Thorens TD 126 MKIII verschiedene Bauzustände

  • Hallo ich hab da mal eine Frage zu den Bauzuständen vom Thorens TD 126 MKIII. Ich habe festgestellt, das es wohl verschiedene Bauzustände vom 126ger gibt. Bei einem sind die Symbole auf den Tasten, Subchassis mit Nextel beschichtet und Tonarmbrettschrauben als Inbus. Bei dem anderen sind die Tasten weiss und die Symbole auf der Frontabdeckung, Subchassis schwarz lackiert und Tonarmbrettschrauben mit einer Kappe abgedeckt. Zur Veranschaulichung hier 2 Fotos.


    Meine Frage:

    Hat es da einen Wechsel in den Bauzuständen gegeben?
    Wenn ja, Baujahr oder Seriennummer abhängig?

    Die Informationen von Thorens, auch die original Serviceanleitung, geben keine Auskunft.


    Habe hier auch schon die Suchfunktion bemüht, aber keine erschöpfend Auskunft bekommen.

    Für die Beantwortung schon mal besten Dank.


    Gruß Dirk

  • Hallo Dirk,

    die Bauteile bei Thorens wechselten fließend, so wie die Vorräte im Teileregal waren. Offiziell wurden die Zifferntasten mit MkIII eingeführt, die ersten MkIII hatte aber noch die Leuchtrahmentasten vom MkII. Nextel gab es schon immer in grau (beginnt bei Alterung zu kleben) und ab MkII auch in schwarz (recht beständig). Die Abdeckung der Tonarmbrettsschrauben oder "Blindschrauben" sind nicht von Thorens, sondern nachträglich. Bei Thorens gab es immer die anpolierten Inbusschrauben. Ab etwa 1981 war die Zarge neben schwarz-nextel und Nußbaum auch eine in Mahagoni-Furnier erhältlich, wo auch die Frontblende furniert war. Später gab es teils auch individuelle Sonderfurniere, in welchen hauptsächlich der 226 bestellbar war. So sah ich als Unikat auch mal einen MkIII in Kieferfurnier mit schwarzer Schrift. Standard war aber schwarz-nextel.
    Ab MkIII gab es die dicke Thorensmatte mit den zwei Eingriffrillen, die die dünne Matte vom einstigen TD125 MkII ablöste.


    Ab Seriennummer 47276 wurde die Schaltung geändert. Zum einen wegen der erhöhten IP-Sicherheit, wo offene Netzspannung im Gehäuse möglichst vermieden werden sollte, änderte man die Strobobeleuchtung von Netzglimmlampe (orangefarben) auf LED-Beleuchtung (rotfarben), die von der Sekundärseite versorgt wurde. Desweiteren eine neue Motorschaltung die statt einem Pabst- einen Valvomotor ansteuerte. Die Motoren sind aber kompatibel. Hinten bekam die neuere Serie ein aufmontiertes Anschlußterminal mit Cinchbuchsen. Jüngere Modelle davon hatten teils eine Vorbereitung zu Thorens VCM (Vacuummatte). Die Frontblenden änderten sich im Laufe der Zeit in drei Varianten, die aber nicht fix einer Seriennummer zugeordnet werden können, auch das Design der Knöpfe änderte sich ab MkIII auf Verzicht eines Gummiringes.

    Die letzte 126-Serie war der "Centennial" in besonderer Farbgebung und basierte auf MkIII.


  • Die letzte 126-Serie war der "Centennial" in besonderer Farbgebung und basierte auf MkIII.

    Und was ist mit dem TD 126 Mk IV?


    Edit: Frage hat sich erledigt, den gab es wohl parallel zum Mk III.

    No chains around my feet, but I'm not free...
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  • Hallo Captn Difool

    Wow besten Dank für die sehr ausführliche und erschöpfend Antwort.


    War mal auf deiner Webseite. Sehr professionell. Wäre kein Lockdown, würde ich mal ein Monat Praktikum bei dir machen.


    Vielen Dank nochmal.

    Gruß

    Dirk

  • Der MK IV muss auch ein strafferes Subchassis haben, war er doch für den Discotheken Betrieb gedacht. In der Doku "We call it Techno" sieht man auch wie im Frankfurter "Omen" damit aufgelegt wird.

    vriendelijke groeten aan de fatbike rijder :)

  • Das hier gab es z. B. alles in der Endverbraucher-Preisliste von 1982:


    TD 126 Mk. III ohne System DM 1098

    TD 126 Mk. III mit Stanton 680 EE DM 1198

    TD 126 Mk. III mit Stanton 681 EEE DM 1248

    TD 126 Mk. III mit Stanton 881 S DM 1398

    TD 126 Mk. III mit TPO 63 DM 1268

    TD 126 Mk. III mit TMC 63 DM 1448

    mit Vacuum-Ansauganlage VCM/ohne System DM 1998

    Schwarz, Mehrpeis f. Mahagoni u. Nussbaum DM 100



    TD 126 Mk. III ohne Tonarm (keine Liftsteuerung, keine Endabschaltelektronik)

    mit ungebohrtem Tonarmbrett DM 898

    mit Vacuum-Ansauganlage VCM DM 1848

    mit Tonarmbrett vorbereitet für SME DM 920

    mit Tonarmbrett vorbereitet für Dynavector DV 505 DM 968

    Schwarz, Mehrpeis f. Mahagoni u. Nussbaum DM 100



    TD 126 Mk. III mit SME 3009 Improved (incl. FD 200, elektr. Lift u. elektron. Endabschaltung)

    ohne System DM 1598

    mit Vacuum-Ansauganlage VCM DM 2498

    Schwarz, Mehrpeis f. Mahagoni u. Nussbaum DM 100



    TD 126 Mk. III mit SME Series III (incl. FD 200, elektr. Lift u. elektron. Endabschaltung)

    ohne System DM 1698

    mit Vacuum-Ansauganlage VCM DM 2598

    Schwarz, Mehrpeis f. Mahagoni u. Nussbaum DM 100



    TD 126 Mk. III Professional (incl. elektr. Lift u. elektron. Endabschaltung)

    Tonarm TP 29, Tondose TSD 15 DM 2198

    Tonarm TP 29, Tondose MCH I DM 2498

    Tonarm TP 29, Tondose TSD 15, VCM-Anlage DM 2998

    Tonarm TP 29, Tondose MCH I, VCM-Anlage DM 3498

    Schwarz, Mehrpeis f. Mahagoni u. Nussbaum DM 100



    TD 126 Mk. III mit Koshin GST 801 (incl. magnet. Dämpfung, elektr. Lift u. elektron. Endabschaltung)

    ohne System DM 2298

    mit Vacuum-Ansauganlage VCM DM 3098

    Schwarz, Mehrpeis f. Mahagoni u. Nussbaum DM 100



    TD 126 Mk. III mit Dynavector DV 505 (incl. elektr. Lift u. Aufsetzhilfe)

    ohne System DM 2998

    mit Vacuum-Ansauganlage VCM DM 3998

    Schwarz, Mehrpeis f. Mahagoni u. Nussbaum DM 100



    TD 126 Mk. IV mit TP 16 Mk. III (nur schwarz)

    ohne System DM 1348

  • Hallo Holger,


    es ist sehr schön die empfohlenen Endverbraucherpreise von vor fast 40 Jahren mal zu sehen.

    Da kann sich so manch einer hier eine Meinung zu den Fabelpreisen für zum Teil total veranzte Modelle, wie sie heute angeboten werden bilden.

  • Der MK IV muss auch ein strafferes Subchassis haben, war er doch für den Discotheken Betrieb gedacht. In der Doku "We call it Techno" sieht man auch wie im Frankfurter "Omen" damit aufgelegt wird.

    Nicht unbedingt. Aber bereits der MkII wurde während der Produktion des MkIII "unter der Hand" (also nicht im offiziellen Katalog) weiterhin als Discothekenversion angeboten. Er sah genauso aus wie der MkIII mit TP 16 MkIII, hatte aber Elektronik und Motor vom MkII alt. Dabei hatte die Rutschkupplung aber eine sehr starke Feder innen, so das die Rutschkupplung damit deaktiviert war und nur kurz der Riemen über das Pulley rutschte. Die Federung war normal und die brauchte man auch. Im "Dorian Gray" waren die TD 126 damals die einzigen Dreher, die dank der Federn die gewaltigen Bassvibrationen der Soundanlage stand hielten, selbst die 1210er sprangen alle weg...(weiß ich von einer ehemaligen Betriebsleiterin von dort). Ich habe/hatte zwei solche Exemplare des MkII, die nur zwei Seriennummern auseinander waren.

    Der MkIV entsprach den MkIII mit LED-Strobo, hatte das gleiche modernere Frontblendendesign und wieder nur die MkII-Elektronik samt Motor. Baugleich hatte das auch der TD127, nur mit verbreiterter Zarge, die sich an der rechten Seite des 226 orientierte. Hier war wie beim 226 die Tastenblende nicht schwarz eloxiert, sondern ausschließlich in Metallic-Grau lackiert und die Symbole nicht mehr auf der Front- sondern auf der Tastenblende direkt aufgebracht als Tampondruck in weiß.

  • Hallo André und Holger, danke für diese interessanten Informationen. Über die Entwicklung der Preise für gebrauchte 126er mag man denken wie man will, aber diese Preise bilden sich nicht im Kopf, sondern am Markt. Man kann kaum etwa dagegen tun, außer nicht zu kaufen, wenn es unangemessen teuer erscheint. Ein lebenswichtiges Produkt ist der 126 jedenfalls nicht. Dennoch freue ich mich darüber, dass bei mir 2 Stück 126 II ihren Dienst verrichten, die ich vor vielen Jahren noch zu relativ günstigen Preisen gebraucht und in recht gutem Zustand erwerben konnte. BG Konrad

  • Vielen Dank für die Antworten. Ich hab mal meine Thorense nach dem Typenschild untersucht. Hatte ich vorher gar nicht so drauf geachtet.


    Von 5 Thorense haben nur 2 ein Typenschild. Der 125 MKIII ohne Typenschild, ist seit Neukauf in unserem Haushalt. Kann mich nicht erinnern hier jemals eins gesehen zu haben.


    Dank eurer fachlichen Antworten, kann ich die verschiedenen Ausführungen schon mal besser unterscheiden.

    Besten Dank

    Gruß Dirk

  • Typenschilder ware bei 125/26 immer am hinteren/oberen Rand unter dem Plattenteller auf dem Schwingchassis. Aber der Seriennr. wie oben beschrieben, bei Umstellung auf die neue Schaltung gab es auch die Vorbereitung auf VCM. Ab da waren die Typenschilder auf der Rückseite der Zarge angebracht. Besonders auf dem grauen Nextel neigten die Typenschilder bei Alterung abzugehen. daher haben nicht mehr alle TDs das Schild.

  • Besten Dank

    Hatte nur auf der Rückseite der Zarge gesucht. Plattenteller abgenommen, und siehe da. Die anderen haben auch eine Seriennummer. Es scheint so, dass erst das Typenschild geklebt wurde, und darauf dann die fortlaufende Seriennummer. Innerhalb der Seriennummern kann ich keine Systematik erkennen. Etwa alle 126ger haben eine Nummer beginnend mit 5 oder so. Nur der 226 hat eine 11 und dann eine fortlaufende Nummer.


    Vielen Dank.

    Gruß

    Dirk B

  • es ist sehr schön die empfohlenen Endverbraucherpreise von vor fast 40 Jahren mal zu sehen.

    Und von vor 52 Jahren erst :D Passend zu Thorens und auch optional von Thorens sind ja immer SME-Tonarme angeboten worden.


    Wie teuer war in Deutschland ein Tonarm Shure-SME 3009 Series II im Jahre 1968 ???


    :meld:Er kostete genau 360,- DM



    (ich habe eine OVP, gestempelt mit 11. November 1968, Preis steht auf dem Aufkleber (Paillard-Bolex).

  • Also Spaß beiseite, die alten Preise sind interessant und man überlegt halt, ob man nicht sein damaliges Vermögen - falls vorhanden - in Gegenständen hätte anlegen sollen, die bis heute enorme Preissteigerungen erlebt haben, und zwar möglichst deutlich über die normale Entwicklung der Preise auf der Zeitachse hinaus. Dafür gibt es im HiFi-Bereich Beispiele, aber auch bei Autos, Motorrädern, Gemälden, Briefmarken usw.


    Die Kunst läge eben darin, die mittelfristige Entwicklung zu antizipieren und auf ein gutes, möglichst auf das beste Pferd zu setzen. Ich denke dass schon viele versucht haben, auf diese Weise reich zu werden. Einigen ist es vielleicht gelungen, viele andere haben sich verspekuliert und viel Geld eingebüßt. Ich bin jedenfalls froh, dass ich nicht zur zweiten Gruppe gehöre.

    BG Konrad