Pre Out bei einem Vollverstärker nachrüsten?

  • Hallo Gemeinde,


    ich habe einen Copland CTA-401 Röhrenvollverstärker, der vor ein paar Monaten durch 300B SET Monos und einen kleinen Line-VV abgelöst wurde. Den Line-VV (ein Transistorverstärker) würde ich gerne durch einen Röhren-VV ersetzen. Ursprünglich hatte ich nur an einen Neukauf (Eastern Electric, Innovative Audio, Audio Research...) gedacht. Je nach Gerät eine kostspielige Angelegenheit...


    Jetzt ist mir aber die Tage die Idee gekommen, ob es nicht evtl. technisch möglich und finanziell interessant wäre, Vor- und Endstufensektion des CTA-401 voneinander zu trennen und dem Gerät einen DIY Pre Out zu gönnen. Dann könnte ich den CTA-401 doch als Röhrenvorverstärker nutzen und käme um die Neuanschaffung eines solchen Geräts herum, oder?


    Ich habe den Schaltplan des Geräts als Datei auf meinem Rechner. Wer könnte mir auf der Grundlage dieses Plans Umbautips geben? Ich bin was Elektrik betrifft zwar nicht vom Fach aber auch nicht komplett doof. Da es sich jedoch um ein (funktionierendes) Röhrengerät mit amtlichen Spannungswerten an verschiedenen Stellen der Schaltung handelt, würde ich einen Umbau nur wagen, wenn ich genau verstehe, was warum zu tun ist. Wer könnte helfen?


    VG

    Steffen

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  • Moin Steffen


    Willst du wirklich einen wunderschönen Copland so verbasteln? Überleg dir das nochmal.


    Ansonsten stell den Schaltplan doch als Bild hier ein. Hiersind genügend Leute mit geballtem Röhren-Wissen unterwegs, die dir sicher mit Leichtigkeit eine mögliche Auftrennstelle nennen können.


    Arghh! Ich mag garnicht daran denken, wie du die Bohrmaschine ansetzt um Löcher für die Ausgangsbuchsen ....


    Gruß

    Michael

  • Ich würde die Ausgangsbuchsen ja auf der Rückseite anbringen...

    Ich stelle den Plan hier gleich mal rein. So ganz sicher bin ich mir auch noch nicht, ob ich das wirklich machen soll. Verbasteln mag ich den Copland natürlich nicht.


    VG

    Steffen

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  • Hi,

    KH120 und 310 bei mir

    KH120 und KH420 bei Heiner

    Hilft jetzt nicht wirklich.

    Beides sehr gute Räume mit sehr guten Nachhallzeiten, und immer mit Neumann richtiger Aufstellung.

    Die 310 gefällt mir (und auch anderen) im Bass nicht, und auch mit Subwoofer wollte der Bass nicht gefallen.

    KH420 , die einfach nur begeistert, war mir zu teuer und ich dachte nimmst 310.

    Nee, dann schon lieber KH120 mit Sub.

  • Hier findet ihr den Schaltplan des CTA-401.


    Die RIAA-Sektion oben links mit V1 und V2 wird derzeit nicht benötigt, ich würde ihn als reine Line-Vorstufe betreiben wollen.

    D.h. das Quellsignal käme vom Input Board unten links über den Tape Monitor (SW3) an RL6 (die Eingänge sind via Relais geschaltet) zu den Potis P4 und P5 (Volume und Balance). In der Mitte oben ist dann die Vorstufe mit den Röhren V3 bis V5.

    Nach meinem Verständnis des Schaltplans sind C10 und C11 die Eingangskondensatoren der Endstufe. Der Schaltplan stellt lediglich den linken Kanal dar und bei V6 und V7 handelt es sich um zwei der insgesamt 4 EL34 der push-pull Schaltung.


    Im Grunde überlege ich, die Auftrennung von Vor- und Endstufe zu machen, um das Gerät weiterhin sinnvoll in meiner Anlage nutzen zu können. Der CTA-401 hat mich jahrelang begleitet, aber als Vollverstärker macht er momentan für mich keinen Sinn mehr. Abgeben mag ich ihn aber auch nicht. Ein echtes Dilemma... Insofern sehe ich den Umbau nicht als ein Verbasteln an, sondern mehr alsd Rückkehr in den Signalweg :-)


    VG

    Steffen

  • Hallo Steffen,

    "verbasteln" ist so eine Sache, kann man machen, aber im Falle des Copland würde ich doch davon absehen und Michael recht geben. Neben dem Problem des Löcher bohren sollte man sich fragen wo du die Versorgungsspannung für so ein internes Modul herbekommen willst. Ein zusätzlicher Trafo nebst Netzteil-Platine wird so auch noch fällig. Und irgendwann stellst du fest das das Gerät nicht das hergibt was du wünscht, dann stehst du vor der mehrfach "modifizierten" Kiste und bekommst am Ende weniger dafür als du für die ganzen Umbauten bezahlt hast. Ich hätte gar kein Problem damit wenn der Copland eine tolle Line-Ausgangsstufe hätte, welche Problemlos auch lange Kabelwege bewältigen könnte, was mit einen sehr niedrigen Ausgangswiderstand verbunden wäre. Dann könnte sich das Auftrennen zwischen Vor- und Endstufe lohnen, und "nur" zwei Buchsenpaare am Ausgang machen den Braten nicht fett, wenn beim Gerät soweit seine ursprünglichen Eigenschaften erhalten bleiben. Das ist bei Copland aber nicht gegeben, im Gegenteil, diese gelten nicht gerade als kräftig am Line Ausgang, kurze Kabelwege sind da Pflicht.

    Es gibt aber andere Möglichkeiten:

    a: Verwendung des Tape-Outputs: es braucht dann in einer externen Ausgangsstufe noch ein Lautstärke-Poti. Wenn du den Tape-Output für ein Aufnahmegerät benötigst, kannst du diesen im externem Gerät auf einen weiteren Ausgang durchschleifen. Der Copland bliebe dann unangetastet. Interessant sind Zwecke KH-Verstärker. Denn eine gute Line-Out Stufe ist nicht immer auch eine guter KH-Verstärker, aber ein guter KH-Verstärker ist immer auch eine gute Line-Out Stufe. Da gibt es schon für ca. 500,- € sehr gute Kandidaten.

    b: Wenn man den Gain des Copland um etwa 15-18 dB absenkt, dann könnte man den Lautsprecher-Ausgang als Line Out nutzen. Das müsste dann aber ein Röhren-Fachmann machen, normal bedeutet das den Austausch eines (manchmal auch zwei) Widerstandes. Das wäre dann problemlos auch wieder rückgängig zu machen ohne irgendwelche Spuren am Gerät zu hinterlassen. Ob das in dem Fall wirklich geht kann dir wie gesagt nur ein Röhren-Experte sagen.

    c: warum nicht verkaufen? Nostalgie hin oder her, Vollverstärker sind eher für spartanisch aufgebaute Anlagen gedacht. Warum dem Gerät etwas abverlangen wofür es gar nicht gemacht ist? Vor allem da du den Phono-Eingang doch nicht nutzt. Es als reinen Eingangsverteiler zu nutzen, dafür ist das Gerät doch wieder zu schade. Gönne dem Gerät doch das sich auch jemand anders dran erfreut. Oder als Zweitanlage fürs Schlafzimmer, wenn du dich gar nicht davon trennen magst...8)


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Hallo


    und das ganze läuft auf ein unsinning vermurkstes Gerät hinaus , über das sich jeder Techniker freut , also lass es,


    Grüß


    Klausxx

  • Moin Jungs ( mvd , klausxx , hoerohr ),


    vielen Dank für eure schnellen und ehrlichen Antworten. Das was ihr schreibt, klingt schon plausibel, ich werde das beherzigen und dem Copland mal besser nicht mit der Flex zu Leibe rücken. War halt so ne Idee...


    Was Matej aber zu KH-Verstärkern geschrieben hat, finde ich sehr interessant... "...aber ein guter KH-Verstärker ist immer auch eine gute Line-Out Stufe."


    Ich höre hin um wieder mit einem Grado SR325 an einem Brocksieper Ear Max SE. Das ist doch ein manierlicher KHV, oder? Da ich in letzter Zeit seltener mit KH höre, ist der Brocksieper (ähnlich wie der Copland) im Moment auch quasi arbeitslos.


    Wenn ich deinen Vorschlag richtig verstehe, Matej, würde ich mit meinen Quellgeräten (derzeit nur Plattenspieler und Tuner) über eine Quellenwahl in den Brocksieper gehen und von dort weiter zu den Endstufen. Zur Quellenwahl könnte natürlich der Copland verwendet werden (Tape Out an den Eingang des Brocksieper), aber das wäre natürlich "Perlen vor die Säue geworfen". Da der Copland die Eingänge über Relais schaltet, müsste er zudem ans Netz angeschlossen werden.


    Ich habe in meiner Kiste aber auch noch eine passive Umschalteinheit (2 Eingänge -> 1 Ausgang) liegen. Die würde ich nehmen, um den Brocksieper als VV zu verwenden.


    => Würde das so passen?


    Vielen Dank für euer Feedback, so kommt man auf neue Ideen!


    VG

    Steffen

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  • Hallo Steffen,

    der Brocksieper ist bestimmt einen Versuch Wert, vor allem weil du ihn ja quasi bei dir rumliegen hast. Manche KH-Verstärker bieten einen Line-Out auf Cinch, parallel zum KH-Anschluss. Hat der Brocksieper sowas auch? Wenn nicht müsstest du eben die KH-Buchse verwenden.


    Ob jetzt passive Umschalteinheit oder der Copland für diesen Zweck, hängt davon ab wie gut die passive Einheit ist. Es bedarf dabei einer gewissen Sorgfalt, welche beim Copland gegeben ist. Kann sein das der Copland in so einem Fall zu besseren Resultaten führt. Ausprobieren!


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Hallo Matej,


    der Brocksieper hat ausgangsseitig nur eine Klinken-Buchse. Werde nachher in meiner Kabelkiste wühlen und schauen, ob ich von Klinke auf Cinch komme.

    Falls ja, experimentiere ich danach mal mit dem für und wider aktive/ passive Quellenwahl.

    Vielen Dank für die Anregungen, ich melde mich später wieder!


    VG

    Steffen

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  • Hmm,

    wenn Du den Copland irgendwie benutzt, müssen da doch wohl immer LS angeschlossen sein, damit die AÜs keinen Schaden nehmen, oder?

    Viele Grüße

    Andreas


    "Jeder darf sagen was er denkt. Hauptsache, er hat vorher gedacht." (frei nach Harry Rowohlt, ihm zum Gedenken)

  • Hmm,

    wenn Du den Copland irgendwie benutzt, müssen da doch wohl immer LS angeschlossen sein, damit die AÜs keinen Schaden nehmen, oder?

    Oh je, das Problem existiert ja auch noch (da war doch was?). Ich weis jetzt nicht wie das beim Copland aussieht, aber vorsichtig wäre ich schon damit...


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Das mit der Last für die Ausgangsübertrager ist ein Punkt, da hätte ich auch nicht dran gedacht. Merci.

    Ich werde schauen, ob ich mit Bordmitteln von Klinke auf 2x Cinch komme und in dem Fall die passive Umschalteinheit nehmen.

    Ich habe sie für schlappe 40,- vor Jahren bei Springair gekauft. Sie sieht von außen nach nix aus, gesplittettes Holzgehäuse ohne Boden. Dafür scheint sie innere Werte zu haben. Solid Core Verdrahtung mit professionell scheinender Lötarbeit. Ich sehe mal zu, heute Abend ein Foto zu machen.

    Nochmals vielen Dank in die Runde für die sehr wertvollen Ratschläge!


    VG

    Steffen

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  • Hi,


    hinter C6, oder R6?, kann man schon mal gefahrlos rausgehen und sich das Ergebnis anhören, hinter C8 sieht es nicht so gut aus, obwohl V3 ordentlich Pegel macht. Es müssten aber Bauteile entfernt werden, was aber rückgängig zu machen ist.

    Wenn es vor der V3 rausgeht, muss sie und die folgenden Röhren natürlich raus.


    Hans

  • dann schau dir mal die Schaltung genau an, dann wirst du feststellen, dass das nicht die brauchbare Lösung ist , wenn du hinter C

    rausgehst kannst du alle Röhren entfernen, du hast dann einen Relais gesteuerten pasiven VV , hinter C8 dürfte die Sache etwas hochohmig sein , also keine Lösung, den Verstärker lassen, wie er ist und für die Zweitanlage verwenden,über die Gegenkopplung vom Ausgangstrafozur R$öhreV3 reden wir erst gar nicht, ohne Endröhren geht da nix und mit in dem Fall nicht viel


    Gruß


    Klausxx

  • Hallo Zusammen,


    V3 ist die "Vorstufe", wenn man die so nennen möchte. Wenn müßte man hinter C8 auskoppeln und auch die Gegenkopplung abklemmen.


    Aber was soll das bringen? Das ist mehr ein Aufholverstärker als eine richtige Vorstufe. Ohne die verwendete Röhre zu kennen, wird der Ausgangswiderstand recht hoch für eine wirklich gute Vorstufe sein.


    Das Vorhaben ist nicht sinvoll.


    Wenn die grundsätzlichen Fähigkeiten und das Interesse dafür vorhanden sind, warum nicht eine schöne Vorstufe mal selbst bauen?


    Viele Grüße,

    Martin

  • Wie sieht es denn mit dem Masseanschluß des Lautsprecherausgangs aus? Ist das wirklich Masse oder ist das potentialfrei?

    Mir schwebt da eine Lösung vor, an die Lautsprecherklemmen einen Lastwiderstand anzuklemmen (sagen wir mal so an die 20 Ohm, damit's nicht allzu heiß wird), Belastbarkeit des Widerstandes mindestens doppelt so groß wie die Ausgangsleistung des Röhrenamps an 8 Ohm (ebenfalls damit's nicht allzu heiß wird). Die Widerstände dann vielleicht sogar noch auf einen kleinen Kühlkörper nageln, damit da nicht bei Dauerbetrieb irgendwas zu brennen anfängt...

    Hinter dem Widerstand kann man dann einen Spannungsteiler machen, der dann so diemensioniert sein muß, daß bei "Vollgas" irgendwas um die 2V rauskommen. Das sollte für jede Endstufe für Vollaussteuerung ausreichen, sie aber nicht überfahren.


    Wenn Lautsprecher-Minus dagegen echte Masse ist, dann könnte man hinter dem Lastwiderstand noch einen Übertrager einfügen (unter der Bezeichnung "DI-Box" zu kaufen).
    Nur so ne Idee...

    Wenn am Röhrenamp Lautsprecher angeschlossen bleiben sollen, fällt diese Option wohl weg.


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."