Grounding Units à la Tripoint, Entreq, Nordost und Co.

  • Da ich in letzter Zeit immer mal wieder über die das Thema "Grounding" in Foren bzw. auf diversen Plattformen, wo sich die Highend-Gemeinde so tummelt und austauscht, gestolpert bin... was bringen diese Grounding-Boxen wie z.B. die von Entreq, Nordost oder Tripoint? Mal abgesehen von teils atemberaubenden Preisen - wie z.B. bei Tripoint - geht es, wenn ich das richtig verstanden habe, darum durch die zusätzliche Erdung von Geräten und/oder Lautsprechern elektrische hochfrequente Störungen und Interferenzen zu eliminieren?

    Psychedelic Wunderbaum!

  • Korrekt .

    Grounding Boxen kann man auch gut selber bauen .

    Die aufgerufenen Preise für fertige Produkte finde ich persönlich unverschämt .

    Aber gut , daß mag man empfinden wie man möchte .


    Ich selber habe mir vor einiger Zeit Grounding Boxen mit Turmalin Füllung gefertigt und war/bin vom Effekt her überrascht .
    Ich möchte den Effekt mal mit gesteigerter Ruhe und Artefaktfreiheit beschreiben.

    Schwer für andere zu beschreiben .

    Muss man einfach hören .


    Im Open End gibt es darüber auch einiges zu lesen.

    Ich befürchte hier leider wilde Diskussionen, was schade ist .

  • Andererseits gibt es im AH auch jemanden der sich eine komplette neue Erdung für seine Audioanlage in den Garten gelegt hat und er war ehrlich genug den Effekt als kaum wahrnehmbar zu bezeichnen. Ich denke es kommt auf die Qualität der „Normalerdung“ an und der Effekt wird maximal dem ähneln der zwischen verschiedenen Netzkabeln wahrgenommen wird.

  • Die Grounding boxen sind in der Regel keine sondern eher sowas wie eine Potentialausgleichsschiene mit sehr hohem innenwiderstand. Eine Erdung findet dort nicht statt.


    Auch wenn ich durchaus glaube das eine Turmalin- oder anderweitige "Grundingbox" Klangverändernd wirken kann sehe ich die Maßnahme, insbesondere bei Kommerziellen Lösungen als nicht zielführend, da man mit anderen Massnahmen imho weiter kommt, bzw damit maximal Mängel der Komponenten beseitigt oder transparent gemacht werden. Da investiere ich lieber in Komponenten die solche Mängel gar nicht erst haben.

  • Da investiere ich lieber in Komponenten die solche Mängel gar nicht erst haben.

    Na ja, ich habe die Vorführung von Nordost auf der HihgEnd gehört, das war schon eine dramatische Klangverbesserung. Und die Beteiligten Geräte, z.B. Jeff Rowland, denen kann man wohl schwerlich Mängel unterstellen. Sie klangen auch ohne QKORE sehr gut.

    Jürgen

    AAA-Mitglied
    Es braucht viel Zeit, um einen kurzen Weg zu gehen.

    Sophokles

  • Eine Wirkung erzielt man auch bei sehr hochwertigen Geräten im oberen Preissegment.

    An einfacheren Geräten lässt sich sicherlich ein deutlicherer Effekt erzielen , aaaber .....

    3% von etwas richtig Guten, können verdammt viel sein .

  • Die Grounding boxen sind in der Regel keine sondern eher sowas wie eine Potentialausgleichsschiene mit sehr hohem innenwiderstand. Eine Erdung findet dort nicht statt.


    Auch wenn ich durchaus glaube das eine Turmalin- oder anderweitige "Grundingbox" Klangverändernd wirken kann sehe ich die Maßnahme, insbesondere bei Kommerziellen Lösungen als nicht zielführend, da man mit anderen Massnahmen imho weiter kommt, bzw damit maximal Mängel der Komponenten beseitigt oder transparent gemacht werden. Da investiere ich lieber in Komponenten die solche Mängel gar nicht erst haben.

    Nicht so ganz meine Meinung...probieren Sie mal z. B. den Synergistic Research Active Ground Box SE.

    Es ist wirklich Night & Day....die Musik befreit sich vom Nebel, da gibt es kein Zweifel daran.

    Es ist halt ein bißchen anstregend bei großen Anlagen, aber es lohnt sich allemal...

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  • Nicht so ganz meine Meinung...probieren Sie mal z. B. den Synergistic Research Active Ground Box SE.

    Aber meine. Und deshalb gebe ich GANZ sicher kein Geld dafür aus, selbst wenn es den Klang verbessert. Das Geld investier ich lieber in bessere Komponeten!!! Für das Geld kann ich z.b. mindestens eine Klasse aufsteigen bei meinen Phonopres. Wenn meine Anlage mal 7 Stellig geworden ist vielleicht....


    Edit: immerhin scheint das nicht nur dem Namen nach eine Grounding Box zu sein und das was die da machen hab ich schon seeeehr lange selbst in der Anlage, nämliche eine Potentialschiene zur Erdung (gibts in jedem Baumarkt für ein paar Euro), bloss das diese bei mir RICHTIG geerdet ist da ich mir vom Elektriker da was passendes legen lassen habe. Das hat aber nicht mal ein zehntel gekostet!


    oben Rechts die Dose die mit hohem Querschnitt zur Potentialausgleichsschiene des Hauses geht, unten links das kleine Grüne ist die Potentialausgleichsschiene und oben links sieht man den Anschluss an die Leiste. Zusätzlich gehts zum Pre1 G3 der Serienmässig einen extra grounding Anschluss hat und zu den Phonos...


    Mike

  • Und die Beteiligten Geräte, z.B. Jeff Rowland, denen kann man wohl schwerlich Mängel unterstellen

    Im Bereich der Netzversorgung und HF Filterung würde zumindest behaupten dass JR nicht überall das maximal mögliche tut. Und: Ich halte von JRs Designs sehr viel, er macht imho sehr viel mehr "richtig" als viele andere.


    Aber darum gings eigentlich nicht. Dein Zitat reist meine Aussage aus dem Zusammenhang. Im nicht mit zitierten Satz stand noch ein "bzw." und die Aussage bezog sich nur auf den "oder" Zweig des vorherigen Satzes. Will sagen: ich habe eben NICHT behauptet das alle Geräte Mängel haben bei denen das etwas bewirkt, sondern nur das diese Maßnahme Geräte mit Mängeln in diesem Bereich natürlich verbessert.


    Und nochmal: ich stelle nicht in Abrede das diese Boxen was bringen sondern nur das man die Anlage fast immer sehr viel effektiver und günstiger weiterbringen kann als damit.


    Mike

  • mkoerner

    Welche Geräte hast du mit deiner Potentialausgleichsschiene verbunden?

    Wie hast du sie genau verbunden?

    Ist die zusätzliche Verbindung parallel zum Schutzleiter, in dem Netzkabel zum Verteiler?

    Haben die Geräte, die du mit dem Potentialausgleich verbunden hast, einen Schutzleiteranschluss?

    Tschau, Frank


    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Also: Die Dose geht parallel zur Netzverkabelung mit hohem querschnitt zur Potentialausgleichsschiene des Hauses.

    Ist die zusätzliche Verbindung parallel zum Schutzleiter, in dem Netzkabel zum Verteiler?

    Soweit es sich um Geräte mit Schutzleiter handelt ja.


    Wie hast du sie genau verbunden?

    Bei Geräten mit Erdanschluss dort angechlossen, bei meiner alten Endstufe ohne Schutzleiter an eine freie Lautsprechermasse, bei anderen Geräten an eine Cinchmasse.


    Welche Geräte hast du mit deiner Potentialausgleichsschiene verbunden?

    Den Erdanschluss meines Plattenteller-Lagers, die Trigon Advance, den PS-X9, die Ear 834p, und vor allem meinen Vorverstärker Pre1 G3. Beim Rest habe ich die Erdung wieder entfernt.


    Haben die Geräte, die du mit dem Potentialausgleich verbunden hast, einen Schutzleiteranschluss?

    sowohl ja als auch nein.


    Eine große Hilfe beim Experimentieren war der RME ADI-2 Pro. Ich nutze dort den Totalyser um eine Spektralanlyse und die RMS werte des Grundrauschens zu beobachten.


    Beim testen wähle ich die Signalquelle ohne laufende Musik aus und achte darauf ob sich der RMS Wert des Grundrauschens durch Erdung erhöht oder verringert, darüber hinaus schaue ich auf die Werte bei 50Hz und den Harmonischen und wie sich der Hochtonbereich verhält.


    Generell kann man sagen: die Massnahmen bringen um so weniger je besser die Netzkabel selbst sind und je niederohmiger die Masseverbindung der Signalmassen zwischen den Geräten ist (oder wenn wie bei manchen symetrischen Setups eine komplette galvanische Trennung durch Übertrager existiert, JR lässt grüßen)


    Mike

  • Vielen Dank für Eure Kommentare und Anregungen! Finde das Thema sehr interessant und würde das Ganze bei mir definitiv mal ausprobieren wollen. Bin mir aber noch nicht ganz sicher wie ich da am besten vorgehe. Ist - je nachdem - natürlich auch eine Kostenfrage. Bei mir vor Ort ist die Sache zudem die, das sich gegenüber vom Haus in ca. 20 Meter Entfernung ein dicker Mobilfunk-Sendemast auf einem Hausdach befindet, der ordentlich was "raushaut".

    Die von Mike beschriebene Lösung finde ich sehr interessant, allerdings wohne ich zur Miete und werde mir da wohl keine gesonderte Leitung legen lassen können (naja, kann ggf. mal den Vermieter fragen). Also dann wohl doch eher eine Grounding Box? Welche Geräte sollte ich bezgl. Anschlüssen dabei zuerst in Betracht ziehen? Vor- bzw. Endverstärker? Lautsprecher? Oder doch eher Plattenspieler bzw. Abspielgeräte? Oder nach Möglichkeit alles zusammen?

    Psychedelic Wunderbaum!

  • Mach vielen Versuchen mit verschiedenen "grounding" Konzepten und Gesprächen mit diversen Entwicklern versuche ich mich dem Thema wie folgt anzunähern.


    (Bin kein Elektriker, deshalb sind meine Erklärungen wirklich nur Annäherungen, mit denen ich mir die Wirkzusammenhänge näher bringe)

    - Potentialausgleich

    Jeder, der schon mal den Klangunterschied beim Netzstecker drehen in Deutschland wahrgenommen hat (in vielen Ländern kann man den Netzstecker nicht drehen), hat um Grunde genommen bereits Effekte aus dem Thema "grounding" gehört.


    Die mit dem Stromnetz verbundenen Geräte bauen ein Potential zwischen dem Gehäuse und dem Erdleiter auf.

    Minimiert man nun den Potentialunterschied (durch Steckerdrehen) zwischen den Gerätegehäusen, minimiert man auch den Ausgleichsstrom, der zwischen den Geräten fliesst.

    Dieser häufig über die Signalleitung und stört das Nutzsignal.

    Dies gilt es zu verhindern.

    Wie im thread bereits erwähnt, kann man dies mit einer separaten Erdungsschiene und entsprechend verlegten Kabeln erreichen.

    Man kann aber auch eine "gute" Stromverkabelung verwenden und diese aus einer gemeinsamen Verteilungsdose mit sternförmiger Erdverbindung speisen (zB der Audioplan Keksdose)

    Da Strom immer den Weg des geringsten Widerstandes geht, sollte der Widerstand des Erdkabels signifikant niedriger sein, als der Widerstand der Signalkabelverbindung.


    Habe ich also zB eine 1m Reinsilber OCC 7N Signalverkabelung mit hohem Querschnitt und nutze ein Standard 2m OFC Stromkabel, wird dieser Ausgleichsstrom nun minimal über den Erdleiter des Stromkabels erfolgen.


    An dieser Stelle setzen viele Stromkabel / Netzverteiler Hersteller an, entsprechend gross ist die Auswahl an Produkten.


    Die Firma Telos bietet mit dem GNR auch ein Produkt an, welches ähnlich einer Erdungsschiene angeschlossen wird, allerdings wird das Potential der Geraete kontrolliert und beeinflusst, so dass sich die Ausgleichsströme minimieren. Geraete dieser Art nennen sich "active grounding"


    Das Potential auf den Geräten ist nicht konstant, dh dieses "floatet" über die Zeit. Gespeist wird dies durch andere Werte aus der "Steckdose". Die angeschlossenen Geräte setzen das anliegende Potential aber unterschiedlich schnell um, so dass sich das Delta der Potentiale ständig ändert. Auch kann man häufig an verschiedenen Stellen eines Gerätes ein unterschiedliches Potential über die Zeit messen. Insofern gibt es innerhalb eines Gerätes stete Potential Ausgleichsströme


    - Filterung

    Durch Gehäuse und Abschirmungen (zB der Signalleiter) werden viele HF Störungen vom eigentlichen Nutzsignal abgehalten. Diese HF Störungen überlagern die Potentialausgleichströme, bzw sind Teil dieser.


    An dieser Stelle setzen zB die sogannten Passive Grounding Produkte an. Diese verwenden häufig Materialen wie zB Turmalin, welche in der Lage sind, wechselnde Elektromagnetische Felder in Wärme umzuwandeln.


    Diese Boxen werden mit dem Massepotential eines Gerätes verbunden und dank des "floatens" des Gesamtpotentials entsteht ein sich änderndes ElektroMagnetische Feld in diesen, welches dann durch das Turmalin gedämpft wird. Dies geschieht umso besser, jeh höhenfrequenter dieses Geld ist. Diese Grounding Boxen bedämpfen also primär die hochfrequenten Störungen auf dem Potential.

    Es gibt noch einige andere Effekte, die stark Leiterabhängig sind (zB gibt es die Entrec Boxen in Silber und in Kupfer) , die Erklärungen hierzu ähneln aber den Erklärungen zum Thema Kabelklangunterschied bei Silber und Kupferleitern, entsprechend erspare ich mir dies hier.


    Viele Netzkabel Hersteller nutzen eine spezielle Wicklungstechnik und Verschaltung des Erdleiters um ebenfalls eine Filterwirkung für hochfrequente Störungen zu erreichen.

    Bei Telos haben die Erdungsleiter zB aus diesem Grunde eine aufgesteckten Ferritring.






    Wer also in seiner Anlage beim umpolen der Gerätenetzstecker einen Unterschied hört, ist im Grunde genommen schon in das Thema "grounding" eingestiegen, ungefähr in diese klanglichen Veränderungsgrösse bewegen sich auch die erwartbaren Effekte der verschiedenen Grounding Produkte.


    Mir hat es auf jeden Fall viel Spass gemacht, die verschiedenen Produkte mal auszuprobieren.

    Gruss

    Juergen

    gewerblicher & privater Veranstalter musikalischer Events
    Händler für hochwertige audiophile Genussmittel
    mit analogem Schwerpunkt


    AAA- Mitglied

  • Hi,

    mir ist immer etwas unklar, was alles immer unter der Flagge Grounding segelt.

    Alles wo ein möglichst gleiches elektrisches Potential hergestellt wird, passt da gut in das Thema.


    Bei einer Holzbox, die eine gemäanderte Kupferfolie in feinem Turmalingranulat enthält, welche dann mit einem Gerätegehäuse verbunden ist, pass der Begriff nicht so gut. Das wird aber nach meinem Wissen auch unter Grounding aufgeführt. Wahrscheinlich, weil die "Antenne" an der Gehäusemasse - ob geerdet oder ungeerdet, Stichwort Schutzleiter - angeschlossen ist.

    Vielleicht kennt ja noch jemand eine andere Kategorie an Geräten (mit mehr oder weniger Bauteilen) oder Verkabelungsmethoden, die unter dem Thema Grounding firmiert.


    Divide and conquer.

    Tschau, Frank


    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Diese Boxen werden mit dem Massepotential eines Gerätes verbunden und dank des "floatens" des Gesamtpotentials entsteht ein sich änderndes ElektroMagnetische Feld in diesen, welches dann durch das Turmalin gedämpft wird.

    Hallo,


    ein magnetisches Feld kann nur durch di/dt oder Induktion entstehen, das geht mit einem Leiter nicht. Was hier in der Box entstehen könnte, ist ein elektrisches Feld, ähnlich wie zwischen Kondensatorplatten.


    Heftige Ausgleichströme fließen über die Chassis der Geräte in der Regel zum Schutzleiter, der aber HF gut bedämpft, weil ziemlich induktiv. Diese Ausgleichströme (Wirbelströme) allerdings erzeugen magnetische Felder, die die Elektronik beeinflussen. Direkte Implikationen mit Störungen gibt es sofort, wenn Signalmasse und Gerätemasse identisch sind.


    Zwischen den Geräten passiert das gleiche, wenn Signalmasse einfach mit Gerätemasse verbunden wurde, welches tunlichst vermieden werden sollte. Auf jeden Fall auf niederohmige Steckverbindungen, besonders der Signalmasse achten.

  • Mir schwebt da grade ein Bild im Kopf rum. Im deutschen heist grounding ja Erdung, also etwas in die Erde stecken. Ich sollte vielleicht mal nen Elefantenfuß + Topf als ultimative Grounding box verkaufen. Mit Kupferdrähten an die Buchsen gelötet sind. Der Klang wird dann über den Dünger gesteuert ;-)....


    Sorry, will mich damit aber nicht über die etablierten Hersteller / DIYer lustig machen, aber das Bild musste raus....


    Mike

  • Danke für die Ergänzung/Korrektur!

    Gruss

    Juergen

    gewerblicher & privater Veranstalter musikalischer Events
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    mit analogem Schwerpunkt


    AAA- Mitglied

  • Hallo Juergen,


    vielen Dank für Deine Erläuterungen zu dem Thema. Die angesprochene Lösung seitens Telos, also der GNR, ist natürlich was Feines, aber natürlich nicht gerade billig. Denke ich muss zu dem Thema noch ein wenig weiter "brüten" und dann sehen wie ich diesbezüglich weiter vorgehe...


    Gruß

    Stefan

    Psychedelic Wunderbaum!