211 und 845 Überlegungen

  • Apropos Kennlinie verschoben

    Hallo Johannes,


    mache Dir keine Sorgen - man muß diese Verschiebung ins Verhältnis setzen: bei der 300B z.B. sind es in meiner Schaltung im AP (bei Ug1=-76V) gerade mal 2,5V - im Vergleich zu den normalen Röhren-Toleranzen geradezu lächerlich. ;)


    Gruß Björn

    AAA-Mitglied

  • Ich hatte gesagt, dass ich mich nochmal melde, wenn die Heizung fertig ist; das ist sie.

    Hier mal der Unterschied zwischen einem PWM gesteuerten RC Oszillator und einem Quarzoszillator mit festem Tastverhältnis.

    pasted-from-clipboard.png

    pasted-from-clipboard.png

    Die 100 Hz Brumm Seitenbänder sind noch durch den offenen Aufbau bedingt.

    Das Wichtige: Im Audioband sind jetzt absolut keine Störungen mehr. Kein Brummen, kein Rauschen, nix! Und der Anodenstrom ist identisch bei 89 kHz Rechteck 10Veff und 50Hz Sinus 10Veff.

    So, jetzt mach ich mich an die HV SNTs aus China. Mal sehen, ob man die für die 1KV Anodenspannung verwenden kann.

    Gruß

    Reiner

  • mk_

    Hi,

    ich vermisse noch deinen Kommentar zu #278.


    Jedenfalls wird zur Zeit die Platine erstellt, das ganze (Rechteck Heizung) funktioniert nämlich verdammt gut.


    Die Pioniere der Röhrentechnik wussten schon 1925 ganz genau, was man tun muss, um das Optimum aus den Röhren herauszuholen. Leider war es zu der damaligen Zeit sehr schwierig (und auch extrem teuer) technisch ein Rechteck-Signal zu erzeugen; aber die Theorie dahinter war komplett ausgearbeitet und bekannt. Leider sind viele dieser Informationen heute kaum mehr zugänglich und werden, wenn sie wieder ausgegraben werden, auch heftig abgelehnt.

    Ein gutes Beispiel dafür hast du ja hier im Forum abgegeben. Ich habe jedenfalls selten jemanden erlebt, der gegen eine technische Variante der Heizung einer DHT derart massiv (und für mich auch sehr aggressiv und ablehnend ohne irgendeine technisch fundierte Begründung) eine so extrem negative Stimmung gemacht hat.


    In #189 habe ich mathematisch gezeigt, wie sich eine sinusförmige Heizungsspannung auf den Anodenstrom auswirkt. Experimentell ist das bereits seit über 100 Jahren bekannt und jeder moderne Schaltungs-Simulator zeigt ebenfalls dieselben Ergebnisse. Der nächste Schritt zur Rechteck-Heizung ist gering und wenn man sich die Quadratur eines Rechteck-Signal auf Grund der Langmuir-Gleichung mal genau anschaut, dann erkennt man auch leicht die Vorteile einer Rechteck-Heizung.


    Fazit jedenfalls:

    Das Heizen einer DHT mit einem Rechteck-Signal, dessen Grund-Frequenz mindestens das vierfache der höchsten Nutzfrequenz (des Audio-Signals) beträgt, ist aus Gründen des Erreichens eines optimalen Geräuschspannungsabstandes, der Heizung mit Signalen der Netzfrequenz (50 bzw. 60 Hz) und auch einer Gleichspannungs-Heizung vorzuziehen.


    Gruß

    Reiner

  • Toll, dass Du für dich so schnell zu brauchbaren Ergebnissen kommst und ich hoffe wir werden noch ein paar Bilderchen und Messungen vom Endprodukt sehen.

    Die Pioniere der Röhrentechnik wussten schon 1925 ganz genau, was man tun muss, um das Optimum aus den Röhren herauszuholen. Leider war es zu der damaligen Zeit sehr schwierig (und auch extrem teuer) technisch ein Rechteck-Signal zu erzeugen; aber die Theorie dahinter war komplett ausgearbeitet und bekannt. Leider sind viele dieser Informationen heute kaum mehr zugänglich und werden, wenn sie wieder ausgegraben werden, auch heftig abgelehnt.

    Ich denke nicht, dass Abhandlungen heftig abgelehnt werden, es ist eher, dass man sich Gedanken macht was für Auswirkungen bzw. Nebenwirkungen solche Ansätze haben.


    Persönlich kann ich mk_ Bedenken z.B. bezüglich der Skin-Effekte nachvollziehen.


    Leider hast Du bei den Beispielen aus alten Publikationen nicht erwähnt mit welcher Frequenz der Rechteck empfohlen wurde. Wie Du selber sagst, war es zu dem Zeitpunkt schwierig solche Signale zu generieren und aus dem Grund gehe ich davon aus, dass nicht über hochfrequente Signale wie deine gesprochen wurde.


    Wie immer, die Erfahrung wird zeigen, was es letztendlich bringen wird und wo sich noch Problem auftuen könnten.

  • Derzeit wird die nächste Version der Platine für die (hier im Forum doch extrem kontrovers betrachtete) Heizung für DHTs in China produziert; mal sehen, wann die Platinen kommen.

    In der Zwischenzeit bin ich bei dem SNT für die Anodenspannung der 211 (1,1KV - 60 mA) weitergekommen. Ein 12V DC SNT als "Treiber" ist nicht gerade der Hit, die Ströme werden einfach zu hoch und der Skin Effekt schlägt zu. Die Eindringtiefe in Kupfer bei 90kHz ist leider nur 0,22mm, so dass bei einem Spitzenstrom von mehreren A doch etliche Drähte zu einer Litze zusammengefasst werden müssen. Lösung: Mean Well 100W 36V AC/DC SNT als Treiber verwenden; damit kann eine noch verarbeitbare Cu-Litze mit 120x0,1 verwendet werden.

    Leider ist dazu aber auch noch ein anderer ETD Kern nötig und die Bestellung sowie Lieferung dafür braucht auch noch jede Menge Zeit.

    Zwischenzeitlich sind jedoch die notwendigen Speicherdrosseln fertig gewickelt und geprüft:

    pasted-from-clipboard.png


    Und irgendwann wird auch der komplette AMP fertig :) . Auch wenn einige hier sich ein Scheitern wünschen (aus welchen Gründen auch immer); sei's drum.

    Gruß

    Reiner

  • Hoffentlich noch möglichst lange. 8o

    „Nette“ Foren Mitglieder bestärken mich immer mehr das Projekt zu vollenden und ein Produkt daraus zu machen. Mal sehen ob ich das dann in Asien fertigen lasse, die können auch gleich ein passendes Gehäuse dazu entwickeln. Gewicht, Abmessungen, Störabstände und damit auch Preise werden definitiv einzigartige Verkaufsargumente sein, die man mit fetten Netztrafos, Drosseln und Kondensatoren niemals erreichen wird.

    Gruß

    Reiner

  • Moin Reiner,

    wenn Du gewerbliche Ambitionen hast, solltest Du das bitte im Forum kennzeichnen.


    BTW: Meiner Meinung nach besteht das Risiko, dass man sich selbst den Spaß an einem Hobby verderben kann, wenn man ein Geschäft daraus macht.


    Röhrenverstärker mit Schaltnetzteilen gibt es ja schon vereinzelt aus China, sogar schon seit vielen Jahren. Hatte selber schon so einen mal gekauft, der S/N war allerdings für mich unbefriedigend.


    Allerdings kenne ich noch keinen mit 300B oder 211 in dieser Bauart.

    Mit freundlichen Grüßen aus Görlitz, Jo

  • Hallo Reiner,

    Gewicht, Abmessungen, Störabstände und damit auch Preise werden definitiv einzigartige Verkaufsargumente sein, die man mit fetten Netztrafos, Drosseln und Kondensatoren niemals erreichen wird.

    Die Störabstände erreiche ich auch und die anderen Argumente ziehen bei mir nicht ;) Ich bleibe beim klassischen Aufbau.


    Viele Grüße

    Martin

  • Mal sehen ob ich das dann in Asien fertigen lasse, die können auch gleich ein passendes Gehäuse dazu entwickeln. Gewicht, Abmessungen, Störabstände und damit auch Preise werden definitiv einzigartige Verkaufsargumente sein

    Moin!


    Normalerweise läuft es in der Branche andersrum. Hiesige Designer kümmern sich um eine ansprechende Formgebung, pflegen eine Marketing-Legende und die Fertigung ist dann in Fernost. In punkto Design nach europäischem Geschmack haben die Chinesen noch nicht so ein glückliches Händchen - von einigen Ausnahmen abgesehen.


    Zu einem erfolgreichen Produkt '211 oder 300B Röhrenverstärker mit SNT' gehörte also meiner Ansicht nach noch ein bisschen mehr, als die Entwicklung einer 'einzigartigen' Netzteil-Elektronik.


    Deutliche Preisvorteile dürften auch schwer darstellbar sein, denn um die teuersten Brocken, nämlich die Ausgangstrafos kommt man ja nicht herum. Man würde ja nur den Netztrafo + evtl. eine Drossel + einige Siebkondensatoren ersetzen.


    Auch ein schönes Gehäuse und hochwertige Bauelemente gehen ins Geld.

    Mit freundlichen Grüßen aus Görlitz, Jo

  • Heute sind die schwer zu bekommenden Fiederfolien und die Gehäuse zum Eingiessen der 1KV Trafos eingetroffen. Das SNT für die Anodenspannung der 211 geht damit weiter. :)

    Leider sind die Platinen aus China für das Square Wave Filament Heating der 211 immer noch nicht fertig. Aber das wird schon noch. :)

    In der Zwischenzeit wickel ich schon mal die Spulen für eine LCR Phono.

    Gruß

    Reiner

  • Heute sind die Platinen eingetroffen.

    Erweitert um verschiedene Möglichkeiten der Heizung: nur gefiltert aus dem SNT, mit Linearregler nochmal nachgeregelt oder Rechteck 92 kHz. Zusätzlich sind noch verschiedene Varianten der Kathodenbeschaltung mit auf der Platine: Auto Bias mit oder ohne Parallelkondensator, verschiedene Widerstandsarten Draht, Metallfilm TO220 mit KK, mit und ohne Abgleich etc. etc. Auch die Heizung für den Treiber ist jetzt enthalten.

    Eine kleine Spielwiese. :D

    IMG_2409.JPG

    Gruß

    Reiner

  • Hi,

    Die Version 2.0 ist fertig: Die Frequenz ist jetzt quarzgenau; es ist nur noch ein Abgleich am Mean Well Netzteil nötig; die PW ist jetzt fest und quarzgenau; der Übertrager hat jetzt Litze mit 120x0,1; der Wirkungsgrad ist >90% (ohne Mean Well SNT); die maximale Übertemperatur ist <30°; zusätzlich integriert ist eine stabilisierte 6,3 Volt DC Heizung für eine Treiberstufe; das die Röhren schonende Hochfahren der Heizspannung ist jetzt auf 90 Sekunden erhöht; etc. etc. etc.


    pasted-from-clipboard.png


    Nach einer Stunde Heizung einer 211:

    FLIR0038.jpg


    die höchste Temperatur von 51.1 erreichen die 4W Snubber Widerstände; das passt!


    Perfekt die Kurvenform der Heiz-Spannung, direkt an der Röhre gemessen.

    DS1Z_QuickPrint4.png


    besser geht es wohl nicht. Exakt, wie es die Theorie vorhersagt.

    Damit ist das Thema Heizung einer DHT für mich beendet.


    Jetzt fehlt nur noch die Kathodenbeschaltung. Ich bevorzuge Auto Bias - warum ist vielleicht einen neuen Thread wert.


    Gruß

    Reiner