Wie sinnvoll ist ein zweiter Plattenspieler?

  • Ich habe mir den Floh ins Ohr gesetzt mir einen zweiten Plattenspieler zuzulegen.Ich zögere noch etwas ob das sinnvoll ist. Der Neuerwerb sollte " besser" sein als der erste Dreher. Nutzt man denn wirklich beide um z.b. Vergleiche anzustellen? Würdet Ihr zwei unterschiedliche Phonopres euch zulegen oder lieber ein Phonopre bei dem man beide Dreher anschließen kann?

  • Gegenfrage: Wie „sinnvoll“ ist heutzutage überhaupt ein Plattenspieler?

    Wenn Du den Platz hast und Freude daran, kann es für Dich sinnvoll sein. Für mich wäre das nichts. Ich betreibe lieber 2 Arme und 2 Tonabnehmer an einem Laufwerk. Oder ich würde mir in einem zweiten Raum eine komplette Zweitanlage aufbauen.
    Wenn du über einen zweiten Plattenspieler nachdenkst, würde ich zwei möglichst unterschiedliche Konzepte kombinieren: Zum Beispiel einen Reibrad-Spieler und einen Riemen-angetrieben. Zum Beispiel ein Masselaufwerk und einen Subchassis-Player. Oder ein historisches Laufwerk und ein aktuelles.
    Viel Spaß

    Sebastian

  • Moin,

    mein Entschluß zu einem Zweitdreher beruhte darauf,dass ich im Fall einer Reparatur Monate auf das Musikhören verzichten müsste.Die Wartelisten der Spezialisten sind lang.

    Wenn sich das analoge Hören nicht zu einem ernsthaften Hobby auswächst,genügt ein Phono-Pre der zwei Anschlüsse hat m.M.n.durchaus.

    Vergleiche zu machen ist interessant,nützt aber herzlich wenig,wenn man zwei unterschiedliche Dreher,unterschiedliche Tonarme und Tonabnehmer hat.Du vergleichst dann immer Äpfel mit Birnen.


    Viele Grüße,

    Jochen

  • Guten Morgen.


    Eine Frage dessen, wie ausgeprägt der Spieltrieb ist. Mir reicht ein Plattenspieler mit einem Tonarm je Anlage. Ansonsten würde ich es wie von Sebastian genannt umsetzen.

    Ich kann die Intention jedoch verstehen, lebe diesen Spieltrieb ein wenig mit Analogtunern aus.


    Gruß,

    Marc

  • Moin Jochen,


    jeder Dreher hat einen anderen (Klang)Charakter. Passt zu unterschiedlichen Musikstilen & auch Abtastsystemen.

    So bewerkstellige ich dies ...

    In Nutzung, im Hörsaal, sind ein Mono, Klassik & Rock Dreher. Jeder Dreher hat seine ganz eigene Klang- & Spiel-Charakteristik.

    Im Damensalon, Schlafstube, werkelt momentan nur einer seinen Dienst. Zukünftlich werden es zwei sein. Eine 1960er Germanium & Röhren Anlage, jede hat ihre Eigenart.

    Daneben steht noch ne Sammlung von 10 Drehern.

    In der Küche werkelt eine 1970er Anlage, auch wieder mit einer anderen Seele.


    Manche Platten wandern von einem Dreher zum anderen, um eine andere Klangfarbe zu genießen.

    homophobie ist sünde

  • Bei gegebenem Budget:

    -2 Dreher mit gutem Tonabnehmer, gutem Arm und guter Performance pro Dreher


    Oder:

    -1 Dreher mit ausgezeichnetem Tonabnehmer, ausgezeichnetem Tonarm und ausgezeichneter Performance


    Ich war auch mal auf dem Trip der Dreheranschaffung nach Prinzip 1.

    Inzwischen habe ich mich gefragt, ob ich mit Prinzip 2 klanglich nicht wesentlich weiter komme-


    Gruß

    Costa

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  • Macht Spaß, aber brauchen tut man ihn nicht. Ich habe einen mit zwei Armen, aber nutze sicher zu 90 % das bessere Setup, außer wenn gerade Spieltrieb herrscht. :)

    Jeder Mensch ist ein Abgrund; es schwindelt einem, wenn man hinabsieht.

  • Ein zweiter Dreher geht ja mal gar nicht. =O

    Hier stehen wenigsten 7-8 Plattenspieler und warten darauf bespielt zu werden.:):S:)


    Ja, die haben auch unterschiedliche Systeme und komplett unterschiedliche Phono-Pres.

    Nein, es spielt mal so gar keine Rolle welcher da jetzt besser klingt.

    Wenn ein System nicht ordentlich spielt, wird es getauscht (oder bekommt ne neue Nadel).


    HighEnd finde ich eher langweilig, denn ich bin da viel zu selbstkritisch. Bevor etwas wirklich besser ist, muss ich davon auch felsenfest überzeugt sein (und das bin ich fast nie). Nur anders reicht mir da nicht.

  • Bei mir laufen 3 Dreher:

    Einer für die gut erhaltenen LPs, einer für die Flohmarktschätze und einer für die Singles.

    Einen Klangunterschied könnte ich im Blindtest nicht verifizieren. Mein Geraffelt liegt aber auch nicht im 5-stelligen Bereich.

  • ach, diese suche nach dem "besser" - für mich ist es das nicht

    ich habe zwei plattenspieler im wohnzimmer, reibrad dual und riemen thorens, jetzt bastel ich mir noch einen DD dual zurecht. welche beiden dann stehen werden - mal schauen. so ein plattenspieler ist ja auch ein objekt, das angeschaut werden kann. die technik dahinter will gekannt werden. diese nuancen-hörerei ist mir viel zu anstrengend.


    ein zweiter plattenspieler ergibt natürlich erst einmal gar keinen sinn, aber wenn der platz da ist und die freude daran, wieso dann nicht einen zweiten stellen. würde ich alleine wohnen würden sicherlich mehr spieler hier stehen.


    ach ja, noch was: wenn man auch ein paar schellack-platten da hat so wie bei mir dann macht es z.B: sinn, einen spieler mit 78 rpm und der möglichkeit für eine schellack-nadel (z.b. shure M75 oder M44) stehen zu haben


    ich habe übrigens beide spieler an einem phono-pre. vlt ändere ich das aber auch mal.

  • Letztlich kannst nur du entscheiden was für dich wichtig und richtig ist. Bei mir ist der Weg das Ziel. Das ist ein Hobby das Zeit fressen soll und darf. Da ist die Beschäftigung damit wichtiger als ein Ziel, wie z.b. höchstwertige Wiedergabe.


    Allerdings ist es quasi unmöglich mit einem Statischen Setup ernsthaften Erkenntnissgewinn zu haben. Wenn du also wissen willst was geht kommst du um ein Mindestmass an Experimenten nicht herum. Mann kann einiges davon durch besuche bei Leuten und nerven von Fachhändlern sowie Studien in Foren und Blogs ohne eigene Investitionen erledigen aber letztlich muss man selbst Erfahrung sammeln. Dazu sind zweit -Abnehmer, -dreher, -phonos, -arme etc unabdingbar.


    Edit: oder ein regelmässiger Komponententausch. Aber imho ist es zielführender ein Vergleichssetup zu haben.


    Mike

    --- Ich höre hiermit und zwar das.

    Es gilt wie immer: das ist meine Meinung. Sie muss deshalb weder für andere passen noch erhebt sie Anspruch absolute Wahrheit zu sein.

  • Allerdings ist es quasi unmöglich mit einem Statischen Setup ernsthaften Erkenntnissgewinn zu haben. Wenn du also wissen willst was geht kommst du um ein Mindestmass an Experimenten nicht herum. Mann kann einiges davon durch besuche bei Leuten und nerven von Fachhändlern sowie Studien in Foren und Blogs ohne eigene Investitionen erledigen aber letztlich muss man selbst Erfahrung sammeln. Dazu sind zweit -Abnehmer, -dreher, -phonos, -arme etc unabdingbar.

    Eigentlich mag ich solche Denkansätze. Aber man kommt bei der Sache sehr schnell an einen entscheidenden Haken: Wechselt man mehr als ein Teil zur selben Zeit, vergleicht man wieder das Zusammenspiel von Kombinationen. Man müsste sich also fast alles doppelt anschaffen (Nur beim Dreher könnten mehrere Arme ein weiteres Laufwerk einsparen).

    Am Ende ist so etwas kaum noch zu stemmen. Wenn man das nicht wirklich konsequent durchzieht, kann man es aber auch gleich lassen.


    Das spricht natürlich überhaupt nicht gegen mehrere Dreher, die sich dazu auch gerne erheblich unterscheiden dürfen. Hier kann man nach Herzenslust herumspielen.


    Eigentlich braucht man auch nur ein paar Schuhe, da man ja nicht mehr Füße hat. Auf der anderen Seite sind feine Oxfords am Strand genau so deplatziert wie Gummistiefel in der Oper und ... => also doch mehr als ein Paar Schuhe (fragt mal eure Frauen ;) )

  • Ich habe mir den Floh ins Ohr gesetzt mir einen zweiten Plattenspieler zuzulegen.Ich zögere noch etwas ob das sinnvoll ist. Der Neuerwerb sollte " besser" sein als der erste Dreher. Nutzt man denn wirklich beide um z.b. Vergleiche anzustellen? Würdet Ihr zwei unterschiedliche Phonopres euch zulegen oder lieber ein Phonopre bei dem man beide Dreher anschließen kann?


    Eine sehr schöne Frage, die mich auch immer mal wieder beschäftigt. Ich mache auch immer mal wieder den ein oder anderen Versuch. Und am Ende stelle ich fest, dass ich doch nur über "meinen" Plattenspieler höre.


    Ein Grund dafür ist, dass ich - wenn ich denn Zeit dafür habe - eben Musik hören und nichts vergleichen will.


    Im Moment denke ich mir, dass ich mir vielleicht demnächst mal einen Monozweig mit der neuen Monophonic aufbaue und das dann eben der zweite Plattenspieler wird.


    Wie ich mich aber selbst kenne, werde ich mir wieder nicht die Zeit nehmen, um das dann ausgiebig zu nutzen, sondern eben meine Platten aus dem Regal suchen/nehmen und einfach auf meinen Plattenspieler legen.


    Ich denke, das ist eine "Typfrage". Es gibt Leute, die vergleichen gerne - mehrere Tonarme, TAs, Plattenspieler, Phonopres etc. - bzw. die versuchen eben aus jeder einzelnen Scheibe das vermeintlich optimale zu holen. Andere hören einfach Musik - alles ohne Wertung.


    Du musst Dir also die Frage stellen, ob Du das am Ende denn tatsächlich nutzt bzw. nutzen wirst? Das kann nicht allgemein beantwortet werden.


    Was würde sich eigentlich ändern, wenn ich Klangunterschiede plötzlich messen könnte, obwohl ich sie bisher nie gehört habe?


    LINN - Pass - Harbeth


    Just Listen

  • Hallo zusammen,


    ich hatte einen Winter lang RX-1500G und DDX-1500 neben einander stehen, beide bestückt mit 2 Tonarme und wechselnden Tonabnehmern. Dann hab ich festgestellt, dass ich fast nur den RX-1500G verwende und den DDX wieder verkauft.

    Viele Grüße, Tony

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    Dit is een lied over een plant, een groene plant, een mooie plant ...

  • Eigentlich braucht man auch nur ein paar Schuhe, da man ja nicht mehr Füße hat.

    Naja, seine Schuhe sollte man ja doch öfter mal zwecks Auslüften wechseln :)


    Ich komme mit 3 Plattenspielern aus. Einer im Wohnzimmer und zwei in meinem Spiel-, Bastel - und Musizierzimmer

    Wobei der 1219er eigentlich nur für Singles bei unseren legendären Plattenratabenden zum Einsatz kommt.

    Gruß
    Rainer
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    Mit einem Menschen zu streiten, der auf den Gebrauch der Vernunft verzichtet, ist wie die Verabreichung von Medikamenten an Tote.

    Tom Paine