Endlich da: Chet Baker Box - die 4 Riverside Alben - remastert von Kevin Gray


  • Hallo,


    so, gerade wurde sie geliefert. Am 24. November bestellt. Erstes genanntes Erscheinungsdatum sollte der 20 Dezember sein.


    Jetzt endlich da, der Freitagabend ist gerettet :-)


    Ich zitiere mich mal selbst aus dem Vorfreude-Thread:


    " Concord records veröffentlicht am 20. Dezember in Deutschland eine Chet-Baker Box mit den vier Riverside Records Alben:


    - It Could Happen To You

    - Chet Baker In New York

    - Chet

    - Chet Baker Plays The Best Of Lerner And Loewe


    die fünfte LP der Box enthält outtakes und alternatives takes.


    Die Alben wurde von Kevin Gray bei Cohearent Audio von den originalen Masterbändern neu abgestastet und gemastert.

    Die Pressung erfogt bei RTI auf 180 g Vinyl.

    Neben der Bonus LP enthält die Box ein 16-seitiges Booklet mit Fotos und Text von Doug Ramsey.


    Hörprobe und Infos hier:


    https://thevinylfactory.com/ne…de-records-vinyl-reissue/

    "





    Jetzt mach ich mich mal ans Hören und berichte dann hier weiter.


    VG


    Michael

    Plattenspieler: Clearaudio Solution, Tonarm: Clearaudio Unify 9, Tonabnehmer: Benz Micro ACE L, CD/SACD-Player: Accuphase DP-78, Vorverstärker: Accuphase C280L, Endverstärker: Accuphase A-46, Lautsprecher: Ecouton Audiolabor LQL200, selbst revidiert

  • Jepp, das ist der gegenwärtige übliche Preis auf dieser Seite des großen Teichs.


    Ich habe bei Amazon 159 Euro bezahlt.


    Mit drastischen Preissenkungen rechne ich bei dieser Box in naher Zukunft nicht :-)


    Gruß

    Michael

    Plattenspieler: Clearaudio Solution, Tonarm: Clearaudio Unify 9, Tonabnehmer: Benz Micro ACE L, CD/SACD-Player: Accuphase DP-78, Vorverstärker: Accuphase C280L, Endverstärker: Accuphase A-46, Lautsprecher: Ecouton Audiolabor LQL200, selbst revidiert

  • So,

    ich habe "Chet" und "Chet Baker sings - It could happen to you" durchgehört.


    Zur Fertigungsqualität (dieser beiden Platten):


    Hervorragend wie von RTI gewohnt, nahezu auf Pallas-Niveau. Die Platten sind absolut plan, es gibt keine Pressfehler, keine Knackser. Ich habe die Platten ungewaschen gehört: Nicht das leiseste Knistern. Rillengeräusche habe ich nicht vernommen.


    Wollte man auf höchstem Niveau jammern so müsste man feststellen: Bei "Chet" ist auf der ersten Seite das Mitteletikett etwa um 1,5 mm exzentrisch aufgeklebt. Hatte ich bei anderen RTI-Pressungen auch schon, scheint Teil der Corporate Identity des Ladens zu sein. Bei "Chet Baker sings" ist das Mittelloch um eine Winzigkeit aus dem Zentrum verschoben. man muss aber schon genau hinsehen um die Bewegungen des Tonarms zu sehen. Alles kein Grund für Reklamationen, die allermeisten modernen Pressungen sind um Längen schlechter.


    Zum Klang:


    Ich drücke mich mal zurückhalten aus: Die Qualität ist schlicht atemberaubend.


    Was als erstes auffällt ist die unglaubliche Klarheit des Klangs, Alles ist völlig schleier- und schlackenlos. Die Musik spielt vor einem absolut schwarzen Hintergrund. Gleichzeitig hat die Musik aber auch diese spezielle Wärme älterer Analogaufnahmen.

    Dann die unglaubliche Präsens. Die Instrumente klingen, als ob sie sehr nah am Mikrofon spielen, zeitweise hat man das Gefühl in Peter Adams Saxophon zu sitzen. Die Musik ist klangfarbenstark und dynamisch.

    Wenn ich die Augen schließe, dann sehe ich durch die geschlossenen Augenlieder ganz klar: Chet lehnt lässig an der linken meiner großen LQL200 Standboxen und gibt ein Privatkonzert in meinem Wohnzimmer :-)


    Um die Kirche im Dorf zu lassen (aber das ist jetzt Meckern auf ultra-hohem Niveau): Natürlich sind dies historische Aufnahmen aus den Jahren 1957/58. Das merkt man am ehesten, wenn Bill Evans in die Tasten seines Klavier greift. Das ist dann schon ein bisschen klimmperig, ein bisschen wie ein Western Saloon Piano. Auf "Chet Baker sings" - hier spielt Kenny Drew das Klavier - scheint das etwas besser zu sein, aber nicht wesentlich.

    Da merkt man dann doch die Beschränkung, die die Technik der Zeit der Aufnahmequalität gesetzt hat. Auch für Fans der analytischen Musikwiedergabe ist das nichts. Bei aller Klangfarbenstärke habe ich Aufnahmen mit Till Brönner, die eine größere Auflösung haben. Dafür gibt es eine musikalische Geschlossenheit und Harmonie die in der kalten Perfektion moderner Digitalaufnahmen oft untergeht. Besonders gut zu erleben auf "Chet Baker sings" durch die weiche, warme Stimmwiedergabe.

    Kevin Gray hat hier (wie immer) großartiges geleistet. Zurecht ist er, neben Bernie Grundman, einer der beiden Remastering-Götter.


    Was mich bei den Arbeiten dieser beiden verblüfft: Man kann ja remastern soviel man will. Was an Qualität nicht drauf ist auf den Mastertapes, das ist eben nicht drauf. Mich wundert immer wieder wieviel schon drauf ist, auf den Tapes von damals.


    Das mal als erste Eindrücke.


    Ich schreibe morgen noch etwas mehr zur Gestaltung der schöne Box und den Plattenhüllen, sowie den Dreingaben.


    VG

    Michael

    Plattenspieler: Clearaudio Solution, Tonarm: Clearaudio Unify 9, Tonabnehmer: Benz Micro ACE L, CD/SACD-Player: Accuphase DP-78, Vorverstärker: Accuphase C280L, Endverstärker: Accuphase A-46, Lautsprecher: Ecouton Audiolabor LQL200, selbst revidiert

  • Hallo alle,


    ich wollte noch die Ausstattung der Box etwas beschreiben.


    Die Box selbst ist mit einem beigen Textilstoff bespannt. Ich war mir erst nicht sicher, ob es sich tatsächlich um Stoff handelt, oder um Papier mit einer textilartigen Struktur. Wenn man aber in den Schuber hineinschaut, so sieht man den abgeschnittenen Rand des Stoffs. An den winzigen vorstehenden Fasern kann man erkennen: Ja das ist wirklich Stoff. Heutzutage selten.

    Der Schuber hat Prägungen, die kupferfarbig bedruckt ist. Das alles ist sehr hochwertig und auf sehr schöne Weise Oldschool-mäßig. Ich habe Klassikboxen aus den 60ern und 70ern, die ähnlich aufwendig gemacht sind.


    Die Plattencover der vier Alben sind keine Gatefolds, aber aus sehr stabilem Karton und exzellent foliert. Die Bilder sind ebenfalls hervorragend gedruckt und entsprechen den Originalcovern. Hinten ist auf die Folierung eine Reproduktion der Originalrückseiten aufgeklebt, auf glattem Kunstdruckpapier gedruckt. Besser geht es nicht.


    Die fünfte Platte (die Outtakes und Alternativtakes) ist ein Gatefold, aber unfoliert auf matten Karton.

    In Inneren findet sich eine Art Tasche mit einem 16-seitigen Heft mit einem Text von Doug Ramsey. Der Text ist kein Nachdruck, sondern wurde für diese Box verfasst. Er schildert Leben und Karriere von Chet Baker, spart Drogenprobleme und deren Einfluss auf diese Aufnahmen nicht aus. Der Aufhänger ist eine Begegnung des Autors mit Chet Baker 1974 anlässlich dessen Come-Backs in New York.

    Weitere Zugabe ist eine Papiertüte mit einem Photo, das auch für das Cover von "Chet" verwendet wurde.

    Zwar ist auch dieses Foto auf hochwertigen Fotopapier gedruckt, aber brauchen tue ich sowas nicht wirklich. Sei`s drum.





    Fazit


    Lohnt sich die Box ? Braucht man das?

    Für jeden Chet Baker Fan und für jeden der mit dem klassischen Jazz der 50er etwas anfangen kann ist die Box ein absolutes Muss.


    Aufmachung, Verarbeitung, Pressqualität und Klang sind perfekt.


    Ob einem das 159 Euro wert ist muss jeder selbst entscheiden. Aber schauen wir mal etwas rechts und links.


    Gerne hätte ich diese Box:

    "The best of the three blind mice", über die die Stereo geschrieben hat "Der Mount Everest des Analogklangs"


    The Best Of The Three Blind Mice


    Drei Alben der Band verteilt auf 6 45er Platten für 250 Euro


    Oder auch die hier:


    Norah Jones "The Vinyl Collection Box", ebenfalls remastert von Kevin Gray.


    Norah Jones: The Vinyl Collection Box


    Die fünf ersten LPs für 318 Euro.



    Gemessen daran ist die Chet Baker Box nahezu ein Schnäppchen.


    Ich weiß jedenfalls, dass ich an dieser Box viele Jahre Freude haben werde und sie garantiert nicht im Plattenregal verstaubt.


    VG

    Michael

    Plattenspieler: Clearaudio Solution, Tonarm: Clearaudio Unify 9, Tonabnehmer: Benz Micro ACE L, CD/SACD-Player: Accuphase DP-78, Vorverstärker: Accuphase C280L, Endverstärker: Accuphase A-46, Lautsprecher: Ecouton Audiolabor LQL200, selbst revidiert

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  • Ja, zu mindestens die Three Blind Mice brauche ich unbedingt.


    Ich habe "Midnight Sugar" von Tsuyoshi Yamamoto als CD. Selbst die ist schon klangtechnisch super.


    VG

    Michael

    Plattenspieler: Clearaudio Solution, Tonarm: Clearaudio Unify 9, Tonabnehmer: Benz Micro ACE L, CD/SACD-Player: Accuphase DP-78, Vorverstärker: Accuphase C280L, Endverstärker: Accuphase A-46, Lautsprecher: Ecouton Audiolabor LQL200, selbst revidiert

  • So, meine Box ist nun auch in der letzten Woche angekommen.

    Was Michael oben geschrieben hat, kann ich vollumfänglich

    unterschreiben.


    Die 'Chet' hatte ich bereits von AP (APJ 016); die beiden Aufnahmen

    klingen zwar etwas unterschiedlich, von besser oder schlechter möchte

    ich da aber noch nicht sprechen (zumal die AP etwas lauter ist - ein Vergleich

    auf die Schnelle ist also nicht ganz einfach).


    Kurz und knapp: Wem die Musik gefällt ... kaufen.


    Gruß Arne