Ortofon Rohmann — Benz ACE S M

  • Hallo,

    Vor vier Jahren habe ich ein NOS Rohmann vom früheren Vertrieb zu einem ziemlich guten Preis bekommen. Installiert an einem SME IV mit 100 Ohm abgeschlossen. Und für ein kurzen Moment 6 Monate war es okay. Aber Irgendwas fehlte. Der Bums! Das war mit meinem Benz ace h anders. Da hier aber die Nadel hin war entschied ich mich zu einem neuen Benz ace sm. Und das funzte auch gleich richtig. Da der Spieltrieb mich nicht los lies besorgte ich mir eine Sme 3009iii . Auch hier für sich gesprochen ist das Rohmann toll im Vergleich zum Benz klingt es blutarm.

    Kein Druck im Bass auch sind die Mitten etwas flach zum Benz.

    Klingen eigentlich alle Ortofon gleich blutarm?

    Oder liegt es an den Parametern?

    Michael

    Scheu Diamond, SME IVund 3009iii, Ortofon Rohmann, Benz ACE-S M, Goldnote PH-10 und PSU-10, Vorstufe BelCanto DAC 2.7 , Endstufe BelCanto 500S, Magnepan 1.7, Digital: MacMini I7, und anderer Kram

  • Das Rohmann und das sehr ähnlich klingende Cadenza Bronze klingen extrem sauber und neutral. Bis hin zur "Selbstverleugnung". Bums haben sie in der Tat eher wenig, "rocken" tun sie nicht so wirklich. Da rockt das Benz ein wenig mehr.

    Allerdings brauchen beide Ortofons einen schweren Tonarm. Die SMEs sind definitiv zu leicht, das Doppelte an effektiver Masse darf es mindestens sein... Am 3009 kannst Du ja ein schweres Headshell nehmen, wenn's das Gegengewicht hergibt.


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Hi,


    ich hatte das Rohmann viele Jahre in der Kombi Thorens 3001 BC (mit einem sehr aufwendigen Händler-Netzteil) + SME 309 mit Dämpfung FD 4, Phonostufe SAC Gamma mit 100 Ohm Abschluss. Der SME war mit Ortofon Silber-Innenverkabelung und Clearaudio MPC-Steckerchen modifiziert, das Innenkabel lief mit Cl. MPC direkt in die SAC. Der Tonarm war ca. einen dreiviertel Millimeter abgesenkt (!).


    Ja, das Rohmann brauchte Zuwendung, damit es gut lief. Also passende Spielpartner, Justage, gezielte Verkabelung usw. Mein Ensemble lief...phantastisch! Und verkaufte sich deswegen im örtlichen Bekanntenkreis später quasi von selbst und ohne Preisverhandlung, als ich mich mal anders orientieren wollte. Seinen Nachfolger fand das Rohmann dann bei mir im MC 7500 "Status".


    Ich habe den "Klang" speziell des Rohmann aber noch heute im Kopf, phantastisch etwa bei guten und heftigen Liveaufnahmen wie "Made in Japan", "Pulse" oder "Flamenco olé", weil auch die kleinen und großen Nebengeräusche wie Applaus etc. hautnah und hochrealistisch wahrzunehmen waren. Und egal ob Rock, Pop, Klassik, Jazz...mir das Rohmann immer Spaß gemacht. Klanglich fand ich es in der o.g. Kombi völlig ausgewogen-hochauflösend, basskräftig und sehr dynamisch, da fehlte nix. Das Rohmann hat auch alles klaglos abgetastet, ohne Zicken.


    Die Storys, das Ortofon Rohmann sei ein unlustiger Geselle (gewesen) und könne auch nicht gut in SME's laufen, ärgern mich daher jedesmal und sind für mich nur dumme Märchen von Leuten, die... (gestrichen, will ja keinem zu nahe treten).


    Ob solch ein inzwischen uralter Generator heute noch so performen kann, wage ich allerdings zu bezweifeln, daher habe ich immer von einem Nachkauf abgesehen, obwohl es mich jedes Mal juckt, wenn so ein Teil angeboten wird.


    Grüße,

    Reinhard

    "Mein Gehirn braucht kein Blut, es muss nur feucht gehalten werden" Al Bundy/Eine schrecklich nette Familie

  • Es dürfte eine gewisse Streuung geben.


    Ich habe zwei von Ortofon neu aufgebaute Rohmann. Das eine spielt wie von dir beschrieben und macht sehr viel Spaß mit jeder Art Musik. Da fehlt nichts. Beim anderen schlafen dir die Füsse ein!


    Beide liefen in identischem Setup in einem Kuzma 4Point mit individuell optimiertem Azimuth.

  • Serienstreuung, kann ein Faktor sein, stimme ich zu. Alterung auch. Und bei wieder aufgebauten Systemen ist es m.E. sowieso ein Lottospiel. Erst recht, wenn es fremde Gebrauchtsysteme sind, wo man nicht weiß, was dem Generator beim Vorbesitzer möglicherweise alles widerfahren ist. Herr v.d.Hul berichtete ja, dass ihm beim Wiederaufbau von Systemen schon alles mögliche untergekommen ist, etwa eingefangene Metallspäne oder Verunreinigungen von Nadelreinigern usw., was beim bloßen Nadeltausch beim Online-Schlachter (sorry...) evtl. gar nicht auffällt und weiter vererbt wird. Das Ergebnis ist dann eher Zufall. Genau das meinte ich mit der Bemerkung, dass es bei mir nur "juckt", aber mehr auch nicht.


    Grüße,

    Reinhard

    "Mein Gehirn braucht kein Blut, es muss nur feucht gehalten werden" Al Bundy/Eine schrecklich nette Familie

  • Bei den von mir erwähnten Rebuilts durch Ortofon wird der Generator in Gänze getauscht. Dabei kommen identische neue Generatoren zum Einsatz. Es bleiben das Gehäuse, der magnetische Kreis und die Anschlußpins. Das ist nicht mit einem Retipping zu verwechseln.


    Man darf somit davon ausgehen, dass derart neu aufgebaute TAs dem Neuzustand entsprechen.

  • Besser als Ortofon kann man diesen Job nicht machen. Der Preis erschien mir ebenfalls fair.


    Gruß

    Michael

    Jein, wie erwähnt zwei Rohmann zum Rebuild bei Ortofon. Das eine super, das andere eher lahm... Ich denke auch hier geibt es Streuung, da Ortofon einfach die noch lagernden Generatoren verbaut hat.

    Ersteres gefällt mir besser als meine Lyras (Skala, Kleos).