Tonarm aus Knochen - Gibt es so was?

  • Röhrenknochen von Vögeln wären ja vielleicht prädestiniert.

    Wozu sollte man den armen Vogel denn umbringen?

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    Die Natur ist zwar nicht unfehlbar, doch hält sie stets an ihren Fehlern fest. (Saki)


    Optimist: "Geil, schon Mittwoch.",
    Pessimist: "Scheiße, erst Mittwoch.",
    Realist: "Noch 8252 Arbeitstage bis zur Rente."

  • Als ich einige Tage spaeter mit der Kettensaege anrueckte, war leider schon jemand schneller gewesen. So blieben mir nur ein bißchen Wirbelsaeule und einige Rippen. Spaeter habe ich mit anderen Knochen aus meinem Fundus einen Dreher gebaut.


    Habe eine Affinitaet zu Knochen, gefaellt mir irgendwie: individuell, keine Industrieware, hat was Raetselhaftes (Tier oder Mensch?), Verweis auf Vergaenglichkeit, lassen sich gut bearbeiten (meine Zahnaerztin hat mir alte Bohrer geschenkt), schon mein Gesellenstueck als Tischler in den 90er Jahren hatte viele Beschlaege aus "Bein". Wenn man Knochen beim Wandern (Empfehle immer eine Plastiktuete dabeizuhaben, manchmal haengen ja noch Sehnen und Muskel dran, die man eher nicht im Rucksack moechte) sammelt, tut es ja keinem weh. Ist man allerdings auf frische Knochen fixiert und laeuft staendig mit der Knochensaege durch die Gegend, wird man nicht nur schnell schief angeguckt es besteht auch die Gefahr sich strafbar zu machen, so man sich nicht unter Kontrolle hat! Ich stehe auf alte Knochen, wuerde aber nicht so weit gehen, auf dem Friedhof buddeln.

    Du wohnst nicht zufällig in einer abgelegenen Gegend von Texas und trägst eine Ledermaske?

    Jazz is just an excuse to play wrong notes.



  • Na ja ...

    Franks Eingangsfrage war ja eigentlich nur, ob es Tonarme aus Tierknochen (leichte Röhrenknochen von Vögeln) gibt.
    Ich hab keine Ahnung , bezweifle allerdings , dass sich das Material überhaupt eignet.

    ...mag Musik

  • Ich finde, das ist ein spannendes Thema! Aus Knochen kann man DEFINITIV tolle Dinge machen. Ich denke da vor allem an die sog. „Prisoner of war ship models“. Schiffsmodelle, die von britischen und französischen Kriegsgefangenen aus (Tier-)Knochen hergestellt wurden. Da gibt es schwer beeindruckende Modelle. Hier mal auf die Bilderserie klicken:


    https://www.atlasobscura.com/p…r-of-war-bone-model-ships


    oder hier:


    https://www.incollect.com/list…he-h-m-s-caledonia-117190


    Knochen ist schon ein sehr einzigartiges Material, im Verhältnis zu seinem Gewicht sehr steif, in gewissem Maß sogar minimal flexibel, lässt sich dabei eher verarbeiten wie Holz. Man kann ihn schleifen, schnitzen, Schrauben, nageln, Sägen. Und doch ist seine Steifigkeit gefühlt eher wie Carbon, insbesondere der Röhrenknochen mit seiner harten Röhrenhülle und den inneren Versteifungszügen (Trabekeln). Irgendwie eine interessante Idee. Vom Tonarmbau hab ich allerdings keine Ahnung 😂


    abgesehen davon, warum es jetzt makaber ist Knochen als Werkstoff zu verwenden erschließt sich mir nicht. Fällt in D und auf der ganzen Welt glich millionenfach an und wird doch nur noch selten für die Suppe verwendet. Ich würde mir jetzt keinen Plattenspieler aus Knochen hinstellen. So ein Schiffsmodell hingegen schon und das nicht nur wegen des Wertes (hoch 5stellig bis 6stellig)

    Edited 3 times, last by sdz ().

  • .

    Franks Eingangsfrage war ja eigentlich nur, ob es Tonarme aus Tierknochen (leichte Röhrenknochen von Vögeln) gibt.
    Ich hab keine Ahnung , bezweifle allerdings , dass sich das Material überhaupt eignet.

    Der C37-Lack basiert ja angeblich darauf dass Resonanzen in den Bereich des Kohlenstoffs,

    also der Knochen verschoben werden, könnte mir schon vorstellen dass sich Röhrenknochen

    dafür eignen. Kommerziell werden immer noch z.B. Falzbeine aus Knochen hergestellt.

    Jazz is just an excuse to play wrong notes.



  • Ich finde Philipps Idee Klasse, sowas zu verwenden. Fände ein paar Bilder auch sehr spannend (kann man neue schießen?)

    Solange nur "Fallobst" verwendet wird, finde ich das moralisch völlig ok und geschmackstechnisch habe (hier) ich bestimmt schon schlimmeres gesehen :P


    Philipp, kannst du noch was zu den klanglichen Eigenschaften erzählen? Ich stelle mit einen homogenen Knochen eigentlich resonanzreich vor, also nicht geeignet.

  • wenn ich daran denke, dass in Sibirien der Permafrostboden auftaut und diverse Mammutteile auftauchen- vorgealtertes Material! Dafür muß kein Tier mehr sterben.

    Also ich sage mal: Mammutelfenbein als Alternative für Knochen.

    Fossile Grüße

    Erhard

  • Leutz,
    ihr wisst doch bestimmt, dass Elfenbein unter Artenschutz steht. Außerdem ist das m.M. nach viel zu schwer.

    Entspanntes Hören, Frank


    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • ihr wisst doch bestimmt, dass Elfenbein unter Artenschutz steht.

    Aber nicht vom Mammut.

    Viele Grüße
    Micha


    AAA-Mitglied

    ...Wenn über eine dumme Sache mal endlich Gras gewachsen ist, kommt sicher ein Kamel gelaufen, das alles wieder runterfrißt… (Wilhelm Busch)

  • Ein Tonarm aus Knochen ist sicherlich möglich. Ich würde auch eine Rippe eines großen Tieres nehmen, hat dann die EMT/Groovemaster-typische Bananenkrümmung.


    ABER: es gibt da einige gesetzliche Hürden.

    Selbst ein totes Wildtier in der Natur auszuschlachten wird schon nicht einfach und nicht immer legal. Es ist kein öffentliches Eigentum!

    Auch Geschichten wie oben mit Wal und Kettensäge wird in Deutschland und Europa kaum möglich sein, generell würde ich sowas vorerst auch nicht ganz glauben....

    Prähistorische Überreste aus dem Permafrostboden in Nordasien sind recht weit abgegrast, aber noch vorerst verfügbar, aber es wird schwierig sein, diese zu importieren.

    Die Vermarktung von tierischen Endprodukten wird nicht einfach sein, da wird der Hersteller einige Auflagen erfüllen müssen. Hier sind die „unsäglichen“ (sic!) tropischen Hölzer schon einfacher aber eigentlich auch schon schlimm genug. Man unterstützt dabei eine gewisse Industrie, auch wenn es bei hochwertigen Tonarmen sicher nicht um relevanten Mengen geht.


    Menschliche Schädel waren in den 90ern schon schwer und teuer zu besorgen, auch für die Forschung und Lehre wurde damals schon vermehrt auf Kunstknochen zurückgegriffen, heutzutage ist die Qualität zumindest für die anatomische Lehre völlig ausreichend. Als Ausstellungsstück, gerade für „fachfremde“ Personen, ist so etwas eher lächerlich und soll als bizarre Liebhaberei verbucht werden... Aber wenn man so einen Fetisch hat, gibt es sicherlich auch in Europa noch Schädel zu besorgen.

    Schöne Grüße
    Balázs

  • Da fällt mir in dem Zusammenhang ein: man kann seine Asche auch zu Diamant pressen lassen. Wenn man den dann mit einem Shibata-Schliff versieht ... =O

    Das habe ich mit meiner dienstältesten Freundin vereinbart. Sollte die vor mir gehen, laße ich mir nen Diamanten aus ihrer Asche pressen, daraus einen Shibata schleifen, mal sehen für welches System.

    Ihr Leben ist Musike & die Stones, also soll sie weiter den Drive des Lebens anfeuern.


    Das mit den Knochendreher finde ich sau geil! Hut bzw. Haut ab!


    Als Köchin hatte ich mal überlegt, nen Nudeldreher zu bauen. Es heißt ja auch, Platten runternudeln. Eine schöne Makaroni als Tonarmrohrohr usw. Ist schon sehr aufwändig. Lasange Blätter für die Zarge usw. Alles im Kopf seit zwei Jahrzehnten.

  • Das habe ich mit meiner dienstältesten Freundin vereinbart. Sollte die vor mir gehen, laße ich mir nen Diamanten aus ihrer Asche pressen, daraus einen Shibata schleifen, mal sehen für welches System.

    Gibt es denn überhaupt Firmen, die sowas im Auftrag schleifen?


    Grüße von Tom