JJ E83CC "Frame Grid" Spanngitterröhre

  • Hallo Reiner,


    geringe Unterschiede in den Datenblättern sind ja vorhanden, allerdings bin nicht in der Lage daraus Schlüsse zu ziehen. Die eigentliche Frage bleibt ungeklärt, aber ich kann mit der Ungewissheit weiterleben8o,


    Gruß Micha

  • Verdammter Röhrenklang! :rolleyes:

    Der Unterschied ist da, wo rührt er her?


    Die ECC83S auf meinem Bild war Standard in meinem Line-Magnetic EL34

    Bei Thomann heißt es über diese Röhre kurz und bündig:

    • Tesla Remake
    • ausreichend Gain und warmer Ton

    Das mit dem warmen Ton kann ich nachvollziehen, liest man auch immer wieder. Im LM-Amp zu warm im M65 Phono-Pre dagegen angenehm.


    Die RCA ECC83 klingt in der EL34 Vorstufe deutlich besser. Sie hat längere Anodenbleche, das ist der augenfälligste Unterschied. Verstärkung auch nicht sehr hoch, aber ganz erheblich sauberer Klang.


    Von der RCA soll es chinesische Replicas geben? (Würde ich ggf. zum Vergleich mal kaufen)


    ecc83jj.jpg

  • Verdammter Röhrenklang! :rolleyes:

    Der Unterschied ist da, wo rührt er her?

    Hi,

    die ECC83S in der Goldpin Version von JJ ist die heutige Fertigung der TFK ECC803S auf den ehemaligen Fertigungsmaschinen von Telefunken. Die Röhre ist gekennzeichnet durch einen gedrungenen mechanischen Aufbau und besitzt ein Spanngitter, was gewisse Vorteile bezüglich Mikrophonie hat.

    Nach Datenblatt ist die ECC803S nicht 100% eine ECC83, im Arbeitspunkt ist z.B. Ia unterschiedlich.

    Das ist aber vernachlässigbar.

    Ein ganz entscheidender Punkt ist jedoch der Verstärkungsfaktor u der JJ Röhre und der TFK ECC80S. Laut Datenblatt soll dieser Wert typisch 100 betragen. Bei den JJ habe ich bei einer Auswahl von 20 Röhren einen Mittelwert von 117 gemessen, mit minimal 106 und maximal 131.

    Solche Werte habe ich bei keinen ECC83 anderer Hersteller bis dato gemessen, deren Werte lagen alle unter oder knapp über 100.

    Ich kann mich auch noch an eine Messung an einer Original TFK ECC803S erinnern, die ebenfalls

    sehr hohe u Werte hatte; jedenfalls deutlich über 100.

    Dass der Verstärkungsfaktor einer ECC bei der M65 maßgeblich den Frequenzgang mitbestimmt wurde ja schon gezeigt. In wieweit die Gegenkopplung des LM dadurch beeinflusst wird, könnte man aus dem Schaltplan ermitteln, so er denn vorhanden ist.

    Gruss

    Reiner

  • Klangcharakteristiken die man ganz allgemein und sogar einigermaßen konsistent quer über alle Internetplattformen bestimmten Röhren zuschreibt. So z.B. 'weich' und 'warm' bei den JJ ECC83 lassen sich meiner Meinung nach nicht über den Zusammenhang Verstärkungsfaktor/GK erklären.


    Sie haben sich ja aus Klangeindrücken von unzähligen Verstärkern ganz verschiedener Bauarten ergeben. So auch bei mir.

  • Hallo,


    mal ein wenig Röhrengeschichtliches .

    Die ECC803S hat Tfk entwickelt weil die Industrie , insbesondere für Differenzialverstärker in Messgeräten, eine Doppeltriode suchte , bei der sich beide Systeme nur geringfügig unterschieden.

    Mit der bis dato für die ECC83 verwendeten Kerbgittertechnik war dies gar nicht möglich. Gleiche Systeme in einer Röhre waren mehr oder weniger Zufall.

    Mit der Spanngittertechnik liessen sich diese Röhren präziser fertigen. Aber selbst da war die Ausschussquote noch sehr hoch.

    Darin ist auch der damalige Preis der ECC803S von ca 160 DM , im Gegensatz zu ca 5DM für eine ECC83 , begründet.

    Tfk verschrottete damal die ECC803S die nicht die strengen Vorgaben erfüllten . Vielleicht hätten sie die besser als ECC803 , ohne S, verkaufen sollen :)


    gruss

    juergen

  • Hallo Jürgen ,

    hast recht :thumbup: , ich habe gerade mal ein paar von meinen verbliebenen TFK ECC 803 s gemessen ( nur noch 7 Stück :( ) .

    Die Systeme sind wirklich erstaunlich gleich und auch die Absolutwerte sind mehr als OK .

    MfG , Alexander .


    P.S.: Eine hat noch den Aufkleber "Unverkäufliches Labormuster" :D .

    EMT 927 mit Ortofon und DL 103 / SPU, EMT 948 , EMT 938 , 1 x TD 124 , Transrotor AC , RIAA - VV mit D3a , V 73 , V 81 , V 69 in TFK O 85 , Eintakt mit RE 604 und E406N , VOTT , Eckmiller O 15 , MTA Endstufe nach Frank Blöhbaum , TFK M 12a , R+S EU 6201 mit MSDC , EBU 3137/3 mit TAB USDC und ca . 8000 Röhren zum Basteln...und zum Messen ein UPL von Rohde + Schwarz

  • Hallo Alex,

    wie hoch sind denn die u Werte bei den Röhren?

    Gruss

    Reiner

    Hi ,

    zwischen 99 und 105 , zwischen beiden Systemen höchstens um eine Zahl abweichend . Alles ohne Gewähr , da ich dem kleinen französischen Kurvenschreiber nicht so recht traue und der µ Tracer ist noch nicht fertig :) .

    MfG , A .


    Bei den "normalen" ECC83 lagen die Werte zwischen 90 und 96 .

    EMT 927 mit Ortofon und DL 103 / SPU, EMT 948 , EMT 938 , 1 x TD 124 , Transrotor AC , RIAA - VV mit D3a , V 73 , V 81 , V 69 in TFK O 85 , Eintakt mit RE 604 und E406N , VOTT , Eckmiller O 15 , MTA Endstufe nach Frank Blöhbaum , TFK M 12a , R+S EU 6201 mit MSDC , EBU 3137/3 mit TAB USDC und ca . 8000 Röhren zum Basteln...und zum Messen ein UPL von Rohde + Schwarz

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  • Hi,

    ich habe früher mit dem L3-3 (NVA Version) gemessen. Heute verwende ich nur noch den µ Tracer. Geht viel schneller, ist sehr genau und ideal geeignet von den gemessenen Röhren das Spice-Modell zu erstellen. Dauert nicht mal 15 Minuten und schon hat man es für eine Triode.

    Ich habe mir gerade nochmal im Internet die verschiedenen ECC83, die im Musiker Bereich verwendet werden angehört. Aus diesem Bereich stammen ja überwiegend die Klangbeschreibungen der Röhren, die dann auch für den HiFi Bereich fälschlicherweise übernommen werden. Man hört aber ganz deutlich, dass alle Klangbeispiele (die ich mir angehört habe) mit Röhren aufgezeichnet wurden, die in der Übersteuerung arbeiten. Das ist für den Musikerbereich sicher interessant, für HiFi aber unbrauchbar. Und was man noch eindeutig hören kann ist die Verstärkung der Röhren, je geringer des do "sauberer" der Klang und je gleich lauter des do gleicher auch der Klang. Wie eigentlich auch zu erwarten. Es gibt sogar Beispiele in denen wild zwischen ECC81/82 und 83 herumgestöpselt wird und man sich dann über die Klangänderungen wundert.

    Und überhaupt interessiert mich diese Diskussion über den Klang von Röhren im HiFi Bereich gar nicht mehr. Wie schon Professor Zollner der Uni Regensburg feststellt: Da geht´s dem Analytiker wie den Galilei Kollegen, die sich weigerten, durchs Fernrohr auf die Jupiter Monde zu blicken: Man will´s eigentlich auch gar nicht wissen.

  • Hallo Reiner,

    in meinem freiverdrahteten Röhrentop von VHT spielt jeweils eine Haltron gelabelte ECC83 und eine Brimar 6V6 GT. Und ja, die machen tatsächlich zusammen mit Gitarre und Lautsprecher "Musik".
    Im Moment sind zwei ECC83 damit beschäftigt Musik vorzuverstärken. Das sind General Electric 5751, also ECC83 mit 30% weniger Gain. Und die Japaner habe sich wohl was dabei gedacht, genau diese Röhren einzubauen.


    Jörg

  • Hallo,


    da haben wirs wieder mal , eine 5751 ist keine ECC83 und nicht mal eine ECC83 mit weniger Gain. Auch andere Parameter differieren. Das sich da , wie Dago schon beschrieben hat, ein anderes Verzerrungsverhalten einstellt sollte klar sein. Das hat aber nun gar nichts damit zu tun das die 5751 besser oder auch nur anders "klingt" als eine ECC83


    gruss

    juergen

  • Hallo Jürgen,

    so ein bisschen ist die 5751 schon ähnlich zur ECC83. Z.B. ist sie pinkompatibel mit einer Verstärkung von 70 µ. Bei meinem Verstärker gehören genau diese Vorstufenröhren zur Originalbestückung.
    Ich wollte damit auch nur ausdrücken, dass die "schlaue Schaltung" den individuellen Klang macht.

    Um auf das Originalthema "JJ E83CC" zurück zu kommen. Verstärkungen von über 100 µ (+/- 10%) sind irgendwie nicht bauartkonform. Außerdem sollten z.B. für die M65 Schaltung, nachdem auch meine Phonopre gebaut ist, beide Systeme möglichst gleich sein - wie ja schon geschrieben.
    Daher hat meiner zwei Tfk ECC83. Die sind von der Produktqualität dafür gut geeignet.


    Gruss,

    Jörg

  • Außerdem sollten z.B. für die M65 Schaltung, nachdem auch meine Phonopre gebaut ist,

    Interessant - noch einer mit M65 Phono:thumbup:

    Bist Du damit zufrieden? Hast Du die Entzerrerkurve wie im Original belassen oder die Höhen etwas abgesenkt?


    Gibt es irgendwo ein Foto von dem Teil?


    (Ich fand meine M65 Varianten immer sehr anhörbar und werde mich auch weiter damit beschäftigen, wenngleich ich derzeit gerade mit der Line-Magnetic LP33 schwerpunktmäßig höre.)

  • Hallo Jo,

    es ist eine schnöde ASL Miniphono II. Die Schaltung ist nicht 1:1 M65, aber durchaus vergleichbar.
    Der Mikrofon- und Kristall-Teil wurde z.B. weggelassen.
    Ja, ich bin sehr zufrieden. Ich hatte das Teil neu gekauft und werde es nicht wieder hergeben.

    Gruss,

    Jörg