MiniDSP (HD) - Erfahrungen?

  • Hallo liebe Leute,


    habt ihr Erfahrungen mit den Geräten miniDSP oder miniDSP 2x4HD?


    Was ich so lese, da sind die Leute sehr beeindruckt von den Ergebnissen.


    Ich selbst sitze in einem ziemlichen Bassloch und habe keinen Platz für raumakustische Maßnahmen in Form von Absorbern etc (das kommt alles in der nächsten Behausung).

    Ich habe nun mehrfach gelesen, das man ein Bassloch kaum bis gar nicht 'auffüllen' kann.

    Trotzdem wäre interessant zu wissen, ob so ein Gerät dennoch und ganz allgemein ein Zugewinn ist.


    Ich habe das Angebot eines Raumakustikers eines der beiden Geräte zu kaufen und mir von ihm samt Messequipment den Raum einmessen und alles einstellen zu lassen. Per sé glaube ich auch, dass er seinen Job gut macht.
    Dennoch wollte ich nochmal eine 'unabhängige Meinung' hören :-)


    Beste Grüße aus Hamburg,


    Sebastian

    Ortofon 2M Black | Pro-Ject RPM 5.1 | Vincent Pho-701 | Nubert nuConnect ampX | Nubert nuVero 11

  • Hallo Sebastian,


    miniDSP bietet Lösungen mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis an, die praxisgerechte Steuerung und leichte Bedienbarkeit bieten. Ein Raumakustiker ist zum erfolgreichen Einsatz nicht unabdingbar...


    Der kleine 2x4 mit seiner Billig-SNT Versorgung ist mMn klanglich allerdings nicht für gute/gehobene Qualitätsansprüche geeignet, das ist beim HD um Einiges besser! Die AD/DA Wandlung ist halt ein Kostenfaktor!


    Wenn Dir die AD/DA Wandlung durch die Geräte nichts ausmacht (man kann die Transparenz ja leicht mit einem Leihgerät testen!), sind die parametrischen Equalizer im Gerät eine bewährtes Mittel um dröhnende Raummoden durch weniger "Energieversorgung" zu besänftigen!


    Um zu verstehen warum (Bass-)Senken am Hörplatz nicht aufzufüllen sind, muss man (etwas vereinfacht!) einzig verstehen, dass, wenn eine Wellenlänge in die Raumlänge passt und der Hörplatz nahe der Raumlängenhälfte ist, an dieser Stelle ein Druckminimum besteht. Auch mit viel Leistung bleibt dort ein Minimum und das Ohr nimmt den Druck auch nicht wahr.


    Neben der Modenbehandlung ist es natürlich möglich mit weiteren Filtern die Tonalität der Wiedergabe fein auf die eigene Präferenz abzustimmen und auch Paargleichheit der Lautsprecher zu erreichen, was oft der Bühnenwiedergabe in Breite und Tiefe zugutekommt.


    Soweit erstmal...

    Grüße,

    Winfried

    Einer Behauptung ohne Beleg darf man auch mit einem Widerspruch ohne Beleg entgegnen. (Volksweisheit)

    Ich habe zwei Monoendstufen Vincent SP-996 zu verkaufen

  • Hi Sebastian,


    ich nutze den MiniDSP HD zur Aktivierung meiner Bässe. Gleichzeitig schleife ich das Signal zu meinen Leggieras durch und lass diese ab 80Hz laufen.

    Das Ergebnis ist excellent. Kein Rauschen und Dynamikverlust gegenüber der Passivweiche nehme ich nicht wahr. Software lässt sich einfach bedienen, wenn man sich etwas reingedacht hat in die Materie.

    Ich denke für deine Zwecke wäre aber ein Antimode DualCore 2.0 die bessere Wahl. Das Gerät ist, lt. meiner Recherche, für deine Zwecke sinnvoller, da dieses sich auf Befehl selbst einmisst und programmiert im Bassbereich. Finde ich sehr clever.

    Die preisliche Differenz ist natürlich schon ein Sprung. Wobei das Einmessen und einstellen durch einen Fachmann mit dem MiniDSP HD auch nicht für "Umme" zu haben ist.

    MiniDSP biste flexibler, was Aktivierung der restlichen Zweige angeht, aber umständlicher.

    Antimode DualCore die eleganteste Lösung für mich.

    Gruß Frank

  • Hallo Sebastian,

    den MiniDSP DRC22A habe ich schon seit vielen Jahren. Auch ich hatte das Problem, dass meine Akustik sehr unausgewogen war. Als Lautsprecher hatte ich die großen Magneplanar im Ainsatz, die konnte ich nicht adäqaut aufstellen, aber mit dem MiniDSP konnte ich den Frequenzgang doch soweit geradebiegen dass der Klang ordentlich war. Zusätzlich habe ich noch ein Paar B&W600 (Standbox) und ein Paar ELAC (mit einem sehr speziellen Tieftonsystem und eine Hochtöner der nach dem Prinzip von Oscar Heil arbeitet) als Nahfeld-Monitore, direkt am Schnittplatz.

    Vor einem Jahr sind dann noch zwei Manger Schallwandler dazu gekommen.

    Da ich die Maggies nicht repräsentativ aufstellen konnte hab ich die verkauft.

    Dann habe ich begonnen die Raumakustik zu vermessen, - man braucht dazu nur ein taugliches Messmikrofon (das Umik von meinem MiniDSP) und etwas Software. Mit der Mess-Software des MiniDSP (DDRC - Dirac Live Calibration Tool) kann man das auch,- aber die Ergebnisse waren nicht hundertprozentig deckungsgleich... Als Software kommt REW zum Einsatz. Die Software gibt es, - genau so wie CARMA - for free - also konstenlos, man benötigt nur noch einen PC und ein gutes Audio-Interface. Ich hab mir die Mühe gemacht unter vergleichbaren Bedingungen mit dem MiniDSP und anderen Tools die Frequenzgänge der Lautsprecher zu korrigieren, es hat nicht so funktioniert wie es sollte: am Bildschirm ein ziemlich glatter Frequenzgang, bis auf einige massive Einbrüche - 40 dB und mehr... Also hab ich begonnen mich in die Raumakkustik einzulesen, die Möbel umgestellt und wieder gemessen... Dann bin ich in den Baumarkt gefahren und hab einige Ballen Dämmmaterial geholt und die an der Wand verbaut. Ergebnis: Die Korrekturen die der DSP noch machen muss sind viel geringer (also Frequenzgang vor und nach der Korrektur) und der störende Nachhall ist geringer, die Notches sind nur noch 10 dB tief (im Tieftonbereich greift die Korrektur durch den DSP sowieso nicht...) und der Klang ist "exakter", das heißt: nicht immer schöner, aber ich höre mehr Details, die Ortungsschärfe ist unerreicht gut und die Impulstreue ist wieder gegeben.

    Was ich sagen will: DSP ist gut, Korrekturen an der Raumakkustik(z.B. ducrh Umstellen der Möbel) ist besser, am besten beides zusammen.

    Lies mal das Forum REW (Tutorial ist sehr gut). https://recording.de/threads/rew-workshop.147164/

    dort findest Du auch Tipps zum weiteren vorgehen, wenn Du wirklich "guten Sound" haben willst. Der DSP ist nur die halbe Miete.

    auf der Suche nach dem perfekten Klang

  • Hallo Sebastian,


    interessant wär mal zu wissen wie groß und breitbandig das Bassloch ist und ob es nicht auch ein Stück weit durch Überhöhungen in anderen Bereichen hervorgerufen wird.


    Ich messe bei mir mit diesem Programm https://www.szynalski.com/tone-generator/

    und einem einfachen Pegelmeßgerät am Hörplatz. Hier kann man dann sehr genau sehen wo man manuell korrigieren sollte.

    Auch bei der Möglichkeit der aktiven Raumeinmessung wie bei deinem Setup kann eine nachgelagerte manuelle Korrektur etwas bringen. Auch die Ausrichtung des Mikros zu den LS kann bei der Einmessung viel verändern.


    VG

    Dieter

    LW mit luftgelagerter Tellerachse sowie Teller mit Outer Ring und VTA- Lifter, diy

    Dr. Fuss Steuerung

    Kabelkonfektion diy

  • Hallo Sebastian, mach doch mal eine Messung mit REW oder CARMA (http://www.audionet.de/apps/carma/). Vielleicht kannst Du Dir ein Messmikrofon leihen, billige Mikros aus dem Mediamarkt sind nicht empfehlenswert, es reicht aber ein Behringer ECM8000 (35€ beim Händler in Treppendorf). Im Gegensatz zu irgendwelchen Bass-Equalizern keine große Ausgabe, und mit einer Messung kannst Du selber sehen ob Du Moden (stehende Wellen) im Raum hast oder ob es was anderes ist. Wenn Du mal ins REW Forum reinschaust wirst Du sehen dass andere genau die gleichen Probleme haben oder hatten und dort berichten wie sie das gelöst haben. Ich bin zwar in diesem Forum anfänger, aber seit Jahren in anderen Foren unterwegs. Mit der Zeit lernt man, wie man Lösungen finden kann. Ich hab am Anfang auch geglaubt: DSP rein und alles wird gut. Es ist leider so: der DSP biegt was hin, aber das Problem schiebt sich durch die Hintertür wieder rein. das Problem heißt "Raumakkustik". Ein Bassloch an einer Stelle - ich vermute mal an Deinem Hörplatz (Sweet Spot...) - deutet auf stehende Wellen (Raummoden). berechnen kann man die ganz einfach : https://trikustik.at/wissen/rechner-raummoden/ - der Rechner zeigt auch das Schwingungsmuster grafisch an. Man kannn also sehen wo Druckmaximum und Druckminimum liegen.

    Sowohl REW wie auch CARMA haben einen Frequenzgenerator eingebaut. Mit dem Messmikrofon und einem längeren USB-Kabel kann man dann im Raum rumgehen und schauen wie die Moden bei einer Frequenz sind, wie ausgeprägt sie sind.

    Mich hatte ein Kontrabass-Konzert erst auf die Idee gebracht dass ich im Bassbereich Probleme habe. Wenn der Kontrabass-Spieler eine Tonleiter spielt und manche Töne ganz laut und andere ganz leise sind,- das ist wohl nicht korrekt. Also nachmessen und schauen ob eine andere Aufstellung der Möbel und der Lautsprecher was bessert. Bei mir gab es zwei AHAs: andere Position der LS und schon war es besser. Dann den DSP drauf losgelassen und die Musik hat viel besser geklungen.

    Als Literatur anbei die Besprechung des Musikbügeleisens in der c't

  • Grüßt euch,


    ich muss mich auch mal wieder zu Wort melden - entschuldigt, dass das so lang dauerte.


    Ich sitze leider ziemlich genau in der Raummitte und habe quasi keinerlei Möglichkeiten dies zu ändern. Ich überlege den Schreibtisch hinter der Couch noch (mehr) einzukürzen (wo es aber nur um etwa 20cm geht - auf eine Raumlänge von 3,90m). Ob das einen Effekt hat - kann sein, muss aber nicht. Die Lautsprecher habe ich bereits massiv hin und her geschoben (im Rahmen meiner Möglichkeiten). Momentan stehen sie (Rückseite->Wand) rund 50cm entfernt. Ich habe 20cm Entfernung probiert, wie auch. Mehr und auch weniger eingewinkelt. Alles brachte, mit dieser profanen Messung sowie das Testhören der immer selben Platte, keine Ergebnisse.


    Bisher habe ich mit meinem Nubert Amp und dem iPhone eingemessen. Dass das keine sonderlich aussagekräftigen Daten liefert und höchstens als Anhaltspunkt dient, ist mir dabei allerdings bewusst (das Messungsergebnis habe angehangen - die grüne Kurve ist die vom Amp korrigierte).
    Ich kann mir a) schonmal nicht vorstellen, das mein Frequenzband oberhalb der 100Hz so kerzengerade ist und b) ist ein billiges Smartphone-Mikro auch nicht so gut dazu geeignet, solch niedrige Frequenzen aufzunehmen (meines Wissens).

    Ich weiß, das ein DSP keine Wunder bewirken kann. Das Bassloch (von rund -15db bei 60Hz) auszumerzen wird dabei wohl wenig bis gar nicht möglich sein - je nachdem wodurch es entsteht. Für Absorber habe ich in meinem Kleinen Wohnzimmer ebenfalls keinen Platz, so dass andere Möglichkeiten [als der DSP] somit ebenfalls vollends rausfallen - wie schon gesagt: das wird alles nach unserem nächsten Umzug aufkommen. Da wir aber noch 2-3 Jahre hier sein werden, juckt es mich dennoch in den Fingern einen Optimierungsversuch zu starten.


    Dazu aber noch ein Wort: wir denken schon häufig: (ganz salopp) "Man, klingt das heftig". Aber das Bessere ist des Guten Feind.
    Nachdem ich mit meiner Recherche und verschiedensten Beiträgen nun "herausbekam", dass (m)ein Bassloch schwierig durch Software zu beseitigen sein wird, wollte ich das ganze schon abblasen.

    Es stellte sich aber witzigerweise heraus, dass ich besagten Raumakustiker kenne. Nach mehreren PNs in einem anderen Forum, fiel mir/uns auf, dass wir vor acht Jahren in einem anderen Zusammenhang bereits lange privat miteinander Kontakt hatten. Da waren wir allerdings noch an der Uni.
    Wir haben daraufhin lange telefoniert und am Ende bot er mir an, mir leihweise Messequipment zuzusenden (Mikro, Stativ, Soundkarte etc) - dazu den DSPMini HD (den ich käuflich erwerben würde) und das er mit mir via Fernwartung eine komplette Raumeinmessung sowie Raumkorrektur durchführt. Seine eigene Leistung wird dabei nur zu einem Bruchteil dessen berechnet, was er offiziell auf seiner Webseite nimmt. Obendrein mit der Zusage, dass ich bei Nichtgefallen das Gerät auch zurücksenden könnte (wodurch ich einen sehr niedrigen Lehrgeldbetrag zahlen würde).

    Da er das seine Firma nun schon seit Jahren betreibt, ich ihn damals schon als sehr sympathisch empfand und weiß, dass er als Mathematiker und Physiker auch etwas von seinem Fach versteht - sowie die Neugier was eine richtige Messung ergibt enorm ist, habe ich "eingeschlagen" und schaue mal, was wir heraus bekommen. Vllt kann ich kein Bassloch verhindern aber den Rest dennoch aufpeppen.
    Das Geld, welches ich ansonsten für ein Mikro gezahlt hätte plus die Stunden, um mich selbst so tief in das Thema einzuarbeiten - das alles würde mich am Ende nur teurer kommen und so habe ich einen Profi an der Seite und muss mich nicht fragen, ob das richtig ist, was ich tue.


    Lange Rede, kurzer Sinn:

    Danke für euren ganzen Input - er hat mir definitiv geholfen, mich besser einzudecken und Alternativen in Betracht zu ziehen. Da besagtes Angebot erst einmal sehr gut ist, werde ich schauen (und berichten) was dabei heraus kommt. Ich bin wirklich gespannt - ich lese in jedem Fall nur positives von diesem Gerät.

    Files

    Ortofon 2M Black | Pro-Ject RPM 5.1 | Vincent Pho-701 | Nubert nuConnect ampX | Nubert nuVero 11

  • Ich weiß, das ein DSP keine Wunder bewirken kann. Das Bassloch (von rund -15db bei 60Hz) auszumerzen wird dabei wohl wenig bis gar nicht möglich sein

    Hallo Sebastian,

    bitte bedenke auch, das wenn du per DSP eine Frequenz um 15dB anhebst, der Verstärker an dieser Stelle auch die 30-fache Leistung abgeben muss. Je nach Wirkungsgrad der LSP und der Leistung des Verstärkers kann das schnell eng werden. Jeweils 3dB bedeutet die doppelte Leistung.

    Viele Grüsse

    Jürgen

  • Hallo Sebastian,


    klingt sehr sinnig. Ich würde sagen, MACHEN.

    Du hast Dir zu dem Thema viele Gedanken gemacht und deine Ansätze ergeben Sinn.

    Bin gespannt wie es weiter geht.

    By the way, welche Nubert nutzt Du?? Hatte selber lange die NuLine 120. Richtig tolle LS.

    Gruß Frank

  • Moin Zusammen,


    meine Erfahrungen mit dem MiniDSP sind limitiert, aber was nicht funktioniert ist, das Teil wie ein Breitbandantibiotikum einzusetzen und per Knopfdruck alle Raummoden zu eliminieren.

    Das klingt nicht und das System kommt da sicher an die Grenzen!


    Ich würde maximal versuchen, hier durch Schieben, Hinzufügen von Absorbern, etc.. für klarere Verhältnisse sorgen, und dann wirklich nur minimal die wirklich störenden Moden eliminieren.


    LG Barossi

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    SPU - Röhren - Hörner

  • Hallo Freunde der Nacht!

    wenn wir mal eine Skizze / Foto vom Raum sehen könnten, dann könnt man mehr über die Raumakustik sagen. DSPs sind gut (ich hab zwei davon) und die lösen Probleme die im Bereich von einigen dB liegen ganz gut.

    Basslöcher aber kommen fast immer durch Raum-Moden (Resonanz-Erscheinungen, stehende Wellen) zustande, weil sich an einer Stelle dann der Schall bestimmter Frequenzen ganz auslöscht.

    Ein paar raumakustische Baumassnahmen und plötzlich stimmt die Akustik wieder. Dann kommt noch der DSP dazu und es klingt perfekt.

    Also: wie groß ist der Raum und welche Möbel usw stehen drin. Gibt es Teppiche, Sofa usw?

    auf der Suche nach dem perfekten Klang