

    Detlef

  • Absorbtion verbessert Räumlichkeit und Detailwiedergabe und wirkt am besten von Mittel- bis Hochtonbereich. Im Tiefbaß wirken vor allem die Raumresonanzen störend, in üblichen Raumgrößen von 30-40Hz. Hier ist Diffussion wirksamer und Antiresonanz durch abgestimmte Rohre, oder einen auf genau eine Raumresonanz abgestimmte Helmholtz-Resonatorbox. Die kann neben oder hinter dem Lautsprecher stehen. Zunächst würde ich das aber erstmal mit der optimalen Aufstellung annähernd und was dann nicht mehr geht, mit den vorgenannten Maßnahmen. Ein Teil davon sehe ich schon auf dem Bild, diese Elemente müssen vielleicht noch neu platziert werden.

    Die optimale Räumlichkeit ist laufzeitabhängig, mathematisch gibt es nur einen eng begrenzten Sweetspot, in der Raumgröße nur einen, maximal zwei, die aber eher hinter- als nebeneinander. Bei Hörnern kommt es auch auf den exakte Ausrichtung der akustischen Achse auf das jeweilige Ohr an. Schon geringe Abweichungen verbiegen die Frequenzgang, meist nach unten.