Gibt es einen relativ neutral klingenden Röhren (voll) verstärker?

  • hoersen


    Berichtigung: Es war ein MC 275 in alt, keine Wiederauflage


    Wenn Du mit Vor-/Endstufe hörst, dann schicke ich Dir mal meinen Transistorpre zum Probehören. Zum mal kurz Vorbeikommen ist es wohl zu weit......

  • Nach meinen Erfahrungen mit Transistor-u. Röhrenverstärkern unterscheidet sich die Bass-Wiedergabe der beiden Geräte-Gattungen recht deutlich.

    Ist nicht einfach zu beschreiben, also benutze ich mal ein paar Schlagworte die mir gerade einfallen:


    Bass-Wiedergabe Transistor: konturiert,schnell, sehnig, exact, gut durchgezeichnet

    Bass-Wiedergabe Röhre: lebendig, farbig, schwingend, körperhaft


    Das soll jetzt natürlich keine allgemeingültige Wertung sein, es gibt bestimmt in beiden Lagern Geräte, wo das so nicht hinhaut.

    Jedoch meine ich in der langen Zeit, die ich mit versch. Röhren und Transistoren verbracht habe, diese Tendenz herausgehört zu haben.

    Das hat in meinen Ohren jetzt auch nichts mit gut oder schlecht zu tun, sondern ist einzig und allein nur eine Frage des persönlichen Geschmacks.

    In der realen Welt der Live-Musik klingt der Bass m.E. eher nach Röhre.


    Gruß Micha

  • Thomas Mayer äussert sich wie folgt auf seiner Produktseite(wer ihn nicht kennt: Erbauer von Röhrenamps):

    "Der Begriff Klangfarben ist für mich allein schon etwas sehr Persönliches. Bereits als Kind hatten Zahlen und Klänge für mich auch Farben. Ich bin Synästhetiker. Höre ich einen Ton, erscheinen vor meinem geistigen Auge auch Farben dazu.

    Immer wieder lese ich in Klangbeschreibungen von „schwarzen trockenen Bässen. Das ist nicht mein Ziel! Bässe sind für mich nicht einfach schwarz. In meinem Empfinden reicht ihre Farbpalette von allen möglichen Brauntönen über diverse Grauschattierungen bis hin zu Mitternachtsblau und manchmal auch bis nahe an Schwarz, ohne jedoch die Farbe je ganz zu verlieren. Aber auch trocken möchte ich meine Bässe nicht. Bässe müssen saftig sein. Trocken heißt für mich dürr und saftlos und damit auch farblos. Und so erklärt sich dann auch mein Anspruch, Verstärker bauen zu wollen, die diese Klänge und Farben in vielen Nuancen und Schattierungen wiedergeben."

    Grüße

    Knut



    "In der CD isch ka Lebe drin."

  • Wenn ich mir, so mal als Beispiel, "Miles Davis" Kind of Blue" anhöre, so muss der Kontrabass im Intro so viel Luft schubsen, daß die Entenpelle überarbeitet ist!

    Zu gut deutsch, es muss bis in den tiefsten Keller gehen und trotzdem die Kontur ganz genau erarbeiten sowie tief im Raum der Bühne stehen! Wenn das nicht so ist*--

    Setzen - sechs



    Ahoi


    JÜRGEN

    Alles was Spaß macht ist entweder "unmoralisch","macht dick" oder ist "zu teuer!!!"

    (War da etwa Haschisch in dem Schokoladenei)

  • Da spielt Paul Chambers den Kontrabass dessen tiefste Frequenz bei 41 Hz liegt. Da wird, selbst wenn Paul nur diesen Ton zupfen sollte, nicht all zu viel Luft ‚geschubst‘. Auch wenn der geneigte Hai-Ender anderes glaubt.

  • Wie der Verstärker den Bassbereich wiedergibt hängt letztendlich vom Gegenkopplungsgrad und damit dem Dämpfungsfaktor ab. So haben z.B. Röhrenverstärker von McIntosh einen Bass wie Du ihn als transistorlike beschrieben hast.

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  • Mit der Frequenz hast du fast recht!

    Wenn ich mir aber mal vor Augen halte, daß natürliche Instrumente immer drei Frequenzen (Grundton, Unter - und Oberton) erzeugen, sieht die Sache schon anders aus, denn dieses oktaviert die Frequenz, und das macht die Klangfarbe eines Instrumentes, oder auch der menschlichen Stimme aus. In so fern sind Messfrquenzen nur die halbe Wahrheit


    Ahoi


    JÜRGEN

    Alles was Spaß macht ist entweder "unmoralisch","macht dick" oder ist "zu teuer!!!"

    (War da etwa Haschisch in dem Schokoladenei)

  • Ein weltweit erfolgreicher Entwickler von zunächst Verstärkern und später Vollsortimenter und selbst Bassist sagte mal im Rahmen eines Fachvortrags folgendes: Den Bass darf man nicht (heraus) hören. Wenn doch, dann macht die Wiedergabekette was verkehrt oder es wurde schon bei der Aufnahme geschlampt. Ausnahme ist natürlich wenn der Bass als Soloinstrument gespielt wird.

  • ich empfinde oft das gegenteil und dass röhren bässe nicht so präzise abbilden wie transen.

    das schreibst "oft", und nicht immer. Das beruhigt. Wie gesagt gibt es Ausnahmen. Da muss dann aber auch der Lautsprecher zur Röhre passen. Da mag ne Transe gnädiger sein.

    Grüße

    Knut



    "In der CD isch ka Lebe drin."

  • Für mich ganz klar ne Glaubensfrage, stehe da voll und ganz hinter T. Mayer.

    Habe schon oft (meistens im Transistorlager) "schwarze, trockene" Bässe gehört, für viele das Maß der Dinge.

    Kann ich akzeptieren, für mich klingt das oft steril und unecht, auch unrealistisch, eben nicht mein Ding,


    Gruß Micha

  • Jetzt verkompliziert das Thema nicht noch weiter, ist schon schwierig genug die Sache mit den Bässen8o.

    Interessanter im Sinne des eigentlichen Themas ist doch eigentlich die Frage, welche Bässe "neutral" sind,


    Gruß Micha

  • Den Bass darf man nicht (heraus) hören. Wenn doch, dann macht die Wiedergabekette was verkehrt oder es wurde schon bei der Aufnahme geschlampt.

    Also wenn ich bei meiner Anlage den Bass nicht (heraus) hören könnte, wäre ich sehr unzufrieden.

    Höre mit einer DIY 300B (bis ca. 180 Hz) auf CT230 Boxen, Thel Frequenzweiche, und unten SymAsym Monos auf MiniOnken mit Focal Speakern.

    Spiele selber E-Bass und bei einer Rock oder auch Reggae Band muß man den Bass hören.

    (den Rest natürlich auch ^^:saint:)

    Grüße Ralf

  •  

    In der realen Welt der Live-Musik klingt der Bass m.E. eher nach Röhre.


    Gruß Micha

    So ist es.


    Transen und wohl auch Digital gehen trotz gefühlt satteren, Impulstreueren "Kickbässen" weniger natürlich, also die realität geht (ging) bei mir im Hörvergleich eher zugunsten Röhre aus, meine seelige Accuphase musste nicht nur deswegen damals meiner kleinen Röhre weichen.

    Konnte bis jetzt allerdings nur Gittare ect. (keine Drums) über meine Masterbandmaschine und DAT vergleichen, dabei hatte meine Bandmaschine stets die Nase etwas vorne, war aber schon lange her.


    gruß

    volkmar



    ps..digitalverstärker hatte ich allerdings noch keinen, kenne ich nur von der High End oder anderen Events, da halt ich mich mit aussagen zurück auch wenn sie für mich einen unfassbar sauberen Bass produzieren.

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen von Burkhardt Schwäbe- Röhren Kopfhörerverstärker von Werner Zühlke - Röhren Phonovorstufe Puresound P10- Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme: Audio Technica AT-160ML + AT-ML180



  • Ob eine Röhre oder ein Transistor im Bass „schöner“ klingen hängt m.E. vom Gehäuseprinzip ab. Bassreflex und Transmissionline klingen meist am Transistor „besser“,eine Röhre kommt besser mit einem geschlossenem Gehäuse oder natürlich einem Basshorn zurecht. Woran das genau liegt kann ich nicht sagen,ist meine eigene Erfahrung.