Sansui R-30 defekt

  • Hallo zusammen,


    ich bin ja hier im Forum eher selten zu Gast. Ich hoffe aber, ihr könnt mir trotzdem bei einem Problem mit meinem Sansui R-30 weiterhelfen. Ich habe das Teil schon seit einigen Jahren defekt im Regal stehen und möchte diesen schönen Receiver wieder zum Leben erwecken.


    Fehlerbild :


    An den Lautsprechern ist ein permanentes knistern und rauschen zu hören. Unabhängig vom gewählten Eingang. Das ist auch vorhanden, wenn kein Gerät angeschlossen ist.

    Bei höherregeln der Lautstärke geht das Störsignal mit bis kurz vor Volllast. Dann wird es leiser.


    Ich habe die Potis und Schalter mit Kontakt 60 und Kontakt WL gereinigt.

    Zuerst habe ich an einen defekten Selectorschalter gedacht. Aber das schließe ich nach einer erneuten Prüfung eher aus.

    Leider sind meine Möglichkeiten und Erfahrung in der Fehlersuch etwas begrenzt und hoffe deshalb auf eure Hilfe.


    Beste Grüße

    Andreas

  • Hallo Andreas!


    Was macht dich sicher, dass nicht doch der "Selektorschalter" diese Störungen verursacht?

    Bevor ich andere Fehlerquellen in Betracht ziehe, würde ich diesen auslöten, zerlegen und gründlich reinigen.....


    Grüße Werner

  • Hallo Werner,


    erst mal vielen Dank das Du Dich gemeldet hast.


    Also dieses rauschen und knistern ist schon sehr laut. Wie schon geschrieben, geht das auch mit erhöhen der Lautstärke mit. Auch wenn keine anderen Geräte angeschlossen sind. Und bei drücken der „Source / Tape“ Taste bleibt das Geräusch ebenfalls. Diese Taste sollte doch eigentlich den „Selctor“ umgehen ( ? ). Es kann natürlich sein, das ich da einen Denkfehler habe.

    Ich will mal abwarten ob noch irgendwelche Vorschläge kommen. Ansonsten werde ich den Drehschalter tatsächlich mal auslöten, weil man mit dem Spray nicht wirklich an das Innenleben herankommt.


    Beste Grüße

    Andreas

  • Der R-30 ist tatsächlich anders aufgebaut als mein R-70, zumindest beim Source-Drehregler.

    Wenn der Lautstärkeregler auch nicht auffällig ist, dann würde ich mal ganz vorsichtig auf kalte Lötstelle tippen. Nach entfernen der Bodenplatte ist die Hauptplatine von der Lötseite her offen.... hier würde ich zuerst suchen, gegf. die wichtigen Positionen (Vor-Endstufenbereich) nachlöten.


    Grüße Werner

  • Sind die Störungen komplett weg, wenn der Volume Regler auf minimum steht?

    Sind die Störungen identisch in beiden Kanälen?

    Sind die Störungen im LS durch Bass- und Höhenregler zu beeinflussen?

    Gruß

    Reiner

  • Sind die Störungen komplett weg, wenn der Volume Regler auf minimum steht?

    Sind die Störungen identisch in beiden Kanälen?

    Sind die Störungen im LS durch Bass- und Höhenregler zu beeinflussen?

    Gruß

    Reiner


    Hallo Reiner,


    ich will mal meine Angaben vervollständigen. Du hast ja ein paar wichtige Fragen gestellt die sicherlich helfen so einen Fehler einzugrenzen.

    • Die Störungen sind NICHT komplett weg, wenn der Volume Regler auf Minimum steht. Man kann sie zwar leiser, aber immer noch deutlich hören.
    • Die Störungen sind NICHT identisch auf beiden Kanälen. Hauptsächlich auf dem rechten Kanal hört man die Störgeräusche sehr laut. Links sind sie kaum bis gar nicht vorhanden.
    • Die Störgeräusche verändern sich parallel zur Bass und Höhen Regelung.


    Beste Grüße

    Andreas

  • Hallo Andreas,

    da die Störungen auch vorhanden sind, wenn der Lautstärkeregler auf Minimum steht, müssen die Störungen nach dem Lautstärkeregler entstehen. Da die Störungen links und rechts unterschiedlich sind, können sie auch nicht vom Netzteil kommen, da dieses für beide Kanäle gleichzeitig verwendet wird. Bass- und Höhenregler funktionieren, als dürfte auch die Endstufe prinzipiell noch in Ordnung sein.

    Ich vermute, dass einer der Elkos in der Endstufe defekt ist. Im Schaltplan sind das C134, C138, C144 oder C? hinter R174, bzw. die gleichen Elkos im anderen Kanal, je nachdem welcher als rechter Kanal verwendet wird.

    Da sich die Störgeräusche auch mit dem Lautstärkeregler ändern, tippe ich mal zuerst auf C134 bzw. auf C133. Aber das müßte man messen, aus der Ferne ist das nicht möglich.

    Gruß

    Reiner

  • Hallo Reiner,


    vielen Dank für Deine Antwort. Leider habe ich keinen Schaltplan für den R-30. Kannst Du mir den irgendwie zukommen lassen ? Scheint ja so, dass Du Dich da irgendwo eingelesen hast. Ich würde dann mal auf Verdacht die genannten Elkos austauschen. Klar, die muss ich erst mal bestellen. Das gibt mein Fundus nicht her. Aber ich habe mal vor ungefähr 100 Jahren einen elektronischen Beruf erlernt. So ein paar Elkos tauschen sollte ich noch hinbekommen. Nur halt welche ?

  • Moin,

    genau da bekommt man den Schaltplan. :)

    Nimm zuerst mal nur C133 und C134 (je nachdem welcher Kanal betroffen ist) einfach mal raus.
    Die Kondensatoren findest du auf den Koordinaten B3 und D3 auf der letzten Seite.

    Mal sehen wie sich das dann auf die Störungen auswirkt.

    Gruß

    Reiner

  • Moin, :)

    Nimm zuerst mal nur C133 und C134 (je nachdem welcher Kanal betroffen ist) einfach mal raus.

    Gruß

    Reiner


    Hallo zusammen, hallo Reiner,


    ich musste mir erst mal eine neue Lötpumpe besorgen. Nachdem ich heute meinen Tag mit Gartenarbeit verbracht habe, war heute Abend der R-30 auf dem Plan. Leider habe ich nicht alles geschafft was ich ausprobieren wollte. Die Konzentration lässt jetzt deutlich nach.


    Also, ich habe C 133, C134, C144 und C 143 jeweils einzeln ausgelötet und durchgemessen. Das kann ich mit meinem Multimeter machen. Die Messergebnisse waren bei allen Elkos im angegebenen Bereich. Veränderungen gab es bei den Störgeräuschen im ausgebauten Zustand eigentlich nur beim C 134. Die Geräusche wurden lauter und waren eher konstant. Aber laut meiner Messung ist der Kondensator in Ordnung. Ich würde jetzt als nächstes C 138, C 137, C 150, C 149 usw. überprüfen. Ich denke auch, dass die Endstufe prinzipiell noch funktioniert. Das Audiosignal ist ja auf beiden Kanälen gleich. Nur halt auf dem rechten Kanal durch die Störung überlagert. Links, wie schon beschrieben, deutlich weniger. Ich würde aber gerne noch wissen wie sich ein defekter Kondensator im Endstufenbereich ( oder überhaupt ) auf das Ausgangssignal auswirkt. Ich bekomme das von meinen Kenntnissen einfach nicht mehr zusammen. Und ich möchte ja nicht einfach nur Teile austauschen sondern auch wieder lernen warum ich das mache.


    Ihr habt mir bis jetzt schon richtig gut geholfen. Bitte nicht nachlassen.


    Beste Grüße

    Andreas

  • Hallo zusammen,


    ich will mal das neuste berichten. Ich habe mich zum Thema Kondensatoren bzw. Elko´s etwas eingelesen. Einiges kannte ich tatsächlich noch von früher. Auf jeden Fall kann ich jetzt nachvollziehen, dass so ein Elko für die Störgeräusche verantwortlich sein kann. Nein, ich bin kein Experte. Es macht mir aber richtig Spaß, mich wieder mit der Elektronik zu befassen. Ich habe zwar noch einiges im Ersatzteillager, aber für den R-30 keine passenden Kondensatoren. Habe jetzt die entsprechenden Verdächtigen bestellt. Ich habe jetzt auf Verdacht ausgetauscht :


    C133, C134, C137, C138, C143, C144, C149, C150, C157, C158.


    Das sind ja eigentlich alles Elko´s in der Vorstufe ?

    Bis jetzt hat sich aber nichts verändert. Störgeräusche sind wie schon vorher beschrieben immer noch vorhanden. Einige C´s sind noch in der Warteschleife. Auch die Dicken C203 und C204. Im Grunde spricht ja nichts gegen so eine „Elko-Kur“. Aber, gibt´s da nicht noch andere Fehlerquellen die man in Betracht ziehen könnte ?


    Beste Grüße

    Andreas

  • Hallo Andreas,

    mir fallen da sofort die entsprechenden Kleinsignaltransistoren ein...viele Grüße Tobias.

    "...Cramer, Cramer! Wir werden niemals imstande

    sein etwas ähnliches zu machen!..."

    Beethoven in einem Gespräch mit seinem

    Schüler über Mozarts Klavierkonzert KV491

  • Hallo Andreas,

    mir fallen da sofort die entsprechenden Kleinsignaltransistoren ein...viele Grüße Tobias.


    Hallo Tobias,


    vielen Dank für Deine Antwort. Ich hatte schon die Befürchtung, dass meine Anfrage in einem Monolog endet. Kleiner Scherz.


    Also ich habe den Ehrgeiz, den R-30 wieder in voll funktionstüchtigen Zustand zu versetzen. Und wenn ich jedes Bauteil ersetzen muss. Die sind bei dem Sansui eigentlich recht überschaubar. Wenn ich die Elko´s alle getauscht habe, dann sind die Transistoren dran. Da sind auch noch zwei uralte IC´s. Aber die gehören wohl eher zum Radioteil.

    Einfacher würde die Fehlersuche für mich, wenn jemand von euch einen konkreten Verdacht hätte. Ich weiß, dass sich hier im Forum richtige Profis befinden. Vielleicht kann mir ja noch jemand einen Tipp geben.



    Beste Grüße

    Andreas

  • Hallo Andreas,

    also ich denke folgendes:

    Du hast rudimentäre Kenntnisse, daraus folgen für mich die Gedanken:

    -Du läßt alles sein oder gibst den Receiver zur Reparatur.

    -Du liest Dich in die Materie ein, lernst für dich den Schaltplan zu lesen, grenzt den mögl. Fehler selber ein, erkennst so die zu prüfenden Bauteile, lernst den Umgang mit eben jenen und am Ende; ja läuft das Ding wahrscheinlich und du hast jede Menge (für dich selbst) gelernt...

    Ich bin mir sicher; wenn Du auf dem Weg bist und daraus resultierende Fragen stellst werden diese dann gerne beantwortet...

    Das ist nur so mein Gedankensenf ohne Anspruch auf universelle Richtigkeit.

    Viele Grüße Tobias.

    "...Cramer, Cramer! Wir werden niemals imstande

    sein etwas ähnliches zu machen!..."

    Beethoven in einem Gespräch mit seinem

    Schüler über Mozarts Klavierkonzert KV491

  • Hallo Andreas,

    ich hab mir jetzt doch alles noch einmal durchgelesen und wollte nur sagen;

    mein letzter Beitrag klingt vielleicht etwas zu hart.

    Das wollte ich garnicht(!), nur sachlich ist es für mich genau so.

    Du müßtest Dich selber schulen, auf diesem langen(!) Weg helfe ich, so ich kann, immer gerne. Nur halt dieses tausche dies, wechsel jenes führt mbMn nur zu verbastelten Geräten und zu null (!!!) Kenntnissen...

    MMn: besorge Dir den Plan, drucke den für dich lesbar aus, schaue Dir den Verstärkerteil genau an, überlege wie Du den Fehler durch logisches Testen/ Messen eingrenzen kannst, stelle hier Deine Gedanken dazu ein.........


    Viele Grüße Tobias.

    "...Cramer, Cramer! Wir werden niemals imstande

    sein etwas ähnliches zu machen!..."

    Beethoven in einem Gespräch mit seinem

    Schüler über Mozarts Klavierkonzert KV491

  • Die besagten Elkos sollte man wegen der geringen Kapazität gegen Folientypen (WIMA MKS) austauschen. Die Störgeräusche kommen aber am ehesten vom Eingangs-Differenzverstärker (Doppeltransistor) 2SA798 - siehe

    http://www.datasheetq.com/2SA798-doc-Mitsubishi

    Perfektionisten ersetzen ihn durch diesen:

    https://www.analog.com/media/e…ion/data-sheets/MAT03.pdf

    Ich ersetze solche Doppeltransistoren immer durch 2 Einzeltransistoren, z. B. BC560C, aber mit gut übereinstimmender Hfe.

    == Gewerblicher Teilnehmer ==

  • Die besagten Elkos sollte man wegen der geringen Kapazität gegen Folientypen (WIMA MKS) austauschen. Die Störgeräusche kommen aber am ehesten vom Eingangs-Differenzverstärker (Doppeltransistor) 2SA798 - siehe

    http://www.datasheetq.com/2SA798-doc-Mitsubishi

    Perfektionisten ersetzen ihn durch diesen:

    https://www.analog.com/media/e…ion/data-sheets/MAT03.pdf

    Ich ersetze solche Doppeltransistoren immer durch 2 Einzeltransistoren, z. B. BC560C, aber mit gut übereinstimmender Hfe.


    Interessant. Bei mir wären die entsprechenden Transistoren „A798-91G“. Leider finde ich bei Kessler oder Conrad unter dieser Bezeichnung nichts. Ich habe auch verschiedene Suchanfragen gestellt. Z.B. 2SA798. Selbst die BC560C finde ich nicht. Hast Du einen Tipp unter welcher Bezeichnung und wo ich die Transistoren finden kann ?

  • Unter BC560C bei Reichelt, Kessler, Amazon, ebay ..., z.B. https://www.reichelt.de/de/de/…92-bc-560c-p5028.html?r=1, https://www.ebay.de/itm/382345…95b177:g:9-QAAOSw9NdXsEOK

    Bei den Doppeltransistoren mußt nach der richtigen Bezeichnung 2SA798 z.B. bei ebay suchen. Die meisten Suchergebnisse sind Nachbauten aus C. Keine Ahnung, ob die taugen, sogar Nachbauten finden sich, wie https://www.ebay.de/itm/174795…a19080:g:90cAAOSwZrJgNl5A.

    Da mir die Angebote zu teuer wären, würde ich zwei 550 oder 560 auf möglichst gleiche Stromverstärkung kontrollieren und wegen der Temperaturdrift verkleben oder ähnlich am Gehäuse thermisch gekoppelt einbauen. Diese rauscharmen Kleinleistungstransistoren können in vielen NF-Eingangsstufen älterer Geräte das Rauschverhalten verbessern.