Flatterechos im neuen Wohnzimmer

  • Hallo zusammen,


    nach Umzug in unsere neue Wohnung habe ich leider ein Problem mit Flatterechos im Wohn/Hörbereich. Hörbar z.B. beim in die Hände klatschen. Als Hauptübeltäter habe ich bereits die zwei gegenüberliegenden Wände mit Anlage und TV auf der einen und Hörsessel und Plattenregal (80x120cm) auf der anderen Seite ausgemacht, die bis auf die angesprochenen Dinge noch recht kahl sind.


    Teppiche, Möbel, Pflanzen und Vorhänge sind bereits vorhanden und sollten der restlichen Akustik zuträglich sein.


    Wenn ich das richtig recherchiert habe, sollte ich den Flatterechos am besten mit Diffusoren entgegenwirken. Diese sollte neben der akustischen Wirkung natürlich auch optisch nicht allzu aufdringlich und/oder hässlich rüberkommen, da es sich ja hauptsächlich immer noch um ein Wohnzimmer handelt und die bessere Hälfte da natürlich auch ein Vetorecht hat.


    Bei der Suche bin ich u.a. auf diese Teile gestossen: https://www.etsy.com/de/listin…rption-diffuse-akustische


    Hat jemand schonmal Erfahrungen mit solchen oder ähnlichen Teilen gemacht oder gibt es sonst noch Tips für akustisch hilfreiche, optisch ansprechende und einigermassen preiswerte Diffusoren?


    Danke & Gruß,

    Dietmar

  • Ich würde es bei Flatterechos lieber mit Absorbern versuchen, evtl auch mit Polstermöbeln/Vorhängen/Teppichen. Flatterechos sind relativ leicht in den Griff zu bekommen, durch die hohen Frequenzen muß der Absorber nicht allzu dick sein und kann direkt an die Wand, bzw auf den Boden/unter die Decke.

  • Hallo Dietmar,

    gegen Flatterechos habe ich mir zwei Holzrahmen 130x60cm aus 4cm Vierkanthölzern gebaut und diese mit 2 Lagen Fließstoff bespannt, wie es ihn in der einfachsten Form bei Ikea oder auch woanders gibt.

    Das überdämpft den Raum nicht und sieht auch gut aus. Ich habe sie in weiß und gelb bespannt, dann sind sie auf einer weißen Wand nicht so dominant. Aber das ist dann Geschmacksache.

    Viele Grüsse

    Jürgen

  • Für mein Verständnis sind das keine Diffusoren, sondern Absorber.

    Auf der Homepage ist entsprechend auch der Absorbtionswert angegeben.

    Helfen kann es dennoch, ich glaube aber, man sollte von so einem günstigen Produkt nicht zu viel erwarten - irgendein Schaumstoff statt z. B. Basotect, die Front sieht nach einer Kopie des Vicoustic Designs aus. Bei Absorbern muss man etwas aufpassen, dass es nicht zu leblos und dumpf wird. Gerade ein billiger Schaumstoff bedämpft hauptsächlich die Höhen. Aber wenn man nicht zu viel Fläche behandelt, wird das wohl nicht so kritisch sein.

    „Seriöse“ Diffusoren sind z.B. die von Schmiedeberg7Tonstudio, RPG oder Hofa.

    The post was edited 1 time, last by boxentroll: Verdibbt ().

  • Ich würde Dir eher zu Diffusoren als zu Absorbern raten.


    Sinnvoll wäre es auch Messungen am Hörplatz und überhaupt durchzuführen, damit klar ist wo das Problem zu suchen ist.


    Lass Dir mal hier https://www.hunecke.de/de/rechner/raumakustik.html und hier https://www.hunecke.de/de/rechner/raumeigenmoden.html auch die Raummoden bzw. die Raumakustik ausrechnen.


    Das Tool: https://www.hunecke.de/de/rechner/lautsprecher.html finde ich auch gut.


    VG

    jokeramik

  • Das „Problem“ bei Diffusoren ist, dass diese für effektive Arbeit eine möglichst harte Oberfläche haben sollten. Holz, mitunter lackiert, ist gut. Bedeutet aber in den meisten Fällen: teuer.

    Absorber können helfen - wenn man denn die Frequenz kennt, um die es geht. Von den Rechnern halte ich nicht viel - selber messen oder messen lassen.

    Und wieder Raum Stuttgart, sonst würde ich meine Hilfe anbieten.


    Bei Fragen gerne PN.


    Achso: Beispielbilder in meiner Galerie.

  • Bei Flatterechos gibt es aber eigentlich nichts zu messen. In die Hände klatschen und hinhören reicht da vollkommen aus. Eine (leichte) Bedämpfung würde ich aber immer etwas breitbandig auslegen. Also nicht gerade einen dünnen Teppich an die Wand, der dann nur ab ca. 10kHz wirkt. Der von mir oben beschriebene Rahmen mit 4-5cm Dicke wirkt dann so ab ca. 1500Hz. (Lambda-Viertel).

    VG Jürgen

  • Guten Morgen,

    danke erstmal für die Beiträge.


    Ich bin da bei Jürgen, daß eine Messung wahrscheinlich erstmal zu weit führen würde, denn generell klingt es ja schon ganz gut im Raum, nur die Flatterechos stören mich halt etwas, wobei ich gar nicht weiß, ob und wie sehr die sich in den Klang einmischen. Aber schon rein für das Gewissen würde ich die gerne eliminieren.


    Wahrscheinlich probieren ich das mit dem selbstgebauten Rahmen mal aus. Danke für den Tip.

    Vielleicht bestelle ich aber zusätzlich auch ein paar von den oben verlinkten Absorbern/Diffusoren. Kosten ja nicht die Welt und evtl. bringen die ja dennoch was. Die Bewertungen sind ja ganz gut.


    Gruß,

    Dietmar

  • Hallo Dietmar,

    Nach Umzug in unsere neue Wohnung habe ich leider ein Problem mit Flatterechos im Wohn/Hörbereich. Hörbar z.B. beim in die Hände klatschen.

    Echo oder echtes Flatterecho (siehe weiter unten)?


    Falls echtes Flatterecho, tritt es auch dann auf, wenn du Musik abspielst?


    Zur Info was die Fachliteratur zu diesem Thema sagt:


    Flatterechos

    Flatterechos werden durch impulsartige Signale wie Händeklatschen, Knall, Hammerschläge, aber auch Sprache erzeugt. Es handelt sich eine periodische Folge von Einzelechos, erzeugt durch Reflexionen des Impulses an zwei einander gegenüberliegenden parallelen und ebenen Reflektoren, z.B. Haus- oder Zimmerwänden. Der Impuls bewirkt eine Kugelwelle, die sich in Richtung der beiden Reflektoren ausbreitet und von diesen reflektiert wird, wobei die beiden reflektierten Wellenzüge nach einer bestimmten Zeit, die vom Abstand der Impulsquelle bzw. des Beobachters zum Reflektor abhängt, beim Beobachter eintreffen.


    Die beiden Wellenzüge werden solange zw. den beiden Reflektoren hin- und hergeworfen, bis sie infolge von Luftabsorption und Absorption an den Reflektoren abgeklungen sind. Der sich zwischen den Reflektoren befindende Beobachter hört eine Serie von Schallpulsen mit Frequenz und Dauer t0 des auslösendes Impulses. Der Zeitabstand zw. zwei aufeinanderfolgenden Pulsen, oder die Impulsfolgefrequenz, hängt von den Positionen von Impulsquelle und Beobachter zueinander ab. Flatterechos unterschieden sich in der Impulsfolgefrequenz fFL sowie in der frequenzabhängigen Abklingzeit.


    Die Impulsfolgefrequenz fFL ist durch den Abstand der beiden Reflektoren gegeben:


    fFL = c/l


    mit


    l = Abstand zw. den beiden Reflektoren

    c = Schallgeschwindigkeit in Luft = 340 m/s


    Je kleiner der Abstand, desto dichter ist die zeitliche Abfolge der Pulse, die beim Beobachter eintreffen, und desto größer die Tonhöhe des resultierenden Tons. Ein Abstand von 3,4 m hat demnach eine Tonhöhe von 100 Hz zur Folge. Bei sehr kleinen Abständen ist der Klang des Flatterechos metallisch, ab einem Abstand von ca. 2 m macht sich ein Schnarren bemerkbar, das mit zunehmendem Abstand in ein Flattern übergeht, bis ab 16 m die Reflexionen als einzelne Echos wahrgenommen werden.


    Die notwendige Bedingung für die Ausbildung eines Flatterechos ist, daß die Impulslänge t0 so kurz ist, daß keine Interferenz, d.h. Verstärkung oder Auslöschung, zwischen den Pulsen auftreten kann:


    t0 << l/c



    Bei einem typischen Raum von 8 x 5 m wären die Impulslängen demnach 23,5 bzw. 14,7 ms.


    Ist die Impulslänge größer, wird kein Flatterecho ausgebildet, sondern eine der Eigenfrequenzen angeregt und eine Resonanz aufgebaut. Da Absorptionskoeffizienten bei senkrechtem Schalleinfall kleiner sind als bei schrägem Einfall, wird die Nachhallzeit/Abklingzeit TFL des Flatterechos länger als die Nachhallzeit des Raumes bei der gleichen Frequenz:


    TFL = 0,04/(c/sfS +a/l + m)


    mit


    c = Schallgeschwindigkeit in Luft = 340 m/s

    l = Abstand zw. den beiden Reflektoren

    f = Frequenz des Impulses

    S = Reflektorfläche

    a = Absorptionskoeffizient der Reflektoren

    m = Schallabsorptionsgrad von Luft


    Maßnahmen zur Unterdrückung von Flatterechos in Räumen sind


    - Anbringen von Diffusoren an den Begrenzungsflächen, diese müssen jedoch recht groß sein

    - Anbringen von Absorbern an den Begrenzungsflächen, der Absorptionsgrad sollte mindesten 0,7 betragen

    - Neigung bzw. Schiefstellung einer Begrenzungsfläche, der Winkel sollte mindestens 5, am besten 20 Grad betragen

    - Hindernisse zwischen den Begrenzungsflächen aufstellen


    Literatur

    Krauth et al., “Modelluntersuchungen an Flatterechos”, Frequenz 1964, Bd. 18, Nr. 8, S. 247

    Maa, “The flutter echoes”, J. of Acoustical Society of America 1941, vol. 13, S.170



    Klaus

  • Flatterechoes bekommt man recht einfach und preiswert mit den Produkten von Michael Green in den Griff.

    Früher waren die Produkte im Vertrieb von Audio Physik, nun muss man diese in den USA direkt bestellen, was aber problemlos geht.


    Mit diesen im Vergleich sehr kleinen Kissen sind die Flatterechos schlicht und ergreifend weg.

    https://www.michaelgreenaudio.net/roomtune


    Gruss


    Juergen

    gewerblicher & privater Veranstalter musikalischer Events
    Händler für hochwertige audiophile Genussmittel
    mit analogem Schwerpunkt


    AAA- Mitglied

  • Ich habe alles mit Holzrahmen selbst gebaut. Dämmwolle, auf der Rückseite mit Flies abgedichtet, Seiten mit Stoff und Frontseite mit Akustikschaumstoff. Hängen an der Decke, an den Wänden bei den Boxen und hinter dem Hörplatz. Keine Echos mehr.

    Man kann auch weniger nehmen, kommt dann auf die geschickte Platzierung an, wo es am wirksamsten ist. Allerdings erheben diese Teile nicht den Anspruch auf "schöner Wohnen", da sollte man besser zu Fast Audio gehen, das paßt besser.

    k_IMAG1034.jpg