Wharfedale Linton Heritage 85 Anniversary

  • Hallo Bonzo,


    besten Dank für deinen Einblick in die Hintergründe des britischen Sounds. Mit dem Schwerpunkt auf einer möglichst guten Wiedergabe der menschlichen Stimme scheinen die Engländer ja andere Ziele zu verfolgen als wir Deutschen mit dem eher spektakulären "Taunussound" (= betonte Höhen und Bässe). Diesem huldige ich bereits in Form einer Backes & Müller BM 10, die mir insbesondere bei Orgelkonzerten einen Höllenspaß bereitet. Die O 410 spielt dagegen im besten Sinne neutral, sie hat sozusagen alle Tugenden. :)


    Typische Vertreter sind in meinen Augen Rogers LS3/5a (Kef, Spendor, Chartwell), Rogers LS5/9, Rogers LS 3/6 bzw. Studio1 – (IMHO der Lautsprecher mit dem schönsten Mitteltonbereich ever) Spendor BC1, Spendor 2/3, Harbeth HL7, Harbeth Monitor 30 um einige zu nennen.

    Nach einigen dieser Kollegen hatte ich mich bereits auf dem Gebrauchtmarkt umgeschaut. Aber für gut erhaltene Modelle muss man schon einiges hinlegen - ohne Möglichkeit, sie in den eigenen vier Wänden probezuhören. Da kam mir die außergewöhnlich gute Rezension in der Audio sehr zupass. Einige Kommentare in den britischen und amerikanischen Audio-Foren lassen überdies vermuten, dass die Linton Heritage trotz aller Modernität immer noch ein typischer Vertreter der britischen Lautsprechergarde ist - mit ungleich besserem Preis-/Leistungsverhältnis als die Platzhirsche allerdings.


    Viele Grüße

    Rudolf

  • @ Rudolf:

    Ich habe die Abdeckungen mit einem stumpfen, schmalen/dünnen Gegenstand abgenommen. Soll heißen, z.B mit einem Teelöffelstiel oder ein Gegenstand aus Plastik, Holz. Diesen kurz zwischen Abdeckung und Nut von der LS Seitenwand oder halt oben/unten vorsichtig ansetzen. Anders bekomme ich die auch nicht ab.


    Die Verpackung hat mich auch sehr begeistert. Das hat richtig Spaß gemacht. (Wie Weihnachten!)


    Da ich noch nicht soviele LS hatte. Ruark Prelude, ProAc's und alte Vintage 360 grad Lautsprecher, will ich mich garnicht an einen Vergleich heranwagen. Die WLH sind mein 4tes Lautsprecherpaar. Aber ich kann Dir nur bei Deiner Einschätzung beipflichten. Ich höre die unheimlich gerne und finde die Klasse. Ein Vergleichstest zu anderen Britischen LS wäre eine tolle und interessante Sache. z.B WLH vs. Harbeth oder so.


    Bonzo :

    Du hast, wie ich denke, sehr viel mehr Erfahrung mit Britischen LS!

    Natürlich sagen mir die von Dir aufgezählten LS etwas. Wollte auch welche von denen. Mir ging es da wie Rudolf, teilweise wurden da ganz schön abgehobene Preise verlangt. Aber evtl. sind die es ja tatächlich wert.

    Was hälst Du von den angepriesenen Blue Tac/ Blue Tack?


    Gruß

    Alexander

  • Werte Linton-Interessierte,


    gestern Abend habe ich länger reinhören können. Die Stärke der Lintons ist eindeutig die stressfreie Wiedergabe von höhenlastig abgemischten Aufnahmen. Das trifft auf die meisten Schallplatten aus meiner Sammlung zu, die ich mir in den 70er und 80er Jahren zugelegt habe. Hintergrund ist eventuell die Tatsache, dass seinerzeit auf ähnlich klingenden Studiomonitoren abgemischt wurde. Das ist jedoch reine Spekulation. Bei aktuellen Aufnahmen fehlt mir jedenfalls ein wenig die Detailauflösung. Ich muss deshalb die Lautstärke schon etwas lauter drehen, was wiederum ohne jede Lästigkeit möglich ist. Dies mag aber auch mit meinem Alter (Baujahr 1959) und dem nachlassenden Hörvermögen zusammen hängen.


    Viele Grüße

    Rudolf

  • Hallo Rudolf!


    Ich habe auch sehr viele alte Platten aus den 70ern. Ich kann auch Deine Einschätzung bestätigen, das der WLH diese sehr relaxt wiedergibt.


    Die Detailwiedergabe bei aktuelleren Aufnahmen kann ich nur teilweise bestätigen.

    Könnte das evtl. auch teilweise an der Pressung der LP liegen? Also welches Aufnahmeverfahren verwendet wurde? Zumindest ist das mein Eindruck.

    Desweiteren habe ich gestern die Lautsprecheinstellung der WLH neu optimiert. Mit dem YPAO (Yamaha Parametric room Acoustic Optimizer = parametrische Raumakustikoptimierung) Ich habe ein Yamaha R-N803D Network Receiver. Mein Eindruck ist, das klingt nochmal besser bzw. klarer.

    Zu bedenken gebe ich auch noch die Enspielzeit der LS.

    Meine haben bis dato noch keine 100Std.


    Gruß

    Alexander

  • Nach euren Beschreibungen und den Fotos eine schicke Box. Da scheint sich der Hersteller ja um 180 Grad gedreht zu haben. In den 80erm stand die Marke eher für ausgeprägte Dynamik und zackig-forschen Hochtöner. Auf irgendeiner Messe hätte man sogar Charlie Antolini und sein Schlagzeug eingekauft, um zu beweisen, dass man dieses „livehaftig“ wiedergeben konnte. Also das genaue Gegenteil eines BBC-Monitors.


    Grüße von Tom

  • Vielen Dank für den Link mit den Messungen.


    Das bestätigt meinen gehörmäßigen Eindruck, dass die Linton Heritage sehr neutral abgestimmt ist. Und ja, ich freue mich wie ein Schneider, solange ausgehalten und keine "olle" Spendor BC1 zu Phantasiepreisen gekauft zu haben. Denn bei der Linton stimmt alles: Klang, Aussehen und Preis.


    Ich werde mir nun wohl die Original-Ständer nachbestellen müssen, denn die Betonsockel bleiben nach wie vor meinen Referenzlautsprechern, den K+H O 410 vorbehalten.



    Viele Grüße

    Rudolf

  • Liebe Linton-Freunde,


    die Ständer sind inzwischen eingetroffen. Auf denen darf die Linton neben meiner Klein + Hummel O 410 ohne Abdeckung posieren:



    Es ist schon erstaunlich, wie nah die Lintons tonal an meine O 410 herankommen. Allerdings nicht an deren Auflösung und Räumlichkeit. Dafür sind sie deutlich Wohnzimmer-tauglicher.


    Viele Grüße

    Rudolf

  • Hallo Berndt,


    als Streamer-Vorstufe benutze ich einen Abacus AroioSU:



    und als Endstufe einen Abacus Ampino 15 Dolifet:



    Der Wunsch nach einem Röhrenverstärker kommt zumindest bei mir nicht auf.


    Viele Grüße

    Rudolf

  • Ja - sind äußerst solide gebaute Transistor-Amps mit - die Endstufe betreffend - sicher sehr stabiler und reichlicher Ausgangsleistung.

    Werde mal schauen, ob ich in meiner Nähe (Rhein-Main-Gebiet) einen Händler finde, bei dem ich die Lintons mal Probe hören kann.


    Beste Grüße

    Bernhard