Eine Bitte um Hilfe bei der Auswahl eines Cyrus Verstärkers

  • Hallo,


    Mitte der 90er hatte ich einen Cyrus3 und den DAD7.

    Von der Stimmen -und Mittenwiedergabe war ich sehr angetan!

    Aber wie das manchmal so ist, ich habe mich nach Jahren des Hörens weiter auf dem Markt umgesehen und getauscht.


    Ich habe jetzt vor, mir einen zweiten Verstärker für meine Anlage zu kaufen und es soll wieder ein Cyrus sein.

    Q Acoustics Concept 40 sind meine LS und als Quellen dienen ein Transrotor Murano mit Heed Quasar und

    ein Pioneer PD S06 mit Audiolab MDac. Raumgröße 17qm.


    In den letzten Tage durchforstete ich das Netz um mir, nach den Jahren, einen kleinen Überblick zu verschaffen,

    was sich in der Produktkette von Cyrus getan hat.


    Anscheinend einiges. Wenn ich das aus Testberichten der englischen,amerikanischen Presse und der Meinung

    von Besitzern richtig verstanden habe, ging es bei Cyrus immer mehr in Richtung höherer Auflösung und besserer Basswiedergabe.


    Das hat mich doch verunsichert.


    Hohe Auflösung ist zwar in Ordnung für mich, es darf sich aber nicht harsch oder spitz in den Höhen anhören und

    gerade die Stimmenwiedergabe darf nicht darunter leiden. Da soll der alte Cyrusgeist durchkommen.

    Ich bin kein Bassfreak, dewegen lege ich wie geschrieben, viel mehr wert auf die anderen Punkte.


    Welchen älteren Cyrus könntet Ihr mir da vorschlagen?


    Viele Grüße


    Andreas

  • Hallo Andreas,


    ich würde in der Nähe Deines früheren 3er bleiben und mich nach einem Cyrus 3i


    umschauen.


    Es ist in der Tat so, dass die neueren Cyrus durchaus mehr Auflösung bieten und dadurch


    vielleicht nicht mehr den Charme der älteren Geräte haben.


    Eine aCA 7 mit den aPA 7 Monos wäre sicher auch noch was.


    Ein 8 vs hatte für mich etwas wenig Dynamik und Bass, war eher auf der "sanften" Seite.


    Ich würde heute, wollte ich wieder einen ähnlichen Klang wie früher (hatte einige Cyrus Ketten),


    auf einen 3i mit PSXR setzen, der hat auch ein durchaus gutes Phonoteil.


    Liebe Grüße


    Thomas

    Meine Hörschmeichler sieht man im Profil "Über mich" ;)

  • Hallo Andreas,


    manche Experte sagen, der erste mit (wegen?) dem Plastikgehäuse klang am besten. Ich hatte einen 2er geerbt, nachdem ich alle Elkos, auch die dicken Jungs im Netzteil, erneuert hatte und Poti und Schalter gereinigt, spielte er gut auf und er läuft immer noch, im Sommer.


    Die Platine, Schalter und Lautstärker-Regelung, alles Lowcost, irgendwie, aber er geht gut!


    Grüße,

    Holger

  • Hallo Andreas,


    ich möchte livingvinyl zustimmen und empfehle auch den 3i. Nachfolgende habe ich in meiner Kette nicht gehört.

    Ich hatte den one, two/PSX, 3/PSX-R und 3i/PSX-R.

    Den 3i empfand ich seinerzeit (aus der Erinnerung heraus) etwas dynamischer / direkter und etwas weiträumiger aber wirklich nur "etwas", keine Welten;)


    Wenn ich nicht so gute Kontakte gehabt hätte wäre ich nicht umgestiegen, dazu war mir die Verbesserung zu gering.


    http://www.fl-electronic.de/neuklang/cyrushistory.html

    Besten Gruß

    Berthold


    "Ich bin froh, einer dieser Menschen zu sein, der problemlos Musik hören kann ohne dabei joggen zu müssen!"

  • Ich würde die "TWO" mit PSX-Netzteil bevorzugen, unter der Voraussetzung, das beim Service hochwertige Bauteile zum Einsatz kamen, besonders bei den Elkos und das Poti für Lautstärke sowie der Quellenwahlschalter zwecks gründlicher Reinigung zerlegt war.

    Ab der "III" aufwärts ist SMD-Technik sowie wegen der Fernbedienbarkeit auch Prozessortechnik im Einsatz, was den Reparaturservice erheblich erschwert - siehe

    http://www.hifi-forum.de/viewthread-185-14665-3.html


    Klanglich hatte sie im Neuzustand (auch die 3i) einige Vorzüge im Vergleich zu den Vorgängern in ungewartetem Zustand, allerdings war sie auch anfälliger.


    Service-Manuals und Schaltpläne gibt es hier:

    https://elektrotanya.com/missi…_one_sm.pdf/download.html

    file:///C:/Users/admin/Downloads/cyrus_two_service_manual.pdf

    https://elektrotanya.com/cyrus…a7z_sch.pdf/download.html


    Schwachpunkte bei den ersten beiden Versionen betreffend der Endstufe sind die Sicherungen auf der "+" und "-" Leitung (Elkos dahinter mit 100uF zu klein, um die Sicherungen klanglich auszublenden, die zu früh wirkenden Tiefpassfilter im Endstufeneingang (spürbare Höhendämpfung) sowie der geringe Ruhestrom im Eingangs-Differenzdarlington. Wenn das interne Phonoteil genutzt wird, sollte für eine Qualitätsverbesserung ein getrenntes Steckernetzteil angefertigt werden und bessere OPAs vorgesehen werden - z. B. diese:

    http://www.octave-electronics.com/lcaudio/ad825.shtml

    Da diese beiden ersten Verstärkermodelle sehr häufig in Umlauf sind, kann ich mir gut vorstellen, das es Fachbetriebe gibt, die sich in dieses Modell zwecks Modifikations-Angeboten gut eingearbeitet haben.

    Ob die Neuauflage unter

    https://www.cyrusaudio.com/de/products/cyrus-one/

    in die engere Wahl gezogen werden sollte als Alternative zur Revidierung eines alten Exemplars, kann ich mir kaum vorstellen, wenn ich das Innenleben davon sehe - siehe

    https://www.fairaudio.de/news/…-cast-smart-audio-system/

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

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  • Gerade die frühen Cyrus-Maschinen (Cyrus 1 und 2) verfügten über eine etwas andere Konzeption sowohl im Verstärkerbereich als auch im Netzteil.

    Im Netzteil wurden damals die Slitfoil-Kondensatoren von DNM verbaut. Das wird in den neueren Geräten nicht mehr so verwirklicht.

    Ein Tausch der Netzteilkondensatoren auf Slitfoils wirkt entsprechend.

    VG

    jokeramik

  • Gerade die frühen Cyrus-Maschinen (Cyrus 1 und 2) verfügten über eine etwas andere Konzeption sowohl im Verstärkerbereich als auch im Netzteil.

    Im Netzteil wurden damals die Slitfoil-Kondensatoren von DNM verbaut. Das wird in den neueren Geräten nicht mehr so verwirklicht.

    Ein Tausch der Netzteilkondensatoren auf Slitfoils wirkt entsprechend.

    VG

    jokeramik

    Die Slit-Foil Versionen von DNM unter

    http://www.dnm.co.uk/capacitors.html

    und

    https://www.hifituning.ch/kondensatoren-dnm

    kenne ich nicht. Nur die von BHC-Aerovox.

    https://www.hificollective.co.…uf-63v-bhc-slit-foil.html

    https://www.hificollective.co.uk/components/bhc-t-power.html

    Letztere (die T-Power) waren auch nach meinen Erfahrungen klanglich erheblich besser als normale Versionen gleicher Größe (wahrscheinlich wegen der Nachbildung einer Drosselspulen-Funktion zwischen 2 Elkos), auch wenn sie einer vom Volumen her sehr großen Version mit Schraubanschlüssen (für Industrieanwendung) nicht das Wasser reichen konnten.


    Nachteilig ist die kurze Lebensdauer, hauptsächlich wegen undichter Konstruktion. Ich hatte einen Restbestand nachgemessen nach 5 Jahren, die nicht im Einsatz waren. Deutlicher Kapazitäts- und Gewichtsverlust waren festzustellen (50% gegenüber dem Neuzustand).

    Bei einem Verstärker, der recht heiß wurde, waren sie nach 3 Jahren aufgebläht und starkes Brummen trat zeitweilig auf. Offenbar müssen zur Realisierung eines günstigen CV-Produktes große Kompromisse eingegangen werden.

    Wie fast immer gilt auch hier für mich der Grundsatz, keine Bauteile "Special Made for Audio" auswählen.

    == Gewerblicher Teilnehmer ==