Beratung: Röhrenverstärker/Endstufe für Sonos Faber Sonetto 5, Octave? Ayon?

  • Liebes Forum!


    Ganz neu bin ich unter Euch und dies ist mein erster Thread. Ich hoffe, dass ich die richtige Kategorie für mein Anliegen erwischt habe?!


    Zunächst eine kurze Vorstellung meiner Person:

    Als Teenager habe ich Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre ganz viel in HiFi investiert - jedenfalls so sehr es Taschengeld und Schülerjobs erlaubten. Dann war jahrelang Ruhe und seit ein paar Jahren habe ich Vinyl entdeckt.

    Ich höre ausschließlich Schallplatte und möchte auch nichts anderes derzeit. Meine Lautsprecher sind Sonus Faber Sonetto V, die derzeit noch an einem alten Vollverstärker laufen.


    Mein Anliegen:

    Ich suche einen neuen (Röhren-)Verstärker, der mit den Sonetto V harmoniert. Über diese LS weiß ich, dass sie einen Wirkungsgrad von 90,5 dB (2,83 V/1 m) haben und bei tiefem Bass 70 Hz ein Impedanzminimum von 2,9 Ohm haben. Ich habe viel gelesen (auch hier) und weiß, dass ein Röhrenverstärker bei der Wahl der Lautsprecher anspruchsvoll sein kann.


    Meine Fragen:

    1. Ist es sinnvoll, dass ich nur eine (Röhren-)Endstufe kaufe und das Signal über einen regelbaren Phono-Vorverstärker einspeise? Ich stelle mir so einen Aufbau "schön schlank" und "geradlinig" vor (Dreher->PhonoPre->Endstufe->LS).


    2. Meint Ihr, dass ein junger Octave RE 290 die Sonos Faber sinnvoll antreibt? Gebraucht sind die irgendwie noch bezahlbar für mich (so ca. EUR 4-5.000,-). Ist es Stilbruch oder irgendwie "doof" da einen normalen Phono-Pre anzuschließen oder sollte ein RE 290 auch standesgemäß von einem Octave PreAmp (HP 300 Mk2? Phono Module?) beschickt werden?


    3. Oder macht es mehr Sinn, einen Vollverstärker von Octave, z. B. V110 (alt, ohne SE) zu nehmen? Wisst Ihr, ob sich da die Phono-Platine nachrüsten lässt, falls nicht vorhanden?


    4. Wisst Ihr, wie gut der Service bei Octave ist? Wenn ich gebraucht kaufe, kann ja etwas defekt sein. Bekommt man so etwas bei Octave auch nach Jahren noch repariert? Kann ich mich als Endverbraucher direkt an Octave wenden oder muss ich über einen Händler gehen?


    5. Gibt es sinnvolle Alternativen zu Octave? Z. B. Ayon oder Mastersound? Was haltet Ihr davon?


    Weitere Randbedingungen:

    Ich höre gern Rock, Blues, Singer/Songwriter. Mein Hörraum ist sehr groß, aber die Lautsprecher stehen nur ca. 2 m vom Hörplatz entfernt. Mit der "Power" hatte ich bisher kein Problem. Ich höre mit gehobener Zimmerlautstärke und brauche keinen "Krawall".


    Ich freue mich über jede Meinung und jeden Tipp! Herzlichen Dank vorab!


    Hank

    "You got to go through hell before you get to heaven." (Steve Miller)

  • Hallo Hank


    Ich nutze seit Jahren einen V70SE ist sehr Laststabil aber das kannst du alles nach recherchieren. Der Service ist bei Herrn Hofmann sehr gut, die Phonoplatinen sind nachrüstbar zumindest bei den SE meine ich.


    Ich würde dir auch zu einer SE Variante raten. Beim Phonoteil gibt’s sicher besseres extern, aber schlecht wird der interne wohl nicht sein.


    Bei mir lief anfangs ein Paar Piega Classic 40.2 am Octave und das ausgesprochen gut und problemlos.


    Bin sehr glücklich mit dem Verstärker und wie gesagt seit Jahren.


    Beste Grüße

    Oliver

  • Hallo


    Ja, beim V110 ist die Phonoplatine optional. Manche haben sie verbaut und manche nicht.

    Würde von den beiden Marken auch zu Octave raten da sie einfach für Röhrenamps extrem laststabil laufen. Bei Ayon wird gerne auf die Gegenkopplung verzichtet bzw diese nur ganz minimal eingesetzt was dann nur mit sehr wenigen Lautsprechern bzw nur mit lauten Breitbändern funktioniert. Octave Geräte sind extrem zuverlässig und man kann auch den Chef mal unkompliziert ans Telefon bekommen. Er beantwortet selbst technisch tiefgründige Fragen sehr nett und kompetent.

    Aber selbst ein V40, V70 und V80 sind schon kräftig genug für deine LS und alle orginalen SE Versionen lassen sich auch direkt als Endstufe nutzen. Beim V110 auch schon ohne SE.

  • Octave Geräte sind extrem zuverlässig und man kann auch den Chef mal unkompliziert ans Telefon bekommen. Er beantwortet selbst technisch tiefgründige Fragen sehr nett und kompetent.

    Wow! Das klingt sehr sympathisch. So eine Art Beziehung zum Hersteller ist mir wichtig. Ich möchte bei Problemen oder Servicebedarf nicht hängen gelassen werden. Natürlich bin ich bereit, einen guten Service gut zu honorieren.


    Danke auch für die Einschätzungen zur Kompatibilität mit meinen LS. Ich hätte wirklich gedacht, dass die kleineren Röhrenverstärker zu schwach sind. Und Möglichkeiten zum Testen habe ich bei einem eventuellen Gebrauchtkauf ja nicht.


    Viele Grüße,

    Hank

    "You got to go through hell before you get to heaven." (Steve Miller)

  • Ich persönlich würde Lautsprecher, die zwar einen recht guten Wirkungsgrad haben, deren Impendanzminimum aber unter 3Ohm im Bass liegt, lieber mit einer Transistorendstufe betreiben und die Röhren in der Vorstufe haben. Nur meine Meinung, die nicht immer zutreffen muss.


    Grüße von Tom

  • die Octave schaffen dies wirklich und sind sogar 2 ohm stabil. Vorallem weil die 3ohm nur in einem kleinen Bereich anliegen.

    Mein leider verstorbener Hifi Händler, welcher auch als Tonmeister tätig war, hatte seit über 25 Jahren viele Röhrenhersteller in seinem Sortiment. Er sagte mir einmal, daß Octave die erste Firma war wo es praktisch gar keine Ausfälle gab und er ruhig schlafen kann.


    Bi-Amping wäre aber wirklich noch besser. Für den Bass ein kräftiger Transistor -Vollverstärker mit Fernbedienung welche quasie als Bassregler dient , und für den MIttelhochton eine Röhre. Hier reicht dann sogar ein V40 (SE).


    Und genau so höre ich

  • Hallo,


    zu Octave kann ich nichts beitragen, die Röhrenverstärker von Mastersound (4x300B und 2x845) habe ich gehört. Der 845 war "bei mir" emotionslos, die 300B klang schon deutlich besser. Gebraucht auch sicher in der gewünschten Preiskategorie zu haben.

    Und Möglichkeiten zum Testen habe ich bei einem eventuellen Gebrauchtkauf ja nicht.

    Warum? Ich habe gerade meinen Rike Audio Romy VV verkauft. Der ist 1 1/2 Jahre alt und ich habe dem Käufer eine Rückgaberecht von einer Woche schriftlich im Kaufvertrag (Audio Markt) eingeräumt. Wenn ich nicht sicher bin und sonst keine Möglichkeiten zum Probehören habe, dann halte ich so etwas bei den Preisen für völlig angeracht!


    Die Romy kann ich darüber hinaus sehr empfehlen. Die hätte gut gepasst und ist wirklich außergewöhnlich gut!


    Grüße


    André

  • Herzlich willkommen im Forum!

    Nur mal als mögliche Alternative: Hast Du Dich mal bei EAR umgeschaut? Die Produkte von Tim de Paravicini sind sehr solide und für die Ewigkeit gebaut. Ich hatte selbst lange den EAR 859 (Vorgänger des aktuelle 869 ohne separaten Vorstufenausgang). Der leistet zwar nur bescheidene 15W , treibt damit aber bereits erstaunlich viele Lautsprecher an. Wer es kräftiger möchte (dann nicht mehr single ended) wird beim EAR 834 oder (teurer) V12 fündig.

    Man findet alle diese Geräte auch immer mal gebraucht.

    Liebe Grüße

    Sebastian

  • Hallo Hank,


    wo kommst Du denn her?



    Ich würde mich freuen, Dich bei mir in meiner kleinen Manufaktur zum Probehören begrüßen zu dürfen.

    Du kannst Dir gerne auch eine Endstufe abholen und ausprobieren, dann weißt Du direkt, ob es mit Deinen Lautsprechern passt.


    Liebe Grüße,


    Andreas

  • Ich könnte auch noch einen Synthesis A40 Virtus in den Ring werfen. Kostet neu so um die 6k. Ich hätte einen gebraucht günstig abzugeben. Der wird auch gut passen.

    Da wäre evtl. auch ein Test möglich.

    Ansonsten würde ich auch EAR z. B. Octave und anderen vorziehen.


    Grüße

    Frank

  • Bi-Amping wäre aber wirklich noch besser. Für den Bass ein kräftiger Transistor -Vollverstärker mit Fernbedienung welche quasie als Bassregler dient , und für den MIttelhochton eine Röhre. Hier reicht dann sogar ein V40 (SE).

    Wow, Carsten! Das klingt ja edel und gut. Dafür ist mir aber der Aufwand ehrlich gesagt zu hoch.


    Hast Du Dich mal bei EAR umgeschaut?

    Bisher noch gar nicht. Werde ich aber tun. Danke!


    wo kommst Du denn her?

    Danke für Dein Angebot, Andreas. Ich hätte ein paar Stunden zu Dir zu fahren. Und leider möchte ich Dir eine Absage erteilen. Warum? Du scheinst ein kleiner, feiner 1-Mann-Hersteller zu sein. Das ist einerseits toll und beachtenswert und verdient meinen höchsten Respekt. Andererseits hängen Deine ganzen Produkte und Dein Service wohl nur an Dir. Sprich: Wenn Du ausfällst, z. B. krankheitsbedingt, dann gibt es keinen Service.

    Das ist mir aber wichtig. Ich möchte nicht unbedingt bei einem Großkonzern kaufen, aber eine Firma mit ein paar Mitarbeitern sollte es schon sein.


    Ich könnte auch noch einen Synthesis A40 Virtus in den Ring werfen.

    Danke für den Hinweis, Frank. Synthesis kannte ich noch nicht. Werde ich mir ansehen. Generell finde ich es sympathisch (reine Kopfsache und echte Macke!), wenn die italienischen LS auch von italienischer oder deutscher Elektronik angetrieben werden. Nur aufgrund dieser meiner Macke haben auch Firmen von weiter außerhalb (USA, Asien evtl. auch GB) einen etwas schweren Stand bei mir.

    "You got to go through hell before you get to heaven." (Steve Miller)

  • Hallo Hank und herzlich willkommen.


    Da du ja ein Faible für italienische Röhrengeräte hast, was ich durchaus nachvollziehen kann, schau doch auch mal bei Unison Research und Pathos rein.


    Viel Spaß beim Suchen, Hören und Finden!


    Liebe Grüße Achim

    Rega p3-2016 SE, Benz Glider SL, Heed Quasar, Audio Research LS7, McCormack DNA125, Dynaudio Contour II, Sennheiser HD600, Isoda, hms, QED, Hannl


    Washburn Dreadnought


    Das Schöne an der Suche nach der Richtigen ist der Spaß mit den Falschen

  • Da du ja ein Faible für italienische Röhrengeräte hast, was ich durchaus nachvollziehen kann, schau doch auch mal bei Unison Research und Pathos rein.


    Ja, da bin ich auch ganz heiß drauf. Bei Pathos gefallen mir die Hybrid-Geräte gut (z. B. Classic Remix), konnte ich auch schon hören. Finde ich irre sexy und (leider) hört das Auge auch ein bisschen mit. Bei Unison Research geht es mir ähnlich, aber die Emotionen sind nicht ganz so hoch wie bei Pathos.


    Ich merke schon, es gibt mehr als unendlich Möglichkeiten, was aber logisch ist. Ich werde nicht voreilig handeln - auch nicht, wenn ich tolle Angebote (neu oder gebraucht) sehe oder bekomme. Ich nehme mir fest vor, möglichst viele Varianten zu hören, damit ich besser entscheiden kann.


    -> Ich werde berichten!


    Viele Grüße,

    Hank

    "You got to go through hell before you get to heaven." (Steve Miller)

  • Hallo Hank,


    ich habe den Octave V70 ohne SE damals gebraucht gekauft. Ist von 2005 laut Unterlagen.

    Bis heute kein Ausfall, sehr zuverlässig und sicher.

    Ich hatte auch nie das Gefühl dass der Bass fehlen würde...


    Würde ich jederzeit wieder kaufen. Sehr wertig.:thumbup:


    Viele Grüße

    Andreas

    Technics SL 1710 - AT 33 PTG II - Phono Box DS - Octave V70 - Marantz SACD SA 7001 - Streaming über Raspberry Pi 2 mit V90 DAC - Harbeth Shl 5:love:

  • Vllt sollte man dazu bemerken,daß Hr. Hoffmann selber bemerkt hat,daß seine Verstärker an Lautsprechern mit mehreren Basschassis nicht so gut laufen.

    Zitat:“Bei Röhrenverstärkern muss man natürlich immer was zur Kompatibilität mit Lautsprechern sagen. Ich konnte den Octave mit drei Lautsprechern hören, der Audio Physic Avantera, der Magnat 1005 und der JBL LSR6332, einem Studio-Monitor. Die Octave-Avantera-Paarung war nicht die glücklichste. Bei einem Verstärker in der Preisklasse des V 70 SE erwarte ich, dass er mir keine Beschränkungen in der Musikauswahl auferlegt. Mit der Avantera am Octave machten Stücke, die im Bass schnell aufeinanderfolgende Impulse aufweisen, nicht wirklich Spaß. Die Kombi geriet nicht so richtig ins Stolpern, aber das weiter oben gebotene Maß an Differenzierung und Kontrolle wollte sich im Basskeller beileibe nicht einstellen – was leider auch in höheren Frequenzgefilden Konsequenzen für die Selbstverständlichkeit der Darstellung hatte. An der Avantera spielte der V 70 SE einfach nicht so offen und frei wie an den anderen Lautsprechern.

    Erheblich besser ging’s nämlich mit der Magnat, mit deutlichem Abstand am besten mit den JBLs. Man könnte jetzt vermuten, dass die Avantera unter 100 Hertz eine niedrigere Impedanz aufweist als die JBL und deshalb die Stromlieferfähigkeiten des Octave überforderte, aber so einfach ist die Sache leider nicht. Die Datenblätter der Hersteller und glaubhafte Messungen weisen für beide Lautsprecher ähnliche Impedanzen so im 4-Ohm-Bereich aus. Andreas Hofmann konnte meine diesbezügliche Nachfrage durchaus nachvollziehen; Lautsprecher mit mehreren Chassis im Bass würden ihm an seinen Geräten in der Regel auch weniger gut gefallen als solche, die nur ein einzelnes Basschassis (für ihn am liebsten ein großes) nutzen, da gebe es wohl Effekte, die sich nicht durch die nominale Impedanz erklären ließen.“ Zitatende

    Ansonsten gelten als Röhren mit „gutem Bass“ die T.A.C. V-88

    https://www.fairaudio.de/test/…oehren-verstaerker-1-dwt/

  • Das geschriebene trifft doch auf alle Röhrenverstärker dieser Welt zu und die Paarung muß einfach stimmen. Mehrer parallele und vorallem kleine 4 ohm Chassis, dazu eine komplizierte Weiche machen es doch jeder Röhre schwer.

    Trotzdem kann Octave sehr viele LS abdecken und gerade im Bass hauen sie richtig zu.

    Einen guten Vergleich zur Stabilität an Impedanz und Phasendrehern ( die durch Frequenzweichen und Parallelschaltung entstehen ) zeigt die Zeitschift Audio mit ihrer AK ( Audio Kennzahl). Diese AK beschreibt exakt genau das worauf es bei Röhrenverstärkern ankommt und hier hat Octave mit die höchsten Punkte in der Stabilität.

    Aber wers mit Röhren extrem haben möchte, kann Bi Amping mit Transen kombinieren . Bei mir tuts dafür sogar ein alter Pioneer AV Verstärker für 80,-.

    Einen guten V40, evl sogar mit SE Update, gibts ab ca 1500,- plus die 80,- sind doch ein geiler Preis.