Ordentlicher Verstärker mit Phonoeingang

  • guter Klang beginnt immer bei den Quellen und selbst extrem hochwertige LS werden stets darüber limitiert. Also die gute Phonostufe sollte hier im Vordergrund stehen.

    Früher habe ich es auch immer anders herum gesehen ..

  • hört euch mal neue Class D Verstärker an

    Bei den Class D Verstärkern fasziniert mich besonders das DDX Prinzip. Da gibt es erste gute Implemetationen, aber ein DDX Verstärker (wird auch manchmal Direkt-Digital-Verstärker oder Power DAC genannt) kann seine prinzipbedingten Vorteile nur dann in voller Schönheit ausspielen, wenn in einer Kette nur noch rein digitale Quellen verarbeitet werden müssen. Ist bspw. noch Phono im Spiel hat man halt doch wieder analoge Signale zu wandeln. Von daher passt es bei mir nicht.

  • Meine ersten "gute und teure" Lautsprecher waren Canton SLC. UVP damals 5000 DM. Gekauft für 1800. Das waren schlimme Donnerbüchsen, kaum Räumlichkeit, keine Ortung. Was habe ich an Elektronik gewechselt bis mir klar wurde, es liegt an den Lautsprechern.

    Uvp heißt gar nichts. Ich kenne die Ls nicht. Sie mögen gut sein. Bei mir hat dann ein Bausatz für 500 € das erste Mal für Wohlklang in der Hütte geführt.

    Gruß Frank

  • du würdest bei dem angebot also nicht lange fackeln?!


    https://www.ebay-kleinanzeigen…razit/1326405035-172-3421

    ...also Mucki,

    vor meinem LINN Wakonda (das ist der Vorverstärker aus der Ära des LINN Majik 1 Vollverstärkers) habe ich einen Cyrus II mit PSX Netzteil gehabt.

    Der Cyrus war nicht schlecht, aber ohne das PSX spielt er auch nicht so gut. Außerdem ist er m.E. nicht so langzeitstabil wie der LINN. Fernbedienung hat er auch nicht. Nach ein paar Monaten (Neugerät) hat er gebrummt, da hat der Händler einen neuen Elko eingebaut.


    Bei Einschalten ist dann schnell mal die Sicherung durchgebrannt.

    Hab mit dann 10 Stück auf Reserve gekauft.

    Mein LINN Wakonda incl. Endstufe LK 100, später LK 140 war besser als der Cyrus 2 mit zusätzlichem PSX Netzteil.

    Da der Majik1 nicht so viel schlechter als meine frühere LINN VV und Endstufe klingen dürfte, müsste er dem älteren Cyrus 2 ohne PSX Zusatznetzteil klanglich überlegen sein. Die integrierte Phono ist es ganz bestimmt!!!

    Der LINN ist jünger und wurde bereits in SMD Technik aufgebaut, mit kurzen Signalwegen und ohne Potis die kratzen können oder Kanalabweichungen haben.

    Meine alten LINN Komponenten liefen ohne Probleme 15 Jahre lang.

    Selbst die FB hat so lange gehalten, selbst wenn man immer auf die gleichen Tasten drückt.


    Das ist der Grund weshalb ich mir Jahre später neue LINN Komponenten (Akurate Serie) zugelegt habe.

    Alle Komponenten als gute Gebrauchte. Läuft alles ohne Probleme.

    Bei zwei linken Händen, die ich auch habe, hätte ich beim deutlich älteren Cyrus kein gutes Gefühl.


    LG Hubert



    Gruß
    Hubert

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  • Die meisten internen Phonoeingänge selbst richtig guter und teuer älterer Vollverstärker haben da eher klanglich schlechtere Phonosektionen.

    Die meisten? :)


    Wenn das nicht nur ein beliebtes Vorurteil ist, dann haben wir hier ja das perfekte Argument, eben keinen älteren Vollverstärker zu kaufen. (Da gehe ich mit)

  • Moin,


    noch ein paar Worte zu alt und neu. Eines ist unbestritten, in der Hoch-Zeit der Schallplatte hatten sich die Entwickler noch bemüht und hatten die Kenntnisse, durch den Einsatz diskreter Transistor-Technologie gute Verstärker mit eingebauter Phonosektion zu bauen, zumal externe Phonosektionen nicht üblich waren. Röhren lassen wir mal.


    Heutzutage (schon seit einigen Jahren) wird gerne eine separate Phonosektion angeboten, die Verstärker im unteren Preissegment, welche eine eingebaut haben, najanaja. Dazu noch der Einsatz von Operations-Verstärkern, dazu muß man nicht studieren um die zu beschalten. Die Creme-dela-Creme der Ingenieure arbeitet längst in interessanteren Gebieten und nicht im Audio.

  • alte Verstärker leiden halt unter Verschleiß an Relaiskontakten, oxidierten Umschaltern und Potis sowie die üblichen Elkoschäden. Um dies auszuschließen müsste ein alter Verstärker aus der analogen Hochzeit erstmal komplett revidiert werden.

    Als Beispiel kann ich den Sansui AU -X 1 von ca 1980 aufzählen. Er hat eine der aufwendigsten Phonosektionen welche jemals in einem Vollverstärker verbaut wurde. 4 separate große Platinen nur für Phono und alles in Class A. Volldiskret und extrem hochwertig. Diesen Verstärker kann ich im Freundeskreis öfters hören und er wurde von Martin Kühne in Bayreuth für einen deutlich 4 stelligen Betrag in wochenlanger Arbeit komplett überholt. Herr Kühne ist Meister und Spezi auf hohem Niveau und ist von diesem Verstärker extrem beeindruckt.

    Klanglich ist die Phonostufe zwar gut aber kommt doch nicht an gute externe Vorverstärker oder Phonostufen der über 500,- Klasse heran und wir haben schon viel probiert. Und fast jedes Bauteil dieses Verstärkers wurde erneuert. Mehrere hundert Bauteile sind neu und teilweise gegen bessere ersetzt worden.

    Nur als reine Endstufe kann dieser aufwendige, damals 5000,- DM Überverstärker heute noch vielen modernen guten Endstufen das Wasser reichen oder oft sogar besser klingen.

    Hier stecken aber locker 2000,- für die Überholung drin plus Fahrzeit/ Sprit. So ein Teil wiegt beinahe 30 kg und kann auch nicht verschickt werden.

  • Ich mag die alten Cyrus-Sachen, würde aber niemandem empfehlen, diese unrestauriert zu kaufen. Das Poti ist auf der Platine festgelöstet - viel Spaß bei der dringend benötigten Reinigung. Die an sich immer bis zum Kontaktverlust verdreckten und oxidierten Umschalter kann man auch nicht mit Kontaktspray flott machen, ohne ihnen ganz den Rest zu geben. Ein Cyrus One der letzten Serie spielt immer noch auf einem hohen Level, wenn er denn völlig in Ordnung ist, der MM-Eingang ist herausragend. Trotzdem: Finger weg!!!!!


    Den Tipp mit dem Linn finde ich gut. Für die Serie sollte es auch noch länger Ersatzteile geben.

  • Dazu noch der Einsatz von Operations-Verstärkern, dazu muß man nicht studieren um die zu beschalten. Die Creme-dela-Creme der Ingenieure arbeitet längst in interessanteren Gebieten und nicht im Audio.

    Dass die einfachen Schaltungen mit hochentwickelten Op-Amps heute so gut performen macht mich nicht traurig. Ich kann in der Praxis gut damit leben. :)


    Ich finde, es lohnt sich von daher, den technischen Status Quo immer mal wieder kurz zu checken und sich auch neuere Audiosachen mal vorurteilsfrei ganz genau anzuhören und dabei nicht nur auf große Namen und das Preisschild zu schauen. Letzteres kann irreführend sein.


    Selbst fand ich es früher in meinem Berufsleben übrigens deutlich anspruchsvoller Messverstärker und anderes Gerät für technisch wissenschaftliche Anwendungen zu konstruieren, als meinetwegen eine Phono-Vorstufe oder einen Audio-Endverstärker. (Davon habe ich aber auch einige gebaut - mit und ohne Röhren)

  • Ältere Gebrauchtgeräte sind halt immer Glücks Käufe. Und Moderne Fertigungsmethoden und Großserienfertigung erlauben heute durchaus auch im unteren Preissegment gut funktionierende und klingende Geräte. Entwickler heutzutage haben sehr viel mehr Informationen zu gutklingender Schaltungstechnik als ihr "Großväter". Ein gutes Beispiel sind die Phonoamp Threads auf DIYaudio.com in denen viele sehr rennomierte Entwickler angeregt über Vor- und Nachteile vieler Schaltungen diskutieren.


    Dazu kommt noch das es heute viele Integrierte Schaltkreise in Qualitäten gibt die früher gar nicht möglich waren. Das man damit ordentliches Zeug bauen kann beweisst z.b. der INA103 Thread hier sehr gut.


    Meines Erachtens hat der Verstärkerbau sehr vom Internet profitiert. Zumindest interessierte Entwickler können heutzutage sehr viel genauer steuern welchen Klang und welche Technische Daten sie erreichen wollen bei einem gegebenen Budget als früher.


    Womit wir dann wieder bei dem von mir vorher empohlenen Pioneer wären. Solide Großserientechnik mit ausgezeichnetem Klang (auch Phono). So gut dass der Hersteller den jetzt auch schon ein paar Jahre baut :-).


    Klar kann man mit alten Schätzchen weiterkommen, aber auch nur vielleicht, wenn noch alles in Ordnung ist und selbst dann weis man nie ob die eigentlich für niedrigere Netzspannungen konzipierten Geräte bei regelmäßiger Nutzung nicht bald aufgeben.... Aufs geld sollte es einem bei dem Vorgehen eher nicht ankommen.... Sagt einer der schon einige alte Schätzchen hatte und da durchaus (ohne bedauern) geld liegen lassen hat.


    Mike

  • Moderne Fertigungsmethoden und Großserienfertigung

    Das ist ein Lacher, doch eher Stückzahlen auf Garagen-Fertigung.

    Entwickler heutzutage haben sehr viel mehr Informationen zu gutklingender Schaltungstechnik als ihr "Großväter".

    Du meinst, einer baut die Fehler des anderen weiter...


    Es gab Zeiten, da sagte man, die Leute von McIntosh und Quad hätten Ahnung. Wo hat einer heute richtig Ahnung?


    Und klar, einer sollte sich kein Motorrad von 1935 kaufen, mit nur Daumen an der Hand.

  • Tach.


    Für ein Budget von 400€ wäre auch noch was ganz anderes drin...


    1. SMSL SA50+, mit FB, leider nur ein Analogeingang

    2. Cinch Umschalt Box

    3. Pro-Ject Phonobox DS


    Gruß,

    Dieter.

    "Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen... ", Colonel Kilgore alias Robert Duvall, aus "Apocalypse Now", Francis Ford Coppola, USA 1979.


    Da LiTe is out 4ever - please stand by! ;)F.A.T. BESTELLTHREAD

  • SMSL SA50+

    Das ist ein sog. Class-T Amp, diese sind klanglich dann doch sehr limitiert und kommen auch nur mit LS zu recht, die einen gutmütigen Impedanzverlauf mitbringen.


    Technisch interessierten würde ich empfehlen, sich mal eingehender mit dem Prinzip dieser Technologie zu befassen. Diese Amps wurden für betont billige Consumer Anwendungen entworfen, da wird tief in die digitale Trickkiste gegriffen, damit sie bspw. auch mit primitiven Netzteilen auskommen.

  • Du meinst, einer baut die Fehler des anderen weiter...

    Du kannst Dir selbst ausrechnen, dass das nicht stimmt, sonst wären wir längst in der Sackgasse gelandet.


    Das Gegenteil ist richtig, die Elektronik macht unglaubliche Fortschritte. Auch die Miniaturisierung und Verbilligung hochqualitativer Bauteile nimmt zu.


    Mich fasziniert dabei vieles, da ich schon einen längeren Zeitraum der Technikgeschichte überblicke, aufgrund meines Alters.


    Nicht nur bei Yamaha gibt es fähige junge Entwickler - also mich überzeugt es, was ich darüber so mitbekomme...

  • Noch ne Info zum Yamaha 701 - die runden Knöpfe sind aus Metall, die rechteckigen aus Kunststoff. Ab der 1000er Serie sind auch die rechteckigen Knöpfe aus Metall.


    IMG_20200329_144838.jpg


    Die Phonostufe ist nur für MM-Tonabnehmer nutzbar und vom Klang her ganz ordentlich.


    FB und Digitaleingänge sind auch nicht verkehrt...


    Eine wesentlich bessere Phonostufe haben die AMC XIA-Verstärker. Aber halt Schalter aus Kunststoff - was mich an meinem XIA50 nie gestört hat (FB...).


    Gruß

    Peter

  • Das ist ein sog. Class-T Amp, diese sind klanglich dann doch sehr limitiert und kommen auch nur mit LS zu recht, die einen gutmütigen Impedanzverlauf mitbringen.


    Technisch interessierten würde ich empfehlen, sich mal eingehender mit dem Prinzip dieser Technologie zu befassen. Diese Amps wurden für betont billige Consumer Anwendungen entworfen, da wird tief in die digitale Trickkiste gegriffen, damit sie bspw. auch mit primitiven Netzteilen auskommen.

    Es gibt hier im Forum eine erkleckliche Anzahl Leute, die damit zufrieden Musik hören.


    Gruß,

    Dieter.

    "Ich liebe den Geruch von Napalm am Morgen... ", Colonel Kilgore alias Robert Duvall, aus "Apocalypse Now", Francis Ford Coppola, USA 1979.


    Da LiTe is out 4ever - please stand by! ;)F.A.T. BESTELLTHREAD

  • Die Phonostufe ist nur für MM-Tonabnehmer nutzbar und vom Klang her ganz ordentlich.

    ... was übrigens auch in verschiedenen Testberichten so zum Ausdruck kommt. Wobei ich immer auch hinschaue, wer der jeweilige Test-Redakteur war. (Manche kennt man ja persönlich und kann sie einschätzen)


    Bei den Tonabnehmern habe ich mich heuer wieder auf MM 'zurückfallen' lassen. Frei nach dem Motto: keep things simple.