Vollverstärker - "neutral", Transistor, mind. 80 Watt an 8 Ohm

  • Audionet ist sicherlich eine Überlegung Wert, aus eigener Erfahrung mit Geräten des Herstellers


    AVM wäre ebenfalls eine Überlegung Wert, auch aus eigener Erfahrung


    Positiv Überrascht hat mich auch Primare Verstärker, aktuell für zweite Anlage in Betrieb


    Grüße

  • Stimmt Primare wäre durchaus eine Alternative. Aber warum Geräte vom anderen Ende der Welt kaufen ;) ?

    --- Ich höre hiermit und zwar das.

    Es gilt wie immer: das ist meine Meinung. Sie muss deshalb weder für andere passen noch erhebt sie Anspruch absolute Wahrheit zu sein.

  • Ich las dazu gerade folgenden Claim:

    Primare: Verstärker inspiriert von der Einfachheit und Effizienz der Natur

    Auch andere Schlagzeilen von heute lassen mich zur Ansicht kommen, dass die Welt da draußen immer bekloppter wird.

    LG, Jo

  • Und mittendrin sitzen wir, in der bekloppten Welt, und zermattern uns den Kopf wegen Klang


    Besser wärs es oft, wenn schon wie die meisten hier gute Anlagen haben, sich der Musik zu widmen, sich zurücklehnen und geniessen


    Aber der Kopf....... Immer auf der Suche..... Nach.....



    Grüße

  • Stimmt, T&A


    Weil wir gerade so dabei sind


    Wenn man mal so schaut, hat Deutschland in den Sektors einiges zu bieten was gute Geräte zur Musikwiedergabe betrifft, vielleicht mehr als viele andere Länder


    Ob Maschinenbau, Medizintechnik......... Da geht schon, (noch) was


    Nur meine Bescheidene Meinung


    PS, finde ich das die Japaner in unsere Geschmacksrichtung hören und bauen, was mir meine Japanischen Arbeitskollegen bestätigen


    Grüße

  • == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • eine - wie ich finde - gute Möglichkeit ist es, eine Endstufe ohne Vorverstärker einzusetzen. Dazu baut man in die Endstufe einen IR Lautstärkeregler ein wie den WL028N.

    Das hat im Gegensatz zu passiven Vorstufen den Vorteil, keine Cinch-Leitungen hinter der Lautstärkeregelung einsetzen zu müssen.

    Ein Bekannter hat das gemacht bei der Aleph "0" (zweifach, jedoch mit einem IR Receiver-Auge) und ein anderer bei einer sehr alten ES200 von Audiolabor - beide sind sehr zufrieden.

    Man braucht dann aber noch eine Quellenwahl (Input select) z. B. von Dodocus - das ist leider ein klarer Nachteil im Hinblick auf wenige Geräte.

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • Hallo in die Runde.

    Sicher gibt es Klangunterschiede bei Verstärkern. Bei Lautsprechern sind sie aber viel gravierender.

    Kleines Beispiel. Rotel sind eher warm abgestimmt, kommt dann noch eine Box dazu die auch zur Wärme tendiert, dann noch ein Tonabnehmer der nicht analytisch ist, ja, dann hat man das, was nicht aus den Quark kommt.

    Will sagen, ein Verstärker der wirklich neutral spielt wird diese Fähigkeiten an einer Box die nicht neutral abbildet nur eingeschränkt aufzeigen. Umgedreht ist der Eindruck viel deutlicher aber nicht automatisch besser.

    Abacus Verstärker spielen meiner Meinung nach sehr auf den Punkt, direkt, sehr schnell.

    Nur mit den falschen Boxen geht ein Großteil dieser Eigenschaften verloren.

    z.B. bestimmte B&W Modelle. l.g. werner

  • Man braucht dann aber noch eine Quellenwahl (Input select) z. B. von Dodocus - das ist leider ein klarer Nachteil im Hinblick auf wenige Geräte.

    Dann könnte man auch gleich eine passive Vorstufe nutzen. Abgesehen davon gibt es Endstufen die ein gepuffertes Signal am Eingang schätzen, weil sie mit den unterschiedliche Widerständen einer passiven Regelung nicht klar kommen.

    Viele Grüße


    Jörg


    Bin AAA-Mitglied und höre damit. Meine kleine Plattensammlung seht ihr im Musiksammler oder bei DISCOGS.




  • Dann könnte man auch gleich eine passive Vorstufe nutzen. Abgesehen davon gibt es Endstufen die ein gepuffertes Signal am Eingang schätzen, weil sie mit den unterschiedliche Widerständen einer passiven Regelung nicht klar kommen.

    eben nicht, weil gerade das längere nachfolgende Kabel zw. passiv. Vorstufe (das ja dann am Ausgang des Lautstärkereglers sitzt) und Endstufe ein gepuffertes Signal erfordert wegen der ansonsten unerwünschten lautstärkeabhängigen Tiefpassfunktion (daher kommt der schlechte Ruf passiver Vorstufen).

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • Naja, wenn du meinst, ich gab das nur zu Bedenken.

    wenn das anders wäre, müßten ja alle Vollverstärker mit passiver Vorstufe anstatt aktivem Line-treiber (wie z. B. der Luxman L190/L210/L230) schlechter sein wie Vollverstärker, die zw. LS-Regler und Endstufe einen Line-Treiber mit einem voltage-Gain von 5-10 haben.

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • Hi Achim,


    interessante Fragestellung, die Du hier aufgeworfen hast. Für mich auch spannend, weil ich für meine Frau im Kellerbastelraum eine kleine Zweitanlage mit ganz ähnlicher Zielrichtung für den Vollverstärker aufgebaut habe diese Tage und vor derselben Frage stand.


    Allerdings sind die klanglichen Vorraussetzungen in dem Kellereraum sehr ungünsitg, da nur 215cm lichte Höhe und die Lautsprecher müssen zwangsweise weit in den Ecken stehen. Weitere Bedingungen auf die die neue Zweit(Stereo)anlage ausgerichtet sein mußte ist, daß durch die geringe Raumhöhe die Höhen etwas “verschluckt” werden und durch die relative Eckaufstellung die Bässe verstärkt werden in der Regel.


    Entgegen kam mir bei der Auskegung der Anlage, daß meine Frau einen “fetten”, Bass lastigen Sound mag (ich stehe auf weitgehend neutrale Wiedergabe) und für die Frau des Hauses muss auch ein wenig an die Optik gedacht werden, was für mich nur eine geringe Rolle bei der Auslegung einer Anlage spielt. Ist vielleicht bei vielen Paaren so verteilt … 😉


    Daß die klangliche Signatur des Raumes auch so ist wie sie ist weiß ich von verschiedenen Versuchen mit Anlagen, die ich schon dort ausprobiert habe. Letztlich ist das ein Bastel-, Flöt- und Malzimmer und kein Tonstudio, aber es muss halt Krachen können nach Aussagen meiner Frau. Nun gut was habe ich gewählt unter diesen Vorraussetzungen.


    Als Box habe ich mich für die neue Focal Chora 826 entschieden, die fürs Geld ganz enorm aufspielt, den ganzen Frequenzbereich abdeckt und normal aufgestellt enorm erwachsen klingt. Und die man immerhin nicht so ganz weit weg von der Wand aufstellen muss. Naja so 30cm hinter Box habe ich immerhin und auch ein wenig Platz zu den Seitenwänden.


    Da eigentlich jede Box dort unten an dem Platz Bass lastig klingt und die niedrige Decke die Höhen dämpft sollte der VV straff, präzise sein und bei der Aufstellung der Anlage ein wenig Neutralität einhauchen. Und entgegen meinen sonstigen Vorlieben nicht nur ein Draht mit Lautstärkeregler sein, sondern es sollten Höhen und Bässe einstellbar sein. Außerdem brauche ich um die Anlage kompakt zu halten einige digitale Eingänge mit einem guten Wandler.


    Etwas mehr vielleicht als dein Anforderungsprofil. Der VV musste also, um die leichte zu erwartende Verfärbung durch die Eckposition und niedrige Deckenhöhe ein wenig kompensieren zu können top neutral oder gar minimal auf der analytischen Seite des Hifi Lebens liegen. Eine gute Kontrolle der Chassis durch den VV würde auch diese Eigenschaften zu befördern. Wie Du siehst ein ganz ähnliches Anforderungsprofil wie bei Dir an die Verstärkung.


    Ich habe schon früher mit Yamaha experimentiert, Vollverstärker, Vorverstärker und Endstufen dieses Herstellers erfüllen oft diese Parameter wie auch hier schon geschrieben wurde. Im Heimkino betreibe ich auch die große Yamaha Vorstufe, die nicht extrem aber deutlicher auf der analytischen Seite liegt, was ich im Heimkino auch genauso haben will. Mir ist das bei Yamaha für den Keller Einsatzzweck aber zuviel an Analytik ehrlich gesagt. Ich will es bei diesem Anwendungszweck weitgehendst neutral und etwas weniger Analytik wie ich es bei Yamaha bekomme.


    Ich hatte schon mehrfach vorher mit den unterschiedlichsten Rotel VV experimentiert, die preislich und Klassen mäßig zu einer 1400€ Box passen. Entgegen dem was ein Vorredner sagte bin ich nicht der Meinung, daß Rotel Verstärker immer warm klingen. Das war schon vor Jahren nicht der Fall, sorry. Das trifft vielleicht auf die großen Modelle zu aber nicht auf die kleinen Serien. Ganz im Gegenteil wurde die kleine Serie bei Rotel meist auf Neutralität ausgelegt. Beim RA-1062 konnte man vielleicht noch einen kleinen Hauch Wärme hören, schon der RA12 war sehr neutral mit guter Präzision und recht detailreicher Wiedergabe. Der neuere A14 ist sehr deutlich präziser und leicht analytisch angehaucht. Seine Detail Verliebtheit ist in der Preisklasse mindestens selten, allerdings kenne keinen Einsteiger Verstärker, der diese Eigenschaften so kann. Komplett das Gegenteil von warm!


    Der A14 ist für den Preis der präziseste VV, den ich bislang getestet oder betrieben habe um es mal klar zu sagen. Und er geht auf diesem Level so weit an die Frequenzenden wie kaum ein anderer VV in der sagen wir mal erweiterten 1000€ Klasse und dafür bekommt man das Teil bei einem LP von 1280€. Allerdings weiß ich, daß es wie bei vielen Produkten derzeit auch eine Lieferzeit gibt bei Rotel.


    Leider ist es bereits bei diesem VV so, daß er schon sehr genau zeigt was vom Frontend kommt. Heißt gute Quellen klingen extrem gut und schlechte Frontends werden schon gnadenlos entlarvt, z.B. ein Apple TV HD (für mich einigermassen gruselig, aber da kommt`s bei meiner Frau nicht wirklich an). Ein Rotel T14 mit Play-Fi Streaming ist derzeit mit einer wireless angebunden Quelle schon dermassend gut, daß ich mir das auch eine Weile anhören kann, wenn meine Plattenspieler Pause haben oder ich eben die Anlage nebenher in meinem Hobbyraum geniessen will, wo der A14 ein zweites Paar Lautsprecher antreibt. Aber auch UKW und DAB+ klingen echt gut in der Kette mit dem A14 und der 826. Schön zu hören wie sich UKW von DAB+ unterscheiden, aber das ist ein anderes Thema.


    Der neue Play-Fi Übertragungs Standard von DTS wird für Leute, die Streamen und gute Qualität schätzen in Zukunft immer wichtiger werden. Dazu trägt auch der enorm gute AKM Wandler im A14 bei. Der ist besser als der neue TI (Burr Brown) Wandler im T14 selbst. Oder sagen wir mal anders. Der AKM erhöht die Präzision und Detailreichtum der Kette weiter, der Burr Brown ist etwas wärmer und musikalischer, aber für mich eine Klasse schlechter als der AKM Wandler. Ein echtes weiteres Plus des A14.


    Meine Bewertung des Rotel A14 vor dem Kontext deines Anforderungsprofils: Der A14 klingt mit Sicherheit so wie Du es Dir vorstellst nämlich sehr neutral mit einem Schuß Analytik, nicht zu analytisch. Er zeigt für den Preis schon extrem viele Details, klingt luftig und macht schon einen bemerkenswerten räumlichen Sound.


    In der Einstellung Bypass klingt die kleine Focal fast so als hätte man einen Subwoofer zugeschaltet bedingt durch die Zimmerparameter. Die Bypass Einstellung passt bei uns perfekt wenn der TV an der Wand doch mal einen Film wiedergeben soll da unten. Was ein Surround Spaß in dem kleinen Zimmer von Stereo durch die mannigfachen Wand und Deckenreflexionen der harten Betonwände, die nur mit einer dicken Tapete beklebt sind. Auch die minimal gedämpften Höhen passen gut zu einem Film. Dieser Effekt, daß das im Bypass die Filmwiedergabe in der Kombi so passt ist aber ein Zufall.

    Darüber hatte ich die Auslegung des Verstärkers nicht nach gedacht.


    In Stereo ist mir der Bass aber ein wenig zu fett - meine Frau steht da drauf wie gesagt - und bei den Höhen ist mir die höhenschluckende tiefe Decke too much. Da kommen die bei den genau richtigen Frequenzen gelegten Höhenregler (10kHz) nicht wie üblich deutlich da drunter und der Bassregler bei 100Hz und nicht wie üblich weiter im Oberbass gelegene Bassregelung passend entgegen. Da ich mit diesen Reglern normal recht vorsichtig bin versuche ich wenig zu regeln, bin aber in diesem Raum mit diesen Raumparametern bei Bass -3dB und Höhen +2dB stehen geblieben, was die Eckaufstellung im Bass und den leichten Höhenverlust an der Decke sehr gut kompensiert.


    So ist der Bass immer noch sehr präsent auch für meine bessere Hälfte. Im Übrigen wird vom A14 der Bass bis weit unten druckvoll und sehr präzise wiedergegeben. Die Höhen fressende Decke wird komplett durch die +2dB mehr bei den Höhen kompensiert. Ist erstaunlich was so eingestellt der A14 an Neutralität aus dem schwierigen Raum rausholt. Bei besseren Raum Verhältnissen würde ich den A14 ausschließlich im Bypass Mode betreiben wollen. Letztlich finde ich erstaunlich welchen Detailreichtum und Bühne unter diesen ungünstigen Bedingungen vom A14 hergestellt werden können.


    Für Dich würde ich meinen ist ein A14 einen Versuch wert. Ein Rotel Händler leiht Dir sicher mal einen aus. Die Gefahr besteht, daß Du ihn nicht zurücksendest … 😉

    Auch ich wollte mindestens die 80W@8Ohm haben und ich will einen laststabilen VV, damit ich auch andere Lautsprecher betreiben kann später. Da Messungen dem A14 2x100W@8Ohm (RMS) und sogar zwischen 2x140W-150W@4Ohm bescheinigen, sollte der A14 schon 90% an Lautsprechern im Markt abdecken können, die man normalerweise an einen 1000€ VV dran hängt. Denn er ist zudem 2 Ohm laststabil und drückt dann immer noch im Bass wo meistens die Impedanzsenke der Lautsprecher liegen und einen Verstärker kritisch machen können.


    Der A14 wirkt gar nie angespannt und kann so richtig laut an der kleinen Focal 826 und bei normalen Pegeln klingt das alles enorm ausgewogen für diese schweren Raumverhältnisse. Ich glaube, daß der A14 auch noch Boxen ein bis zwei Qualitätstufen oberhalb der 826 könnte. Aber diese Kombi hat schon etwas finde ich und auch ich kann mich der leichten Spaßauslegung der Kombi, die sich meine Frau wünschte, auch nicht ganz entziehen. Wenn ich es mal richtig krachen lassen will ohne meine etwas größere Anlage im Wohnzimmer zu bemühen und mir mal die fehlenden Bauchmuskeln massieren lassen will, gehe ich nun heimlich in den Keller …


    Vielleicht hilft Dir der kleine Bericht, aber ich denke Du hast schon den Yamaha beschafft, der auch eine sehr gute Lösung für dein Anforderungsprofil ist.


    Highfidele Grüße,

    Jürgen

  • Hallo Jürgen,


    das klingt sehr interessant und der genannte Rotel ist - wie du schreibst -, sicher ein passender Kandidat.


    Zwischenzeitlich habe ich noch einen NAD C356BEE zum Test hier gehabt. Der hat mich sehr positiv überrascht und bleibt auch. Insofern bin ich erstmal "bedient", im positivsten Sinn.


    Nach einigen Versuchen, wie schon anfangs geschrieben, auch mit weitaus höherpreisigen Verstärkern, sind nun noch der Yamaha A-S701 und der NAD C356BEE hier, die ich jedem an einer Harbeth oder Stirling (wahrscheinlich auch an ähnlich abgestimmten britischen Lautsprechern) empfehlen kann. Der von dir genannte Rotel würde mich auch interessieren.


    Einen Nytech Obelisk der ersten Generation hab ich noch (Museumzustand, Bauhaus auf britisch und unverkäuflich ;-), der auch hervorragend spielt, aber etwas wenig Leistung hat, sogar in meiner Aufstellung bzw. in meinem Raum.

    Und dann gibt es da noch ein "Sahnestückchen", das mich vor einigen Jahren schon mal gefesselt hat - einen Linx Nebula. Darüber noch was zu schreiben, sprengt hier den Rahmen. Frisch geserviced ist dieser von meinen Verstärkern sicher der "audiophilste". Wie gesagt, sprengt aber hier den Rahmen. Jedenfalls hat in meiner Kette kein/e Verstärker(-Kombi) bis 4.000,00 EUR so gut gespielt.


    Viel interessanter aber zumindest für mich: All die genannten Verstärker passen in dieser Kette außergewöhnlich gut. Ich sehe keinen Anlass, einen 3- oder 4-tausend EUR Verstärker statt derer dran zu hängen oder eine Vor-/Endstufen-Kombi. Hatte ich alles probiert, auch schon "im Besitz" und längere Zeit damit gehört.


    Was wiederum zweifellos "lohnt" bzw. den Klang deutlich verbessert, ist wiederum das Frontend. Eine Rega Aria Phonovorstufe, die (UVP) das 1,5-fache der genannten Verstärker kostet, entsprechend auch der Plattenspieler und der TA. Will sagen: Die genannten Verstärker sind definitv kein Flaschenhals. Sie geben das weiter, was "reinkommt". Insofern kann ich das, was Alan Shaw zur Konstruktion der Harbeth-LS sagt, bestätigen. Sie sind dermaßen unkritisch, dass ein "neutraler" Vollverstärker mit genügend Leistung empfohlen wird.


    Danke für deine ausführliche Beschreibung. Der Rotel kommt auf die Liste, vielleicht ergibt sich mal was.


    Grüße Achim

  • Ah, endlich mal ein weiterer Vertreter der Quellentheorie. :D :thumbup:


    Was würde sich eigentlich ändern, wenn ich Klangunterschiede plötzlich messen könnte, obwohl ich sie bisher nie gehört habe?


    Jazz is not dead, it just smells funny (Frank Zappa)


    Just Listen

  • Hi Achim,


    ich kann zu deinem durchaus nicht an jeder Ecke stehenden Gerätepark nicht viel sagen, da ich die Geräte nicht kenne. Aber die würde ich auch nicht hergeben wollen ehrlich gesagt - hört sich alles lecker an.


    Ausprobiert oder mindestens gehört habe ich einige der Yamaha Geräte und auch 2 oder 3 der kleinen NAD`s allerdings auch älterer Serien. Grundsätzlich stehe ich auf den Yamaha Sound, aber nur im Heimkino. Weil diese Vorstufen gnadenlos detailiiert und voll ablösend von den LS spielen. Dazu noch neutrale oder auch tendenziell leicht analytisch spielende Endstufen (ich habe Parasound HALO`s nun hintendran installiert vor kurzem, da die alten Parasound Endstufen nach 20-25 Jahren nach und nach mit trockenen C`s eingegangen sind). Da klingt ein Dino, der ohne Musik über den Sand läuft wie eine Kulisse, die einem die Haare abschneidet oder die Hölle einfrieren läßt. Der “Angstfaktor” ist durch diese Auslegung maximal - ich liebe es wohlgemerkt im HK!


    Für Stereo klingt es allerdings zu analytisch für meinen Geschmack. Zwar ist Ablösung und Raumillusion derart präsent, daß es auch emotionell ist, aber da fehlt mir dann doch der minimale Schuß Wärme in der Musik und der Bass der Mains ist derart präzise, daß dann auch mir die “guten” Oberwellen fehlen in der (Stereo)Musik. Ich habe allerdings den Luxus eine Stereo Anlage und eine HK Anlage seperat und unterschiedlich auslegen zu können. Trotzdem spannend ist auch das durch die bis an den Anschlag ausgereizte Raumillusion selbst bei digitaler Zuspielung. Deshalb kann ich durchaus verstehen warum die Leute einen Yamaha VV gern betreiben in Stereo. Sowas kann auch “anmachen”.


    Die NAD`s haben mir dem gegen über nie wirklich gefallen, obwohl ich vom 356er immer gute Kritiken lese. Ganz ehrlich alle NAD`s, die ich bislang hörte klingen für mich nach Mainstream aus dem Mediamarkt, deshalb habe ich die immer stehen lassen oder nach dem Test zurück gegeben.


    Alle Einsteiger VV - und ich dachte Du suchst Geräte in der 1000€ Klasse - haben die kleinen Rotel`s immer ausgestochen. Die spielten schon in den alten Varianten wie ein großer VV irgendwie ganzheitlich ohne nennenswerte Schwäche. Ein RA-1062 hatte allerdings nicht die Kontrolle für einen Lautsprecher dessen Bassmembranen starke Kontrolle brauchen.


    Das bei Rotel schon in den Einsteiger Serien leicht überdimensionierte Netzteil (großer Trafo, gute und schon groß dimensierte Glättungs C`s) tut Wesentliches dazu. Das ist meistens die Schwäche der Einsteiger Linien wegen dem Rotstift, der im Netzteil immer angesetzt wird. Rotel weiß, daß guter Klang auf großen, üppig dimensionierten Netzteilen basiert. Inzwischen machen das alle Hersteller in ihren goßen Linien von VV so egal ob Röhre (Beispiel: Octave) oder Transistor (Beispiel: Symphonic Line oder auch Accuphase).


    Der A14 hat enorm gute Bauteile eingebaut für den Preisrahmen. Mir haben alle Varianten, die ich länger hier hatte RA-1062 - RA-12 und nun der A14 gut gefallen. Aber erst mit dem A14 hat man einen großen Schritt nach vorn getan. Der A14 ist fürs Geld für mich fertig designed. Da gibt es nicht mehr viel zu verbessern, da muss man ganz eindeutig dann doch wie Du schreibst in die Klasse 3-4k€ gehen mindestens.


    So ganz nebenbei, da ich kein Streaming Fan bin, wir sind ja auch im analog Forum, aber manchmal will ich auch nur was nebenher dudeln lassen, aber in vernünftiger Qualität. Neben dem überraschenden Play-Fi von DTS im Rotel T14 Streamer / Radio ist noch der aptX fähige BT Eingang des A14 ganz erstaunlich, wenn man den mit HD Material eines guten Streaming Dienstes speist. Da war ich wie beim Play-Fi auch erst mal platt was mit solchen Technologien schon geht digital durch die “Luft”.


    Zwar mag ich den analogen Klang des T14 mit UKW am analogen Eingang des A14 (durchgehende analog Strecke), aber was dieser neue AKM DAC im A14 kann ist schon State of Art. Ich kenne nur noch die ESS Sabre DAC`s, die gleich gut wie die neuen AKM`s sind, aber einen Schuß Wärme noch in den Klang bringen. Mir gefällt das bei dem Detailreichtum minimal besser. Aber AKM kann mit der aktuellen DAC Serie mit ESS und etwas anderer klanglichen Auslegung ihrer DAC`s nun gleichziehen. Beide DAC`s sind State of Art für mich im Moment.


    Gerade für deinen Neutralitätswunsch halte ich aber den AKM vielleicht für die bessere Wahl. Die große Yamaha Vorstufe (CX-A5200) hat zum Glück noch die großen ESS Sabre DAC`s drin ist aber trotzdem eine eigene Show digital gespeist. Wer auch digital zuspielt beim A14 braucht keinen externen DAC mehr, der ist am Ziel in dem Preissegment. Fernseher, einfachere BRP oder CDP profitieren stark von der DAC Sektion des A14. Nur die Apple TV Geräte sind derart lausig designed (und das sage ich als Apple Fan), daß selbst ein durchschnittlich designter Toslink Ausgang eines Einsteiger TV da schon besser ist. Sarkasmus an. Apple hat damit das Rennen um den schlechtesten digitalen Ausgang, den ich kenne, gewonnen. Sarkasmus aus. Selbst meine Frau hört das bereits nach einigen Sekunden. Das ist eine Schande für Apple finde ich und deren Preisstrategie.


    Mein Fazit: Der A14 ist für mich im Einsteiger Segment eines der besten Angebote. Bei der Recherche zum A14 bin ich von einem Freund auf ein weiteres sehr spannendes Gerät aufmerksam gemacht worden, daß wohl dem A14 sehr nahe kommt. Leider konnte ich Dank Corona auf die Schnelle keinen finden den zu testen. Es ist der Cambridge CX-A81 zum LP von etwa 1200€. Er ist der nächste Konkurrent zum A14 finde ich.


    Allerdings kann ich zum klanglichen Vergleich aus oben genannten Gründen nichts sagen, aber der ist auch klasse bestückt und hat ESS Sabre DAC`s drin, aber leider nur drei digitale Eingänge. Ich brauche vier DAC Eingänge in meiner Konfiguration, aber das braucht bei Weitem nicht jeder. Außerdem bietet der CX-A81 noch ein paar XLR Eingänge, auch nicht zu verachten. Der A14 hat nur unblanced Eingänge auf der analogen Seite. Aber den CX-A81 könntest Du Dir auch anschauen.


    Ich wage mal zu sagen auf Grund der Bestückung und Auslegung, der CX-A81 spielt auf dem selben Level wie der A14, aber einen Ticken wärmer sagen wir musikalischer, der A14 wird präziser sein und arbeitet Details und Räume vermutlich noch besser heraus. Das wäre meine Erwartungshaltung bei einem Vergleichstest zu Hause zumindest ohne daß ich den Test gemacht habe. Dazu noch den A-S701, das wäre schon ein super spannender 3er Vergleich unter deinen Vorgaben hier im Thread.


    Ich schätze es wird keinen Sieger zwischen den beiden Rotel und Cambridge geben, sondern wie so oft nur den Unterschied in den Geschmäcker der Zuhörer aufzeigen. In meinen Ohren würde der Yamaha vermutlich etwas abfallen, aber das mögen andere Geschmäcker auch anders sehen das ist klar. Der Cambridge ist für mich die spannendste Alternative in diesem Segment zum A14 und unter deiner Fragestellung.

    Dennoch ist bestimmt keines dieser drei Geräte ein Ausfall unter deinen, interessanten Vorgaben wie ich finde. Danke einmal an Dich für eine solche, andere Fragestellung. Ich lese das gerne.


    Schönen Sonntag und highfidele Grüße,

    Jürgen