Der UKW-Tuner-Thread

  • sehr interessanter Bericht. Ob in der Anfangszeit auch Fertiggeräte in der Art existierten, wie unter

    War bis jetzt neu für mich: UKW-Empfang ohne fremde Spannungsquelle (UKW-Detektorempfangsschaltung) - wer hat dies getestet?

    beschrieben ?

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • Was hat es eigentlich mit dem Sony Audio Current Transfer auf sich, bringt es tatsächlich klangliche Vorteile?

    Quote

    Audio-Current-Transfer, eine Schaltungskonzeption aus dem Verstärkerbau, vermindert elektrische Interferenzen zwischen linkem und rechtem Kanal.

    Dies wurde z.B. bei den Tunern ST-S 444 ES und ST-S 555 ES eingesetzt und man benötigte einen solchen Adapter, um das Gerät via Cinch zu verbinden... https://i.ebayimg.com/00/s/NzY4WDEwMjQ=/z/Pi8AAOSwrMhcztVU/$_59.JPG

  • Was hat es eigentlich mit dem Sony Audio Current Transfer auf sich, bringt es tatsächlich klangliche Vorteile?

    Dies wurde z.B. bei den Tunern ST-S 444 ES und ST-S 555 ES eingesetzt und man benötigte einen solchen Adapter, um das Gerät via Cinch zu verbinden... https://i.ebayimg.com/00/s/NzY4WDEwMjQ=/z/Pi8AAOSwrMhcztVU/$_59.JPG

    Hallo tomfritz,

    Sony hat beim ST-S555ES am Ausgangsverstärker schon etwas mehr an Aufwand getrieben. Die Namensschöpfung "Audio Current Transfer" stammt von Sony, und ist vom Prinzip her ähnlich einer Impedanzanpassung. Dafür muss der Output-Verstärker aber auch mehr Strom liefern als gewöhnlich. Auf beiden Seiten - am Ausgang des Tuners als auch am Eingang des Verstärkers/Vorverstärkers - wird das Signal mit 620 Ohm abgeschlossen. Der 620 Ohm Abschluss befindet sich im Kästchen auf der Eingangsseite des dafür vorgesehenen Kabels. Durch diesen eigenständigen Stromkreis vermindern sich die Einflüsse der Masse im Tuner, welche ja vom eingebautem Netzteil ausgeht, und sich dort die Auswirkungen aller im Tuner befindlichen Module ansammeln. Auf diese Weise soll das Signal sauberer werden.

    Verwandt damit sind die 600 Ohm Ausgänge/Eingänge aus der Studiotechnik. Auch bei einer symmetrischen Verbindung per Transformer wird die Masse weggelassen. Ein Wink worauf das abzielt.

    Ich sehe jedoch keinen besonderen Vorteil, zumal das mit einem OP verwirklicht wurde. Besser sind diskret aufgebaute Ausgänge (die können noch mehr Strom liefern) bzw. "Hybrid"-Ausgänge (stromverstärkte OP-Amps), wie z. B. beim Revox B261 (Hybrid) oder Grundig T-6500/T-7500/T-9000 und dem Tandberg 3001 (diskret). Also eher ein Gimmick.


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Sony hat das ja dann später auch wieder sein lassen. Und sonst ist mir auch kein anderer Hersteller von Consumer-Tunern bekannt, der solches erbaut hätte.

    Es ist ja grundsätzlich nichts schlechtes, nur gab es bei Tunern (eigentlich bei allen Home-Audio-Geräten) andere Baustellen zu lösen. In etwa so wie das SSS Feature beim Denon TU-767 - ja, es bringt was, aber die Lösung liegt woanders.

    Ich schweife ab...

    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Hallo tomfritz,

    ich habe es ja gewusst das du nachhacken wirst - also gut...

    Da ich ja eigentlich lediglich auf Verstärker ausgelegt bin, und von der ganzen Empfangstechnik nur wage Vorstellungen habe, kann ich das Signal nur bis zum Eingang zum MPX Dekoder zurückverfolgen und entsprechend nachvollziehen. Und da ich die Disziplin "Phasen-Linearität" sehr ernst nehme, ist für mich auch klar das es auf dem ganzen Weg - von der Antenne bis zum Dekodereingang - ebenfalls darauf ankommt. Es wird ja auch laufend erwähnt, auch z. B. im Zusammenhang mit der Bandbreiten-Filterung. Das wäre schon mal so ein Punkt. Rauscharme Elektronik, Abschirmung innerhalb des Gerätes, max. Eingangsempfindlichkeit bei max. Übersteuerungsfestigkeit um noch einige weitere Punkte zu nennen. All das wirkt sich direkt auch auf die erzielbare Klangqualität aus - genauso wie die Qualität des MPX-Dekoders und der darauf folgenden Ausgangsstufe und aller dazwischenliegenden Filter.

    Und wenn wir jetzt mal annehmen das Sony das bei diesem Gerät alles bis zur Ausgangsstufe perfekt realisiert hat, dann ist diese Art der Ausgangsstufe einfach nur eine reine Alibifunktion ohne weiteren Nutzen, den es wird mit einem einfachen Universal-OP (selbst für die damalige Zeit) realisiert, welcher nicht annähernd mit den Ausgängen eines Rovox B260, Tandberg 3001 oder den beiden Grundig-Tunern ST-7500 oder T-9000 konkurieren kann. Denn trotz dieses Schaltungstricks - mehr ist das nicht - wird die Klangqualität nicht verbessert, sie bleibt seitens des Tuners lediglich konstant, egal ob der nachfolgende Verstärker 10 kOhm oder 47 kOhm Eingangsimpedanz hat. Und das ist einfach zu wenig.

    Mein Rezept wäre entweder eine DC- "Hybrid"-Ausgangsstufe (mit diskreten Transistoren stromverstärkte OP-Amp Schaltung) oder gleich diskret aufgebaut, eine Einschaltverzögerung am Ausgang mit Relais, ohne Kondensatoren (immer noch deutlich besser als mit den teuersten Mundorf Ölpapier-MKPs), dazu einen Ausgangswiderstand von ca. 10-20 Ohm. Damit kannst du jeden davor getrieben Aufwand zur Geltung bringen, und dem Tuner ist es vollkommen egal was für eine Eingangsimpedanz der nachfolgende Verstärker hat, er wird ein absolut Phasenstabiles Ausgangssignal abliefern.


    Das Thema ist in diesem Thread etwas OT, sorry


    Gruß


    Matej

    Gewerblicher Teilnehmer

  • Wer sagt, dass Revox oder Klein&Hummel anderen Tunern so überlegen seien?

    der am Gehäuse aufgedruckte Name sagt es - das reicht voll und ganz aus...


    Viele Grüße,

    Walter

    Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher Albert Einstein

  • Naja, es gab ein sehr gutes Tunerboard mit tollem Frontend und u.a. zwei achter LC-Filter-Gruppen in der ZF vom B260 über den A764 bis zum gering modifizierten H6, das viele andere Radios in den Schatten stellte.

    Der ET20 war für seine Zeit wirklich gut, da war nur der ein Jahr später erscheinende A76 deutlich besser.;)

  • Welcher ReVox Tuner?


    Guten Morgen in die Runde,


    obschon ich mit dem Tandberg einen sehr ordentlichen Tuner besitze, bleibt ein gewisser Spieltrieb erhalten. Ich möchte gerne noch ein wenig Erfahrung mit ReVox sammeln. Einen A-76 hatte ich schon über längere Zeit, der war wirklich gut; die jüngeren Geräte kenne ich (noch) nicht.


    Im Fokus stehen B261 oder B260/(E):


    - Welcher wäre vorzuziehen?

    - Gibt es technische Unterschiede zwischen B260 und B260E?


    Gruß,

    Marc

  • Auf den und den passenden Verstärker bin ich auch noch scharf. Einmal gefällt mir das Vintage-Design und dann bauen beide Geräte nicht so tief. Ich suche noch eine Anlage für mein Billy-Bücherregal. Die kleinen Chartwell habe ich schon.


    Gruß

    Siggi

    Moinsen Siggi

    Ich komme Ende März wieder in den Norden zu Marco. Ich hätte einen originalen A76 und A50 inkl. der passenden Lautsprecher. Falls du Interesse hast kannst du die beiden haben. Bei mir spielt jetzt ein D3. Das reicht mir

    Beste Grüße

    Stefan

  • Die Schaltung ist beispielsweise so gut in ihrer Empfindlichkeit und Trennschärfe, daß sie gering erweitert als Kontrollempfänger verkauft wurde. Marc, da oben steht nur einer, 261 war wohl früher, der E hat auch rds, wenn ichs recht erinnere. Nachschauen würde ich aber erst morgen.;)