Schaltungsumstellung auf Anodendrossel

  • Hallo Zusammen,


    völlig unerwartet bin ich zu einem Satz AÜ für die 6c33c gekommen. Irgendwie glaube ich, dass nach der EL84, KT150, 300B jetzt diese Röhre den Abschluss machen soll.


    Einen Schaltplan habe ich in Jogis Röhrenbude gefunden Juergen-Buschmann-6C33-Amp. Da dieser von Michael Böhle erstellt wurde, ist er erstmal über jeden Zweifel erhaben :thumbup: (Ps. sofern noch irgendjemand Kontakt zu dem Herrn hat, bitte bei mir melden)


    Allerdings möchte ich eine Änderung vornehmen, den Widerstand an der Anode will ich durch eine Drossel ersetzen. Das Hauptproblem ist jetzt, dass ich keine Ahnung habe, wie ich bei einer Drossel die Arbeitsgerade zu zeichnen habe?


    Zudem hat Ludahl zwei Drosseln (LL1667 und LL1668) in ihrem Programm, aber welche von diesen zweien ist jetzt besser geeignet?


    kann mir denn hier jemand weiterhelfen?


    Gruß, Christian

  • Allerdings möchte ich eine Änderung vornehmen, den Widerstand an der Anode will ich durch eine Drossel ersetzen. Das Hauptproblem ist jetzt, dass ich keine Ahnung habe, wie ich bei einer Drossel die Arbeitsgerade zu zeichnen habe?

    Hallo Christian,

    da hast Du Recht: an einer Pentode funktioniert das mit der Drossel nicht so wie mit einer Triode. Entweder ersetzt Du die Pentode durch eine Triode oder bringst ihr durch Gegenkopplung triodenähnliche Eigenschaften bei (beides kostet Verstärkung).

    Gruß Andreas

  • an einer Pentode funktioniert das mit der Drossel nicht so wie mit einer Triode

    Hallo Andreas,


    nur damit hier keine Irritationen aufkommen, Induktivitäten, Schwingkreise in der Anode von Pentoden gerne genommen, bei HF, Pentoden wegen des hohen Ri, damit die Güte der Schwingkreise nicht bedämpft werden.


    Spricht prinzipiell nichts gegen eine Drossel (ohne die Schaltung gesehen zu haben)


    Grüße,

    Holger

  • Spricht prinzipiell nichts gegen eine Drossel

    Hallo Holger,

    doch: bei Pentoden ist der Durchgriff der Anode auf das Gitter sehr gering; der Drossel läge nur der Gitterableitwiderstand der Endröhre parallel. Die Spannung an der Anode kann so gefährlich hohe Werte annehmen.

    Gruß Andreas

  • Wenn Christian die Widerstandsgrade für seine Drossel gefunden hat,


    stellt er in der Tat fest, daß unter Ümständen die Anodenwechselspannung Scheitel von ua~, Ub übersteigen kann, das gilt aber für Trioden und Pentode gleichermaßen.

    Edited 4 times, last by keeskopp ().

  • Vielen Dank für die Beiträge,

    ja, wenn ich nur eine Drossel verwende, läuft das etwas aus dem Ruder.


    Aber sehe ich das richtig, dass mit einem Widerstand parallel zur Drossel annährend die gleiche Arbeitsgerade herauskommt, wie mit einem Widerstand ?

  • Moin Christian,


    die Idee, einen 6C33C-Amp zu bauen finde ich gut - allerdings möchte ich aus meinen Erfahrungen zwei Denkanstösse geben:

    - in meiner "Röhren-Anfangszeit" habe ich auch die Amps von Jogis-Röhrenbude

    nachgebaut. Schnell stellte ich aber fest, daß die meisten davon echte Klirrgeneratoren waren, obwohl Sinus - und Rechteck-Abbildungen sauber aussahen. Das hiess für mich - lesen, Röhrentechnik verstehen und selber Schaltungen entwerfen + nötige Mechanik konstruieren.

    -ein 6C33C-Amp mit automatischer Gittervorspannung ist keine gute Lösung - sowohl klanglich als auch energietechnisch. So ein Amp läuft und klingt mit einer neg. Gittervorspannung deutlich besser. Eine rein passiv gestaltete neg. Gittervorspannung funktioniert überraschend gut und langzeitstabil - vorausgesetzt, daß das Anodenspannungsnetzteil auch passiv arbeitet.

    Gruß Björn

    AAA-Mitglied

  • Röhrentechnik verstehen und selber Schaltungen entwerfen

    Moin Christian,


    das ist eine gute Voraussetzung, du kommst nicht umhin dich mit etwas Theorie zu beschäftigen, die Mathematik in dem obengenannten Link ist Mittelstufe.


    Mit einen ohmschen Widerstand parallel zur Drossel schädigst du nur die Güte.

    wenn ich nur eine Drossel verwende, läuft das etwas aus dem Ruder

    Du solltest dir überlegen, warum eine Drossel sinnvoll ist, in Verbindung mit der Theorie, denn da läuft nichts aus dem Ruder. Ich will dir die Arbeit nicht ersparen, nur soviel zu den Arbeitsgrade im Kennlinienfeld.


    Der ohmsche Innenwiderstand der Drossel ist klein, deshalb liegt die Gleichspannungs -strom Widerstandgerade für Ia(Ua) sehr steil. Der Arbeitspunkt ist fast bei Ub, daran legst du deine Wechselspannungs -strom Arbeitsgrade (wie in dem Link beschrieben), nach Impedanz der Drossel, usw.


    Grüße,

    Holger

  • ein 6C33C-Amp mit automatischer Gittervorspannung ist keine gute Lösung - sowohl klanglich als auch energietechnisch.

    Hallo Björn,

    von der Nutzung der "teuer" erzeugten Anodenspannung her gesehen hast Du völlig Recht - das gilt übrigens für alle Endröhren mit einem µ unter 10. Doch die 6S33S hat solche Streuungen in den Parametern, dass es kein Genuss ist, beim Musikhören ständig die Ruhestromanzeige zu beobachten. Bei Jürgen Buschmanns Verstärker ist ohnehin schon eine separate Spannungsversorgung für den Treiber vorhanden, so dass der zusätzliche Spannungsbedarf für den Kathodenwiderstand der Endröhre "das Kraut nicht fettmacht".

    Auch die Treiberschaltung würde ich so lassen; eine Anodendrossel wäre nur sinnvoll, wenn man den Treiber mit der Betriebsspannung der Endröhre versorgen müsste.

    Gruß Andreas

  • dass es kein Genuss ist, beim Musikhören ständig die Ruhestromanzeige zu beobachten

    Hallo Andreas,


    ich habe damals (2008) meinen 6C33C-SE-Amp so gebaut, wie man ihn nicht bauen sollte. Es hiess - tu das nicht - und dieses auch nicht - es würde nicht gehen. Ich habe alles gemacht, was angeblich nicht geht und der Amp läuft bis heute ohne Probleme. Gerade die Ruhestromanzeige steht sowas von stabil - muß den Bias nur bei Röhrenwechsel einmal einstellen. Man muß diese Röhre "mit Liebe" laufen lassen - dann geht es... 8)


    Gruß Björn

    AAA-Mitglied

  • Hallo ,

    in Glass Audio 8/96 gab es einen Bauvorschlag von Erno Borbely mit 6S33 sogar mit Messungen ^^^^^^ .


    http://diyaudioprojects.com/Fo…ic.php?f=9&t=423&start=10


    MfG , Alexander .

    EMT 927 mit Ortofon und DL 103 / SPU, EMT 948 , EMT 938 , 1 x TD 124 , Transrotor AC , RIAA - VV mit D3a , V 73 , V 81 , V 69 in TFK O 85 , Eintakt mit RE 604 und E406N , VOTT , Eckmiller O 15 , MTA Endstufe nach Frank Blöhbaum , TFK M 12a , R+S EU 6201 mit MSDC , EBU 3137/3 mit TAB USDC und ca . 8000 Röhren zum Basteln...und zum Messen ein UPL von Rohde + Schwarz

  • Hallo Alexander,


    ich habe damals mit einer D3a im Triodenmode als Treiber ca. 7 Watt bei 2% Gesamtklirr (fast nur K2) - ohne Gegenkopplung herausbekommen. Die Russin läuft mit 210V und 200mA Ruhestrom - das sind 42 Watt Verlustleistung - ein moderater AP. Der AÜ ist mit 1,2kOhm für weniger Leistung und mehr Linearität dimensioniert.


    Gruß Björn

    AAA-Mitglied

  • Hallo Björn ,

    Ralf hat damit auch mal was gebastelt :) :


    https://holgerbarske.com/allge…mpressionen-vom-etf-2011/


    6 . Bild von oben .

    MfG , Alexander .

    EMT 927 mit Ortofon und DL 103 / SPU, EMT 948 , EMT 938 , 1 x TD 124 , Transrotor AC , RIAA - VV mit D3a , V 73 , V 81 , V 69 in TFK O 85 , Eintakt mit RE 604 und E406N , VOTT , Eckmiller O 15 , MTA Endstufe nach Frank Blöhbaum , TFK M 12a , R+S EU 6201 mit MSDC , EBU 3137/3 mit TAB USDC und ca . 8000 Röhren zum Basteln...und zum Messen ein UPL von Rohde + Schwarz

  • da ich auch gerne und reichlich Erfahrung mit der dicken Dame gesammelt habe mein Resümee:

    Nur negative Gittervorspannung kann gehen. Ich habe in der Regel im Verhältnis 75% zu 25% Vorspannung gewählt (fest zu automatisch). Das war immer sehr stabil im AP und energietechnisch vertretbar. Würde ich wieder so tun.

    Wenn eine zweistufige Schaltung gewählt wird, dann muss die erste Stufe richtig hoch verstärken. Ich würde daher grundsätzlich mit einer möglichst hohen Versorgungsspannung für den Treiber arbeiten - egal ob der als Pentode oder als Triode ausgeführt ist. Und dann macht es Sinn m.E. zwei Konzepte zu verfolgen:

    1. Pentode mit klassischer Schaltung und damit Anodenwiderstand oder

    2. Triode mit CSS oder Anodendrossel oder auch Anodenwiderstand. (Letzteres aber nur mit dem Kompromiss Verstärkung zu verlieren oder noch mehr Versorgungsspannung anzulegen.)


    Wenn ich das Konzept mit einer Drossel denke, dann nur in Option 2. Ich sehe die Drossel da gut eingesetzt wo relativ wenig Versorgungsspannung bereit steht und möglichst viel Verstärkung gebraucht wird. Die grundsätzliche Problematik Drossel und Pentode wurde ja schon angerissen.

    Viele Grüße

    Boris

  • Hallo Zusammen,


    nicht zu vergessen, dass so eine Anodendrossel recht empfindlich auf Einstreuungen reagiert und man in einer Endtufe reichlich starke Quellen dafür hat.


    Da muß man erst einmal eine gute Position finden.


    Viele Grüße

    Martin

  • Das mit der Mischung aus automatischer und fester Gittervorspannung ist recht interessant.


    Ich hatte mir überlegt, die negative Gittervorspannung wie in diesem Schaltplan umzusetzen.


    Sprich über zwei Transistoren und die benötigte 0,6V an der Kathode.