Elko-Entlade-"Werkzeug"

  • Hallo, ich möchte mir ein Werkzeug zum Entladen von Netzeilkondensatoren bauen.

    Was ich so (im Netz) als Vorlage gefunden habe, nutzen die Widerstände zw 1.5 und 2.5 KOhm.


    Spricht was dagegen diesen 1 MOhm Widerstand zu verwenden. Spannungsfestigkeit sollte gegeben sein.


    Glückauf

    Andreas

    1M -Ohm_R.jpg

    Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen."


    (Ich höre mit ...meinen Ohren...Musik ;). Wobei, ob ich das Kabel meiner PWM... )


  • livingvinyl

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  • Hallo Andreas,


    m.E ist der Wert 1M in der Werkstattpraxis eher ungeeignet, weil je nach Netzteilkondensator eine zu große Zeitkonstante resultiert und die Entladung sehr langsam vonstatten geht.


    Zeitkonstante TAU = R x C


    U(t) = U(Start) x exp(-t/TAU)


    beschreibt den Entladeverlauf bei gegebener Kombination von C und R.


    Gruß Klaus

  • Vielleicht eine Glühbirne mit 10 Ohm in Reihe?

    Die 10 Ohm begrenzen den ersten Stromimpuls, damit der nicht ausufert. Dann beginnt die Lampe zu leuchten, deren Widerstand steigt massiv. Mit absinkender Spannung wird der Draht wieder kalt und der Widerstand sinkt, die weitere Entladung geht immer schneller.

    Mit einem reinen ohmschen Widerstand von ~2kOhm dauert eine vollständige Entladung relativ lange weil asymptotisch (umgekehrte e-Funktion). Mit der guten alten Glühbirne könnte man das beschleunigen.

    Oder hab ich da jetzt nen Denkfehler drin?


    Gruß

    Andreas

    Ich bin so alt, als ich damals zur Schule ging, gab es noch keine Handys. Wir haben dann Unterricht gemacht. Wir hatten ja sonst nichts.

  • Hallo Andreas,

    da wir hier im Röhrenteil des Forums sind, sehe ich hier Elkos entladen, die so mit 300V-400V geladen sind - oder etwas mehr....

    10Ohm und Glühlbirne ist der falsche Ansatz. Geben wir der Glühbirne auch 10Ohm im Kaltzustand, dann fließt ein Anfangsstrom bei 300V am Elko von 15Ampere!!! Das ist faktisch ein Kurzschluss und definitiv nicht der richtige Ansatz. Thermisch gibt es kurzfristig Herausforderungen und auch der große Anfangsstrom erfreut nicht alle beteiligten Komponeneten - es soll ja schließlich kein Schweißgerät werden ^^


    AndreasL: Ich würde es anders versuchen: Nimm die maximale Spannung, die der zu entladende Elko haben kann und suche einen Widerstand, der bei der Nennspannung mit vielleicht 1-2W anfängt zu enladen.

    Beipiel: Der Elko hat maximal 300V Spannung, dann ist bei 1W Leistung des Widerstands der Wert ca. 100k Ohm passend (In der Praxis passt dann ein 2W Typ mit 500V Spannungsfestigkeit) (P=U2/R). Ist die Kapazität des Elkos groß (>> 100uF) dann ist der Widerstand ggf. kleiner zu wählen oder die Zeit für Entladung länger zu wählen.


    Ich würde generell empfehlen die Elkos eines Netzteil immer dauerhaft mit solchen Widerständen zu überbrücken. Die heute gefertigten Elkos sind so gut, dass die Spannung sehr lange gehalten wird. Das kann zu unterstätzen Gefahren führen, wenn z.B. mal ein Verstärker ohne Röhren=Last eingeschaltet wurde oder auch, wenn die Heizungspannung stark gesunken ist, ohne dass die Elkos vollständig entladen sind.

    Eine gut Idee ist auch das Messen der Spannung nach dem Einbau des Entladewiderstands und dem Ausschalten der Spannungsquelle. Das gibt einem schon eine Einschätzung, wie lange es dauert, bis die Spannung unter vielleicht 20V-30V gesunken ist. Man kann das natürlich auch berechnen, wenn die Größe des Energiespeichers = Elkos bekannt ist.

    Viele Grüße

    Boris

  • Zementwiderstand 1 kOhm 5 W, der macht keinen Elko kaputt, und auch

    bei Anodenspannungen ist bei ausgeschaltetem Gerät die Spannung

    nach 5 Sekunden unter 2 V gefallen.


    Es sollte aber genügend Fachkenntnis da sein, denn wenn man am

    geerdeten Chassis beim Entladen anfasst darf man auf keinen Fall die

    zu entladende Spannung berühren. Die kann schon mal 500 V betragen,

    kurz nachdem das Gerät ausgeschaltet wurde, ist also gefährlich !!


    Dann ist darauf zu achten, dass die Spannung (gegen Masse) auch wirklich

    einbricht. Also parallel zur Betriebsspannung ein Vielfachinstrument im Bereich

    DC 600 V anklemmen.


    Wenn das eine Art Werkzeug sein soll, empfehle ich, am Widerstand einen

    isolierten Draht mit einer Krokodilklemme (für die Masse) und auf der anderen

    Seite einen isolierten Draht mit einer isolierten Prüfspitze anzulöten.

    Letztere wird nach dem Anklemmen der Klemme am Chassis an die zu

    entladende Spannung getippt; so lange, bis die Betriebsspannung unter

    z.B. 2 Volt gesunken ist.


    Zu beachten ist aber noch, dass oft von der hohen Betriebsspannung für

    die Anodenspannung von Vorstufen-Röhren Widerstände von oft >100 kOhm

    geschaltet sind. Über diese, wenn sie nicht entladen werden, kann also rückwärts

    Lade- und Sieb-Elko wieder nachgeladen werden.

    Diese Tipps gelten natürlich nur für Röhrenverstärker, denke in die Richtung

    geht auch die Anfrage. Und es betrifft Elkos mit Werten von max. 100 uF.

    Für größere Kapazitäten gelten natürlich längere Entladezeiten.

    Guten Erfolg bei aller Vorsicht !

  • Zustimmung: 1 k / 5...9W ist bestens geeignet für den Werkstattbetrieb.

    Auch korrekt: besser an allen Cs der Siebkette wechselweise den Entladewiderstand anklemmen.


    Abraten würde ich aber davon, vorher ein Multimeter anzuklemmen: wenn der Entladewiderstand Kontakt gibt, entsteht ein kleiner Funken, der m.W. ein modernes hochohmiges DVM beschädigen kann.

    Sicherheitshalber messe ich erst nach, wenn alle Cs der Lade-/Siebkette für einige Sekunden entladen wurden.


    Gruß Klaus

  • Hallo und guten Morgen!


    Dank für die Tipps.

    Äh... braucht jemand 4 1MOhm Widerstände ;)


    Glückauf

    Andreas

    Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen."


    (Ich höre mit ...meinen Ohren...Musik ;). Wobei, ob ich das Kabel meiner PWM... )


  • Moin Arkadi,

    und die Glühlampe überlebt die Attacke, da kommen doch reichlich mehr als 240V?

    Glückauf

    Andreas

    Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen."


    (Ich höre mit ...meinen Ohren...Musik ;). Wobei, ob ich das Kabel meiner PWM... )


  • Hallo,


    ich verwende einen 4k7 - 20Watt Widerstand in einem kleinen Gehäuse. Das Ding tut es seit ca. 25 jahren und habe ich mal quick´n dirty gefertigt. <1k finde ich zu niederohmig und setzt den/die Kondensator(en) unnötig unter Stress.


    MfG

    Robert

  • Moin Arkadi,

    und die Glühlampe überlebt die Attacke, da kommen doch reichlich mehr als 240V?

    Glückauf

    Andreas

    ja, Andreas, 20 Jahre ohne Glühbirne zu wechseln Vdc und 150 Ohm C-Entlader bis 620V.

    Die höheren Spannungen mache ich tiefliegend in dem, dass ich erst ein Paar Minuten vor dem Kurz schließen abwarte.

    mfg, Arkadi