Shure V15-IV mit JICO SAS/R - lohnt sich das noch?

  • Ich meine ein System aus aktueller Produktion von AT, Ortofon, Nagaoka und Cons der entsprechenden Preisklasse, also sagen mir ca. 100 EURO fürs gebrauchte System das ich mir besorgen muss, zuzüglich 250 bis 390 EURO für die neue SAS Nadel mit Bor Aufhängung, also 350 - 500 EURO.

    Ich habe mir ein altes Technics EPC-270 für 25,- € besorgt und eine Bor-SAS. Also einen popeligen Wald- und Wiesenabtaster, den es von diversen Herstellern gab. Ich glaube ursprünglich von Excel. Mit was aus aktueller Produktion will man das toppen? Tastet genau so gut ab wie andere Systeme mit MR- oder MR-Nadeln. Spielt richtig gut und ich würde den für kein Ortofon aus laufender Produktion eintauschen. Auch kein AT oder Nagaoka. Gerade was die Preiswürdigkeit angeht sind die Dinger super. Im Tonabnehmerbau hat sich die letzten 30 Jahre nichts getan und so kann man billig einen alten Body in einen Tonabnehmer auf der Höhe der Zeit verwandeln.


    Ganz heiße Kandidaten für so etwas sind imho Bodies von Sony XL-15 oder Technics EPC 207/206 - gibt's für überschaubares Geld und sind mit den Jico SAS Spitzensysteme.

  • Ich finde die SAS wirklich toll und bin froh, dass es wieder Bor Stäbchen gibt. Aber: Ganz so frei, wie z.B. ein OC9MLII (das halt den passenden Pre sehen will um nicht spitz oder leer zu klingen) werden die "geklebten" (und sie kleben in einem dicken Batzen) SAS wohl nie klingen.

    Aber ja - lieber als 90% der aktuellen Ware am Markt sind sie mir. Kosten aber eben auch entsprechend.

    schöne Grüße aus Wien


    Stefan

  • Ich finde die SAS wirklich toll und bin froh, dass es wieder Bor Stäbchen gibt.

    Original war der Werkstoff für den Nadelträger allerdings Beryllium. Daß dieser irgendwann knapp oder zu teuer wurde, war nach meiner Erinnerung seinerzeit die Erklärung von Shure, die Produktion einzustellen.


    Gruß Dietmar

  • Um mal noch was zu den SAS Typen Bor und Rubin zu sagen: Rubin kann sich schon lohnen. Ich persönlich mag die Rubin Varianten mehr als die Bor Varianten (Hab ich fürs VSTV und fürs Technics 205MKIV). Ich finde die Rubin Varianten im Klang etwas "sauberer". Allerdings ist das eine sehr marginale Verbesserung für viel Geld. Bor hat eindeutig das bessere P/L Verhältniss.


    Saphir habe ich mir noch nicht gekauft. Gegenüber Bor sehe ich kaum Vorteile. Aber einige Berichte über helleren Klang.


    Der Unterschied zwischen Saphir und Rubin bei den SAS Typen ist übrigens dass der Nadelträger bei Rubin konisch zuläuft und abgeflacht wurde, so das die effektive Masse am Nadelträger deutlich geringer ist als bei Saphir und Bor. Das kommt der Abtastfähigkeit zu gute.


    Mike

  • Original war der Werkstoff für den Nadelträger allerdings Beryllium.

    Es war sogar ein Beryllium Röhrchen, das extrem niedrige effektive Masse mit sich brachte. Aktuell gibt es Röhrchen nur aus Saphir und nur in kleinen Stückzahlen von Namiki. Das Etsuro Urushi Cobalt Blue ist eines der wenigen aktuellen Systeme mit so einem guten Nadelträger.


    Mike

  • Ah, da kommen Infos zu Tage... Danke!


    Bor hat meinem Verständnis nach doch aber wohl Vorteile gegenüber Beryllium, wenn es ein Stäbchen ist, beim Röhrchen kann es durchaus anders aussehen (Beryllium ist halt viel weicher), dafür ist Bor Zug und Biegefester... Naja - Jetzt kenne ich wenigstens auch den Unterschied zwischen den beiden roten bzw. blauen Korunden.

    schöne Grüße aus Wien


    Stefan

  • Beryllium. Daß dieser irgendwann knapp oder zu teuer wurde

    Nein, nicht zu knapp oder teuer. Berillyum ist schlicht und ergreifend hoch toxisch. Natürlich nicht das Problem des Endusers zu Hause der ja nicht seine Nadeln verzehrt, aber gefährlich in der Produktion für die Mitarbeiter. So wären für Shure hohe Investitionen nötig gewesen um weiter Nadeleinsätze mit Candilever aus Beryllium zu fertigen.

  • ...Der Unterschied zwischen Saphir und Rubin bei den SAS Typen ist übrigens...

    Nichts für ungut, aber das schrieb ich schon, ohne falsche Unbescheidenheit, in Posting #35 in meinen Worten. Wo ich sogar den "Unterschied" zwischen Saphir und Rubin kurz erklärte.

  • Nein, nicht zu knapp oder teuer. Berillyum ist schlicht und ergreifend hoch toxisch. Natürlich nicht das Problem des Endusers zu Hause der ja nicht seine Nadeln verzehrt, aber gefährlich in der Produktion für die Mitarbeiter. So wären für Shure hohe Investitionen nötig gewesen um weiter Nadeleinsätze mit Candilever aus Beryllium zu fertigen.

    Ah, ok. Das wusste ich nicht 👍.

  • Kein Problem. Ich sehe das Problem, vielleicht ist es auch keines, in der Tatsache dass ein so dünnes Korund Stäbchen sehr spröde ist und daher die Gefahr besteht dass es eines Tages zerbricht, Materialermüdung. Ich kenne Korund zur Genüge.

    Beim Bor Canilever habe ich mehr vertrauen da ein Halbmetall. Bor ist auch etwas härter und spez. das leichtere Material. Obwohl bei diesen "Massen" dürfte das wohl nicht ins Gewicht fallen.

  • Ich könnte ein Typ III gekommen, für 70 Knüppel komplett mit Nachbaunadel, guter Zusatnd. Es handelt sich um die L-M Version mit diesem Dual Klick. Aber das kann ich ja abtrennen.


    Was meint ihr, kann ich es nehmen? Und, da gibbet doch so Holzbodies dafür, lohnt sich das oder ist es nur was fürs Auge?

  • Ja die sind da. Ich könnte ja auch das eigentliche System in so einen Holzbody verpflanzen. Aber der kostet ja auch wieder ca. 50 Euro. Ob es was bringt? Schwerer würde das System, Klang, das wissen wohl nur die die es schon getan haben.


    70 Euro will der Besitzer als Ablöse, vielleicht erlässt er noch einen 5er. Was meint ihr, soll ich es nehmen? Die SAS Nadel werde ich mir dann bei Gelegenheit dazu kaufen.

  • Weil es cool aussieht :-)


    Das ist ja eher die sekudäre Frage, die primäre lautet ist 70 Euro ein angemessener Preis für ein V15 Typ III Subtyp L-M?


    Hat sicher erledigt. Habe zugesagt. Bin jetzt stolzer Shure V15 Owner :-)


    Dann schau ich mal gleich beim "Nadel Willi" vorbei. Eine Super Analog Stylus auf Bor Candlever werde ich wohl ordern.