Tip welche Vivaldi die 4 Jahreszeiten

  • das Collegium Aureum bildet auch gelegentlich ein Streichquartett -- von diesem habe ich etliche LPs, die auf dem BASF Label (bzw. Dt. Harmonia Mundi) erschienen sind.


    Die Vivaldi-Aufnahme des gesamten Ensembles ist bestimmt gut, allerdings habe ich die (noch) nicht.

    Das Collegium Aureum (das sich schon vor nahezu 30 Jahren auflöste) erspielte sich große Verdienste, ist jedoch eher der Bronzezeit der ‚Originalklangbewegung‘ zuzuordnen. Die Neuzeit begann mit einem ehemaligen Geiger dieses Ensembles, der es dort nicht lange aushielt und dann sein eigenes gründete: Reinhard Goebel.

  • Auch Musica Antiqua gibt es nicht mehr und Reinhard Goebel kann (wegen Beschwerden im Handgelenk?) nicht mehr Geige spielen. Und Franzjosef Maier lebt nicht mehr. Die frühen Aufnahmen von Musica Antiqua gab es zum Glück auf LP (oft auf dem Archiv Label).


    -- Joachim

  • Ja, wegen einer fokalen Dystonie musste Goebel vor ca. 15 Jahren das Violinspiel endgültig aufgeben. Seither widmet er sich (neben seiner Lehrtätigkeit, in der ich seine größte Wirkungsmacht sehe) dem Dirigieren.

  • Und die Kritiken zur neuen Aufnahme von S. Sato mit dem Concerto Köln lesen sich vielversprechend.


    Nach einem Konzert bei uns im Staatsheater, hatte ich mir diese LP gekauft, gefällt mir jedoch nicht besonders gut.


    Viele Grüße

    Reinhard

  • Und wenn richtig die Post abgehen darf, dann meine o.g.. Auch klanglich ist sie on top of the wave.


    Zudem ist sie neu und kostet fast nix - nach heutigen Maßstäben jedenfalls.

    Ich höre ganz überwiegend die Einspielung mit I Musici aus der "dicken Vivaldi Box"! Habe aber noch mehrere andere Einspielungen, überwiegend in historisch informierter Aufführungspraxis. Jetzt habe ich mir spaßeshalber mal die oben empfohlene Einspielung der Dresdner Version über Qobuz angehört: Also der musikalische Zugewinn durch die Bläser ist nicht von der Hand zu weisen. Den Klang fand ich jetzt ein wenig anämisch / grundtonschwach, dafür aber mit erheblichem Hall - habe allerdings auch über PC und meine Abacus C-Boxen gehört. Muss ich nochmal über die große Anlage laufen lassen.

    Auf jeden Fall danke für den Tipp. Auch wenn man sie schon 1000x gehört hat - die Dresdner Version gibt dem ganzen neue Akzente. Das gleiche gilt natürlich für den hier bereits mehrfach erwähnten Max Richter. Dabei sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass es sich bei letzterem um eine Neukomposition auf dem Boden der Vorlage von Vivaldis Original handelt. Ich dachte ich sags mal, bevor sich die jemand kauft und sich dann beschwert, dass die ganz anders klingt, als erwartet.


    Liebe Grüße

    Sebastian

  • Nach einem Konzert bei uns im Staatsheater, hatte ich mir diese LP gekauft, gefällt mir jedoch nicht besonders gut.


    Viele Grüße

    Reinhard

    Ich streame sie gerade via Qobuz und bin schon mehrmals aufgeschreckt… das ist ja nicht nur das nun übliche „gegen den Strich bürsten“, sondern die Eigenwilligkeiten und auch Änderungen sind sehr zahlreich, geradezu eklatant. Da würde mich schon die musikalische Begründung interessieren. Bis jetzt bin ich da doch eher reserviert.

  • Zur „Dresdner Fassung“: Diese Bezeichnung führt in die Irre. Es gibt keine solche Fassung, schon gar nicht von Vivaldis Hand, auch nicht von einem Musiker am Dresdner Hof. Es ist schlicht eine Bearbeitung durch Frederico Guglielmo, dem Dirigenten dieser Einspielung, angeblich dem Dresdner Stil (Zelenka? Heinichen? Pisendel?) nachempfunden.

  • Danke für die Klarstellung. Ist es denn wirklich eine Bearbeitung? Ich glaube, es wurden keine Stimmen dazugeschrieben, oder? Nur die Instrumentierung ist anders. Wenn man die Goldbergvariationen auf dem modernen Klavier spielt, sagt man ja auch nicht, es ist eine Bearbeitung, oder? (ok, der Vergleich hinkt, gebe ich zu...).

    Gruß

    Sebastian

  • Die 4JZ sind vier Konzerte für Solovioline, Streicher und Basso continuo. Der Continuo-Part wird generell von Akkord-Instrumenten übernommen, meist Cembalo, gelegentlich auch von der Laute bzw. der Theorbe.


    Bläser sind in der Partitur nicht vorgesehen und wurden durch Guglielmo hinzugefügt.


    Man sollte sich nicht vom Wort ‚basso‘ irritieren lassen. Mit einem Bass wie man ihn heute als Begleitung versteht (Kontrabass im Jazz, E-Bass sonstwo) hat das wenig zu tun. Vereinfacht gesprochen übernimmt der b.c. die linke Hand der Klavierstimme. Und die kann auch die Tasten weit rechts greifen …

    Edited once, last by naidyl ().

  • 3) Und dann noch die oben erwähnte RCA-Aufnahme des italienischen Barock-Kammerensembles Societa Corelli von 1960 (RCA LSC 2424). Solist: Vittorio Emanuele.

    Hallo,


    bin neugierig geworden, es gibt die LCS2424 als Nachpressung von Analogue Productions (AAPC 2424), kann jemand etwas über die Qualität dieser Nachpressung sagen?


    MfG

    Robert

  • Hallo,


    die Boxaufnahmen der 4JZ gefallen mir auch sehr gut. Die gesamte Box ist mMn von ausserordentlicher Qualität, klang- und produktionstechnisch und natürlich was die Interpretationen anbelangt.


    LG


    Michael

    Gewerblich!

  • Hallo Robert,


    zu der AAPC 2424 Pressung kann ich leider nichts beitragen. Ich habe seit 33 Jahren eine frühe Pressung der LSC 2424 (SD, 1S/1S, A1, I), die damals ca. 50 DM gekostet hat. Damals wollte ich unbedingt die frühen Pressungen (das sehe ich inzwischen entspannter). Als WD (white dog, Zweitpressung) ist die LSC in dem Artikel von Mitchell klanglich als 10++ (Höchstbewertung) eingestuft -- und in dem Buch von Valin musikalisch als hervorragend und klanglich als "very good" (also nicht "excellent" = Höchstbewertung). Auf die Klangbewertungen würde ich nicht viel geben, aber auch ich finde den Klang der LSC 2424 ziemlich gut.


    Viele Grüße


    Joachim


    PS: auf Discogs werden aktuell 4 frühe SD Pressungen angeboten, 3 im VG Zustand für zwischen 9 und 15 USD, eine im NM Zustand für 110 USD. Alles US-Verkäufer, somit Versand ziemlich teuer.

  • Mal ehrlich, die 4 Jahreszeiten sind ja vielleicht das Populärste, aber nicht das Einzige, was Vivaldi komponiert hat. Wer ein wenig tiefer in die Musik des Barock eintauchen will, findet da ganz viel Anderes, was nicht unbedingt schlechter ist. BG Konraf

  • Wer ein wenig tiefer in die Musik des Barock eintauchen will

    Es wurde das Album von I Musici mit insgesamt 18 LPs erwähnt. Dieses Album umfasst z.B. Musik für Cembalo und Orgel, oder für Flöte und Streicher, für Flöte und ein Blasinstrument . Um bei Vivaldi zu bleiben: Vivaldis Schaffen umfasst zwölf Opera, mehr als 400 Konzerte für eine, zwei oder vier Violinen, für Violoncello, Viola d´amore, Mandoline, Flöte, Flautino, Oboe, Fagott, Fagott, Trompete und Hörner.


    Viele Grüße

    Reinhard

  • bei mir liegt des öfteren eine der Vier Jahreszeiten auf dem Plattenteller, damit lässt sich recht gut die Wiedergabequalität der Anlage beurteilen.

    Viele Grüße

    Reinhard

    Reinhard, das unterstreiche ich!

    Dafür nehme ich die DMM Version von Intercord.

    Gerade bei Vivaldi, insbesondere den Vier Jahreszeiten, bringt jedes System, jede Anlage an die Grenze der Hochtonwiedergabe.

    Sehr gerne lege ich mir die Intercord Fassung auf um zu Testen, um gegen zu hören.

    DMM Pressungen sind ja bekanntlich sehr Hochton verliebt.


    Audiophile Grüße


    Nadja

  • Es wurde das Album von I Musici mit insgesamt 18 LPs erwähnt. Dieses Album umfasst z.B. Musik für Cembalo und Orgel, oder für Flöte und Streicher, für Flöte und ein Blasinstrument . Um bei Vivaldi zu bleiben: Vivaldis Schaffen umfasst zwölf Opera, mehr als 400 Konzerte für eine, zwei oder vier Violinen, für Violoncello, Viola d´amore, Mandoline, Flöte, Flautino, Oboe, Fagott, Fagott, Trompete und Hörner.


    Viele Grüße

    Reinhard

    Bei den Opern von Vivaldi ist es schwieriger gute analoge Aufnahmen zu finden (in diesem Bereich habe ich fast nur CDs aktuellerer Aufnahmen). Auch sind die meisten Partituren der angeblich 94 Opern von Vivaldi verschollen. Für Instrumentalmusik ist die I Musici Box die wohl beste LP-Empfehlung (und zudem preiswert) und enthält natürlich auch die 4 Jz (also relevant für die Ausgangsfrage des Threads).


    -- Joachim