Der UKW-Tuner-Thread

  • bei meiner Mutter tut es ein Marantz 2270 Receiver (übrigens seit 40 Jahren fast täglich über den ganzen Tag ohne Probleme).

    wie hat ein anderer User (Michael mvd ) so schön formuliert: Die Geräte sollten regelmäßig im Betrieb genommen werden, ansonsten sterben sie vor Langeweile - diese Aussage hat sich hauptsächlich auf die verbauten Elektrolytkondensatoren bezogen.


    Viele Grüße,

    Walter

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher Albert Einstein

  • Muss nicht unbedingt sein. Anfänglich hatte ich auch ein leichtes Rauschen (ähnlich zu dem Geräusch der Heizkörper im Winter), aber getrennt von der Musik, die sich zwischen den Lautsprechern abspielte -- und das leichte Rauschen hing an den Lautsprechern. Also ähnlich zum Abspielen einer etwas beschädigten Schallplatte mit einem guten, schweren Tonarm -- da bleiben die Ticks und Plops auf beschädigten Platte auch an den Lautsprechern hängen, und die Musik spielt losgelöst von diesen zwischen den Lautsprechern.


    Aber durch die Positionierung und Orientierung der Antenne -- und die Verwendung des variablen Ausgangs meines FM 2002 -- konnte ich das Rauschen unter meine Wahrnehmungsschwelle senken. Aber vielleicht bin ich schon etwas taub :-)


    -- Joachim

  • Aber ich gebe zu, dass ich mit dem FM 2002 ziemlich eingeschränkt höre (nur ausgerichtet auf einen einzigen Sender).

    Ich habe beim letzten Mal, glaube ich, vergessen, dass neben den drei Kulturwellen bei einem Dreh in Richtung Harz auch noch NDR-Info auf 99,5 MHz empfangbar wäre. Auch dort kommen interessante Sendungen.

  • diese Aussage hat sich hauptsächlich auf die verbauten Elektrolytkondensatoren bezogen.

    Ja, das stimmt. Das sind eben Bauteile, in denen ein chemischer Prozess abläuft, und die brauchen hin und wieder Spannung, damit sich dieser Prozess nicht irreversibel umdreht.

    Wenn sich die chemische Isolierschicht zwischen den Elektroden komplett abgebaut hat, stellt der Elko einen Kurzschluß dar!


    Sehr alte Elkos kann man noch versuchen neu zu formieren, indem man ganz vorsichtig mit einer sehr kleinen Spannung anfängt und diese dann über Stunden und Tage immer weiter erhöht.


    http://www.jogis-roehrenbude.de/Elko-Neuformatieren.htm



    Mit dieser Methode habe ich schon Elkos aus Geräten aufgefrischt, die über 50 Jahre lang nicht eingeschaltet waren.

    Originalität ist alles beim restaurieren und bevor ich einen neuen Elko in ein altes Gerät einbaue, versuche ich es lieber so.


    Gruß

    Michael

  • Aber durch die Positionierung und Orientierung der Antenne

    Kann sein, dass die sich durch Wind erstellt hat. Ich hatte schon besseren Empfang. Muss mich mal darum kümmern. Feldstärke zeigt der Sansui aber fast voll an.


    Gruß

    Siggi

  • Kann sein, dass die sich durch Wind erstellt hat. Ich hatte schon besseren Empfang. Muss mich mal darum kümmern. Feldstärke zeigt der Sansui aber fast voll an.


    Gruß

    Siggi

    Hallo Siggi,


    ich wohne in der Innenstadt, in meiner Empfangssituation ist es wichtiger Mehrwegempfang (multipath) zu minimieren als die Signalstärke zu maximieren. Aber Deine Empfangssituation kann von meiner abweichen.


    Viele Grüße


    Joachim

  • ...handelt sich um dieses Teil und spielt perfekt!

    ...und ist wahrscheinlich auch perfekt servisiert und dabei sicherlich neu abgeglichen worden! :)


    Viele Grüße,

    Walter

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher Albert Einstein

  • Hallo Joachim,


    die von Dir beschrieben Effekte (von mir fett markierte Textpassagen)...

    Anfänglich hatte ich auch ein leichtes Rauschen (ähnlich zu dem Geräusch der Heizkörper im Winter), aber getrennt von der Musik, die sich zwischen den Lautsprechern abspielte -- und das leichte Rauschen hing an den Lautsprechern. Also ähnlich zum Abspielen einer etwas beschädigten Schallplatte mit einem guten, schweren Tonarm -- da bleiben die Ticks und Plops auf beschädigten Platte auch an den Lautsprechern hängen, und die Musik spielt losgelöst von diesen zwischen den Lautsprechern.

    ...kann ich ebenfalls bei meinem Grundig T-9009 feststellen. Allerdings muss ich anmerken, dass mein Wunschsender aus meiner Empfangsposition etwas hinter dem Radiohorizont liegt.

    Um das genauer zu erklären muss ich etwas weiter ausholen und kann dabei ein Versprechen das ich Marc gegenüber gemacht hatte nun damit einlösen:

    wie schlägt sich denn nun der 1100SD im Vergleich zum Grundig?


    Gruß,

    Marc

    Bisher habe ich dies nur anhand meines Wunschsenders getestet und die Tuner mit einander dabei verglichen.

    Aber das zu erklären ist eine äußerst komplizierte, aber umso spannendere Gschicht. Vielleicht habe ich heute am Abend Zeit und Muße mich darüber zu wagen.

    und die hatte ich natürlich nicht - nun ist aber die ideale Gelegenheit dies nachzuholen!


    Mein Wunschsender Rock Max sendet mit 10 KW aus einer Entfernung von 146Km. Allerdings in die entgegengesetzte Richtung, was lt. https://fmscan.org/index.php einer ERP von nur 1 (!) KW in meine Richtung entspricht. Trotz der von mir in Beitrag #8 schon erwähnten besseren Antenne mit einem angeblichen Gewinn von 10,5dB(d) kommt Rock Max so an der Grenze Empfangbarkeit herein und zwar an der, bei der Stereo samt RDS gerade noch annehmbar decodierbar ist. Annehmbar ist der Klang aber allerdings nur mit meinen T-9000 und T-9009. Kein anderer meiner Empfänger zeigt diesen Effekt weder der Kenwood, noch der Dual, nicht der Onkyo T-9990 und auch nicht der Yamaha TX-1000, den ich kurze Zeit hatte.


    Und zwar empfange ich Rock Max meistens mit einer Signalstärke von ~24dBµV (Messgerätegenauigkeit) natürlich rauscht es dabei im Stereomodus. Dieses Rauschen ist aber gerade bei diesem Grundig gar nicht einmal so unangenehm wie man auf den ersten Blick annehmen könnte. Die Musik (ja die ach so bösen Rockmusik :P) ist trotzdem sehr räumlich wahrnehmbar. Stimmen und Instrumente sind dort wo sie hingehören, aber das Rauschen ist eigenartigerweise kein Teil davon - es schwebt irgendwo zwischen oder oberhalb der Lautsprecher. Jedoch, wenn das Signal um 2dB abfällt, dann wandert das Rauschen ins Nutzsignal. Somit wird es langsam Zeit auf Mono umzuschalten. Apropos Mono... dieser Effekt ist ausschließlich in Stereo und bei dieser Empfangsstärke wahrnehmbar. Wird der Empfang stärker, so verschwindet damit auch dieses rauschen.


    Btw., Rock Max sendet mGn ungewöhnlich clear - dagegen fühle ich mich beim Umschalten auf den einen, oder anderen heimischen Sender förmlich fast angebrüllt.


    Viele Grüße,

    Walter

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher Albert Einstein

  • Allerdings muss ich anmerken, dass mein Wunschsender aus meiner Empfangsposition etwas hinter dem Radiohorizont liegt.


    Das ist sicher falsch. Wenn Dein Wunschsender hinter dem Radiohorizont liegen würde, würdest Du ihn nicht empfangen können, außer bei Überreichweiten vielleicht. Es mag aber möglicherweise sein, dass Dein Wunschsender hinter dem optischen Horizont liegt.

  • Hallo zusammen ...


    ich habe einen schönen Revox B760 ... ich hatte mich für diesen Tuner entschieden, weil er einen regelbaren Kopfhörerausgang hat ... so steht er auf meinem Nachttisch und ich höre oft vor dem Einschlafen das Nachtprogramm ... guter Klang entspannt :)


    BG


    Carsten

  • Der älteste UKW-Tuner in meiner Sammlung ist der Telefunken T-5000 mit seinen wunderschönen Flutlichtskalen.


    https://www.welt-der-alten-rad…-roehrenradios-2-433.html


    Wegen des exorbitant hohen Preises von 760,- DM wurden davon nur 1.353 Stück verkauft. Das war im Jahre 1950 sehr viel Geld.


    Hier sieht man, wie der Nachfolger T-5001 restauriert wird und ab Minute 2:40 bekommt man einen Eindruck davon, wie schön die Flutlichtskalen im Betrieb aussehen.



    Gruß

    Michael

  • Werte UKW-Freunde,


    nach erfolgreicher Suche betreibe ich nun seit einigen Tagen einen Hitachi FT-5500 MkII. Es handelt sich um einen erstaunlich flachen PLL-Tuner aus dem Jahr 1984. Typisch für diese Zeit sind eine Fülle elektronischer Gadgets, welche ihn zu einem durchaus guten Empfänger machen. Zu den Empfangsleistungen später mehr.


    Eines der interessantesten Features (und für mich Kaufgrund) ist die numerische Feldstärkeanzeige. Die Anzeige besitzt mit 1dBµV-Schritten eine vernünftige Auflösung. Während der Anzeige der Feldstärke schaltet der Tuner stumm. Laut dem Tenor damaliger Tests soll die Anzeige zudem recht exakt sein und bis auf sehr geringe Abweichung der tatsächlichen Feldstärke entsprechen. Meßgeräte-/Laborgenauigkeit sollte man sicher nicht erwarten aber für ein Consumer-Gerät sowie den Hausgebrauch durchaus hinreichend.

    Ebenfalls an Bord sind 16 Speicherplätze, zwei schaltbare Bandbreiten und das sog. FCCS (Field Condition Computer System); ein Einmeßcomputer, welcher die anhand von Feldstärke und Verzerrungen optimale Einstellung aus IF,RF, Mono/Stereo auswählt und zudem bei schwachem Pegel und hohem Rauschen ein entsprechendes Rauschfilter aktiviert. Bis auf letzteres sind die Einstellungen selbstverständlich auch manuell wählbar und werden auf Wunsch mit abgespeichert. Gerne hätte ich ein manuell wählbares Rauschfilter gehabt.

    Die Sender erfolgt in üblichen 500kHz-Schritten; hier wäre mir eine höhere Auflösung in 250kHz-Schritten lieb gewesen, zumal der Hitachi ein wirklich gutes DX-Potential besitzt.

    Der FT-5500 MkII besitzt fünf Abstimmkreise für UKW sowie zwei Keramikfilter im Normalbetrieb und zwei zusätzliche für die Narrow-Einstellung.



    Zum Empfang: Vorweg, der Tuner wird aktuell betrieben wie ich ihn bekam; es fanden weder Neuabgleich noch Bauteiltausch statt. Alle meine Standardsender, also jene, welche ich regelmäßig zum Musikgenuß höre, kommen in rausch- und störungsfreier Stereoqualität. Das war wohl zu erwarten und alles andere hätte auf einen möglichen Defekt oder deutlich fortgeschrittene Alterung der Filter hingedeutet.

    Dem ist offenbar nicht so, wie zwei Sender zeigen, welche hier nur von wenigen Tunern zu empfangen sind. Es handelt sich dabei um HR2 (96.7MHz / 178km / Hoher Feldberg) und SWR2 (94.0MHZ / 125km / Koblenz-Waldesch). Diese beiden Sender nutze ich gerne um zu prüfen wie DX-tauglich Tuner sind. Neben beiden Frequenzbändern liegen stärkere Nachbarsender, somit ist enge Bandbreiteneinstellung obligatorisch. Empfangsstarke und selektive Tuner holen sowohl SWR2 als auch HR2 in verrauschtem Stereo mit Atefakten rein; auf Mono wird es dann anhörbar. Zur Informationsaufnahme ausreichend; von befriedigender Musikwiedergabe jedoch meilenweit entfernt. In meinem aktuellen Tuner-Sortiment schaffen das sowohl der Tandberg als nun auch der Hitachi; Naim und NAD blenden diese beiden Sender komplett aus (was nicht wundert - für solche Empfangsverhältnisse sind sie nicht konzipiert). Auf gleichem Niveau empfingen HR2 / SWR2 die vor einiger Zeit leihweise ausprobierten Philips AH-673 und Onkyo T-9990.

    Insofern kann ich dem FT-5500 MkII als empfangsstarken und selektiven Tuner für schwierige Bedingungen durchaus empfehlen.


    Der Hitachi wird hier in erster Linie als "Control-Reciever" an meinem kleinen "UKW-Arbeitsplatz" dienen und er kann auf Grund seiner Kompaktheit und des geringen Gewichts auch mal eben auf den Speicher mitgenommen werden und dort mittels seiner praktischen Feldstärkeanzeige zur Optimierung der Antenneninstallation dienen.

    Das Multiplexsignal für den RDS-Manager wird nur im Mono-Betrieb ausgegeben, was jedoch zu Kontrollzwecken ausreicht.


    Gruß,

    Marc







  • Hallo Marc,

    Die Sender erfolgt in üblichen 500kHz-Schritten; hier wäre mir eine höhere Auflösung in 250kHz-Schritten lieb gewesen

    meintest Du 50 und 25kHz-Schritte? Interessantes Gerät :)


    Auf einen Vergleich mit einem Grundig T-9000 wäre ich schon gespannt - sofern Du Dir jemals einen zulegen solltest. Der hat auch ein 5 Gang-Frontend und eine sehr präzise Messfunktion in dBµV.


    Viele Grüße,

    Walter

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher Albert Einstein