Käufliche Masterbandkopie vs. eigene hochwertige Aufnahmen von CD oder Digitalfile

  • Hallo zusammen,

    es werden ja mehr und mehr "Masterbänder" von renommierten Labels angeboten, die 38er Versionen von LP oder CD durchaus in der plus 500,- EUR Klasse. Ich frage mich nun, ob das, was auf diesen Bändern geboten wird tatsächlich besser ist, als das, was vom gleichen Label auf CD oder als File erhältlich ist. Da wir alle wissen, dass das subjektive Empfinden stark von der Erwartung getriggert ist, muss(!) eine 500,- EUR Masterbandkopie einfach besser klingen, als die 23,- EUR Version auf CD. Dies könnte nun wieder ein Thread werden, in dem man sich trefflich über Subjektives streiten könnten, das ist aber nicht meine Intention. Da ich einige hochwertige Masterbänder besitze, und auch Digitalversionen dieser, bzw. einzelner Stücke daraus, würde ich gerne einen Test machen:


    Ich kopiere Stücke aus den Masterbändern von einer hochwertigen Studiomaschine auf eine andere hochwertige Studiomaschine und kopiere die gleichen, digitale Stücke über hochwertige Streamer, CD und DA - Wandler auf ebendiese hochwertige Studiomaschine. Dann schneide ich die Stücke aneinander, wobei die Reihenfolge zunächst mein Geheimnis bleibt. Auf eine 10.5" Spule sollten in 15 ips wohl 2 x 5 Stücke drauf passen. Ein solches Band könnte ich dann an Interessierte mit Studiobandmaschinen schicken mit der Bitte die Aufnahmen abzuspielen und zu bewerten und vielleicht einen Tipp zu wagen, was was ist?


    Jemand interessiert? Jetzt geht es aber erst einmal in den Urlaub, aber ab Mitte Juli könnte ich ein solches Band erstellen. Oder ich lege es in der nächsten Runde unserem "Tonbandkettenpaket" bei, falls dort Interesse besteht.


    Natürlich könnte dann immer noch der ein oder andere sagen, wenn es nicht unterscheidbar sein sollte, dass ja nur eine Kopie einer "Masterbandkopie" vorliege, das Kaufband aber deutlich besser sei. Das zu klären wäre dann ggf. einem weiteren Test vorbehalten. Ich zerschneide die teuren Masterbänder und hänge meine Bandkopien daran, ebenfalls in unbekannter Reihenfolge. Was tut man nicht alles, wenn es denn der Wahrheitsfindung dient.


    Aber zuerst käme der Kopie gegen Kopie Test. Wer interessiert ist, bitte PM. Voraussetzung: CCIR Maschine, 2 Spur die 10.5" Spulen tragen kann.

    Grüsse

    Gerhard

    LP12; TD124; TD124DD; NAGRA T-Audio, IVS, VI, Seven, Jazz, VPS, Classic DAC, MPS, CDC, 300p; FUNK MTX, Kabel; Open Baffle; REVOX B215; SPL MK-2T;

    AAA Mitglied;

  • Ich möchte nicht bewerten, ob die 500 EUR gerechtfertigt sind, mir wären/ist es den Preisunterschied allerdings nicht wert, obwohl ich ne Teac X 1000 M habe, die das (sicherlich) abspielen kann.

    VG
    Mario

  • Hallo Mario, dann hast Du für Dich ja schon bewertet, dass der mögliche Unterschied keine knapp 500,- EUR wert sein kann. Mir geht es eher darum, ob wir als Konsumenten ein besseres Produkt mit der Masterbandkopie gegenüber CD/File erhalten, oder ob wir unserer Erwartungshaltung aufsitzen.

    Gerhard

    LP12; TD124; TD124DD; NAGRA T-Audio, IVS, VI, Seven, Jazz, VPS, Classic DAC, MPS, CDC, 300p; FUNK MTX, Kabel; Open Baffle; REVOX B215; SPL MK-2T;

    AAA Mitglied;

  • Kann gerne versuchen zu bewerten.

    Für mich ist ein Hauptgrund solche "Masterbandkopien" zu hören/kaufen, dass diese nicht "gemastert" wurden, bzw. eben die volle Dynamik besitzen. Mir gehen diese selbsternannten Masteringpäste total auf den Nerv. Wenn diese klanglich bessere Räume haben, dann macht eine klangliche Anpassung Sinn, aber was da in den letzten Jahrzehnten betrieben wird, ist Musik- und Klangvernichtung.

  • Stimmt, ich habe den Aufpreis für mich bewertet, ich wollte nur nicht bewerten, ob 500EUR für das Produkt selbst gerechtfertigt sind, da ich das einfach nicht bewerten kann.


    Ob’s tatsächlich besser ist, kann man sicherlich objektiv anhand diverser technischer Daten bewerten (mal ins Blaue geschossen und ohne Anspruch auf Richtigkeit/Vollständigkeit: zB. anhand Frequenzumfang, Dynamik, Rauschen, Kanaltrennung …). Ob das, was das jeweilige theoretisch Medium hergibt, auch im Einzelfall ausgeschöpft wird, weiß man ja nicht und ob man das hört bzw. ob man das tatsächlich für sich selbst als besser bewertet, das ist wiederum ausschließlich subjektiv.

    Dann wäre ja noch zu klären, ob Platte/CD/Stream von diesem Master stammen, sonst vergleicht man eigentlich auch wieder Äpfel und Birnen. Man kommt wohl nicht umhin, dies im jeweiligen Einzelfall für sich selbst zu bewerten.


    Vom einer digitalen Aufnahme später ein Masterband zu ziehen anstatt es gleich hochwertig digital abzuspielen, macht in Bezug auf den Preis imho zB. wenig(er) Sinn .

    VG
    Mario

  • Hallo Gerhard,


    ein nobles Unterfangen, meiner Meinung nach aber witzlos, es wird keinen hörbaren Unterschied geben.

    Nur den immer vorhandenen Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Aufnahme. Dieser Unterschied ist aber unabhängig vom aufzeichnenden Medium.

    Es geht schon damit los das auch für Preise 500 € aufwärts kein analoges Masterband benutzt wird. Man kann froh sein, wenn es eine Kopie von einem frühen Produktion Master ist.

    Realistisch gesehen sind das alles Aufnahmen von einem digitalen Medium.


    Schon das Du so eine Testreihe in Erwägung ziehst, lässt mich Denken, dass Du eigentlich der Meinung bist, so eine Bandkopie besser oder mindestens genauso gut hinzubekommen. .....................Das ist auch meine Meinung :D


    Mit den besten Grüßen aus dem Freistaat in der Nordsee


    Jürgen

    "Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen"


    Theresia von Avila

  • Ein analog auf (hochwertiges) Band aufgenommenes Drumset z.B. wird immer anders klingen also das Identische digital aufgenommen. Hemiolia traue ich den komplett analogen Weg zu, was sich in der Qualität niederschlägt, wie auch im Preis. Die Musik allerdings....

  • Ein analog auf (hochwertiges) Band aufgenommenes Drumset z.B. wird immer anders klingen also das Identische digital aufgenommen. Hemiolia traue ich den komplett analogen Weg zu, was sich in der Qualität niederschlägt, wie auch im Preis. Die Musik allerdings....

    Kompressions - Artefake durch die Analoge Bandmaschine . Metallica lässt grüßen .... :)


    https://www.uaudio.de/uad-plug…r-a800-tape-recorder.html


    Unzählige wegweisende Alben wurden auf dieser legendären 2-Zoll-Maschine aufgenommen, von Metallica, Stevie Wonder, Tom Petty, A Tribe Called Quest oder Jeff Buckley – allesamt leuchtende Beispiele für die musikalischen Klangeigenschaften analoger Magnetbänder.

  • Ich war bisher ja in der komfortablen Situation, dass ich nur eigene Aufnahmen und nur auf Tape angeboten habe. Kann man also kaufen oder nicht, auf CD gab‘s das nicht.


    Ich versuche nun den Spagat: neue Aufnahmen (Spektakuläres ist geplant) werden analog (mit Telcom C4) und parallel digital (mit 196/24) aufgezeichnet. So etwa 68 Minuten netto.

    Für ein (19 cm) oder 2 (38 cm) Bänder. Und eine gekürzte Fassung (~45 Minuten, das Schönste wird fehlen müssen) auf CD für die weltweite Vermarktung. Mal sehen, wie das wird und ob das klappt.

  • Kompressions - Artefake durch die Analoge Bandmaschine . Metallica lässt grüßen .... :)


    https://www.uaudio.de/uad-plug…r-a800-tape-recorder.html


    Unzählige wegweisende Alben wurden auf dieser legendären 2-Zoll-Maschine aufgenommen, von Metallica, Stevie Wonder, Tom Petty, A Tribe Called Quest oder Jeff Buckley – allesamt leuchtende Beispiele für die musikalischen Klangeigenschaften analoger Magnetbänder.

    Das hat Prince auch gemacht. Gibt auf Youtube ein schönes Video wo eine Produzentin erzählt, dass er die Bandmaschinen so heiß gefahren hat, dass die VU´s klapperten. Erst dann gefiel ihm der Sound. Aber auch wenn Du "normal" aussteuerst und eine CD oder LP aufnimmst, klingt es für mein Gefühl schon besser.

  • Ich habe das mal mit LP vs CD gemacht, das war schon sehr aufschlussreich. Ob man das unterscheiden kann hängt auch sehr von der Musik ab, daher müssen verschiedenste Stücke auf das Testband. Mein aktueller Eindruck ist, dass man es nicht unterscheiden kann. Das mag aber meinen alten Ohren geschuldet sein, daher wäre ein Blindtest mit verschiedenen Probanden wohl objektiver.

    LP12; TD124; TD124DD; NAGRA T-Audio, IVS, VI, Seven, Jazz, VPS, Classic DAC, MPS, CDC, 300p; FUNK MTX, Kabel; Open Baffle; REVOX B215; SPL MK-2T;

    AAA Mitglied;

  • Es ist halt echt schwer. Alleine durch das Überspielen von HighRes oder CD auf Band verändert man den Klang. Für mich stellt sich halt die Frage nicht, da ich zu 90% alte Bänder aus Plattenpresswerken habe (Kopien). Dabei sind wenige Ausfälle, aber der Großteil ist fantastisch, gerade was die Dynamik angeht. Ich hatte ja damals lange überlegt, ob ich mir die 4er Toto auf Band von MTR kaufen soll, da die CD viele viele Jahre bei mir lief. Das Band hat mich und meinen Kumpel dann echt umgehauen. Du hast mir ja dann fast ein Bein gestellt und nachdem ich Dir das Band kopiert habe, wieder ein Band zu mir zurückgeschickt, mit der Bitte dies anzuhören. Ich war mir eigentlich sicher, dass Du mir eine Kopie meines Bandes geschickt hast und ich mich lächerlich mache. Der Unterschied war aber zu deutlich. Ich glaube mich zu erinnern, dass ich ihn deutlich schlechter empfand und Du meintest, der wäre aus digitaler Quelle.


    Warum sollte man eine digitale Produktion für viel Geld auf Band kaufen?

    Würde ich nie machen. Ich will eine komplett analoge Kette und ein Livemix to 2-Track.

  • Gegen eine CD macht ein Masterband schon den Stich. Eine gut geschnittene LP ist da schon deutlich dichter dran. Eine HD-Digi-Aufnahme auf Band ist auch "anders". Ich werde demnächst das Experiment wagen, allerdings nur mit ökonomischen 19cm/s NAB, da ich nichts anderes verfügbar habe.

    Hier mal ein früheres Beispiel, wo ich die Stereo-Testplatte verglichen habe.


    soundsofsilenceMC30SA77_summary04l.png


    Grün-Orange das "Original" der LP,
    Blau-Rot, auf Band, hier begrenzt es bereits auf etwa 28kHz
    Violett-Pink, was von der CD aufs Band kommt.
    Zumindest ich höre das auch. Es ist eine angeschlagene Zymbel.


    Welchen Frequenzgang haben Studiomaschinen bei 38cm/s? Ich denke so bis etwas über 40kHz. Hier sehe ich im Vergleich nur noch einen kleinen Vorsprung. Dynamik? Werden die meisten Stereomaster nicht schon kompatibel für Plattenschnitte reduziert? Laut pegeln ist noch keine Dynamik, damit kann man allenfalls das Rauschen in Schach halten.

    Ich habe das AAA-Band in Krefeld mit Gretje Kauffeld auf dem STS-Stand gehört und Jürgen (Garuda) hatte davon mal ein Stück als Kopie dem Tonbandkettenpaket beigefügt. Ich habe die Platte. Das Band hatte einen geringfügigen Vorteil in etwas weicheren Sybillanten gegenüber der LP. Aber schon die Kopie davon auf Cassette verwischte den Unterschied. Es war wirklich nur ein sehr geringer Unterschied. Mir den Aufpreis nicht wert. Das STS-Band ist natürlich preisgünstiger, dennoch fühle ich mich mit der LP bestens bedient.

    Ok, vielleicht muß ich mir noch ein paar solcher Bänder auf meiner späteren High-Speedmaschine nochmal anhören und "lecke dann Blut"...hoffe aber nicht, wird sonst kostspielig... ;)

    Gruß André


    Gewerblicher Teilnehmer
    (Reparaturen, Service, Modifikationen)
    Keine Emails mehr, nur PN. Emailfunktion ist deaktiviert.


  • Ich höre gerade das worauf ich Lust habe und bin kein Freund von Vergleichen. Gerhard hat mir aber einmal das Frühstücks Supertramp-Band verkauft. Dagegen habe ich nur mal wenige Sekunden meine Schallplattenpressung aufgelegt. Das war einfach unglaublich schlecht. Dann gibt es wieder Sachen, die klingen total ähnlich. Was soll´s, Hauptsache Spaß dabei :)