Analogmüde? Kennt Ihr das auch?

  • ... 'ne Analog-Foren-Müdigkeit kann auch immer mal wieder kommen. Da hatte ich auch schon jahrelange Pausen.


    Ich hoffe es jedenfalls. Seit Corona hat die Online-Zeit am PC nämlich maßlos überhand genommen

    Mit freundlichen Grüßen aus Görlitz, Jo

  • die Musik meiner Jugend höre ich heute nicht mehr


    Ganz anders,


    habe sogar die frühen Sachen irgendwann in einer Phase, "die Wiederherstellung der Identität" genannt, alles nachgekauft, weil verschwunden und höre gerne laut im Sommer auch die alten Sachen. Das geht nur sehr laut und mit Summertime.

  • Gut, dass wir verschieden sind!

    So ist es...

    'ne Analog-Foren-Müdigkeit kann auch immer mal wieder kommen. Da hatte ich auch schon jahrelange Pausen.

    Die hatte ich tatsächlich noch nie.

    Ich habe vieles der damaligen Zeit aber auch erst in den letzten 13 Jahren erstmals- oder wiederentdeckt.

    Ich höre auch überwiegend Material aus den 60er und 70er Jahren, bei mir ist der Rock/Pop Bereich aber vollkommen obsolet und der macht nahezu 75% meiner Sammlung aus.

  • Das geht nur sehr laut und mit Summertime.

    Stimmt (durchhalten bis die blöde Werbung vorbei ist, dann Kees' Ratschlag folgen)

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  • Das Ganze ist ja vielschichtig.


    Hardware: Teil des Findens war ja das Suchen in der Vergangenheit. Damit ich heute weiß, was ich persönlich will und brauche, habe ich auch ein paar Versuche und Fehlgriffe machen müssen.


    Aber das Ergebnis ist eine Reduzierung der Geräte. Ich habe keine Lust mehr auf so viele Geräte und möchte so wenig wie möglich. Ich bin in dieser Hinsicht schon irgendwie gelangweilt, ich möchte einfach nicht weiter ausprobieren. Hier bin ich müde (aber man könnte das auch positiver formulieren ;) ).


    Musik: Ja, ich höre heute vorrangig eine andere Musik. Aber vieles, was ich in meiner Jugend nicht gehört habe, interessiert mich heute. Ich höre mir vieles an und dabei gibt es fast keine Grenzen mehr. Für mich ist die Entwicklung mehr der Blick über den Tellerrand, ohne dass die alte Musik verschwunden ist. Ich bin da nicht müde geworden, im Gegenteil. Früher als ich eine bestimmte Art von Musik gehört habe, da war ich irgendwann müde und gelangweilt, jetzt habe ich großes Interesse. Hier bin ich nicht müde.


    Software: Da ist mittlerweile neben der LP das Streaming sehr wichtig für mich. Ich kann damit Musik "an"hören, die ich nicht kenne, oder hören, die ich nicht in der Sammlung habe.


    Sammlung ist dabei für mich nicht negativ belegt, weil Sammlung ja nicht nur haben und in ein "Briefmarkenalbum"/Regal einpflegen bedeutet, sondern eben auch die Nutzung also das Abspielen. Dabei ist das Thema Sammlung z.B. weil das Cover toll ist oder eine seltene/gute Pressung natürlich auch ein solches. Hier bin ich auch nicht müde.


    Wenn ich das also zusammenfasse, dann habe ich für mich realisiert, dass das ewige Suchen nach dem Höher, Schneller, Weiter mich langweilt, andererseits war der Weg für mich jedenfalls Voraussetzung dafür. Die Musik interessiert mich mehr den je.


    Was würde sich eigentlich ändern, wenn ich Klangunterschiede plötzlich messen könnte, obwohl ich sie bisher nie gehört habe?


    Just Listen

  • ähem, Michael, bist du dir da ganz sicher? ;)

    Ich bin zwar nicht Michael, aber ich antworte trotzdem. Ich kann es nachvollziehen, zumindest glaube ich das. Irgend wann hat man keine Lust an "Jugend forscht" mehr. Das ständige hin und her nimmt viel Zeit ein und es kommen andere Dinge in den Vordergrund. Es ist einem "plötzlich" nicht mehr so "wichtig". Und das kann sehr lange dann so sein, mehrere Jahre, vielleicht auch für immer? Weiss ich nicht. Bei mir war es so. Jetzt macht mir es wieder Spass, allerdings ist es nicht so exzessiv wie früher. Das ist ähnlich wie mit dem Computer. Was habe ich da früher zusammengebaut, wieder auseinander genommen, neue Teile eingebaut, Software hin und her installiert. Das macht mir heute keinen Spass mehr, das Zeug hat einfach zu funktionieren! So ist es mehr oder weniger auch mit dem Audio-Zeuchs - ich möchte jetzt Musik hören. Die Technik ist Mittel zum Zweck. Hin und wieder wird was Ausprobiert - neue Nadel, ein Puck usw. - aber das hält sich i n Grenzen. Der "Zwang" immer etwas mehr herauskitzeln ist nicht mehr da. Und ganz ehrlich, die Technik ist so weit fortgeschritten, dass man mit sehr wenig sehr gut Musik hören kann.

    Das muss natürlich nicht bei jedem so sein, zum Glück sind wir alle unterschiedlich. Man kann also keine pauschale "Empfehlung" aussprechen. Das muss jeder für sich entscheiden. Aber wenn die Sachen weg sind, sind sie weg!

  • Die Platten würde ich behalten, vielleicht etwas ausmisten, straffen, okay. Bei der Anlage plädiere ich für etwas kleines, feines, edles. Ein paar gute Aktivlautsprecher, Vorverstärker und coolen Plattenspieler an dem Ort wo ich am liebsten ungestört Musik höre. Eine zweit-, dritt-, und Schlafzimmeranlage habe ich nie verstanden!

    Grundsätzlich sollte man sich im Leben immer wieder Gedanken machen ob man zu viel Ballast an Bord hat. Ausmisten befreit. Und noch ein Tipp, kaufe Platten im Plattenladen und nicht im Versandhandel. Der Austausch mit den Leuten im Laden finde ich unersetzlich, jedenfalls hier in Zürich!

    Markus

  • Ein schöner Thread, auch ich straffe und reduziere gerade meine Musiksammlung erheblich. Die Masse an Platten erschlägt mich. Außerdem will ich die Sammlung aufpimpen hinsichtlich größerer Vielfalt und Qualität...

    No Guru,No Method,No Teacher.............

  • Ja, da habe ich auch schon drüber nachgedacht, also Platten abzugeben, die meinen Musikgeschmack gar nicht mehr treffen und die ich im Zweifel auch nicht mehr anhören werde.


    Aber da kommt eben - unabhängig von der Sortierung ;) - der autobiographische Aspekt rein. :D Mit jeder Platte verbinde ich etwas.


    Zugegebenermaßen gibt es auch ein paar Platten, die diesen Mindeststandard nicht erfüllen. Die werde ich vielleicht demnächst mal aussortieren, obwohl ich den Aufwand scheue.


    Was würde sich eigentlich ändern, wenn ich Klangunterschiede plötzlich messen könnte, obwohl ich sie bisher nie gehört habe?


    Just Listen

  • Moin!


    Durch meinen Spieltrieb stolpere ich da oft so rein in Situationen, wo am Ende zuviel Kram herumsteht.


    Das kollidiert dann wiederum schmerzhaft mit meinem Ordnungstrieb. Ich hasse unübersichtliche vollgestopfte Räume.


    Konkret jetzt wieder so: Habe ja sehr gute große Standlautsprecher. Trotzdem habe ich mir wieder Breitbänder zum Probieren gekauft, die auch große Gehäuse benötigen. Wenn ich die neben den anderen aufstelle sieht das nicht gut aus und wird irgendwie zu eng. Einen gut klimatisierten Lagerraum habe ich nicht... :/

    Mit freundlichen Grüßen aus Görlitz, Jo

  • So richtig müde bin ich nicht, aber ich brenne auch nicht mehr dafür.

    Kaufe in letzter Zeit wenig bis keine Platten und höre auch öfter über Streaming.


    Aussortieren könnte ich auch, da einiges im Regal steht was ich nicht mehr höre oder nie hörte da von Dritten. Den Nerv das zu katalogisieren und versenden habe ich allerdings nicht. Maximale Aktion die Kisten zum Second Hand zu tragen.


    Grüße Chris

  • Ich kann Geralds Situation sehr gut nachempfinden. Früher hatte ich auch tausend verschiedene Kabel und Komponenten und Tuning-Gedöns ausprobiert und verglichen. Ich habe aber eine sehr gute Anlage, die fast unverändert seit 10 Jahren hier spielt. Analog und Digitale Schiene beides auf Augenhöhe. Nichtsdestotrotz finde ich es manchmal zu mühsam Platten rauszukramen und aufzulegen. Dann streame ich von meinem MacBook auf meine La Rosita oder suche mir tatsächlich mal eine CD raus.


    Und Kabel hören und vergleichen? Nein, das mache ich nicht mehr.


    Über Downsizing habe ich auch schon nachgedacht. Aber da stehen die Kosten zum Nutzen in einem Missverhältnis. Denn ich will auf keinen Fall klanglich einen Rückschritt machen. Und da ich ein separates Zimmer (welches leider mit 20 qm zu klein ist, aber ist nicht irgendwie jeder Raum zu klein? ;-)) habe, muss ich auch nichts rauswerfen.


    Die Plattensammlung stellt mich immer wieder vor größere Raumprobleme. Ich habe bald echt keinen Platz mehr. Ich hatte auch schonmal drüber nachgedacht alles zu verkaufen, aber 1. habe ich sehr viele teure Raritäten, die einzeln verkauft werden müssten und 2. wäre das eine Lebensaufgabe. Daher suche ich vereinzelt Dubletten raus und verkaufe diese - oder eben Sachen, die ich nicht mehr brauche. Und das nimmt schon genügend Zeit in Anspruch. Aber ich habe für mich entschieden, dass ich die Plattensammlung als solches NICHT auflösen werde, da man diese Sachen nie wieder zusammen bekommt. Und will man dann als Trost Spotify hören? Nein! Auch wenn ich mir zu oben widerspreche (weil ich manchmal zu faul bin) geht nichts über das haptische Vergnügen, eine Platte rauszusuchen, diese aufzulegen und zu genießen.


    Also mein Rat an den Threadersteller: Anlage kann man verkaufen und sich eine kleines feines Hörgeraffel zulegen aber Finger weg von der Plattensammlung - jedenfalls den raren Platten, die man nie wieder bekommt. Zugegebenermaßen sind 6000 Stück schon eine Ansage, da können bestimmt 1000 bis 2000 weg, die man nicht vermisst - sage ich mal so in meinem jugendlichen Leichtsinn. Ich habe über 2000 Vinyle und in etwas das gleiche an CDs - das geht noch.


    Gruß,

    Andreas

  • bist du dir da ganz sicher? ;)

    Ja. :D


    Bei mir kommen noch relativ kurzfristig die letzten beiden Updates meines LP12, dann bin ich da durch. Es sei den Ivor von Glasgow ordnet bei einer "schwarzen Messe" etwas anderes an* :D:D:D , Verstärker - done, Lautsprecher - done.


    Gegebenenfalls mache ich irgendwann noch etwas beim Digitalzweig, da ist es bei mir ja wirklich rudimentär, aber ansonsten... ;)


    *PS: Dieses Risiko besteht nächstes Jahr zur 50th. Anniversary ja durchaus und realistisch. :wacko:=O;)


    Was würde sich eigentlich ändern, wenn ich Klangunterschiede plötzlich messen könnte, obwohl ich sie bisher nie gehört habe?


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  • Interessen verschieben sich - das wurde schon richtig gesagt. Alles auf einmal zu verkaufen, würde ich auch für überstürzt halten. Man kann aber in jedem Fall damit beginnen, die LPs etwas auszusortieren und die Sammlung auszudünnen. Gerade in deiner Phase entscheidet man hier wunderbar rational - was kann wirklich weg und was behalte ich lieber noch.

    Der Tipp basiert zumindest auf eigener Erfahrung. Ich nutze solche Phasen des Desinteresses immer zum Aussortieren. Von meinen Blu-Rays sind keine 20stk mehr übrig geblieben - von knapp 300. Platten sind natürlich deutlich rarer aber auch hier pflüg ich immer mal wieder durch. So entwickelt sich bei mir kein Gefühl Ballast zu besitzen und ich kann mein Geraffel guten Gewissens stehen lassen, auch wenn ich mal keine Lust darauf habe.


    Viele Grüße,
    Sebastian

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  • Bei mir ist es ganz anders - gerade in Zeiten wie diese, kann ich bei Schallplatten so richtig entspannen.


    Gruß


    Andries

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  • Hey,


    ...Hobbies machen oft dann keinen Spaß mehr, wenn sie mit verfügbaren Mitteln bis zum Perfektionismus ausgereizt werden. Ich kenne da viele Parallelen bei den Gitarristen...all die bornierten Gitarrensammler die mit der 5. Customshop Les Paul und 10. Fender Historic Auflage mit Tonnen handgebauten oder Vintage Amps zuhause sitzen und im Netz über Quellen für 50 Jahre alte Röhren oder 60 Jahre altes Magnetmaterial für Pickups palavern...also: ihr seid nicht alleine!


    Die ersten 100 Platten mit dem Dual damals und den Heco Boxen machten viele glücklicher als die letzten 500 mit dem Masselaufwerk mit 3 Tonarmen...


    Mein Tipp: andere Lebens-Fixpunkte suchen, dem Thema die Wichtigkeit nehmen.

    Ne gute Anlage haben ohne "Materialschlacht" und die wichtigsten 500 Platten und 200 CDs griffbereit aber nicht überdominant platzieren und: anderes tun!


    Und plötzlich macht es wieder nen riesen Spaß doch ab und zu mal ne schöne Platte aufzulegen...weil es dann eben wieder das schöne Sahnehäubchen ist und kein ermüdender Zwang.


    Gruß,

    Bernie

    Musikmaschinen: Pro-Ject Xtension 10 / Benz ACE SL, Aikido MC Preamp, Sony CDP-XA555ES+Breeze Audio DAC, Musical, Fidelity M5si, "Leggiera" von Thomas Schmidt, Meridian Sub - Dauertinnitus wegen Rock`n Roll^^

  • Ich könnt' auch nur einen Like vergeben aber ich muss es schreiben:

    Alles richtig, Bernie! Klasse Post.

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