Phonovorverstärker korrekt einstellen bei Verwendung eines Übertragers

  • Liebe Mitforisten, ich wandele gerade ein wenig am Rande meines Verstehens entlang. Sicher gibt es hier Einige, welche zu meiner Frage den Durchblick haben.

    Ich habe hier temporär einen Phonovorverstärker von Wall Audio. Der Opus 120 Ph ergänzt für ein paar Tage meinen eigenen Opus 88 (Röhrenvorverstärker mit integrierter Phonosektion). Der Opus 88 ist für mich bisher mit Abstand beste Vorverstärker den ich hier stehen hatte. Und es standen hier schon einiges Namhaftes, Nettes, Nobles. Im Normalfall spielt der Plattenspieler (TW Acustic Raven, Groovemaster II, Denon DL 103 im Lignolab Gehäuse, Shindo Phonokabel) an einem Auditorium 23 Übertrager fürs 103er und dann direkt am Phonoeingang des Opus 88. Der Phonotrakt ist umschaltbar zwischen MC (Übertrager) und MM. Der A23 Übertager spielt natürlich in der MM Einstellung. Das Ergebnis ist schlichtweg richtig, richtig gut.

    Nun ist, wie eingangs erwähnt, für eine kurze Zeit die große Phonovorstufe von Andreas Wall hier eingezogen. Was soll ich sagen? Noch nie hat die Anlage einen derartigen Schritt nach vorne gemacht. Das hätte ich mir im Traum nicht vorstellen können.

    Allerdings beschäftigt mich eine Frage: Der Wall Audio Opus 120 läuft jetzt über den MC-Zweig und den internen Übertrager. Warum? Weil es so einfach deutlich besser klingt, als über den MM Kanal und den A23 Übertrager. Das erstaunt mich ein wenig, weil am Opus 88 finde ich die umgekehrte Variante einen Hauch besser. Bei der Frage, warum das so ist, gäbe es die Möglichkeit, dass Herr Wall für sein Spitzenmodell einen noch viel aufwendigeren Übertrager gewickelt hat.

    Auf der anderen Seite könnte es sein, dass ich im MM Eingang Potential verschenke. Denn mit der Anpassung eines MM Eingangs kenne ich mich nicht aus. Zum einen hatte ich hier immer nur MC Systeme und zum anderen gab es bisher eher die Wahl zwischen MC und MM (sonst nix) oder, und das war hier eher Standard, es gab nur einen MM Eingang. Beim Opus 120 Ph kann man allerdings den MM Zweig hochflexibel anpassen. zum einen zwischen 100k Ohm und 15k Ohm (100k,47k,33k,15k) und zum anderen zwischen 47pF und 470pF (47pF,100pF,220pF,470pF). Und ich bin mir unsicher auf welche Werte das Denon DL 103 (40 Ohm), durch den A23 Übertrager (1:10) einstellen sollte. Da muss es doch eine Berechnung geben. Die Kabel sind Shindo (Phono) 50cm zum Übertager und 50cm A23 RCA Kabel zur (Phono)Vorstufe.


    Vielleicht kann mir hier jemand weiter helfen. :merci:


    Dank und Gruß

    Robert

  • Üblicherweise fängt man mal mit Ri X10 an.

    400 Ohm.

    Bei Ü = 10 wird ein Widerstand quadratisch übertragen, also Faktor 100.


    Sekundärseitig braucht es dazu 400 x 100 = 40 kOhm.


    Also probier mal 47k.

    Dann auch mal 100k.

    Auch 33k wäre einen Versuch wert.

    Was gefällt dir davon am besten.


    Bei den Cs würde ich den kleinsten Wert wählen.


    OK?


    Was sagt denn der Aschenbrenner zu dem Thema?

    Entspanntes Hören, Frank


    ] Vorhandensein von Musik - Zuhandensein von Klang [

  • Hallo Robert,


    da man hier nicht einfach mit 1: 10 rechnen kann, mußt du ein wenig probieren. Ich bin bei meiner Röhrenphonovorstufe bei 56K gelandet, was schon sehr niederohmig ist.


    Viele Grüße

    Martin

  • Gute Hinweise. Dankeschön!


    Ich werde mich mal hintasten. Wenn nicht, bleibt es dabei, die interne Lösung ist einfach saugut (Tschuldigung).


    Schönes Restwochenende.


    LG! Robert

  • Würde denn ein Lehmann Black Cube SE II mit einem Übertrager funktionieren? Macht ein Übertrager auch in Verbindung mit einem MC System Sinn? Ich frage deswegen gerade soviel ich hatte heute die Möglichkeit bei einem Forumskollegen seine Anlage gehört, das war einfach traumhaft gut

  • Hashimoto HM3 MC Übertrager in Verbindung mit einem Lyra Delos ...harmoniert das "technisch"? Der

    Hashimoto hat eine Verstärkung von 1:10 bzw. 1:20

    Muss man ausprobieren. Ich glaube, dass Lyra Systeme direkt an einer guten MC Phono besser funktionieren, so wie auch vdH.


    Typische Übertrager Systeme sind SPU und Denon 103, bei mir auch EMT XSD15


    Gruß

    Matthias

  • Neil,

    das Delos hat 8,2 Ohm innenwiderstand und ist mit 0,6mV schon recht laut.

    Es ist somit völlig problemlos an MC Phonovorstufen zu betreiben. Gerne werden die Lyras auch höher abgeschlossen. Z.B. 300-400 Ohm. Lyra sagt: von 91 Ohm bis 47k Ohm.

    Aufgrund dieser Empfehlung und der 0,6mV Ausgangsspannung würde ich einen 1:10 Übertrager wählen. So hast du im MM Betrieb mit einem 1:10 ÜT - 6 mV Ausgangsspannung und 470 Ohm. Übertrager sollte man testen, ob es passt und gefällt. Wenn du einen guten ÜT hast, dann gibt es so gut wie kein Rauschen und NULL Brummen.

    Ein 1:10 Übertrager ist sehr universell einsetzbar. Ich nutze meinen ÜT für alle Systeme von 2- 45 Ohm Innenwiderstand und 0,25-0,6mV Ausgangsspannung.

    Ob diese Bandbreite mit anderen ÜT auch so abgedeckt werden kann, weiß ich nicht.

    Deshalb probieren. Bei mir funktioniert es ausgezeichnet.


    PS: ich habe bei mir noch keine MC Phono gehört, die ohne meinen ÜT besser lief.

    LG


    Horst

    Edited 3 times, last by Horst_t ().

  • Hallo Robert,

    Ich werde mich mal hintasten.

    So viele Möglichkeiten hast du nicht. Die 100K sind dann wohl der einzige Wert über 47K.


    Die Kapazitäten kannst du einmal testen. Ich kenne weder den einen noch den anderen Verstärker, weder die verwendeten Röhren, noch die Schaltungen, aber sollten unterschiedliche Röhren zum Einsatz kommen, kann es unterschiedliche Eingangskapazitäten geben.


    Bei mir habe ich einige pF dazu gegeben.


    Viele Grüße

    Martin

  • Hmm,

    einige denken, der Übertrager zieht das Signal hoch, verstärken ist nicht das richtige Wort, deshalb hochziehen. Aber er macht was ganz anderes, und das ist viel wichtiger. Er transformiert Impedanzen.

    Also mal ein Beispiel: der Trafo übersetzt mit 20dB, also 10 fach. Dann wird aus der Last von 47 KOhm sekundär eine Last primär von 470 Ohm. Was für MCs ein guter Anfang ist.

    Ich habe gerade den Fall, mein Dynavector mit 30 Ohm Innenwiderstand braucht so etwas über 100 Ohm also Abschluss (Trafo), und so 200 Ohm beim Verstärker.

    Ich habe aber einen Ortofon T2000 dran, mit über 30dB.

    Also habe ich den 47 KOhm in 120 KOhm verändert und bin nun in einem tolerablen Bereich. Also ruhig mal probieren.

    Liebe Grüße Winnie.

    Thorens TD 1601 mit TAS 1600, Ortofon T2000, EAR Yoshino,

    als analog oder digital Logitech Media Server mit Allo Boss2,

    weiter auf Reisong A12, Klipsch La Scala.

  • Danke für die Daumen hoch.


    Aber die Freude ist eh schon ganz auf meiner Seite.


    Der Ortofon mit 36 dB hat ja bei 47 KOhm Last etwa den Innenwiderstand des Dynavectors angelegt, also viel zu straff. Jetzt mit dem höheren Abschluß sind es etwa 50 Ohm, also so das Doppelte vom Innenwiderstand. Ist für meine Ohren ganz gut.

    Das "sehr laut" kann man gut mit einem Spannungsteiler ausgleichen, so der Verstärker das Signal verkraftet.


    Also wenn man einen guten Trafo hat, ruhig mal probieren. Ist ja auch immer ein teurer Spaß den zu wechseln.


    Liebe Grüße vom Winnie.

    Thorens TD 1601 mit TAS 1600, Ortofon T2000, EAR Yoshino,

    als analog oder digital Logitech Media Server mit Allo Boss2,

    weiter auf Reisong A12, Klipsch La Scala.

  • Hi Winnie

    Wenn dein Ortofon 36 dB Spannungsverstärkung macht, entspricht das einer 63fachen Verstärkung. Benutzt du den 47k Wiederstand im Eingang der 834, sieht dein Dynavektor 10 Ohm. =O Bei 120 k sieht es 30 Ohm =O . 400k geben dir ca. 100Ohm :/ 800k dann 200 Ohm :)

    0,3 mV mal 63 sind so ungefähr 18mV =O Das übersteuert die erste Röhre in deiner Phono nicht aber =O die 834 verstärkt dann nochmal relativ hoch =O

    Spannungsteiler ? :/

    Gruß Stefan


    P.S. 36 dB bedeutet nicht 36fache Verstärkung . Deine Rechnungen stimmen, wenn man mit 36facher Spannungsverstärkung rechnet. Das wären dann 31 dB.