Akustikspiegel für Lautsprecher als Zubehör

  • Das es indirekt strahlende Lautsprecher (meist Rundstrahler) gibt wie die unter

    http://www.lautsprecher-berlin…strahler%20echo%2080.html

    oder

    http://duevel.com/Produkte/BLdia.shtml

    wußte ich zwar, aber das es Akustikspiegel als Zubehörteil gibt zur Nachrüstung bestehender direktstrahlender Lautsprecher wie unter

    https://www.arakas.de

    und

    https://www.fairaudio.de/test/…spiegel-schall-reflektor/

    zu sehen, um ein bestimmtes Reflexionsverhalten zu verändern, war mir neu.

    Welche Erfahrungen existieren mit solchen Teilen zum Nachrüsten ?

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • Hallo A. K.,

    ich habe mir diese Spiegel bei einem Händler vorführen lassen. Sie bündeln bzw. lenken den Schall, aber sie reflektieren ihn auch (Spiegel eben). Da es im Hörraum schon viele Reflexionen gibt, kann man einen positiveren oder negativeren Effekt erzielen. Ich würde empfehlen, den Effekt auszprobieren, da er bei jeden Lautsprecher- und Raumprinzip anders ausfällt. Also ausleihen oder - ganz einfach - mit einem Brettchen aus der Küche anfangen zu experimentieren. Das lenkt auch schon mal den Schall um. Damit bekommt man ein Gefühl dafür.

    Viele Grüße von C. M.

    - Aktives Mitglied bei der Analogue Audio Association
    - Autor unserer Zeitschrift "analog“

    - Projektleitung Tonband bei der AAA
    - Repräsentant des Vereins auf öffentlichen Veranstaltungen (Messen) sowie bei Vertrieben und Händlern

  • Hallo,


    damit "verschmiert" man sich bloß die Impulsantwort des Lautsprechers und verbiegt sich auch den Frequenzgang weil das noch zusätzlich als indirekte Erweiterung der Front wirkt. Um die Deckenreflektion los zu werden gibt es bessere Möglichkeiten. Nicht ganz ohne Grund arbeiten in gescheiteren Boxen durchaus ja Hochton Hörner ...


    ;) Wellenfront

    Auch Gewerblich tätig

  • Hallo,

    das sehe ich genau wie Wellenfront. Es gibt x Untersuchungen über die Wahrnehmung von Räumlichkeit und Direktschall und es ist überall festgestellt worden, das in den ersten 2 Millisekunden keine Reflexion des Direktschalls eintreffen soll. Deshalb sollen LSP auch mind. ca. 70cm von der Seitenwand aufgestellt werden. Erst ab diesen 2ms kann die Reflexion als Rauminformation wahrgenommen werden. Davor verschmiert sie nur den Direktschall.


    Vor einigen Jahren hatte ich mit einer alten Mess-Software einen ähnlichen Effekt gehört. Die Mess-Software erzeugte einen echten Impuls zum Messen und ich hatte einen Breitbänder mal einfach zum Messen auf den Teppichboden gelegt. Der Messimpuls, der sonst einfach 'Ping' machte, hörte sich deutlich wie ein 'Krr' an. Ich dachte schon die Software spinnt oder ich hätte aus Versehen den Breitbänder beschädigt. Aber es war die Reflexion des Bodens. Es gab eine Doppelspitze in der Impulsantwort bei ca. 0,7ms. Also genau da, wo das auch mit diesem Spiegel zu erwarten wäre.


    Die einzige halbwegs sinnvolle Anwendung könnte sein, das man den nach oben entweichenden Schall des HTs nach hinten spiegelt. Dann könnte es den Eindruck von Räumlichkeit erhöhen, weil dann die Verzögerung ja auch viel grösser und im richtigen Zeitbereich liegt. So wie abgebildet ist es aus meiner Sicht reiner Nonsens. (Aber ein paar Leuten wird es bestimmt gefallen)

    Viele Grüsse

    Jürgen

  • Moin,

    ich möchte mich Jürgen anschließen ... Reiner Nonsens !!!

    Wer ernsthaft glaubt damit eine Verbesserung zu erzielen hat bereits im Vorfeld einiges falsch gemacht... sei es bei der Auswahl der Lautsprecher oder der Positionierung der Boxen im Hörraum.
    Aber - bei Einsatz der „Akustiklinse“ hört es sich wahrscheinlich anders an als vorher.

    Ob das besser ist oder nicht muss dann jeder für sich im Einzelfall entscheiden.

    Hören mit den Ohren ! :)


  • Natürlich kann man die Raumakustik nicht nur durch Absorber, sondern auch durch Reflektoren beeinflussen.

    Stellt man die Sonab OA5 unter eine Dachschräge, wird der Raum zum Basshorn.

    Ist mein Raum zu stark bedämpft, kann ich evtl. mit großen Bildern auf glattem, harten Untergrund, ein paar Reflektionen erzeugen. Man kann da sicher einiges machen. Aber solche Gimmix aus dem HighEnd-Laden würde ich auch eher meiden

  • Diese Reflektoren kosten 1300€ je Stück! Das darf man sich mal auf der Zunge zergehen lassen...

    Wieviel andere Raumakustikmaßnahmen kann man für 2600€ finanzieren?

    Wieviel mehr Lautsprecherqualität kann man für zusätzliche 2600€ bekommen?

    Wie teuer ist es zwei schöne (z.B. Holz-) Teller mit (absturzsicheren) Aufstellern zu bauen und diese auf die Boxen zu stellen?


    Ich stehe diesem Produkt (vor allem zum aufgerufenen Preis!) skeptisch gegenüber. Aber immerhin kann man ja vor dem Kauf dieser Designerstücke mit einem runden Pizzabrett die Wirkung ausprobieren. Durch das doch sehr unterschiedliche und meist unbekannte vertikale Abstrahlverhalten von käuflichen Lautsprechern ist der klangliche Einfluss auf den Direktschall, aber auch durch den ja dann fehlenden Indirekt-/Diffusschall (nach oben) nicht vorhersehbar.


    Grüße,

    Winfried

    Einer Behauptung ohne Beleg darf man auch mit einem Widerspruch ohne Beleg entgegnen. (Volksweisheit)

    Ich habe zwei Monoendstufen Vincent SP-996 zu verkaufen

  • Hi,

    in der Vorführung bei den süddeutschen Hifitagen kamen mehr als 2 zum Einsatz. 2 als "Rasierspiegel" auf den Boxen und 4 oder mehr, so genau habe ich das nicht mehr parat, an den Wänden.


    Es war klanglich ein Unterschied hörbar, aber ich weiß nicht mehr welcher. Ich glaube wegen des Preises war das bei mir dann abgehakt und nur noch diffus in meinem Langzeitgedächtnis abgespeichert.


    Sich selbst ein Bild zu machen bei Gelegenheit würde ich empfehlen. Auf einer Messe, so in ein paar Jahren ... , ist ja begrenzter Aufwand.

    Entspanntes Hören, Frank


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  • Da es kompletter Zufall ist, wie diese Teile mit verschiedensten Lautsprechern in verschiedensten Räumen und verschiedensten Aufstellungsvarianten funktionieren, kann man sich ebenso gut für ein paar Euro aus verschiedensten Materialien was selbst basteln und ausprobieren. Wenn es gefällt - umso besser.


    Grüße von Tom

  • Das Material war glaube ich schon speziell. Ich weiß nicht, was es war. Es machte auf mich den Eindruck, wie wenn man Kunstoffborsten eng zusammen presst. Natürlich ist das Material Betriebsgeheimnis. Aber ganz genau habe ich das nicht mehr in Erinnerung.


    Man kann es ja ausprobieren und bei Nichtgefallen wieder retour geben.

    Die Tatsache, dass es noch nicht in jedem Hifiladen verkauft wird, zeigt, dass es vielleicht noch nicht der große Renner ist.

    Entspanntes Hören, Frank


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