Antiskating und rillenlose Platte

  • Hallo Jürgen und Basstrombone!


    Ihr habt ja gemerkt, dass ich "mein Gefühl" ganz vorsichtig formuliert habe und dafür keinen Beweis habe und auch nicht darauf bestehe.

    Um mal bei meinem Beispiel von dem Rega mit 2M Black zu bleiben: Neben dem vermeintlichen Lautstärkeunterschied habe ich übrigens keine Verzerrungen ausmachen können - egal, wie ich das AS eingestellt habe (auch nicht über Kopfhörer). Das würde für mich aber bedeuten, dass ein Einstellen per Musik-LP eher schwierig werden würde. Und die Einstellung einfach zu vernachlässigen und irgendwas einzustellen, wäre für mich keine Option.

    Ich werde meinem Gefühl am Wochenende nochmal nachgehen und versuche herauszufinden, ob ich einer Suggestion aufgesessen bin oder nicht.


    Ich wünsche euch ein schönes Wochenende

    Philip

  • Ja, beim Thema "Antiscating" scheiden sich die Geister.

    Ich bin der Meinung, dass es auch verstärkt mit der Art des Tonarms zusammen hängt - Lagergeometrie, Reibung im Lager, Gesamtgeometrie des TA, etc. da gibt es unzählige Paramete, welche hierauf Einfluss nehmen.

    Bei meinem Scheu Tacco MK2 (Einpunkt TA) konnte ich bisher, ob mit oder ohne Antiscating def. keine Klangunterschiede feststellen.

    Bei dem SME 309 eines Bekannten aber sehr wohl. Der SME reagiert sehr deutlich, für mein Empfinden sogar überempfindlich, auf die Verstellung der Antiscating Parameter.

    Daher gibt es mbM nach, hier keine eindeutige und allgemeingültig Empfehlung.

    Einfach testen und für sich das best klingende einstellen, so einfach ist das.

    Ich höre mit...:

    steht alles in meinem Profil

  • Ich bin der Meinung, dass es auch verstärkt mit der Art des Tonarms zusammen hängt - Lagergeometrie, Reibung im Lager, Gesamtgeometrie des TA, etc. da gibt es unzählige Paramete, welche hierauf Einfluss nehmen.

    Genau diese Erfahrung habe ich auch gemacht. Wollte mir bisher aber nie jemand glauben...;)

    Es gibt Tonarme, bei denen es klanglich wurscht ist, ob und was man einstellt. Und es gibt welche, bei denen winzige Änderungen bei der AS-Einstellung große klangliche Auswirkungen hatten. Bei den einen Tonarmen verzerrt es dann, bei anderen wird ein Kanal lauter aber es verzerrt nicht. Ganz komisch. Eine Systematik konnte ich aber aus meinen Beobachtungen leider nicht ableiten.

    Von daher haben alle Schreiber hier von ihrem jeweiligen Erfahrungshorizont aus gesehen recht und gleichzeitig unrecht. Wie man's betrachtet...:/


    Gruß

    Andreas

    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Also,


    nur noch als weitere persönliche Erfahrung:


    Ich habe den Einfluß des AS bislang in jeder Konstellation deutlich gehört, die eine sehr gute räumliche Darstellung hatte. Die Tonabnehmer waren MC der guten Mittelklasse bis hin zu weichen MM. Richtig hadde Nägel hab ich nie besessen und keine Einpunkter.

    Die klanglichen Unterschiede waren für mich in der räumlichen Darstellung auszumachen und eher selten in wahrnehmbaren Pegelunterschieden - letztere sind auch eher von der Justage des Azimuth abhängig.

    Um es genauer zu beschreiben, könnte man sagen, daß bei unpassendem AS die virtuelle Bühne nicht authentisch wirkt, sondern es gibt Bereiche, die salopp gesagt irgendwie gequetscht wirken. Öfter wird auch die Mitte unscharf oder wandert manchmal.


    Zumindest bei eher mittelhart bis weich aufgehangenen Tonabnehmern halte ich die Balance aus Auflagekraft und Anti-Skating und den Azimuth für die wesentlichsten Parameter einer guten Justage.


    Grüssle Henner

    Mitglied der AAA


    DON`T PANIC

  • Ich habe bislang mit der "rillenlosen" Methode nach

    Schroeder/Lederman sehr gute Erfahrungen gemacht.

    Mit nachträglichen Justagen "nach Gehör" konnte ich

    keine Verbesserungen erzielen.

  • Ich habe eben mal an der Antiskating-Einstellung meines Rega RB 700 herumgespielt, während ich einen 1 kHz-Sinus von Testschallplatte abspielte und den Pegel (RMS) über Digicheck kontrolliert. Montiert ist ein Denon DL 304, dass ich mit einer Auflagekraft von ganz leicht über 1,2 g betreibe (Denon gibt 1,2 g an). Gegenüber einer üblicheren AK von 1,8 g wirkt sich die AS-Einstellung in meiner Konstellation entsprechend stärker aus. Ergebnis:

    1. AS minimal (beim RB ist auch hier noch AS wirksam): L/R -14,0 dB (Ausschläge beiderseits nach -14,1)
    2. AS bei 1. Markierung (hier wandert der Arm schon stark nach außen): L -14,0 R -14,1
    3. AS bei 2. Markierung: L -14,0 R -14,2
    4. AS maximal (hier sind L schon deutliche Verzerrungen zu hören): L -13,9 R -14,2

    Für L scheint mir die Deutung klar zu sein: Bei maximalem AS entstehen bei der Abtastung deutliche Verzerrungen (weil der Kontakt zur linken Rillenflanke schlechter wird), die einen um 0,1 dB höheren Pegel als das unverzerrte Signal haben. Für R ist mir die Deutung rätselhaft: Je höher das AS, desto niedriger der Pegel, im Maximum -0,2 dB. Anders als von Einigen hier erwartet wird R also nicht lauter, sondern sogar leiser. Es ließe sich auch hier annehmen, dass es sich um Verzerrungen handelt, nur diesmal um mit steigendem AS abnehmende. Allerdings kann ich bei minimalen AS enstsprechende Verzerrungen nicht hören (anders als die Verzerrungen L bei maximalen AS).


    Ich habe das Ergebnis mit einem 300 Hz-Sinus bei +12 dB (Hifi-News Seite 1, Track 6) überprüft:

    1. AS minimal: L -11,2 R -11,4
    2. AS 1, Markierung: L -11,1 R -11,5
    3. AS 2. Markierung: L -11,1 R -11,5
    4. AS maximal: L -11,1 R -11,6

    Auch hier zeigt sich das gleiche Bild: L wird im Maximum um 0,1 dB lauter, R im Maximum 0,2 dB leiser.


    Klar ist hier nur soviel: In meiner Konstellation wird der Pegel R mit steigendem AS keineswegs lauter, ein besserer Kontakt zur rechten Rillenflanke äußert sich nicht in einem höheren Pegel (ganz im Gegenteil).


    Praktisch werde ich an meiner AS-Einstellung - nur ganz leicht hineingedrückt - nichts ändern.


    Beste Grüße

    Christian

    ... und wo zum Teufel bin ich hier überhaupt?