Der Cello und sein Lager

  • @ Heinz-Werner


    Hallo, da geb ich als Scheu-user doch schnell meinen Senf dazu : Also es geht beim Scheulager nicht darum die Kugel zu ölen , sondern die Reibung zwischen Achse und Buchse zu veringen. Das Öl soll an diesen Flächen "hängenbleiben" , ohne nach unten zu laufen. Die Paarung Keramikkugel/Teflonlagerspiegel bedarf keiner Schmierung aufgrund der besonderen Eigenschaften von Teflon ! Das von oben eingefüllte Öl könnte aber die Lagergeräusche dämpfen, wenn mann den Hohlraum um die Kugel vollmacht. Das wollte ich immer schon mal per Stethoskop testen. Das Lager läuft sich in der Tat ein - es bildet sich im Teflon eine ca. 1,5mm durchmessende Druckstelle. Darurch nimmt die Größe der Kontaktzone zu und das Lager ist nicht mehr ganz so leichtgängig wie ganz am Anfang. Wann mann sich um einen neuen Lagerspiegel kümmern sollte, weiß ich auch ( noch ) nicht. Wer weiß etwas darüber?
    Schöne Grüße, Tobias

  • Hallo,


    und vielen Dank für die Infos. Jetzt möchte ich es aber genau wissen. Ich nehme den Riemen ab und dann drehe ich mit Hand?? den Plattenteller solange bis er auf 33 Umdrehungen ist, dann schaue ich auf die Uhr und warte. Richtig??


    -> Toenne, wenn du östliches Mittelfranken bist, dann ist das irgendwo auf der Linie zwischen Gnadenberg und Pommelsbrunn. Richtig??


    Bin aus Altdorf. :D:D die Welt ist ein Dorf


    Gruß

    Wilson Benesch Turntable mit Clearaudio Performer V2
    Octave V 50 mit LINN LK1 als Phono

    Living Voice IBX R2

  • Der Kollege mit dem Scheulager musste sich heute morgen erstmal wieder über eine Zweispurige Autobahn mit starkem LKW-Verkehr kämpfen X(


    Das mit der Keramikkugel und dem Teflonspiegel habe ich verstanden, die Kugel ölt sich aber durch die Bewegung in der Pfanne selber so das die Kontaktstelle am Teflonspiegel immer mit Öl benezt ist.
    Daher glaube ich eigentlich nicht, das der Spiegel in absehbarer Zeit getauscht werden muss.
    wenn due Die Pfanne mit Öl füllst, läuft mit Sicherheit Öl aus dem Lager in die Öffnung der Zarge bzw. verteilt sich an der Tellerunterseite.


    Gruß
    Ralf

  • Hi Thomas,


    "mein Garrard dreht übrigens nur eine Viertel Umdrehung - allerdings mit Bremse "


    Ich fürchte auch ohne Bremse nicht viel länger... ;) Macht trotzdem ganz gut Musik...


    Gruß, uglyripper

    "Kann schon sein. Jeder kann etwas behaupten.
    Es kommt nur darauf an, wer Recht hat. Und das bin ich."
    M.B.

  • Quote

    Bin aus Altdorf. die Welt ist ein Dorf


    Altdorf ganz bestimmt :P:D:D
    Bin aus Postbauer-Heng - für die Restdeutschen: Muss man nicht kennen. ;)
    So, Schluss jetzt mit OffTopic.

  • @ Tobi


    Ich besitze zwei von den Lagern und mußte eines, infolge Geräusche, mal nacharbeiten.
    Ich habe die Feststellung gemacht, daß Öl in der Bohrung des Zentrierdornes sehr hilfreich ist.


    G r u ß
    Heinz-Werner

  • Hallo Heinz-Werner,





    ALLE Scheu-Laufwerke bauen auf dem gleichen Lager auf. Es wird auch nicht nach A oder B unterschieden, weil es weder A noch B gibt. Der einzige Unterschied ist, daß beim Cello die Ölwanne unterhalb der Zarge montiert ist und mit einem entsprechenden Distanzring in Form einer Sinterbronzebuchse die Höhendifferenz ausgeglichen wird.


    Die Nachlaufzeit des Lagers ist wesentlich determiniert durch die Restrauhigkeit der Oberflächen und natürlich durch das Öl.


    Es gibt zwei Möglichkeiten die Rauhigkeit zu beeinflussen. Die erste ist, daß man das Lager zuerst einmal einlaufen lässt. Ich habe das mit einem Motor in der Vergangenheit so gemacht, daß der Teller auf eine Drehzahl von ca. 80 rpm gebracht wurde und so zwei Tage lief - wohlgemerkt mit Öl. Man sieht dann deutlich, dass sich Lagerschlamm absetzt. Dies ist absolut normal und kein Mangel.


    Die zweite Möglichkeit ist, die Achse und die Lagerhülse auf Spiegel zu polieren. Das geht dann schneller und ist im Resultat noch einen kleinen Tick besser.


    Ich hoffe, das trägt zur Klärung bei.


    Gruß und schönes Wochenende,


    Chris

  • @Chris


    Moin Moin.


    Die zweite Möglichkeit ist, die Achse und die Lagerhülse auf Spiegel zu polieren. Das geht dann schneller und ist im Resultat noch einen kleinen Tick besser.


    So habe ich es gemacht.


    G r u ß
    Heinz-Werner

  • Hallo Chris,


    ich betreibe seit etwa 1 Jahr einen Scheu. Bei abgenommenem Teller, natürlich mit Öl, gibt es beim langsamen Drehen der Lagerhülse Kratzgeräusche, insbesondere bei ungleichmäßigem seitlichem Druck. Schnelleres, gleichmäßiges Drehen läßt die Geräusche verschwinden.


    Der schwere Teller scheint das Lager auszubalancieren, denn mit Teller ist alles ruhig.


    Ein Freund mit 3 Jahre altem Scheu Premiere hatte noch älteres Öl mit höherer Viskosität. Hier traten die Kratzgeräusche bei abgenommenem Teller nicht auf. Nach Ölwechsel auf das dünnflüssigere neuere Öl war alles so wie oben beschrieben.


    Ist es nicht sinnvoll um unnötigen Verschleiß zu vermeiden dickflüssigeres Öl zu benutzen?
    Ein befreundeter Maschinenbauer, der bei ZF Getriebe entwickelt sagte mir das Lager dürfe auch bei seitlichem Druck nicht Kratzen und sei defekt oder zumindest wäre die Passung oder das entsprechende Öl falsch gewählt. Außerdem sei es sinnvoll bei langsam laufenden Lagern Öl mit höherer Viskosität zu verwenden.


    Watt nu ?(


    Grüße Maxim

  • Hallo,
    jetzt möchte ich auch mal etwas zu euren Nachlaufzeiten von mir geben.
    Ein Öl Lager mit einem Fettlager ala Garrard zu vergleichen passt schon mal gar nicht. Fett wird eher bremsen als Öl.
    Wenn ihr lange Nachlaufzeiten erreichen wollt nehmt ihr eine grössere Lagertoleranz in Kauf. Wollt ihr das wirklich ?
    Mir ist ein Lager das schneller steht wesentlich lieber da ich davon ausgehen kann eine geringere Toleranz in diesem Lager zu haben.Also mehr Präzision der einzelnen Teile.
    Also merke: lange Nachlaufzeit - grössere Toleranz der beiden Teile, Buchse und Achse.Viel Spass mit solch einem Lager !
    Das Lagerspiel könnt ihr dann mit dickerem Öl wieder etwas ausgleichen.

    LG
    Thomas


    Accuphase,Penaudio,Dr.Feickert,Kuzma,Hannl.





  • moin,


    interessante diskussion,


    ich stelle mir das in etwa so vor:


    1. extrem: lagerspiel riesengross, nachlaufzeit gegen 0


    2. extrem: lagerspiel gegen null, nachlaufzeit gegen 0


    dazwischen eine kurve, die irgendwo ein maximum=bester kompromiss hat.


    allerdings spielt auch die art des lagers und das material eine rolle, da kenne ich mich aber nicht aus, ebensowenig mit den eigenschaften der versch. öle


    ist alles nicht so einfach....


    gruss,


    winne2

  • Hallo Tobelix


    Ich denke Scheu Lager sind geräuschfrei ?
    Sind diese Lager nicht von Werk poliert ?
    Für das Geld sollte man schon mehr erwarten oder reklamieren.
    Mein TD 2001 Plattenteller läufte ca über 3 minuten nach und ist absolut geräuschlos.
    Das ist für sein Preis korrekt ? denke ich .
    Ein guter Td 2001 ist mehr Wert wie ein Scheu,ich glaube um die 1000 DM damals.
    Was denkt ihr ?


    Ciao


    Gino

  • Hallo Winne2,


    ------------------------


    1. extrem: lagerspiel riesengross, nachlaufzeit gegen 0


    2. extrem: lagerspiel gegen null, nachlaufzeit gegen 0
    --------------------------
    weder das eine noch das andere stimmt hier.
    Lagerspiel riesengroß wäre dann kein Lager mehr.
    Lagerspiel gegen null ,läuft gar nicht mehr.
    Die Lagertoleranzen bei einen guten Lager, hier meine ich wirklich ein gutes Lager, liegen unter um die 0,01 mm.
    Bei den Nachlaufzeiten spielen auch andere Faktoren wie Eigengewicht und präzise Ausrichtung ( im Wasser ) eine entscheidene Rolle.
    Ein schwerer Teller läuft mit seiner hohen Masse wesentlich länger nach bei einem guten Lager als zB. ein TD Lager.
    Wenn hier von mehreren Minuten die Rede ist dann ist das Lager einfach um es auf den Punkt zu bringen SCHROTT.
    Es hat einfach schon zu viel Spiel.Mann wird die paar hunderstel nicht hören aber präzision ist nicht mehr gegeben,vor allem bei dem geringen Gewicht eines TD Tellers.Joel wird mich jetzt wahrscheinlich steinigen ändert aber aus technischer Sicht nix.
    Das nur aus der Sicht und dem Verständis eines Feinmechanikers was es mit Toleranzen auf sich hat.

    LG
    Thomas


    Accuphase,Penaudio,Dr.Feickert,Kuzma,Hannl.





  • Hi Thomas,


    "Ein Öl Lager mit einem Fettlager ala Garrard zu vergleichen passt schon mal gar nicht. Fett wird eher bremsen als Öl."


    Das hat doch hier gar keiner getan....


    Gruß, uglyripper

    "Kann schon sein. Jeder kann etwas behaupten.
    Es kommt nur darauf an, wer Recht hat. Und das bin ich."
    M.B.

  • Hallo Uglyripper,


    Seite 1 des Beitrages.


    Und die Sache mit der Nachlaufzeit sehe ich wie einige andere Mitstreiter auch recht kritisch. Mir persönlich gefallen einige Laufwerke mit geringer Nachlaufzeit, zB. Garrard mit Fettlager, sehr gut.



    Das meine ich.

    LG
    Thomas


    Accuphase,Penaudio,Dr.Feickert,Kuzma,Hannl.





  • Hallo Thomas,


    OK, wenn Du das meinst .. ;) Ist ja weniger ein Vergleich als die vorsichtig formulierte Aussage, daß sich die klanglichen Eigenschaften eines Laufwerks nicht unbedingt über die Nachlaufzeit des Lagers definieren....


    Gruß, uglyripper

    "Kann schon sein. Jeder kann etwas behaupten.
    Es kommt nur darauf an, wer Recht hat. Und das bin ich."
    M.B.

  • Hallo nochmal,


    ... womit ich nicht sagen will, daß ich eine vernünftige Lagerpflege nicht für unablässig halte....


    Gruß, uglyripper

    "Kann schon sein. Jeder kann etwas behaupten.
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    M.B.