Skating und seine Entstehung


  • Die obige Skizze erklärt mbMn doch alles:


    Der rote Kraftvektor (Radialkraft = Tangential zur Plattenrille) ist jener, die letztendlich durch die Reibungskraft von der Abtastnadel in der Plattenrille erzeugt wird.


    Der gelbe Kraftvektor (Normalkraft = Zugkraft im Tonarmrohr in der gedachten Linie zwischen Abtastnadel und Tonarmlager) ist jener, die auf Grund dieser Reibungskraft am Tonarmlager "zieht". Dieser Kraftvektor hat eine andere Richtung als die o.g. Reibungskraft - und das lediglich auf Grund der Kröpfung des Tonarms!


    Aus der Subtraktion beider Vektoren ergibt sich nunmehr die Statingkraft (grün) welche direkt an der Abtastnadel wirkt und daher den Tonarm nach innen ziehen muss (sonst ginge ja der Pfeil nach außen).


    Der Skatingeffekt ist allgegenwärtig und ist mitunter vor allem von der Komplexität der Rillenmodulation abhängig; sie kann daher nie konstant sein (außer bei Testplatten) und stellt daher allenfalls ein Kompromiss dar.


    Hoffe geholfen zu haben - bin Intschenör ;)


    Gruß Stefan

    Malerei verwandelt den Raum in Zeit,
    Musik die Zeit im Raum :)

  • die Theorie und das es diese physikalischen Kräft gibt ist doch klar, aber haben sie hörbare Auswirkungen ? Ich meine nein. Habe schon mehreren Hörprobanden vorgelogen, dass ich beim Testhören jetzt mal vom vollem auf Null AS wechsle, und alle meinten die Stereobasis und die Sibilanten hätten sich geändert, dabei habe ich tatsächlich rein garnix geändert........


    andersum lief der test auch so.....ich habe den Probanden gesagt, das ich jetzt was "irgendwo an der gesamten Anlage" ändere, habe aber nicht verraten was ich ändere....ich hab dann tatsächlich das AS von Voll auf Null geändert und keiner hat was gehört......


    Seitdem ist AS für mich vorhanden aber nur theoretisch ohne hörbare Auswirkungen....warum also über das unhörbare technisch diskutieren..


    ich sags mal verkürzt "AS wird überrbewertet"

  • Beim Händler sah ich neulich einen Drehtonarm, der dem Effekt entgegen wirkt.
    Leider weiss ich Hersteller & Modell nicht.

    Das Prinzip war so, dass der Arm aus 2 Röhrchen besteht, welche sich auf dem Weg über die Plattenoberfläche mehr oder weniger gegeneinander „verschieben“ und über diese Verschiebung in Längsrichtung eine Korrektur des Winkels des Abtasters erreichen.

    Steve Albini: "I don't use computers to make records. I use tape machines, like nature intended. I use computers for correspondence, arguments, poker and porn."

  • Das Prinzip war so, dass der Arm aus 2 Röhrchen besteht, welche sich auf dem Weg über die Plattenoberfläche mehr oder weniger gegeneinander „verschieben“ und über diese Verschiebung in Längsrichtung eine Korrektur des Winkels des Abtasters erreichen

    aber das korrigiert bzw. minimiert doch eher den Spurfehlwinkel und hat eher weniger Auswirkung auf das AS oder irre ich da gerade ?

  • Moin,

    aber das korrigiert bzw. minimiert doch eher den Spurfehlwinkel und hat eher weniger Auswirkung auf das AS oder irre ich da gerade ?

    Hat keine Auswirkung auf skating-Kraft, daher hat der Arm auch einen antiskating-Mechanismus, in dem Bügel aus transparentem Plastik.


    Klaus

  • Beim Händler sah ich neulich einen Drehtonarm, der dem Effekt entgegen wirkt.
    Leider weiss ich Hersteller & Modell nicht.

    Das Prinzip war so, dass der Arm aus 2 Röhrchen besteht, welche sich auf dem Weg über die Plattenoberfläche mehr oder weniger gegeneinander „verschieben“ und über diese Verschiebung in Längsrichtung eine Korrektur des Winkels des Abtasters erreichen.

    Ich glaube er meint diesen leicht kostspieligeren Tonarmkollegen hier


    https://www.tonarm.ch/de/products/thales-statement.


    Habe ihn noch nie gehört. Mechanisch sicher eine feine Sache.


    Gruss Adrian

  • Hallo Klaus

    Hallo,


    ….aber da der Fehlwinkel sich erst ab ca. 12 Grad hörbar bemerkbar macht, ist das für mich schon lange kein Thema mehr.

    Sag bloss, und da gibt es Leute, die ganze Sonntagnachmittage mit dem Einstellen von Spurfehlwinkeln verbringen.


    Gruss Adrian

  • Hallo Adrian,


    wie man dem paper entnehmen kann, habe ich damals bei den Hörtests mitgemacht. Tollerton hat über in-ear Hörer blind-getestet, ich über meine Anlage (Klein + Hummel O500C, direkt und digital gespeist vom Tascam CD-Spieler). Unsere individuellen Wahrnehmungsschwellen waren fast identisch.


    Grüße,

    Klaus

  • ...und der hat auch eine AS-Vorrichtung.

    Wie sind denn die Meinungen zu folgenden Statement:


    Jede AS-Einstellung ist ein Kompromiss. Die perfekte AS-Einstellung gibt es nicht.

    Viele Grüße

    Thomas


    He sticks to his guns
    He takes the road as it comes
    It takes the shine off his shoes

  • Der Skatingeffekt ist unabhängig vom Spurfehlwinkel und auch von der Plattendrehzahl: Bei Singles ist die Schallrille lediglich "in der Länge" gedehnt, doch die Abtastnadel tastest die gleiche Modulation ab da ja die Single schneller dreht ;)


    Anders die Situation, wenn man eine LP mit 45U/min abspielen lässt: Da würde die Modulation "gestaucht" :)


    Gruß Stefan

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    Musik die Zeit im Raum :)

  • Da die skating-Kraft über den Plattenradius nicht konstant ist, kann eine antiskating-Vorrichtung, die eine konstante Gegenkraft erzeugt, natürlich nicht perfekt kompensieren.


    KlausSkating force.JPG

    Und wie stellen nun, da wir dies jetzt wissen, das AS ein?

    Viele Grüße

    Thomas


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  • Der Skatingeffekt ist unabhängig vom Spurfehlwinkel

    Ich muss zugeben, dass ich in dem Glauben war, dass die Skatingkraft sich reduziert, wenn der Winkel des Abtasters „nachgeführt“ wird.


    und: Dank in die Runde fürs Aufklären & Verlinken - der Thales könnte es gewesen sein (wobei die Röhrchen glaub ich schwarz waren).

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  • Krautathaus


    Fliehkraft tritt nur dann auf, wenn sich das Objekt bewegt bzw. bewegt wird, z.B. auf einer Kreisbahn. Würden Tonarm mit Tonabnehmer sich mit der Platte drehen, würde die Fliehkraft auf die Nadel wirken, so aber wirkt sie nur auf die Platte.


    Klaus

    Danke Klaus, das kann sogar ich nachvollziehen...danke!

    "Yeah, well, that's just, like, your opinion, man."

  • Der Skatingeffekt ist unabhängig vom Spurfehlwinkel und auch von der Plattendrehzahl: Bei Singles ist die Schallrille lediglich "in der Länge" gedehnt, doch die Abtastnadel tastest die gleiche Modulation ab da ja die Single schneller dreht ;)


    Anders die Situation, wenn man eine LP mit 45U/min abspielen lässt: Da würde die Modulation "gestaucht" :)


    Gruß Stefan

    OK, wirklich verstehen tu ich's nicht, was aber nicht an deiner Erklärung liegt, sonder an mein em Mangel an Verständnis für Naturwissenschaften, spezifisch der Technik.

    "Yeah, well, that's just, like, your opinion, man."