Besuch in Langenargen (Akustik-Manufaktur)

  • Hallo zusammen,


    möchte über einen schönen Tag bei H. Jäger berichten.


    Teil 1


    Hr. Jäger ist schon seit sehr langer Zeit von der Musik und guten Anlagen infiziert.

    In seinen jungen Jahren fing es mit Yamaha an, einer seiner Glanzpunkte war dann eine Anlage mit einer Infinity Kappa 9A.

    Er hat schon sehr lange alles versucht seine Anlagen zu verbessern. Für Ihn sind der Raum, die Aufstellung der Geräte und der Strom das Wichtigste für eine möglichst gute Musikwiedergabe.


    Vor vielen Jahren war bei H. Jäger ein Punkt erreicht, wo er mit der Aufstellung der Geräte nicht mehr zufrieden war. Racks alleine reichten nicht, es kamen noch Basen drauf, dann Gerätefüße. Als ihm dann auch noch ein Hersteller mitteilte, das gewünschte Rack gäbe es nicht passend für ihn sondern nur als 3er Kombination, war der Punkt erreicht wo er beschloss selber was zu bauen.


    Nach vielen Prototypen nahmen seine Basen/Racks dann langsam die Qualität an, die er mittlerweile seit vielen Jahren liefert. Anfangs nur für sich selbst gedacht wurden die so gut, das ein verkaufbares Produkt entstand. Bis jetzt war noch jeder seiner Kunden hoch zufrieden. Neben Racks gibt es auch noch sehr gute Kabel, andere Marken wurden auch ins Programm aufgenommen. Diese Kabel dienten auch als Vergleichsmaßstab für die Entwicklung der eigenen Kabel.


    Wie schon woanders berichtet habe ich mir ja Racks der Akustik-Manufaktur gegönnt. Somit war der Besuch überfällig. Langenargen liegt am Bodensee und ist leider recht weit weg von mir. (ein paar Tage Urlaub und das Motorrad wollte auch unbedingt Auslauf)


    Eigentlich ist es nichts besonderes für mich, einen Händler oder Hersteller zu besuchen, doch dieser Besuch wird mir immer in Erinnerung bleiben. H. Jäger nimmt sich bei seinen Terminen auch Zeit für seine Kunden, ich hatte nie das Gefühl das es ihm "langsam reichte", ich bin vor mir aus aufgebrochen, da ich noch etwas zu Essen bekommen wollte. :)


    Natürlich wurde neben interessanten Gesprächen auch Musik gehört.

    Dies fand zunächst im Hörraum 1 statt, anbei 2 Bilder.


    In diesem Raum hat er sein "großes Besteck", 2 Magnepan 3.6, Endstufen/Vorstufe von Brinkmann Audio und McIntosh, das war aber leider nicht angeschlossen und vorführbereit.

    So haben wir mit einer mir unbekannten, aber wohl guten Vor- Endkombi von gut 6k (Bladelius)und mit Lautsprechern von VonSchweikert um die 7k das Paar gehört. Quelle war zunächst ein CD von Playback Design für knapp über 20k. Ich erwähne die ungefähren Preise deswegen, damit man die Anlage in etwa einstufen kann.


    Zu erwähnen ist noch, dass die 3 Säulen der Musikwiedergabe hier fast ans Maximal mögliche gebracht wurden. Der Raum hat so ca. 24qm und ist laut seinen Angaben eher schlecht für Musik geeignet. Man sieht auch einige Absorber und Diffusoren, es wurde auch sehr lange probiert welcher Platz für Lautsprecher und Hörplatz der Beste ist.

    Hier hat keine Frau ein Veto eingelegt. Zudem kommt noch ein Subwoofer der die unteren 20-30 Hz bedient. Ein DSP begrenzt den Sub sehr stark nach oben, da es im Raum eine stehende Welle bei ca. 33 Hz gibt, die der Sub nicht anregen soll und darf!


    Die 2. Säule, die Aufstellung, sind natürlich seine eigenen Racksysteme.

    Einige Geräte stehen noch auf die ebenfalls von ihm entwickelten Gerätefüße.


    Die 3. Säule, der Strom, ist hier durch eine separate Sicherung, separate Stromleitung, Netzleiste von Vibex und Stromkabel aus eigener Fertigung ebenfalls sehr gut gelöst.


    An dieser kleinen Anlage war zwischen Vor- und Endstufe ein NF-Kabel (XLR) von Fadel Arts angeschlossen. Hier waren, bis auf die Stromkabel, keine eigenen Kabel angeschlossen, da die Bladelius Kombi die üblichen vergoldeten Buchsen hat, aber eben nicht die verschraubbaren Buchsen. Für steife Kabel sind nicht verschraubbare Buchsen immer etwas problematisch. (Massering kann verbogen werden) Bei Geräten mit stabilen Buchsen verwendet er immer die eigenen Kabel, Strom- , NF- sowie LS Kabel.


    Wie das ganze klingt? Nur deswegen schreibe ich überhaupt diesen Bericht.

    Noch nie habe ich bei einem anderen Händler, auf Messen oder auch bei Privatbesuchen eine Anlage gehört, die eine so unglaublich gute Bühne aufbauen kann. Bei einem Musikstück war z. B. eine Möwe zu hören, die schreiend davonflog. Das kam wirklich von weit oben, wo Möwen ja eigentlich auch sind. Also weit über den Lautsprechern ortbar. Ich dachte zunächst. das seien die 3.6er Maggies, da ich das den kleinen LS von VonSchweikert nicht zutraute.

    Es gab wohl schon einige, die nach einem Besuch bei ihm, wochenlang zu Hause keine Musik mehr hören konnten.

    Ich denke das hätte mir auch so gehen können, hätte ich nicht meine letzten Änderungen vollzogen. Ich habe noch nicht diese phantastische Bühne, bin aber dank den neuen Racks auf einem sehr guten Wege. Und muss zugeben dass ich nach dem ganzen Umbau noch keine Lust hatte meine Lautsprecher richtig neu aufzustellen, sondern das einfach nur mal soeben machte.

    Und dann kam ja schon der Urlaub. Meine Kette an sich gefällt mir in einigen Punkten besser, bei mir haben Stimmen und Instrumente

    mehr Körper, ich fand sein "kleines Besteck" auch etwas zu hell, analytisch, wobei das aber so abgestimmt ist, das auch noch sehr hohe Lautstärken möglich sind, ohne das etwas nervt.

    H. Jäger hat dann auch mal eines der Fadel Art Kabel durch ein sehr teures Kabel von Analysis Plus ausgetauscht. Dadurch wurde das ganze Klangbild etwas "gebremst" aber auch runder, gefälliger.

    Danach kam dann sein Analoglaufwerk, ein großer Brinkmann mit allen Optionen. Das legte für mich dann noch deutlich dazu. So könnte ich schon viele Jahre zufrieden Musik hören.


    Im Nachhinein denke ich, das ich bei CD dank dem Lampizator noch einen klaren Vorteil gegenüber dem Playback Design habe.

    Hier bleibt aber für mich schon das Fazit, dass ich aus meinen Komponenten noch lange nicht alles raushole, was möglich wäre. Da muss ich noch an einigen Feinheiten feilen.

    Leider konnte ich seine großen Maggies ja nicht hören, aber es gab noch einen 2. Raum über den ich dann später berichte.

    Anbei jetzt noch 2 Bilder, die ich freundlicherweise zeigen darf.


    (Auf dem ersten Bild sieht es so aus als wäre die VonSchweikert schief, liegt natürlich an der Kamera)


    Grüße

    Frank

  • So, geht weiter mit


    Teil 2

    Jetzt stand der Wechsel in den 2. Raum an. Bevor ich eintrat, verband mir H. Jäger die Augen, damit ich völlig unbelastet anderer Sinneneindrücke der Musik lauschen konnte. Nach ein paar Stücken wollte er dann u. a. von mir wissen wie groß der Raum wäre.

    Mir kam er größer vor als unten, als ob die Lautsprecher weiter weg ständen. Natürlich war ich dann überrascht wie klein der Raum (ca. 16m²) war und wie nah die Lautsprecher standen.

    Unten noch 2 Bilder des Raums.

    Ich gebe zu das mich die Flächenstrahler positiv überrascht haben. Die 1,7 liegen so bei 4500, befeuert werden sie hier von einem Brinkmann Audio Vollverstärker, unterstützt durch einen REL Subwoofer B2, Quelle ist ein Wadia SACD/CD Player 781i.

    Der Raum ist wiederum optimiert, die Geräte stehen auch auf den Racks von H. Jäger, die Verkabelung ist diesmal komplett aus eigener Fertigung.

    Eigentlich ist das hier die "kleine" Anlage. Mir gefiel sie nochmals besser als unten im großen Raum, wo ja die VonSchweikert teils mit fremder Verkabelung liefen.

    Das war hier mehr wie aus einem Guss, weniger hell und analytisch, ebenfalls eine hervorragende Räumlichkeit, aber auch etwas mehr Körper/Schmelz als unten. Hier kann ich definitiv sehr gut CD hören.

    Hier hat man den Eindruck das H. Jäger mit seiner eigenen Verkabelung so abgestimmt hat, das alles "passt".

    Natürlich wüsste ich jetzt auch gerne wieviel mehr im größeren Raum mit den großen Magnepan möglich ist. Die laufen dann ja auch an größerer Elektronik, ebenfalls mit seinen Kabeln. Das muss leider bis zum nächsten Besuch warten.

    Der Plattenspieler ist auch dem größeren Raum vorbehalten.


    Es ging wieder runter in den größeren Raum, wo dann noch Streaming auf dem Programm stand.

    War mir besonders auffiel: Es liefen praktisch keine Röhren. H. Jäger meinte das in einem Brinkmann Netzteil Röhren wären, könnte das Netzteil des Plattenspielers sein.

    Es ist ein anderer Weg als meiner mit Flächenstrahler und der Verzicht auf Röhren, aber man kommt auch so sehr gut ans Ziel. Die Kabel der Akustikmanufaktur, die Racks/Basen und Gerätefüße gehören aber wohl dazu.

    Ich traue mich jedenfalls erst dann Kabel der Akustikmanufaktur zu Hause zu testen, wenn wieder was in der Schatulle ist.



  • Hallo Frank


    Netter ausführlicher Bericht!

    Wenn ich deine Bilder hier so sehe, dann kommen mir auch entsprechende Erinnerungen.


    Sobald ich etwas Zeit habe werde ich hier in diesem Thread dazu was berichten!


    Gruß

    Reiner