Die Röhre 211 noch einmal hochleben lassen!

  • Hi Matthias,


    Heresy, Cornwall usw. kenne ich alles recht gut. Sind auch wirklich ok. Voice of the Theatre standen bei uns mal im Wohnzimmer. Meine Frau würde auch nichts gegen noch urigere Schränke sagen.


    Das Problem bei den modernen Kino-LS mit denen ich liebäugle (mein Link weiter oben) ist, dass sie auf Sprachverständlichkeit ausgelegt sind, zu direkt und mittenbetont. Könnte man zwar mit DSP korrigieren, aber das passt mir ja nun wieder überhaupt nicht ins minimalistische Konzept. Guten Wirkungsgrad haben sie.


    Ich habe ja momentan wirklich ausgesucht gute LS, die in der Tradition der Kinolautsprecher stehen, mit MHT-Druckkammer Horn domestiziert für Heimgebrauch. (JBL Studio 590)

    Die kann ich im Grunde kaum toppen. Also wird es wohl dabei bleiben.


    Mir würde halt noch etwas extremeres gut gefallen in einem rauen Industrial Look. So wie auch der 211er Amp werden soll. Er soll ja am Ende ungefähr so aussehen, wie ein alter Western-Electric Kinoverstärker. (Pure Retro-Design Spinnerei :))


    Da fällt mir mein Besuch bei Matsuo Fujii vor ein paar Jahren ein, dessen Gast ich mal für drei volle Tage war, in seiner Western-Electric-Gallery in Japan.


    Bild aus MJ:


    we-gallery.jpg




    Modern HiFi ist bei uns daheim ansonsten digital und läuft über Studiomonitore.

  • Ich habe ja momentan wirklich ausgesucht gute LS, die in der Tradition der Kinolautsprecher stehen, mit MHT-Druckkammer Horn domestiziert für Heimgebrauch. (JBL Studio 590)

    Die kann ich im Grunde kaum toppen. Also wird es wohl dabei bleiben.

    Jo, das ist jetzt nicht Dein Ernst?!?

    Wenn ich die fetten "Negerlippen"...oops, sowas darf man ja nicht mehr sagen... um die Bässe sehe und die 92dB/W/m... Laß bloß die Finger von 211er Amps... 2 x 8" Bässe... ja, wie nu? Schnell 'nen Transistor ausm Blöd-Markt gerissen, geht besser als die 211. Langhuber sind nix für SE. Da ist ja wohl von JBL nur noch der Name geblieben... Hättest die Voice behalten sollen. Das können meine Hecos (Celan XT901), mit typischem Taunus-Sound sogar besser, als diese Abartigkeiten. Von Herseys oder Cornwalls ganz zu schweigen. Auch ein Tangband W8-1772 in einem passenden Horngehäuse, dürfe sowas binnen Sekunden an die Wand klatschen. Da solltest Du noch mal dringend drüber nachdenken...


    Guts Nächtle, Matthias

  • Hallo,

    heute sind die Übertrager für die 211 angekommen. Ich habe die von Hammond gewählt, da ich aktuell keine Alternative sehe.


    IMG_2229.JPG

    Man kann schon am Äußeren erkennen woher sie kommen. Aber es zählen ja die inneren Werte.


    Mich hat zuerst die Blechstärke interessiert:

    pasted-from-clipboard.png


    Trotz der Lackierung kann noch die Dicke von 0,35 mm erkannt werden, wenn auch etwas mühsam (Skalierung 0,1 mm).



    pasted-from-clipboard.png


    Als Treiber plane ich die 6SL7GT bzw. das Russische Pendant die 6H9C einzusetzen.


    Gruss Reiner

  • Hallo Heinrich,

    danke, aber ich will gar keine Verbindung von den Abdeck-Blechen zum Blechpaket haben. Schließlich soll das Magnetfeld so weit als möglich im Kern bleiben. Deshalb hat Hammond auch die Schrauben isoliert befestigt. Ich hoffe nur, das sie keine innere Verbindung zu den Blechen haben und dort einen "magnetischen" Kurzschluss mit den Blechen verursachen. Ist schwierig zu messen, wenn alles so verlackt ist.

    Gruss Reiner

  • Alle vier Schrauben haben keinen keinen elektrischen Kontakt untereinander und auch nicht zum Blechpaket. Die primären Anschlußleitungen sind für 1kV ausgelegt.

    Gut gemacht von Hammond.

    Gruss Reiner

  • Kommt ja selten vor, Matthias, aber jetzt bin ich mit Dir mal nicht einer Meinung.

    (Möchte die Kontroverse aber nicht vertiefen :))

    Moin Jo,

    Auch ich will das nicht vertiefen. Es gibt ja da nicht umsonst so viele verschiedene Lautsprecher und Systemansätze... Die JBL werden sicher keine schlechten Lautsprecher sein, im Allgemeinen... Im Besonderen, hinter nicht gegengekoppelten 211er, scheinen sie mir jedoch völlig ungeeignet.

    Hart aufgehängte LS mit leichten Membranen vom Typus 'Radiolautsprecher' haben noch die wenigsten Probleme mit SET Amps und brauchen wenig DF für einen angenehmen Bass. Wen wundert's?

    Schriebst Du noch in #919, um dann komplett anders aufgezogene, moderne Lautsprecher zu präsentieren. Wenn die hinter einer 300B noch ganz passabel klingen, wird das bei 211 ganz anders ausfallen. Die 300B kann ja wenigstens noch ein wenig Dämpfung, eine freilaufende 211 gar keine.

    Deshalb ignoriere meinen Schaltungsentwurf mit der ECC81 als Treiber und halte Dich lieber an den China-Entwurf... mit etwas mehr Gegenkoppelung, ist eh viel zu empfindlich, das Teil. Dann kann das auch an den JBL klingen...(wie es eben mit einer GK so klingt)...


    Gruß, Matthias

  • Deshalb ignoriere meinen Schaltungsentwurf mit der ECC81 als Treiber und halte Dich lieber an den China-Entwurf

    Matthias


    Ich finde Deinen Entwurf super! Genau mein Ding! Freue ich mich echt darüber.


    Und die ganze Arbeit, die Du Dir gemacht hast wäre für die Katz? Neee, Neee, auf keinen Fall und ich mag auch keine GK :)


    Erstens habe ich auch noch andere LS zum Probieren für den Anfang. Zweitens weiß ich zur Genüge was an solchen Amps gut geht. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten was ich noch machen könnte. Ich hatte ja schon 211er ohne GK. Es hindert auch mich auch niemand daran, passende LS zu konstruieren.


    Mit diesen hatte ich z.B. mal an einem Fullrange Speaker Shootout in Paris bei Mélaudia teilgenommen. War eine einfache BR-Kiste mit Philips 9710. Die konnten sogar ganz schön rocken und brauchten wenig DF.


    9710-filz1136.jpg

  • Sorry, das zweite Bild hat sich beim Posten versehentlich drangehängt und ich kann es scheinbar nicht löschen. :wacko:


    Passt zwar auch zum Thema wirkungsgradstarke LS, die mit wenig Dämpfung auskommen... Naja!

  • Nochmal Matthias ,


    ich wusste jetzt aber noch nichts über die Unterschiede einer 300B ohne GK und einer 211 ohne GK in Bezug auf den Dämpfungsfaktor. War mir ehrlich gesagt früher im Betrieb, wo ich ja beide dastehen hatte, nicht aufgefallen.

  • Liegt am Innenwiderstand der Röhren... 211 ~ 4k, 300B ~ 0,8k... Natürlich spielt da dann noch das Übersetzungsverhältnis der Übertrager mit rein... Aber generell paßt es schon, daß die 300B kann, die 211 jedoch nicht.


    Gruß, Matthias

  • Danke Matthias,


    Ok, diese Hausnummer hatte ich übersehen. Egal - ich probiere es aus!


    Mein alter 211er (ohne GK) hat an vielen verschiedenen Lautsprechern wunderbar funktioniert. Der ist ziemlich weit rumgekommen in der Weltgeschichte. :)


    Er hatte etwas mehr Leistung und wahrscheinlich (?) bessere AÜs aber betr. schwachem Dämpfungsfaktor sollte der Neue etwa gleichauf liegen.

  • Liegt am Innenwiderstand der Röhren... 211 ~ 4k, 300B ~ 0,8k... Natürlich spielt da dann noch das Übersetzungsverhältnis der Übertrager mit rein... Aber generell paßt es schon, daß die 300B kann, die 211 jedoch nicht.


    Gruß, Matthias

    Am Ende spielt nur eine Rolle wie dimensioniert wird, BIAS, Betriebsumgebung und wie die AÜ Spezifikationen sind.


    Ich bin zwei Simulationen mit SE Amp CAD durchgegangen und typische Settings für eine 300B und 211 so wie ich plane eingesetzt. Dafür habe ich AÜ Spezifikatonen in die Simulation eingegeben, die ich bereits von meinen AÜs kenne, einmal Ra=3,5k für die 300B und Ra=15k für die 211.


    Es kommen folgende Ergebnisse heraus:


    DF 300B = 3,81

    DF 211 = 3,61


    Es gibt da keinen großen Unterschied und das liegt daran, dass die Röhren mit passenden AÜ betrieben werden. Würde das mit gleichen AÜ sein, dann zieht die 211 immer den Kürzeren.


    Im Übrigen, mit den China AÜ mit Ra=7k ist DF=2,42