Die Krux an der Sache ist, dass man sich so eine kleine Schachtel für überschaubares Geld in die Bude stellt und die in Teilbereichen das ganz große Besteck klanglich zumindest egalisiert. Eine 500,- € Audiophonics-Endstufe auf Hypexbasis spielt völlig souverän, kontrolliert, stabil, sauber und das bei jeder Lautstärke im nicht PA-Gebrauch. Dabei nie aufdringlich, spitz oder aggressiv. Die Auflösung ist auch erhaben, da gibt es nichts zu meckern. Und dann ist man in der seltsamen Situation, dass das Ding nach Punkten an sich viel besser spielt, als der bisher genutzte AB-Verstärker, der das Zehnfache gekostet hat.
Man gewöhnt sich dann an die Qualität und will die nicht mehr missen, trotzdem war ich irgendwie nicht glücklich mit dem Gerät und habe keine Probleme gehabt, es weiterzugeben, als ich auf Aktiv umgestiegen bin. Wahrscheinlich ist man einfach jahrelang auf bestimmte Verzerrungen konditioniert worden, die Räumlichkeit vorgaukeln, Schwung in die Sache bringen und diese schwer zu beschreibende Offenheit, die Class-D abgeht bzw. eben da nicht künstlich erzeugt werden.
Ging mir mit dem Funk Lap genauso. Objektiv das beste Hifi-Gerät, das ich jemals hatte und mit entsprechenden Aufnahmen außerhalb jeder Diskussion. Da ich aber danach nicht meine Musik aussuche, konnte mich der Kleine bei 90% der gehörten Musik nicht richtig mitnehmen.
Man sollte einfach diese ganzen Vergleiche lassen und die Anlage behalten, mit der man Spaß am Hören hat, unabhängig von der genutzten Technik. Alles andere macht auf Dauer nur unzufrieden.
