RMG/EMTEC SM900 M.R. vs RTM SM900 M.R Soundprobleme auf Telefunken M15

  • Guten Tag liebes Analogforum,

    ich bin begeisterter Besitzer einer Telefunken M15 A (analoges Zählwerk) 1/4 Zoll und suche seit mehreren Tagen nach einer Lösung für mein Problem.


    Nach diversen anderen Foren bin ich bei euren sehr hilfreichen und fachlich kompetenten Beiträgen hängengeblieben,

    ich hoffe, ihr könnt mir weiterhelfen!


    Bisher nutze ich die Bänder RMG/EMTEC SM900 M.R. auf die die Maschine laut dem Vorbesitzer auch in Hamburg von Hilpert Audio eingemessen wurde.

    Da die RMG / EMTEC ja leider nicht mehr verfügbar sind, habe als Ersatz für meine Telefunken M15 A entsprechend die ausgewiesenen RTM SM 900 M.R. 1/4 über das Musikhaus Thomann bestellt, selbst die Produktcodes sind auf beiden Kartons RMG / RTM identisch.


    Achtung, jetzt wird es untechnisch ;-) , als Musiker zählt für mich in erster Linie das klangliche Ergebnis:


    Nach ersten Probeaufnahmen bei 18cm (7,5 inch) stelle ich folgende Unterschiede fest:

    RTM klingt etwas höhenbetonter, jedoch insgesamt dynamisch deutlich flacher, insbesondere in den Tiefmitten und Bässen zu kontrolliert ohne Druck und Punch und dadurch zu soft.

    Das Ergebnis ist sicher technisch okay, es fehlt definitiv der "Vibe" der alten Bänder und entsprechender Aufnahmen.

    Testweise habe ich zum Vergleich ein weiteres der alten Bänder noch einmal mit demselben Mix und Einstellungen am Pult bespielt,

    Ergebnis identisch: RMG SM 900 drückt und klingt dynamisch mit Punch im Bereich Tiefmitten, von dem natürlich diverse Instrumente / Vocals profitieren - da passiert etwas mit dem Mix.

    RTM SM 900 klingt wie bereits erwähnt, etwas mehr höhenbetont, flach und ohne Druck in den Tiefmitten, dadurch auch entsprechend langweilig und ohne Ausdruck des RMG.

    Ich ging nach den Infos auf RTM Website davon aus, das die RTM SM900 nach exakt selbem Rezept und Verfahren wie die älteren RMG /EMTEC erstellt werden und so auch die entsprechend identischen klanglichen Ergebnisse bringen sollten.


    Ich hoffe, daß einer der Forum Mitglieder ebenfalls einmal RMG SM900 M.R. mit dem RTM SM900 verglichen hat und kann mir dazu hilfreiche Rückmeldung geben.


    Ein Neueinmessen auf die neue Bandsorte würde ich gerne vermeiden, dadurch die älteren Bänder inkompatible werden könnten.


    Vielen Dank im Voraus,

    viele Grüße,

    Götz

  • Da das Einmessen nur die Aufnahme beeinflusst, nicht aber die Wiedergabe, macht es schon Sinn die Maschine auf aktuelles Bandmaterial einzumessen. Sollten die Köpfe dejustiert sein, dann wird das natürlich auch die Wiedergabe beeinflussen.

    Gerhard

    LP12; TD124; NAGRA T-Audio, IVS, Seven, Jazz, VPS, Classic DAC, MPS, CDC, 300p; FUNK MTX, Kabel; Open Baffle; REVOX B215; SPL MK-2T;

    AAA Mitglied;

  • aber was erklärt den Unterschied beider eigentlich identischer Bandtypen ?

    Hallo Goetz,


    mit den Daten kann ich helfen, viel Spaß beim vergleichen ;)

    Einmessen auf eine Bandsorte ist nur für Aufnahme Notwendig.

    Kopffehlstellung würde ja bei beiden Bandsorten gleich sein.


    EMTEC_SM900_D SM900 Datenblatt Deutsch.pdf


    SM900 Daten.pdf


    Mit freundlichem Gruß aus der friesischen Kribik


    Jürgen

    "Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen"


    Theresia von Avila

  • moin Götz,


    Ich benutze auch das RMG SM900 auf meiner Maschine, der Klang Vor/Hinterband ist völlig identisch.


    Vor kurzem hab ich mir ein Paket neuer RTM SM900 Bänder besorgt, nach den ersten Aufnahmen im Klang völlig identisch zu meinen alten RMG Bändern, also es gab keinen unterschied.
    Selbst die allerersten alten RMG SM900 Bänder waren völlig identisch mit den späteren aus dem Französischen Werk welches die Produktion übernahm.


    Was für eine Charge ist den auf den Kartons angegeben?
    Vielleicht hast du ja irgendeine unverkäufliche Testcharge oder Ausschussware erwischt, möglich ist heutzutage alles, also ich würde erstmal warten mit dem Einmessen und eine andere Charge ausprobieren.


    gruß

    volkmar

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen- Röhren Vorvorstärker - Röhren Kopfhörerverstärker- Röhren Phonovorstufen -Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme Audio Technica AT-160ML + AT-ML180


  • Hallo Jürgen,


    vielen Dank für die Datenblätter beider Bänder. :):thumbup:


    @Volkmar


    Ja, danke für deinen Hinweis, :)ein Einmessen versuche ich momentan ebenfalls zu vermeiden, da die Aufnahmen der alten Bänder klanglich schon sehr gut das gewünschte Ergebnis bringen, wobei das Vorkopfsignal sich hier deutlich von der Hinterbandkontrolle unterscheidet, aber - das genau macht, was mir für meine Mixe zusagt.:/


    Ich schalte über eine 24 Kanal zwischen dem Mix am Pult und dem Signal von der Maschine kommend, was ja während der Aufnahme dem Hinterbandkopf entspricht.


    Die Chargen sind ebenfalls gemischt, EMTEC Netherlands und und auch Pyral aus Avranches Codex France, beim neuen RTM konnte ich nur einen Hersteller BarCode finden, welcher auf beiden RTM Kartons identisch ist - 6974451.


    Tatsächlich geht es mir darum, genau das klangliche Ergebnis der alten Bänder zu erhalten.


    Viele Grüße,

    Götz

  • Hier mal die auf den Kartons aufgedruckten Daten mit der 6 stelligen Chargenummer meiner neuen RTM´s..



    Wie gesagt Vor und Hinterband tadelos.


    gruß

    volkmar

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen- Röhren Vorvorstärker - Röhren Kopfhörerverstärker- Röhren Phonovorstufen -Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme Audio Technica AT-160ML + AT-ML180


  • Wie gesagt Vor und Hinterband tadelos.

    Hallo Volkmar,


    ist Deine Teac auf SM900 Eingemessen?


    Mit den besten Grüßen aus der Nordsee


    Jürgen

    "Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen"


    Theresia von Avila

  • Ah okay, du benutzt die Pancakes,

    ich habe die Variante M.R. auf Alureel im letzten Oktober 2019 bei Thomann bestellt.



    RTM SM900 34620.jpg


    Wenn sich Hinterbandkopf klanglich vom Mix unterscheidet,

    entspricht dies hier nicht der technischen Norm für eine Bandmaschine ?


    Oder in welchem Rahmen ist dies normal?


    Viele Grüße,

    Götz

  • Hallo Götz,


    wenn Vor und Hinterband sich signifikant unterscheiden hast Du ein Problem mit

    Deiner Telefunken M15 A.


    Mit freundlichem Gruß aus der friesischen Karibik


    Jürgen

    "Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen"


    Theresia von Avila

  • ist Deine Teac auf SM900 Eingemessen?

    Hallo Jürgen,


    Bin nicht sicher, der Vorbesitzer hat mal was gemunkelt, deswegen nehm ich´s.
    Aber das Hinterbandsignal ist einfach Perfekt zum Vorband, also lass ich es lieber.


    gruß

    volkmar

    AAA Mitglied


    Röhren Endstufen- Röhren Vorvorstärker - Röhren Kopfhörerverstärker- Röhren Phonovorstufen -Laufwerke Thorens TD-2001 RDC + DIY- Masterbandmaschine Teac X-2000M- Systeme Audio Technica AT-160ML + AT-ML180


  • Hallo Jürgen,


    in welchem Rahmen würdet ihr solche Abweichungen tolerieren, bzw sind sie technisch akzeptabel.


    Ich schätze einige wenige dB eher im Tiefmitten / Bassbereich, sowie ein interessanter Effekt in der Stereobreite, alles nicht komplett anders, aber so, daß der vorherige Mix jetzt richtig gut klingt,

    wobei das RTM insgesamt weniger deutlich abweicht, als das RMG EMTEC SM900.


    Aber wie schon erwähnt. mir gefällt was die M15 mit dem RMG Band mit meinen Mixen macht,

    wie komme ich hier weiter?


    Volkmar empfahl noch eine weiter Charge zu checken, ggf die Pancakes also NAB.


    Wäre ein weiterer Satz Aufnahmeverstärker Karten sinnvoll,

    oder lassen sich die jetzigen Einstellungen auch auf anderem Wege bei Bedarf ggf wiederherstellen ?



    Viele Grüße,

    Götz

  • Man kann sich die Potistellungen abfotografieren oder markieren. Ansonsten ist die individuelle Einmessung vor jeder Aufnahme der Köngisweg, das wird in der Tontechnik ebenso gehandhabt. Auch innerhalb einer Charge kann es Abweichungen geben, dagegen gibt es keine Garantie. Bei 19cm würde ich eher auf ein Langspielband gehen, LPR 90 ist die Langspielvariante vom SM900. Die Studiobänder sind vom Arbeitspunkt eher auf 38cm optimiert.

  • Aber wie schon erwähnt. mir gefällt was die M15 mit dem RMG Band mit meinen Mixen macht,

    wie komme ich hier weiter?

    Hallo Götz,


    eine Bandmaschine hat das wiederzugeben was sie Aufgenommen hat und zwar so unverfälscht als möglich.

    Selbst wenn Du Deine Bandmaschine nur zum Sounding als Effekt Gerät benutzt, sollte die Maschine korrekt eingestellt sein. Alles andere ist Perlen vor die Säue :sorry:


    Mit freundlichem Gruß aus der friesischen Karibik


    Jürgen

    "Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen"


    Theresia von Avila

  • Hallo noch einmal,

    und erst einmal vielen Dank für euren schnellen und hilfreichen Anregungen und Antworten.


    ich habe zwischenzeitlich auch mit dem Hersteller RTM Kontakt aufgenommen,

    abhängig von Bandmaschinen Typ kann! es aufgrund einer bei RTM jetzt optimierten Oberfläche zugunsten verbesserter Reibungseigenschaften gegenüber RMGi zu einer unterschiedlichem Verhalten bei identischem Bias kommen, sprich in meinem Falle empfahl man mir den Biasstrom zu veringern, um die minimal glattere Oberfläche und damit verbundene Verschiebung der Vormagnetiesierungstiefe zu kompensieren.


    Das ist ein super Feedback vom RTM Support und bestätigt mich in meinem Vergleich beider Bandtypen.


    Ich weiß nur nicht, ob ich aktuell den M15 Bias auf RTM Bänder optimieren möchte und mir so eventuell den Weg zum jetzigen Klangergebnis mit RMGi Bändern verbaue.


    Zumindest sehr ungerne im jetzigen Zustand meiner aktuellen Produktion.


    Besitzt jemand von euch noch alte RMGi SM900 Bänder, die er gerne veräußern möchte? ;-)


    Nochmals danke an euch alle und viele Grüße,

    Götz

  • in meinem Falle empfahl man mir den Biasstrom zu veringern, um die minimal glattere Oberfläche und damit verbundene Verschiebung der Vormagnetisierungstiefe zu kompensieren.

    RTM wiederum hat sich gestern mit deinem Anliegen an mich gerichtet und mir heute auf meinen Wunsch auch das Foto von deinem Kopfträger zugeschickt. Erst jetzt sehe ich zufällig deine Anfrage hier im Forum.

    Ich habe ihnen heute Abend geantwortet, dass ich mit einem Aufnahmekopf deines Typs (AC 26, ein Ferritkopf mit 12 µm effektiver Spaltbreite) und RTM SM 900 folgende Overbias-Werte für 10 kHz (ΔS10) als optimal ermittelt habe:
    -2dB @ 38 cm/s

    -5 dB @ 19 cm/s
    Diese Werte weichen geringfügig von den Herstellerangaben ab, die für kleinere Spaltbreiten (etwa 8 µm) gelten.

    Vermutlich werden sie morgen diese Angaben an dich weiterleiten (von unserer Verbindung hier müssen sie nicht unbedingt etwas erfahren 8)).

    Entsprechendes Bandmaterial von RMGI oder EMTEC zum Vergleich besitze ich leider nicht.