Platine Verdier - die Legende lebt

  • Ohne irgendeinen Hintergedanken: der Tonarm heißt Meursault, benannt nach einem Spitzen Weingut im Burgund

    Ob Ken Shindo die Weine alle probiert hat, nach denen er benannt hat? Einen Chateau Petrus würde ich auch mal verkosten ;)


    Grüße von Doc No

    "Das Volk hasst die Geniessenden wie ein Eunuch die Männer." Georg Büchner

  • Ohne irgendeinen Hintergedanken: der Tonarm heißt Meursault, benannt nach einem Spitzen Weingut im Burgund

    Hallo Matthias,


    Wein finde ich spannender als der gleichnamige Tonarm, daher eine Korrektur -- Meursault ist ein Weinort im Burgund, kein Weingut. Ein sehr gutes Weingut aus Meursault ist Comtes Lafon, und eine gute Lage in Meursault ist z.B. Les Charmes.


    Prosit!


    Joachim

  • Quote

    Gibts eigentlich einen Tonarm La nouvelle robe de l'empereur?

    nette Bezeichnung: La nouvelle robe de l'empereur!

    Des Kaisers neues Gewand!!

    -> Da gibt es sicher einen geeigneten Kandidaten!! Fragt doch mal den Rainer!!!!


    Anscheinend wird für die weiteren Diskussion ein Philosophie Studium benötigt.


    Hallo Tom,

    für die kleine Roiene fehlt noch das grüne LS Kabel. Das passt genau in den Kontext.


    LS Kabel grün.jpg


    Leider kann ich Dir mit den grünen Geräten nicht mehr dienen. Die Shindo Concertino wurde zu Ostern 2001 verkauft. ( Verflixt: Ist das schon so lange her! Wie die Zeit vergeht!!)

    Bin nicht zu Shindo aufgestiegen, sondern von Shindo zur Sun Audio SV-2A3 und der Phono SVPE-700CR abgestiegen.


    SV-2A3 und Phono passen ja noch ins Fächli unter die PV.


    viele Grüße,

    Christian

  • Hallo Joachim,


    Das Weingut Chateau de Meursault besteht seit Jahrhunderten, bekannt für seine 1er und Grand Crus...

    Aber ich schweife zu sehr ab...

  • Hallo Joachim,


    Das Weingut Chateau de Meursault besteht seit Jahrhunderten, bekannt für seine 1er und Grand Crus...

    Aber ich schweife zu sehr ab...

    Hallo Matthias,


    stimmt, in Meursault gibt es auch das Chateau de Meursault, das habe ich verdrängt (Lafon ist mir lieber).


    Sorry für die Abschweifungen (ich werde ab jetzt die Klappe halten ...).


    -- Joachim

  • Guten Abend in die weinselige Runde,

    Ob Ken Shindo die Weine alle probiert hat, nach denen er benannt hat?

    Nicht alle seine Geräte sind nach expliziten Weinen benannt. Einige, wie z.B. die/der Cortese schlicht nach einer Rebsorte oder die/der Claret nach der alten englischen Bezeichnung für roten Bordeaux. Ich vermute jedoch, daß Shindo in seinem Leben viele gute Tropfen genießen konnte.

    Einen Chateau Petrus würde ich auch mal verkosten

    Das Weingut heißt "Château Pétrus", der dort erzeugte Wein lediglich "Pétrus".


    bekannt für seine 1er und Grand Crus...

    Wobei die GC dieses Erzeugers nicht aus dem Meursault stammen, dort gibt es keine GC.

    Fraglich ob Shindo das Weingut oder das Anbaugebiet zum Namensgeber seines Tonarms auserkoren hat.


    Gruß,

    Marc

  • Ob Ken Shindo die Weine alle probiert hat, nach denen er benannt hat? Einen Chateau Petrus würde ich auch mal verkosten ;)

    Dazu hatte ich mal die Gelgenheit. Ja, er war sehr gut, aber mehr Erinnerung habe ich nicht mehr daran. Die Geschmackserinnerung ist weg. Und das Etikett hat was. Mein Schwager hatte die leere Flasche noch eine Zeit in der Küche als Dekoration stehen. War also auch für ihn auch eher eine Besonderheit.


    Oft gibt es ähnlich gute Weine für einen Batzen weniger Geld. Das habe ich bei einem Yquem mal selbst mitbekommen. Gibt es den auch bei Shindo?


    Ich mache mir nicht so viel aus so teuren Weinen. Solange ein Wein gut ist, ist es gut. Ein Wein ist für mich gut, wenn ich die Trauben vor mir sehen kann.


    Bekommt man als Hifihersteller keine Probleme, wenn man solche Namen verwendet?


    Ich stelle mir gerade den Plattenspieler Kröver Nacktarsch vor, oder die Endstufe Ürziger Gewürzgarten. Adele klingt auf dem Nacktarsch noch viel authentischer...

    Entspanntes Hören, Frank


    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Hallo,

    bitte bleibt beim Thema oder genießt einen Chateau Reibach vom Aldi! :meld:

    Wem danach ist, der darf gern einen Weinfaden in der Lounge eröffnen, aber hier geht es um PLATTENSPIELER!

    LG

    Ronny

    für die Moderation

    gewollt habe ich schon gemocht, gedurft haben sie mich nie gelassen

  • Hi


    Ich habe keine PV je gehabt, aber ein denkwürdiges Erlebnis mit Auditorium 23 und Herrn Aschenbrenner vor langer langer Zeit, das ich hier zum Besten geben will.

    Durch ein Abonnement der Zeitschrift "Das Ohr" wurde ich immer wieder von Klaus Renner und G. Willimzig auf dieses sagenumwobene geheimnisvolle Laufwerk PLATINE VERDIER gestoßen. Auch der Name Aschenbrenner und sein Geschäft Auditorium 23 tauchten häufig auf.


    An einem Oktobertag so um 1993 besuchten meine damalige Frau und ich Frankfurt und das Staedel-Museum. Nach Abschluss des Kunstgenusses hatte ich den Plan ohne Voranmeldung, ohne "Zielgerät", nur mit einem Packen LPs bewaffnet das Auditorium 23 zu besuchen. Es dämmerte schon, als wir das kleine Eckgeschäft fanden. Verschlossen. Aber Licht drin. Wir klopften und ein kleiner Mann mit etwas indifferenter Miene öffnete.

    Ich stammelte etwas von "Mal vorbeischauen" und "Platine Verdier" und er ließ uns ein. Ich vermute stark, dass für diesen Einlass und sein späteres einmaliges und enthusiasmiertes Verhalten meine damalige Frau ausschlaggebend war. Sie war damals Mitte 30 und wirklich außergewöhnlich gutaussehend und charmant, Typ südländische Schönheit :) Wir durften an der Wandseite seines mit Verlaub vollgestopften Ladens Platz nehmen und da stand sie, das Monument Platine Verdier. Ich kannte mich damals gar nicht mit derartigen Konstrukten, SPU etc aus, hatte einen LP 12 und war Linn-Jünger. Noch viel phänomenaler waren die Lautsprecher: 2 Kühlschrankgroße Geräte, deren große Basschassis wie die Öffnungen einer Waschmaschine aussahen, wie mir meine Frau zutuschelte. Darüber noch ein Hornelement, so ähnlich wie bei einem Klipschorn. Und dann gings los. Eine Stunde wurden alle möglichen Platten aufgelegt und es war gut. Es war sehr gut. Meine Ex-Frau spielt Konzertgitarre, E-Bass, Konzertflöte und Saxophon. Sie ließ das einfließen und Herr Aschenbrenner wurde immer begeisterter. Dann so gegen 5, es war draußen dunkel, sagte er, er müsse noch was erledigen und komme in einer 3/4 Stunde wieder, wir könnten, jetzt allein Platten hören. Er drückte uns den Ladenschlüssel in die Hand (!)und verschwand. Wir waren sprachlos. Ich weiß nicht mehr, ob es die PV war oder ein anderer Dreher, den er auch dastehen hatte jedenfalls konnte ich problemlos Platten auflegen. Der Sound war groß, druckvoll und "echt". Nach einer 3/4 Stunde kam er tatsächlich. Wir bedankten uns für den in jeder Hinsicht außergewöhnlichen und aufschlussreichen Nachmittag und verabschiedeten uns in freundlicher Atmosphäre. Ohne etwas zu kaufen.


    Ich halte so ein Verhalten wie von Herrn Aschenbrenner für ziemlich einmalig in der Händler-Szene. Ich halte ihn für absolut aufrichtig und überzeugt von seinen Sachen. Wenn man durch eigenen Eindruck seine Urteile über seine Geräte teilen kann, ist man sicher in besten Händen bei ihm.


    Gruß

    Costa


    Ach ja:

    eine NPV wäre auch noch etwas, was mein finales Analog-Interesse wecken könnte

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    Edited once, last by Costa ().

  • Solo für Keith

    Im Telefonbuch verbirgt sich das Objekt meiner Hörbegierde unter dem schlichten Eintrag "Aschenbrenner, Keith", ohne näheren Hinweis auf das Gewerbe des Besagten. Nachdem sich der Inhaber persönlich am anderen Ende der Leitung meldete, trage ich ihm mein Leid vor. Irgendwie stelle mich meine Anlage nicht mehr zufrieden. Bei der Erwähnung meiner einst mit viel Herzblut ausgesuchten Infinity-Accuphase-Philips-Anlage spüre ich fast körperlich, wie der Meister am Telefonhörer zusammenzuckt. Ein wenig Trost kann ich Aschenbrenner mit der Erwähnung meines Thorens TD 160-Laufwerks spenden, das mit seinem SME-Tonarm und dem Ortofon-Tonabnehmer immer noch fleißig in Betrieb sei.

    Gleich im Anschluß an die Frage nach der Einrichtung des Hörraums outet sich Aschenbrenner unzweideutig als eingefleischter Analogie, der von der digitalen Wiedergabe herzlich wenig angetan sei. Bereits vor Jahren sei man im übrigen darauf gekommen, daß die einzig erstrebenswerte Art der Verstärkung des Eingangssignals ein Trioden-Röhrenverstärker sei, dem gerade kürzlich eine renommierte Fachzeitschrift die HiFi-Tauglichkeit abgesprochen habe, da er noch nicht einmal den Mindestanforderungen der DIN genüge tue. Die geringen Ausgangsleistungen dieser Verstärker-Dinosaurier und ihre Schwierigkeiten im Umgang mit niedrigen Impedanzen führten dann wiederum zwangsläufig zu Hornlautsprechern, die in der Lage seien, mit den glimmenden Röhren fertig zu werden. Meinen leisen Einwand nach möglichen Verfärbungen bei den Hörnern deklarierte Aschenbrenner zum gängigen Vorurteil, dem nur durch ausgiebige Hörsitzungen beizukommen sei.

    Bewaffnet mit einem Riesenstapel meiner Lieblings-LPs und deren CD-Pendants, sowie einigen Silberscheiben, deren Klang auf der Heimanlage ich in-und-auswendig kenne, mache ich mich auf den Weg zur angegebenen Adresse im Frankfurter Stadtteil mit der hohen Ausländerquote. Praktischerweise hat sich eine der Mega-HiFi-Ketten einschließlich üppigem Parkhaus ganz in der Nähe von Aschenbrenner angesiedelt, so daß mir zumindest das übliche Strafmandat wegen Falschparkens erspart bleibt. Die verschlossene Ladentür des ortstypischen alten Gründerzeithauses verlangt nach dem Einsatz der Klingel, aber nachdem Aschenbrenner mir dann geöffnet hat, präsentiert sich das Studio als wirkliche Oase der Ruhe. In einem etwa 30 qm großen Hörraum ist die Anlage für unsere Sitzung bereits präpariert. Das Ganze wird übrigens am Ende runde drei Stunden dauern und während der gesamten Zeit stören uns weder andere Kunden noch die Klingel oder das Telefon.

    Aschenbrenner weiß von meiner Vorliebe für Klassik und so legt er ohne große Vorreden eine schwarze Scheibe mit Tschaikowskys Violinkonzert auf den Plattenteller. Auf der schon etwas angejahrten Aufnahme des russischen Labels Melodya spielt Igor Oistrach den Solopart und sein Vater David dirigiert. Was da aus den beiden Ungetümen vor mir, die entfernt einer Chippendale-Kommode ähneln, in den Raum entlassen wird, verblüfft mich. Die Solovioline klingt seidenweich, die massiven Streicher unaufdringlich, das Blech so schmetternd, wie es klingen muß. So gehen Aschenbrenner und ich schließlich LP für LP durch, mal aus seinem Stapel, mal aus meinem Vorrat, immer schön 10 bis 15 Minuten pro Stück, und ganz langsam formt sich die Meinung über die Anlage. Der Meister kommentiert sehr sparsam, äußert sich nicht zu Aufnahmen, die er nicht kennt und verliert kein Wort über die Kette, die er für mich präpariert hat.

    Klar ist, daß die Anlage ungemein ehrlich und, entgegen manchen Vorurteilen über die Klangcharakteristik von Hornlautsprechern, überhaupt nicht schönfärberisch klingt.

    Schließlich gibt Aschenbrenner auch noch meinem Drängen nach einem Vergleich zwischen CD und LP nach, und wir hören in der direkten Gegenüberstellung das Beethovensche Violinkonzert mit Arthur Grumiaux und Colin Davis. Ganz klar, der Unterschied ist hörbar und der Vergleich fällt zugunsten der LP aus. Hier wird sie deutlich, die früher oft zitierte Kühle der Silberscheibe. Aber ganz klar, mit dieser Anlage würde ich zu Hause mit Freuden auch meine CDs hören. Aschenbrenner verblüfft mich auch noch mit einer weiteren Demonstration. Bei laufender LP stöpselt er zunächst den CD-Spieler von der Vorstufe ab und dann wieder an. Ein kleiner aber feiner Unterschied wird auch hier hörbar. Ohne angeschlossenen CD-Spieler klingt auch die LP etwas besser.

    Ganz zum Schluß unserer langen und kurzweiligen Hörsitzung kommen wir dann auch noch zu den harten Fakten. Womit haben wir denn eigentlich gehört? Die Röhrenelektronik mit der feinen, wertigen Optik kam aus dem Hause Shindo Laboratory des Japaners Ken Shindo und bestand aus der Vorstufe Catherine und der Doppel-Mono-Endstufe Talbot. Als analoge Quelle diente das Laufwerk Platine Verdier aus Frankreich, bestückt mit einem langen Arm und einem System ebenfalls aus dem Hause Shindo ebenso wie die riesigen Lautsprecher Latour. Kein billiges Vergnügen also, aber wo gibt es mehr Hörerlebnis für´s Geld?

    Für mein eher bescheidenes Budget kann mir das Auditorium 23 aber auch Trost bieten. Einsteigern wird ein Uchida Endverstärker-Kit empfohlen. Zusammen mit dem Bausatz-Lautsprecher Triangle TQWT und einem guten preiswerten CD-Spieler, der direkt an die Uchida angeschlossen wird, kann man so schon relativ preisgünstig seine Silberscheiben genießen. Dazu dann noch das Vorstufen-Kit Claret von Shindo und ein gutes Analoglaufwerk, wie z.B. der Rega Planar 3 mit Denon Tonabnehmer, und schon hätte ich für mein Budget etwas Feines gehabt.

    Über meine finanziellen Resourcen machte sich Aschenbrenner allerdings wohl am allerwenigsten Gedanken. Er schien nämlich keineswegs darauf aus zu sein, mir etwas verkaufen zu wollen. Wir trennten uns mit der Vereinbarung, daß ich mit dem Höreindruck aus dem Studio nach Hause gehen solle, um meine eigene Anlage noch einmal ausgiebig zu vergleichen. Wenn ich wollte, könne ich gerne noch einmal zum Hören wiederkommen. Dann könne man ja auch andere, preiswertere Ketten einmal im Vergleich hören. Ganz langsam werde sich dann eine Meinung über den Wert oder Unwert des Angebots von Auditorium 23 bilden. Mein Mund muß meilenweit offengestanden haben, als ich das gastfreundliche Studio verließ. Und das lag sicher nicht nur an meinem Hunger.

    Keith Aschenbrenner ist wirklich eine Institution. Wer sich leid an Allerweltskost gehört hat und das Besondere sucht, findet in ihm einen kompetenten, fairen und musikbegeisterten Berater und Partner.