Die Röhre 211 noch einmal hochleben lassen!

  • Ich komme langsamer vorran als mir lieb ist und oben drauf kamen nicht wie erwartet Bestellungen von einigen Bauteilen.


    Daher habe ich mich heute darauf konzentriert mir Gedanken zu machen wie ich am Besten die Netzteile, EPCOS D-Link Kondensatoren, Sieb-Drosseln, etc. platziere. Es gibt nicht all zu viele Möglichkeiten den die EPCOS nehmen schon einen großen Raum ein. Am Ende habe ich mich für eine Anordnung etnschieden, die die Masseführung so kurz wie möglich erlaubt.


    SET-211-14i.jpg


    Der zentrale Maßepunkt befindet sich ziemlich genau in der Mitte des Gehäuses, im Bereich zwischen den EPCOS Kondensatoren und dem daneben angebrachten Netzteil der Vorstufensektion, was ich mir mal für Testzwecke angeschafft habe und erst jetzt zum Einsatz kommt.


    Auch heute musste ich feststellen, dass die Zeit wie im Flug vergeht. Nur die Verkabelung der Netzteile, SNT und ein paar andere Verbindungen haben mich über 8 Stunden Arbeit gekostet.


    SET-211-15i.jpg


    Wie immer, bin ich stufenweise vorgegangen und die einzelne Schritte nach deren Aufbau überprüft. Zuerst die Trafos und die SNT angeschlossen und dann an den Strom gebracht. Alles hat überlebt und die Trafos haben die gewünschte Sekundärspannungen geliefert. Danach das Netzteil für die Vorstufe angeschlossen, getestet und auch hier wurden die erwarteten Spannungen angezeigt. Große Freude kam auf, als ich beide Netzteile für die 211 Röhren fertig gebracht hatte und auch diese auf anhieb funktionierten.


    Da ich den dicken Lötkolben für das Löten des Drahtes für die EPCOS angeschlossen hatte, habe ich zu guter Letzt noch die Banana-Stecker mit den Ausgangsübertragen verbunden.


    Jetzt bin ich nur noch müde und mache mich bald ins Bett.


    Morgen hoffe ich auf die Lieferung der georderteten Teile und eventuell schaffe ich es noch die 211 Endstufen-Sektion zu beschalten.


    Schaun wie mal ...

  • Danke für die Fotos, Cay-Uwe!


    Bei mir stehen die Brocken seit Wochen halb fertig auf meinen Arbeitstisch. Zum Glück ist der ein paar Meter lang. :)


    Wenn ich Pech habe, kommen die letzten Bauteile, die ich noch nachgeordert habe erst im Januar.

    Aber so war es ja auch gedacht - als Zeitvertreib.

    LG, Jo

  • als Zeitvertreib

    Moin Jo,


    keine Zeit, Zeit zu vertreiben, die soll mal zäh tropfen wie Honig.


    Eher Begeisterung und Passion.


    Könnte sein, mein SE kommt erst nächsten Winter zum Finale, na und. Zuerst geht es relativ schnell (im Kopf wird gebaut), aber am Detail immer langsamer, vielleicht mit Rückschlägen.


    Ist toll, wie das Forum gestern mit Beiträgen zum Thema funktioniert hat, sonst hätte ich G2 zum Schmelzen...:thumbup:


    Guten Start in den Tag,

    Holger

  • Zeit zu vertreiben, die soll mal zäh tropfen wie Honig.

    Holger,

    dazu empfiehlt sich das passende Stück von Stockhausen:


    Hier als Stream zu finden oben auf der Seite:


    https://www.br-musica-viva.de/…ie-musica-viva/sendungen/


    RADIOSENDUNGEN ZUM NACHHÖREN

    Livemitschnitt der Aufführungen vom 6. November I

    Hören Sie in diesem Audio on demand Karlheinz Stockhausens In Freundschaft in der Fassung für Kontrabass solo, gespielt von Frank Reinecke.


    Dieses Stück gefällt mir sehr gut, obwohl ich ansonsten nicht unbedingt Stockhausen Freund bin. Habe ich gleich mal für unsere häusliche Musikbibliothek heruntergezogen, bevor es von der Plattform verschwindet.

    LG, Jo

  • Wie vorher geschrieben, habe ich mich aus designtechnischen Gründen dazu entschieden, statt der E88CC / 6922 Vorstufenröhre die 6J5GT zu nehmen.


    Auf dem Papier besitzt die 6J5GT eine etwas niedrigere Verstärkung als die E88CC / 6922. Mit der E88CC / 6922 habe ich bei 6Vpp ( typische asymmetrische Hochpegelausgänge moderne Geräte ) locker laut gemachten Messungen über 160Vpp geschafft, womit sie die 211 Röhre bei mir problemlos ansteuern kann, da ich sie bei -Ug = 55 - 60V einstelle.


    Laut Datenblatt kann das mit der 6J5GT knapp werden, die 110 - 120Vpp zu erreichen.


    Hat jemand schon Erfahrungen mit der Röhre ? Sind eventuell doch die Pegel zu erreichen ?


    Ich frage, weil mit meinen eingesetzten E88CC diese bis jetzt eine höhere Verstärkung hatten als angegeben. Eventuell ist das bei der 6J5GT auch so ...

  • Hallo,


    Cay-Uwe , die E88CC hat einen µ von 33 und ist recht niederohmig (röhrentechnisch gesehen). Das heisst eine Verstärkung von real (6 zu 160) 26,7 ist nicht ausserhalb des Datenblattes.


    gruss

    juergen

  • Hat jemand schon Erfahrungen mit der Röhre ? Sind eventuell doch die Pegel zu erreichen ?

    Hallo Cay-Uwe,

    ich mag die 6J5 sehr, weil es eine sehr lineare Röhre ist. Und der Ausgangspegel hängt wesentlich von der Betriebsspannung ab - mit der 211 hast du genug davon. Eine weitere Möglichkeit wäre eine Anodendrossel an der 6J5: die Spitze der Ausgangsspannung läge dann oberhalb der Betriebsspannung.

    Probleme gibt es für Pentoden vor der 6J5 mit der relativ hohen Eingangskapazität.

    Die E88CC verträgt nicht solch hohe Versorgungsspannungen, die ECC88 noch weniger (die wurden ja auch für andere Zwecke entwickelt).

    Gruß Andreas

  • nicht drum herum kommen das mal zu testen

    Probieren ist ja schön und gut...aber nimm doch die Kennlinen und male deine Beschaltung rein, dann wird doch schnell klar ob die Verstärkung ausreicht.


    Hoher Anodenwiderstand ergibt flache Widerstandslinie und hohe Verstärkung.


    Zur Erinnerung, diese einfache Beziehung:

    ""

    Kommt dir vielleicht bekannt vor, dieses y(x) = ax +b


    ia(ua) = Ua/Ra - Ub/Ra


    mit ia = 0 und ua = 0 mal in die ia/ua Kennlinen

    übertragen und mit dem Lineal...


    ""


    Ok, eine Drossel, macht die Kennlinenbetrachtung nur unwesentlich schwieriger, ist aber eine Möglichkeit ...

    Edited once, last by keeskopp ().

  • Probleme gibt es für Pentoden vor der 6J5 mit der relativ hohen Eingangskapazität.

    Hallo Andreas,


    (schön mal wieder von Dir zu hören und zu schreiben!)

    Ich komme bei der 6J5 auf 76pF vom Herrn Miller, was ich nicht sooo viel finde. Eine vorherige Pentode arbeitet AC-mäßig bei 20kHz damit auf gut 100kOhm. Wenn es nicht gerade eine EF86 in starvation mode ist, sollte das doch machbar sein. (Ich komme auf 0,05mA Strombedarf AC bei 5V am Eingang der 6J5). Oder übersehe ich da gerade etwas?

    Morgen Jones ist übrigens auch ein großer Fan dieser Röhre. Er hat damit einiges gemessen und gebaut - siehe 3rd Edition des Buchs Valve Amplifiers. Gerne hat er mit einer Konstantstromsenke an der Katode gearbeitet. Ich persönlich würde eine Konstantstromquelle mit 2x DN2540 als Anodenlast nehmen. Damit steht faktisch die komplette Leerlaufverstärkung zur Verfügung und man kann sich eine schöne wagerechte Arbeitsgrade für die Röhre suchen - was bei der 6J5 bzw. 6SN7 lohnt. Oder zusätzlich richtig interessant ist die 6J5 auf einer negative Spannung an der Katode zu setzen und dann an der Anode mit ca. -5V DC-gekoppelt auf die 211 gehen. Die bekommt dann an der Katode einen kleinen Widerstand um sich einen Arbeitspunkt suchen und gut ist.

    (So habe ich das übrigens auch bei dem 6C33C Gegentakter gemacht, den wir mal gemeinsam gehört haben - Du erinnerst Dich vielleicht?!)

    Viele Grüße

    Boris

  • Ich lasse mich überraschen, aber eventuell kann jemand doch noch was dazu sagen.

    Moin Cay-Uwe,


    Ich habe noch nicht viel mit 6J5 rumgemacht, dafür aber schon sehr viel mit 6SN7, was ja eigentlich nur zwei 6J5 in einem Kolben sind.

    Nach meiner Meinung kannst Du die 110Vss mit 2Veff am Eingang mit RC knapp, mit LC (also Anodendrossel) sicher erreichen.

    Ich würde in diesem Fall LC bevorzugen, da dann der Treiber weniger K2 erzeugt. Damit bleibt der K2 der Endstufe erhalten (<1%!). Mit RC-Koppelung klirrt der Treiber mehr, was den Klirr (K2) der Endstufe minimiert... Allerdings bei leicht steigendem K3... Schlußendlich befinden sich dann K2 und K3 auf nahezu gleichem (jedoch rech niedrigen) Niveau... Das mag nicht jeder.

    Warum eigentlich zwei 6J5 statt einer 6SN7? Optik?


    Gruß, Matthias

  • Ich danke Euch sehr für die Tipps und Kommentare.


    Natürlich habe ich mich mit der 6J5GT beschäftigt und auch mit deren Kennlinien, wie ich es mit jeder anderen Röhren ja auch tue.


    Daraus sehe ich, dass es mit der 6J5GT wahrscheinlich gerade noch so klappen könnte. Bei der E88CC habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie etwas mehr hergab als die Datenblätter vermuten ließen und da hoffe ich, dass es mit der 6J5GT auch so ist.


    In den Datenblätter ist grundsätzlich über eine Verstärkung von 20 die Rede, wenn man sie Ia > 8mA betreibt. Ich habe das vor und und den Umständen würde das reichen.


    Daher die Frage in die Runde, ob da jemand schon Erfahrungen hat, zumal sie ja eine 1/2 6SN7 ist, mit der bestimmt einige von Euch schon gearbeitet haben.


    Wie ich schrieb, mache ich das nur wegen des Designs bzw. Optik. Ein andere Nebeneffekt ist die Oktal-Fassung die nur wenige Pins belegt und die Lötarbeiten vereinfachen.


    Aber wie gesagt, ich werde das bald wissen, denn heute müssten die Röhren geliefert werden ;)

  • Ich komme bei der 6J5 auf 76pF vom Herrn Miller, was ich nicht sooo viel finde. Eine vorherige Pentode arbeitet AC-mäßig bei 20kHz damit auf gut 100kOhm.

    Hallo Boris,


    ich hatte dies bei einer "ungünstigsten" Kombination von CV1935 (6J7G) als Treiber und CV1934 (6J5G) als Endröhre mit Drossel-Übertragerkopplung beobachtet. Beide Röhren haben noch den ST-12 Kolben mit dem langen Quetschfuß; die 6J7 mit 220 kΩ Anodenwiderstand, die 6J5 mit dem Gitteranschluss am Sockel und einer Verstärkung nahe am µ der Röhre zeigten schon ab 10 kHz einen leichten Abfall. Gut, die Gegenkopplung kann dies wieder "wegbügeln", ich habe einfach den Bypass-C an der Kathode der 6J5 entfernt.


    Gruß Andreas

  • Gerade sind meine restlichen Bauteile geliefert worden und ich habe die 6J5GT mal auf die Schnelle in den zugewiesenen Platz aufgestellt. Das wertet die Optik aus meiner Sich tasächlich wie gedacht auf und heute Abend wird gelötet, das ist sicher :)

  • Ich habe gestern eine Nachtschicht eingelegt und bin mit meinen Prototypenaufbau fertig geworden.


    SET-211-16i.jpg


    Glücklicherweise sind keine bösen Überraschungen aufgekommen, obwohl ich einiges zu löten hatte.


    SET-211-18i.jpg


    Die Wahl auf die 6J5GT zu gehen, habe ich nicht bereut, obwohl sie gerade noch die Verstärkung erreicht um die 211 wie von mir eingestellt, zu befeuern. Im Bild nicht zu sehen, aber wie Matthias schon sagte, die Röhren sind Handarbeit und das sieht man an der Orientierung der inneren Elemente. Eine ist nicht gleich der Anderen, aber dafür, dass ich sie nicht selektiert haben lasse, stellen sich bei beiden die Arbeitspunkte sehr ähnlich ein. BIAS 4,05V und 3,96V. Da kann man nicht meckern.


    SET-211-17i.jpg


    Nach vollendeter Arbeit wurde natürlich noch Probe gehört, bis die Frau mich ermahnte :wacko:


    Aber, kurz gesagt und das werde ich natürlich noch prüfen, das Brummen scheint mir noch geringer ausgefallen zu sein als bei den Probeaufbau. Man muss wirklich sehr dicht mit den Ohr an die Tieftonmembran um etwas zu hören.


    Ich benutze im Moment die AÜ der 1. Generation, die hier so viel Kritik über sich ergehen lassen mussten. Nichts von dem Gemessenen ist beim Hören festzustellen. Sehr sauberer und konturierter Bass, selbst wenn man voll aufdreht, war übrigens mittlerweile bis fast 15 Watt bedeuten kann.


    Jeglich Details im Hochton, auf die ich in meinen Teststücken wert lege, aber auch viele andere Lieder, lassen auch nichts vermissen.


    Aus meiner Sicht hat sich das bewahrheitet, was ich schon anfangs gesagt habe, als jeder auf die "Kleinen" losging, es muss für das gesetzte Ziel passen. Anfangs war ich von ca. 10 Watt Leistung ausgegangen und gestern konnte ich fast 15 Watt an 6 Ohm messen, bevor Sinussignale am Oszi nicht mehr als solche zu erkennen waren.


    Ich bin mehr als sehr zufrieden mit dem Ergebnis :)