Röhrentuning Vincent Vorstufe SA-T7

  • Hallo zusammen,


    vorab: ich bin kein Techniker und kenne mich mit Röhren quasi nicht aus. Dennoch die Frage: Könnte ich durch anderweitige Röhren meine Vincent-Vorstufe SA-T7 klanglich noch "pimpen"?

    Verbaut sind folgende Röhren, die nach meiner bisherigen Recherche aus russischer Herstellung sind:


    2 x 6SCH9P,

    2 x 6SCH51P,

    4 x 6S3P-EV.


    Mir ist nicht klar, welche von diesen einen klanglichen Einfluss haben.

    In einem Thread aus diesem Forum (Reinhard Hoffmanns MM/MC-J-Fet/Röhren-Phono-Moped) habe ich für mich entnommen, dass die 6S3P-EV quasi der E86c bzw. der EC86 entspricht und die russische Röhre wohl nicht unbedingt die beste Wahl ist: "Die Russen klingen hier im Vergleich schon wie eingeschlafene Füße weshalb ich diese nicht mehr verwende" (Zitat von Carsten R.).

    Macht es Sinn hier mal andere Röhren in meiner Vorstufe auszuprobieren und welche könnt ihr mir empfehlen?


    Ich danke euch vorab!

    LG Joachim

  • Lass den Vorverstärker doch einfach so wie er ist(auch wenn’s schwerfällt). Der Blöhbaum wird schon wissen weshalb er was macht und die Russenröhren aus gutem Grund genommen haben.

    Bevor du da wild umsteckst mail ihn doch einfach mal selber an und frag ihn nach seiner Meinung zu dem Thema. Was du vorhast wird zwar anders klingen, aber auch besser?

  • Die russischen Vorstufen-Röhren,New Old Stock , die ich im Laufe der Zeit verbaut habe, haben eine 1 A Qualität gehabt, so was wird heutzutage gar nicht mehr gebaut . Zu der Vincent-Vorstufe SA-T7 kann ich leider nicht sagen, weder gehört noch einen Schaltplan .

  • Ich habe mir mal die Stift-Belegung angeschaut

    Die 6S3P-EV hat eine andere Belegung als die E86C

    Also ein direkter Austausch ist nicht möglich

    Keine Ratschläge ohne richtiges Wissen geben

    Kann tödlich für das Gerät ausgehen

  • Hallo zusammen,

    danke schon mal für die anregenden Beiträge.

    Ich fühle mich nicht gezwungen dringend meine Vorstufe zu verändern.

    Vielmehr wollte ich hier einfach mal anfragen, ob man mit "wenig" Aufwand klanglich durch vermeindlich "bessere" Röhren einen Schritt nach vorne machen kann. Wenn ich hier so im Forum lese, so scheint das ja durchaus üblich zu sein, dass man bei einem Röhrengerät auch mal mit Röhren experimentiert. Den Vergleich mit dem Spruch aus Autokreisen finde ich daher nicht wirklich zutreffend. Oder haben dann all diese Forumsmitglieder das falsche Gerät gekauft?

  • Hallo Joachim


    Gerade hier wird auch über "Röhrenklang" gesprochen und auch viel mit verschiedenen Röhren experementiert. Mitunter kannst du durch ein Wechsel in deiner Vorstufe den Klang schon etwas beeinflussen. Aber ob das der gewünschten Mehrgewinn bringen den du dir erhoffst, wage ich zu bezweifeln.


    Über ein wildes Rumgelöte würde ich aber generell abraten. Da sollte man schon ganz genau wissen was man tut.


    Viel Interessanter wäre zu wissen, wie der Rest deiner Kette ausschaut ...
    Davon kann man zwar kaum etwas ableiten, da wohl kaum jemand genau die selben Geräte zusammen betrieben oder gehört hat, aber über gewisse Eigenschaften von Geräten hat der Eine oder Andere vielleicht schon Erfahrungen gesammelt.


    Warst du denn vor dem Austausch deiner Vorstufe zufrieden, oder hast du deine Anlage komplett neu Aufgebaut?



    Gruß

    Max

  • Versteh mich nicht falsch, ich finde deinen VV toll und hatte ihn selbst in der näheren Auswahl. Das ist nur meiner bescheidenen Meinung nach ein Supergerät an dem nichts verändert werden muß, die Chancen sind groß, daß das nach hinten losgeht.

    Ich frage mich sowieso wo die ganzen NOS Röhren herkommen sollen und denke eher die Chinesen haben bemerkt was für ein Geld mit Siemens/Valvo/Mullard Aufdrucken verdient werden kann.

  • Stimmt, die 6С3П und EC86 ist nicht 100% Pin-Kompatibel, sie KANN es aber sein.
    Grund hierfür ist, dass diverse Pins doppel Belegungen haben.

    Kompatibel ist sie nur, wenn Anode ausschließlich auf Pin 9, Gitter nur auf 2 und/oder 8 liegt und Kathode nur auf 3 liegt. (Heizung passt immer.)

    Beim Phonomoped (daher die Aussage) passts, und auch bei einem anderen Pre, den ich auf Basis der Röhre gebaut habe kams hin. Wahrscheinlich, weil der Austausch von Anfang an vorgesehen war (bzw. ursprünglich mit der EC86 geplant wurde, diese aber einfach nicht mehr gut verfügbar ist).

    Ein Blick in den Schaltplan würde hier weiterhelfen.


    Grundsätzlich muss man aber sagen, dass russische NOS Röhren nicht per-se schlecht sind.
    Eine 6Н1П-ЕВ von Voskhod ist z.B. eine durchaus gut gemachte Röhre.

  • Die Militärfertigung aus Zeiten der UDSSR war hervorragend.

    Das gilt auch für die Fassungen und Kondensatoren.

    Morgen Johns hat mal einen Test mit der 6SN7 und deren

    Varianten gemacht. Die 6J5GT aus der UDSSR kam

    gleich nach der alten 6SN7GT Fertigung mit Innenbeschichtung

    Das die manchmal etwas müde klingen liegt vielleicht

    daran das sie weniger Klirr machen.


    Gruß

    heinrich

  • Hallo Joachim,


    ich würde mir das Röhren-Hopping sparen. Da es sich bei der Vorstufe um stark gegengekoppelte Röhrenschaltungen handelt (soll keine Abwertung sein - Frank´s Sachen klingen super gut), wird ein Röhrentausch meiner Meinung nach, ohne hörbare Auswirkungen bleiben...


    Gruß Björn

  • Hallo zusammen,


    die 6S3P ist in allen Varianten (-E, -EV, -PDR) eine ganz hervorragende Röhre. Es grenzt schon fast an Verschwendung, gleich 4 Stück dieser tollen Röhre in einem einzigen Vorverstärker zu verwenden. Aber ich hatte mich damals ganz bewusst für diese Röhre und z.B. gegen die EC86 entschieden. Für die EC86 würde ich sehr wahrscheinlich die Schaltungsumgebung anpassen. Ich kenne beide Röhren bestens, da ich sie bereits zusammen in einem Gerät - dem Thorens TEM3200 - eingesetzt hatte. Meines Wissens war ich damit der erste, der sowohl die EC86 wie auch die 6S3P in einem Audio-Gerät kommerziell verwendet hatte (anno 2005). Das war ebenso neu wie die Schaltung.


    Apropos Schaltung: auch der SA-T7 baut auf einer von mir entwickelten Schaltung auf, die weltweit einzigartig ist. Ohne deren Kenntnis ist eine angestrebte Verbesserung wie Blinde-Kuh-Spielen... Und das blinde Wechseln von Kondensatoren und Röhren kann den Besitzer vielleicht in neue Klangsphären führen, sehr viel wahrscheinlicher ist aber ein Defekt des Gerätes.

    Der SA-T7 ist ein weltweiter Bestseller von Vincent. Die Nachfrage ist so groß, dass wir kaum mit der Produktion hinterher kommen. Ich habe viele Dankschreiben sehr zufriedener Kunden. Der Grundtenor ist dabei, dass bei dieser Klangqualität der SA-T7 eigentlich 10x so teuer sein müsste...

    Witzig sind dann Forumsbeiträge, z.B. in amerikanischen Foren, die die vermeintlich chinesischen Röhren durch originale russische ersetzen wollen. Und wenn dann derart irregeführte Kunden beim Vincent-Service anrufen oder emails schicken, werden diese zwar freundlich darauf hingewiesen, dass schon ab Werk ausgemessene(!) originale russische Röhren in NOS Qualität eingesetzt werden. Aber es kostet halt auch die wertvolle Zeit der Mitarbeiter. Diese Röhren werden übrigens von mir selbst ausgemessen und zugeliefert.


    Viele Grüße

    Frank

  • Hallo Frank, na das sind doch mal klare Worte! Toll, dass du dich hier einbringst.

    Ich bin mit dem SA-T7 auch bestens zufrieden. Ich habe das Gerät jetzt etwa ein Jahr. Schade nur, dass schon 2x Röhren getauscht werden mussten, das waren allerdings nicht die 6S3P.

    Davon ab spielt die Vorstufe mit der Endstufe 331 MK II sehr gut zusammen!

    Die Paarung mit den vorgesehenen T700 Endstufen stellte sich dagegen in meiner Kombi als nicht zufriedenstellend dar. Der Bass war bei mir zu mächtig und teils zu unpräzise.

    Aber da spielen natürlich viele Parameter eine Rolle.


    Wenn ich mir an der SA-T7 etwas wünschen dürfte, so wären es XLR-Aus bzw. Eingänge und eine feinere Laustärkenregelung über die Fernbedienung. Ein Druck auf die Volume-Taste(n) und schon ist die Lautstärke zu stark abgesenkt bzw. zu stark aufgedreht.


    LG Joachim

  • Hallo Joachim,


    Du schreibst:

    "Ein Druck auf die Volume-Taste(n) und schon ist die Lautstärke zu stark abgesenkt bzw. zu stark aufgedreht."


    Ich vermute mal, dass der Volumenregler dabei auf ca. 8...9 Uhr steht?


    VG Frank

  • Hallo Frank,


    die Stellung des Volumenreglers am Gerät ist egal. Will man mit der Fernbedienung die Lautstärke regulieren, dann ist keine Feineinstellung möglich. Der Lautstärkeregler am Gerät macht dann zu große Drehwege.


    LG Joachim