Verzerrung im Hochton durch Tonabnehmer oder schlechte Pressung?

  • BILL Evans - At the Montreux Jazz Festival, Verve MV 2064

    Recorded live am 15.6.1968, Casino de Montreux

    RI Japan by Polydor K.K. KL 7310



    Das ist ebenfalls eine sehr gute Aufnahme. Die Klang-Qualität des Pianos ist vergleichbar gut mit der "Waltz for Debby".

    Auf der ersten Platten Seite ist allerdings der Bass etwas schlank aufgenommen.

    Die Räumlichkeit einer Club - Atmosphäre wie im Village Vanguard ist hier nicht so gegeben.


    Christoph,

    Ich hoffe, ich konnte dir einen Klangeindruck der Bill Evans Platten nahe bringen. Evtl. hilft es dir bei deiner Problemlösung.


    LG Hubert



    Gruß
    Hubert

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  • Hallo,

    Das heißt, die Aerila zerrt, auch wenn der Tonabnehmer korrekt justiert ist? Sprich: es liegt in diesem Fall nicht am System, sondern an der Pressung?

    damals, als die Aerial rausgekommen ist, gab es wohl einige Chargen, die mit dem besten Willen nicht sauber abzutasten waren. Der entsprechende Thread von 2005 ist noch im Forum zu finden. EMI hat das eingeräumt und ein Tauschangebot gegen andere Produkte angeboten. Ich habe damals eine andere Platte aus dem Angebot bekommen, die zerrende Aerial aber auch wieder zurückbekommen.

    Heute wollte ich es nochmal wissen. Ich habe meine seit bestimmt 10 Jahren nicht mehr aufgelegt. Heute habe ich sie am Stück durchgehört und keinerlei Verzerrungen mehr wahrgenommen. Entweder sie hat die Zeit zum Reifen gebraucht 8o oder es lag an Justierung und System (Ortofon SPU Classic N E am Schick-Arm mit entsprechender Auflagekraft). Würde auch zu Detlefs Erfahrungen passen.


    Viele Grüße


    Frank

  • Danke Hubert für deine Höreindrücke und die ausführlichen Beschreibungen. Danke, dass du auf verschiedene Platten eingegangen bist. Das hilft mir erheblich.


    Darüberhinaus gute Idee: Ich lasse die besagte Platte mal von einem Nachbarn mit Erfahrung durchhören. Wer weiß, was ich hier vorliegen habe.


    Der Tonabnehmer ist quasi neu. Da dürfte nichts verkrustet sein. Staub: ja, der Rega Planar hat kein Erdungskabel, das zum Phonopre läuft. Wenn ich es richtig verstanden habe, dürfte das System zur statischen Aufladung tendieren. Staub sehe ich leider regelmäßig an der Nadel. Allerdings höre ich die Verzerrung auch nach der Reinigung.


    Stand jetzt: es spricht viel für eine Kombi aus den beiden genannten Gründen: die Pressung/Aufnahme und der mutmaßlich nicht ideal feinjustierte Tonabnehmer.
    Ich bleibe dran.


    Danke für Eure Tipps.
    Dazu noch eine vertiefende Frage: Ich habe mir ein Anleitungsvideo zur Schön-Schablone angesehen. Hier im Thread wurde gesagt, dass es letztlich um Einstellungen im Mikrometer-Bereich geht. Da erscheint mir das wirklich exakte Einstellen mit parallelen Linien per Augenmaß etwas fehleranfällig. Klar, ich sehe, ob die Messlinien parallel laufen. Aber winzige Abweichungen sind doch so kaum (gar nicht) zu ermitteln oder? Kann man da überhaupt die winzigsten Justagen vornehmen? Einmal pusten, damit sich das System im Mikrobereich bewegt?

    Auf der anderen Seite wird das ja offenbar seit Jahrzehnten genauso gemacht.

    Für einen Anfänger erscheint mir die Justage sehr kompliziert (Achse genau ausrichten, Plattenteller nicht mehr bewegen, Nadel genau auflegen, Schrauben lösen, den Tonabnehmer nur drehen, Schrauben wieder fest - wobei sich da wieder was im Kleinstbereich verschieben kann - dann nächsten Messpunkt ansteuern, hier aber das Tonabnehmersystem nur schieben.....) mit anderen Worten: ist es nicht unheimlich schwer, das System exakt einzustellen? Wie groß sind die Auswirkungen, wenn ich das System sehr gut, aber nicht super-exakt eingestellt habe? (Position des Diamanten in der Rille, Winkel usw.)


    Insbesondere zu Themenfrage ist das ja sehr interessant, dass bei einem anderen System oder einer veränderten Feinabstimmung plötzlich Verzerrungen nicht mehr auftreten.


    Ich kann noch nicht sicher sagen, ob ich mit meinen Eingriffen überhaupt etwas sinnvoll ändere, verbessere, verschlimmbessere oder ob es schlicht an der Platte liegt und mit meinem derzeitigen System einfach eben nun mal so klingt (weil es technisch in dieser Abstimmung, Kette) einfach nicht anders klingen kann.

  • Wenn Du das System gut eingestellt hast ist das schon die halbe Miete, meiner Meinung nach. 100% exakt ist eh kaum möglich.

    Am Ende kommt es wohl auch immer ein wenig auf den TA bzw den Nadelschliff an.

    Je schärfer der Schliff umso mehr Sorgfalt benötigt die Justage des TA.


    Hauptsache Du bist jetzt erstmal ein gutes Stück weiter gekommen und kannst Deinem System wieder mehr vertrauen und somit entspannt Musik hören 8)


    Viele Grüße

    René

  • Hier im Thread wurde gesagt, dass es letztlich um Einstellungen im Mikrometer-Bereich geht.

    1Mikrometer ist 0,001 mm. Hat das hier echt jemand behauptet? Der justiert dann mit dem Elektronenmikroskop, oder was... ^^



    Ich justiere schon lange nicht mehr mit der Schön-Schablone. Bei mir ist eine Feickert im Einsatz, die funktioniert wesentlich einfacher und narrensicher.

    Jeder Mensch ist ein Abgrund; es schwindelt einem, wenn man hinabsieht.

  • Für einen Anfänger erscheint mir die Justage sehr kompliziert

    Das scheint nur so- wenn man die Anleitung von Schön befolgt. Die ist nämlich bewusst darauf ausgelegt, den Vorgang möglichst kompliziert erscheinen zu lassen, um den Preis für die Schablone zu rechtfertigen.


    Wirlich benötigt werden nur die zwei Nullpunkte der Schön-Geometrie auf einem kostenlosen Stück Papier.

    Die Einstellung sollte zwar sorgfältig durchgeführt werden, aber sonderlich kompliziert ist sie nicht.

    Hier im Thread wurde gesagt, dass es letztlich um Einstellungen im Mikrometer-Bereich geht.

    Falls das wirklich jemand gesagt hat (?), wars Unsinn. Parallelität zu den Gitterlinien mit Abweichung von max ca 1° genügt.

    Gruß

    Juergen1

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