Ist über SE Verstärker mit der Röhre 300B nicht schon alles gesagt? Eigentlich ja, aber...

  • war es nicht so, daß die Betriebsspannung der 300B in der Originalschaltung etwas zu knapp ist und die Umstellung auf fixed-Bias die benötigte Spannungserhöhung bringt, um die Röhre in einem hinsichtlich Klirr günstigeren Arbeitspunkt betreiben zu können?

    Hi KLaus,

    bei der Optimierung der Minitowers - ja

    Bei meinem Neubau bin ich freier.

  • 1. Kann man gut selektieren.

    glaub ich nicht, das ist Chargenabhängig. Da must Du schon lange suchen bist Du die richtige gefunden hast. Aber es muss nicht unbedingt eine LED sein, Du kannst fast jede Diode nehmen und beliebig in Reihe schalten, auch unterschiedliche Typen, also Schottky, Silizium etc.. Zenerdioden sollten aber wegen deren Rauschen nicht verwendet werden.

    3. Da liegt wohl der Hund begraben (Nichtlinearitäten, ein Nachteil)

    geht wohl im Klirrfaktor der Röhre unter


    Hohe Verstärkung. Könnte hier nicht eine Lösung liegen, wie ich mit einem Triodensystem die 300B ansteuern kann, ähnlich wie bei meiner 211 mit der 12AX7EHG?

    Trioden haben eine maximal mögliche Verstärkung von 100. Eine 300B benötigt bei 350 V Ua eine NF von ca. 53 Veff für Vollaussteuerung.

    Für eine Eingangsspannung von 1,5 Veff wird also eine Verstärkerstufe mit einer Verstärkung von ca. 35 benötigt.

    Vielleicht mal die EC91 probieren oder die E86C. Ob die den Pegel bei entsprechend niedrigem Klirrfaktor liefern können müsste aber erst mal simuliert werden


    6. Rauschen sollte geringer sein, als bei einem Widerstand. So sagt es Morgan Jones. (Ein Vorteil)

    Stimmt, wenn der Widerstand größer als ca. 250 Ohm wäre und kein Parallel C vorhanden ist.


    Gruss Reiner

  • glaub ich nicht, das ist Chargenabhängig.

    Hallo Reiner,

    hatte damit keine Probleme. Meine Dioden hatte ich damals von Morgan Jones persönlich bekommen. Habe aber auch andere mal gemessen, betr. Schwellspannung. Waren recht gleichmäßig.


    Wenn man genauso gut beliebige andere Dioden nehmen könnte, dann frage ich mich, wie das LED-Bias Thema in der Szene aufkommen konnte - und das tat es ja definitiv.

  • Hallo Reiner,

    hatte damit keine Probleme. Meine Dioden hatte ich damals von Morgan Jones persönlich bekommen. Habe aber auch andere mal gemessen, betr. Schwellspannung. Waren recht gleichmäßig.


    Wenn man genauso gut beliebige andere Dioden nehmen könnte, dann frage ich mich, wie das LED-Bias Thema in der Szene aufkommen konnte - und das tat es ja definitiv.

    Hallo Jo,

    Du benötigst für jeden Arbeitspunkt einer Röhre eine spezifische Kathodenspannung, die üblicherweise mit dem Kathodenwiderstand eingestellt wird. Wie suchst Du denn eine LED aus, die exakt diese Spannung hat?


    Ach so, noch meine Meinung zu LEDs im Kathodenkreis: Braucht man nicht.

    Jeder Widerstand mit Parallel C ist besser als eine Diode. Man sollte Bauelemente da einsetzen wo sie hingehören, und eine Diode (egal welche) gehört nicht in den Kathodenkreis einer Röhre; meine Meinung, darf man ja haben.


    Warum kam das auf? Keine Ahnung, aber das ist für mich auch nur ein Strohfeuer, wie so vieles in der HiFi-Szene. So wie Schokolade, da gibt es jede Menge neue Varianten, die ganz schnell wieder verschwinden.


    Gruss Reiner

  • Wie suchst Du denn eine LED aus, die exakt diese Spannung hat?

    Nach Datenblatt oder einfach mal in die Kiste gegriffen, hatte keine Probleme die passende Schwellspannung für meine früheren Schaltungen zu finden. Für die Vorstufe nach Björn wäre die Zielvorgabe 1,8V (nicht ungewöhnlich)

  • Jo,

    werde mit einer EL84-Triode als Treiber für die RS1003 starten, keine Scheu da 1000uF z.B. Elna Silmic 2 parallel zum Kathoden-R zu nehmen und vielleicht ist noch was Schöneres zu finden. "Geh wech mit diesem S..." von Halbleiter, wenn ich mk_ mal zitieren darf.:)


    Grüße,

    Holher

  • Daß LEDs besonders rauscharme Dioden sein sollen, habe ich vor Jahrzehnten mal gelesen. Könnte in der damaligen Artikelserie von Günther Mania (AVM) in der stereoplay gewesen sein, welche die Konzeption und Berechnung einer MOSFET-Endstufenschaltung beinhaltete. Soweit erinnerlich Mitte der 80er, irgendwo habe ich das noch archiviert.


    Die Argumente gegen einen Einsatz zur Generierung der Biasspannung kann ich nachvollziehen. Dazu die überzeugenden Meßdaten, welche Björn durch Anwendung ganz klassischer Methodik erreichen konnte... 8)


    Gruß Klaus

  • Hallo Jo,

    hast Du in der Praxis Nachteile festgestellt? (Welche?)


    ... oder magst Du es einfach nicht, weil Hybrid. (Ich mag Hybrid auch nicht unbedingt, aber ich könnte ja mal 'ne Ausnahme machen :))

    Irgendwelche neuzeitlichen Bauteile mag ich in der Tat überhaupt nicht. Das Geraffel hat in einem Röhrenverstärker nichts zu suchen. Genauso wie Schaltnetzteile ;)


    Vor vielen Jahren habe ich es in einer Phonovorstufe ausprobiert. Genau wie bei Morgan Jones mit einer EC8010 im Eingang. Nach einem halben Jahr wieder auf RC zurückgebaut. Mir gefiel das klanglich besser. Messungen gibt es leider keine, habe ich damals noch nicht gemacht.


    Viele Grüße
    Martin

  • Hi Martin,

    Deine Einstellung kann ich gut nachvollziehen und auch gelten lassen.


    Aus Unsicherheit (konnte ja auch nichts messen), habe ich meine LED-Bias-Dinger ja auch wieder konventionell zurückgebaut.


    Andererseits reizt mich immer das unkonventionelle und kreative - im besten Fall innovative. (Für diese Denkweise wurde ich früher im Beruf gut bezahlt :))

  • Hallo Jo,


    Wäre dann eine FET Konstantstromquelle statt des überbrückten Kathodenwiderstands eine Idee?


    Ist allerdings wohl noch aufwendiger als eine LED da man noch zusätzliche Bauteile plus Spannung zur Ansteuerung des Fet‘s benötigt.


    Ausserdem dürfte die Verstärkung dann wohl auch geringer sein da nicht Elko überbrückt.


    Wie gesagt nur so eine weitere unkonventionelle Idee.


    Gruss,

    Günter

  • Hi Günter


    An der LED Geschichte fasziniert mich die minimierte Zahl (und Größe) der Bauelemente.


    Ich versuche herauszufinden, ob zudem die Verstärkung ausreichen würde, mit einer kleinen Doppeltriode zwei 300B (Stereo) anzusteuern - ähnlich dem Schaltungsentwurf von Matthias für die 211, den ich mit Erfolg umsetzten konnte.


    Diese 211er Schaltung kam auch nur deswegen heraus, weil ich in den betreffenden Thread 'keine Ruhe gab'. ;)


    Hätte mir vorher nicht ausmalen können, dass es geht.

  • Ich versuche herauszufinden, ob zudem die Verstärkung ausreichen würde, mit einer kleinen Doppeltriode zwei 300B (Stereo) anzusteuern - ähnlich dem Schaltungsentwurf von Matthias für die 211, den ich mit Erfolg umsetzten konnte.

    Ich sehe nichts was dagegen sprechen sollte. Bei der 211 steuert man diese mit ca 110Vpp an. Da müsste noch was drin sein um bis auf 140Vpp zu kommen, die man typischerweise für die 300B vorfindet. Allerdings, der Eingangspegel müsste ca. 2dB höher ausfallen. Wenn das für Dich noch drin wäre dann müsste es klappen.

  • So, ich arbeite immer noch nicht am China Amp ala Björn sondern am Rückbau der Tambour von 300B auf 2A3. Beim Netztrafo gibt es keinen Mittelabgriff für die 6,3V Heizspannung der 6SN7, ich werde also mit 2 Widerständen symmetrieren, jetzt meine Frage. Direkt an der Röhre, oder am Trafo symmetrieren, die Heizungsleitung hat ca. 50 cm. Ich würde lieber am Trafo symmetrieren, dann komme ich mit einer Öse an der Lötleiste für den Massepunkt aus. Spricht etwas dagegen?


    Dirk

    Jimmy war fair. Wenn ich ihm zehn Trips brachte, nahm er sieben und gab mir drei.

    Lemmy :saint:

    Im übrigen bin ich der Meinung das jeder eine DIGNA haben sollte