Diskussion Ringkerntrafos für Single-Ended Röhrenverstärker

  • Hallo Johannes ,


    ich habe jeglichen Glauben an diese beiden "Fachblätter" schon vor langer Zeit "abgelegt".


    Gruß Björn

    Hi Björn,


    das ist in der Tat auch bei mir so. Generell tue ich mich schwer mit Fremderfahrung. :)

    (ist ja oft auch interessengetrieben)


    Klasse fand ich immer die Berichte in MJ wo schlicht und ergreifend Rechteckdurchgänge von den besprochenen Amps abgebildet sind.


    Bin schon am Überlegen, ob ich so wahnsinnig bin, mir auf meine alten Tage nochmal einen Oszi zuzulegen. Andereseits - man bekommt solch Teile ja heute nachgeschmissen.

  • -

    https://sklep.toroidy.pl/en_US…3%2C2kOhm-EL34-6L6-SE/560


    Das von Toroidy publizierte Datenblatt verheißt eine nutzbare Ausgangsleistung von 40W bei einem Ruhestrom des Verstärkers von 100mA. Verstärker 90mA,

    Hallo Frank,

    die Annahme, dass der im Datenblatt angegebene Anodenstrom von 100 mA der Ruhestrom ist, ist nicht korrekt. Es ist der Strom, der unter Normalbedingungen nicht überschritten werden sollte, also DC-Strom + AC-Spitzenstrom. Da Du bereits 90 mA für den Ruhestrom „verbrauchst“, bleiben noch 10 mA um die Leistung an die Last zu transformieren. Dass der Übertrager im Tieftonbereich überhaupt noch so gut funktioniert, ist schon erstaunlich.

    Der Übertrager von Toroidy, der für KT88 und 300B ausgelegt ist, hat schon 250 mA im Datenblatt stehen, aus gutem Grund.

    Dass der Frequenzgang bei 20 kHz bereits ca. 4,5 dB abfällt hat weniger mit dem Übertrager zu tun. Da würde ich mir den Verstärker-Aufbau oder den Messaufbau nochmal genauer anschauen.

    Das Luftspalte zu Irritationen im Feldverlauf führen ist evident. Das gilt jedoch für alle Arten von Transformatoren.

    Gruss Reiner

  • Schaut mal hier,


    da wickeln Mitarbeiter in Fezz-Audio T-Shirts eifrig RKT`s,

    zudem soll Fezz-Audio ja ursprünglich auch aus der Trafo-Entwicklung kommen,

    sind wohl eng verbandelt oder sogar eine Fa.?



    Gruß Micha

  • die Annahme, dass der im Datenblatt angegebene Anodenstrom von 100 mA der Ruhestrom ist, ist nicht korrekt. Es ist der Strom, der unter Normalbedingungen nicht überschritten werden sollte, also DC-Strom + AC-Spitzenstrom.

    Wo nimmst Du diese Annahme her? Im Datenblatt steht "Nominal Anode Current". Das suggeriert natürlich 100mA DC-Strom. Der von mir getestete TTG-EL34SE ist ja nun direkt für einen EL34 Eintaktverstärker vorgesehen. Die EL34 läuft im Standard-Arbeitspunkt laut Philips Datenblatt bei Ra = 3kOhm mit einem DC Ruhestrom von 70mA. Da würden nach Deiner Auffassung noch ganze 30mA Peak für die Aussteuerung übrigbleiben. Das entspricht dann bei Verwendung des TTG-EL34SE einer maximalen Ausgangsleistung von 2,88W.

    Nach Deiner Annahme müsste dieser Trafo also z.B. für eine EL84 knapp ausreichen, da diese mit ca. 50mA Ruhestrom läuft. Dafür ist dann aber das Übersetzungsverhältnis ungeeignet.


    Viele Grüße

    Frank

  • Hallo Frank,

    der Übertrager ist für 100 mA ausgelegt. Den Ruhstrom der Röhre legt man dann auf die Hälfte also auf 50 mA. Als Leistung erhält man dann mit den restlichen 50 mA eine mögliche Leistung von ca. 4 Watt bei 3200 Ohm.

    Ein Röhrenhersteller gibt einen Arbeitspunkt an. Wer sagt denn, dass man genau diesen zu verwenden hat. Wenn man einen Übertrager aussucht, muss man die Röhre daran anpassen. Dazu hat man ja genügend Freiheitstgrade.

    Gruss Reiner


    PS Deine Berechnung von 2,88 W stimmt nicht. Es gilt: P = 1/2 * i2 * R = 1,35W ;)

  • Als Leistung erhält man dann mit den restlichen 50 mA eine mögliche Leistung von ca. 4 Watt bei 3200 Ohm

    ich habe so daß Gefühl, daß Du da Blödsinn erzählst. Erstens: 50mA und 3200 Ohm ergeben 8 Watt.

    Zweitens: selbst wenn Du schon statt der4 Ohm die 8 Ohm erwähnt hättest - der Hersteller gibt bei diesem AÜ eine max. Leistung von 40 Watt...

    Kann es sein, daß Du immer irgendwo versuchst "anzustinken"? :(


    Gruß Björn

  • Hallo Björn,

    die restlichen 50 mA sind der Spitzenwert des Stromes. Für die Leistungsberechnung ist aber der Effektivwert zu nehmen. Also durch Wurzel aus 2 zu teilen. Damit kommen 4 Watt heraus.

    Gruss Reiner

  • Hallo,


    ich war immer skeptisch was Ringkerntrafos für Eintaktanwendungen betrifft. Auch die Ringkerntrafos von Menno van der Veen, die ja sogar einen Luftspalt haben, konnten mich nicht von den Lundahls oder Reinhöfer Trafos abbringen.


    gruss

    juergen

  • Hallo,


    ich war immer skeptisch was Ringkerntrafos für Eintaktanwendungen betrifft. Auch die Ringkerntrafos von Menno van der Veen, die ja sogar einen Luftspalt haben, konnten mich nicht von den Lundahls oder Reinhöfer Trafos abbringen.


    gruss

    juergen

    Hi Jürgen.


    Ebenso hier!


    Aber Gerd ist leider nicht mehr unter uns und der gute Draht zu ihm fehlt mir.


    Andererseits: gute Trafos gibt es heute eigentlich immer mehr, ich schaue da optimistisch nach vorn. Torodys habe ich mir erst mal aus dem Kopf geschlagen.


    BTW: Möglicherweise komme ich demnächst mit einem größeren 'DIY-Winter-Verstärker' um die Ecke. Ist noch nicht ganz spruchreif. Bin wg. Detailfragen in nettem Kontakt mit dem betr. Chinaman.

  • Auch die Ringkerntrafos von Menno van der Veen, die ja sogar einen Luftspalt haben, konnten mich nicht von den Lundahls oder Reinhöfer Trafos abbringen.

    Hallo Jürgen,

    auch Menno bringt in seinen Büchern vorwiegend Gegentaktverstärker, wenn er Ringkerntrafos benutzt; Eintaktverstärker haben bei ihm EI-Kerne.

    Doch damit sollte die Diskussion zu den Toroidy nicht abgeschlossen werden.

    Frank brachte am Anfang eine Grafik Sättigung vs. Leistung: sie zeigt deutlich das bekannte Verhalten weichmagnetischer Werkstoffe, dass bei niederen Frequenzen die Sättigung eher erreicht wird. Sicher wären daraus Urteile zu RKTs nur möglich, wenn in gleicher Grafik vergleichsweise eine Kurvenschar eines gleichwertigen Trafos mit EI-Kern enthalten wäre. Besser wäre natürlich eine Grafik des Amplituden-Frequenzverlaufes, wie wir sie von anderen Übertragerherstellern auch erwarten.

    Gruß Andreas

  • Hallo zusammen.


    Ich habe mich geirrt! Errare humanum est.||


    Toroidy hat bestätigt, dass der Wert: Nominal Anode Current = 100 mA dem maximalen DC Strom im Arbeitspunkt der Röhre im SE Mode entspricht. Damit sind meine Äußerungen in #23 natürlich Quatsch.

    Die Aussage von Toroidy im Vergleich zu den vorliegenden Messergebnissen bedeutet aber, dass die rein theoretisch maximale Leistung (bei 90 mA DC Arbeitspunkt, 3200 Ohm Last und sinusförmiger Aussteuerung) in Höhe von ca, 13 W bei tiefen Frequenzen nicht erreicht wird. Allerdings muss die Messung der Leistung in Höhe von ca. 19,2 W bei 1 kHz auch hinterfragt werden, da sie mit der Theorie nicht übereinstimmt.


    Unter der Voraussetzung, dass Klirrfaktor und Frequenzgang ausschließlich durch den Übertrager bedingt sind, muss man hier wohl ein negatives Urteil fällen.

    Schade.:(


    Gruss Reiner

  • Bei einem guten Ausgangsübertrager die Verzehrungen in angegebenen Frequenzbereich bei nominelle Leistung sind deutlich kleiner als bei der Röhre selbst und mann kann sie meist ignorieren.

    Egal mit welche Methoden Ringkern nur mit einem Spalt geschnitten wird der bigt sich auseinander und an der Stelle entsteht ein ungleichmässigen Spalt der am Außenrand größer ist als am Inneren.

  • Bei einem guten Ausgangsübertrager die Verzehrungen in angegebenen Frequenzbereich bei nominelle Leistung sind deutlich kleiner als bei der Röhre selbst und mann kann sie meist ignorieren.

    Egal mit welche Methoden Ringkern nur mit einem Spalt geschnitten wird der bigt sich auseinander und an der Stelle entsteht ein ungleichmässigen Spalt der am Außenrand größer ist als am Inneren.

    Hallo Arkadi,

    deine erste Aussage sehe ich genauso. Deshalb sollte Frank die Messungen noch mal mit einem max. Klirrfaktor von 1% wiederholen. Da geht die Röhre noch nicht in den Abschnürbereich.

    Man kann auch einen Spalt so konstruieren, dass soetwas nicht passiert. Aber ich glaube nicht, dass das notwendig ist. Er soll ja nur den magnetischen Widerstand erhöhen, da ist die Form selbst unwichtig. Dass die Streuung grösser wird ist klar, ist aber bei jedem Übertrager mit Luftspalt so. Deshalb würde ich auch keine Übertrager mit Luftspalt für SE verwenden, sondern PP mit Stromkompensation, idealerweise mit einer Stromquelle als Last. Die zusätzliche Belastung des Netzteiles kann man gegenüber den Vorteilen leicht in Kauf nehmen.

    Ich halte, wie auch Menno van der Veen Ringkernübertrager mit Stromkompensation für den Einsatz im SE Verstärker als die beste Lösung. Meine Meinung, darf ich ja haben. 8)

    Gruss Reiner